Wagniskapital

Die 25 größten Kapitalspritzen für Berliner Start-ups

Weit mehr als 200 Millionen Euro an Wagniskapital sind in den ersten sechs Monaten in Berliner Start-ups investiert worden. Die 25 größten Finanzierungsrunden im Überblick.

Foto: SEBASTIEN BOZON / AFP

38 Millionen Dollar: NumberFour

Das neue Projekt des einstigen Software-Wunderkindes Marco Börries (Star Division, Sun Microsystems, Yahoo) hat gleich in der ersten Finanzierungsrunde im Juni soviel Geld eingesammelt wie seit mindestens zwei Jahren kein europäisches Start-up. Angeführt wird die Runde von Index Ventures, darüber hinaus haben sich der Wagnisfinanzierer der Deutschen Telekom, T-Ventures, und die New Yorker Investmentbank Allen&Co beteiligt. Mit eigenem Geld dabei sind Börries Weggefährten wie Yahoo-Gründer Jerry Yang, Sun-Microsystems-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim und der ehemalige Yahoo-Manager und Ex-Accel-Partner Simon Levene. Dazu Skype-Investor Klaus Hommels und Xing-Gründer Lars Hinrichs. NumberFour – Börries vierte Unternehmensgründung – entwickelt eine Art universelle Unternehmenssoftware für kleine Firmen. Details sind nicht bekannt.

35 Millionen Dollar: Researchgate

Das von Ijad Madisch gegründete „Facebook für Forscher“ vernetzt mittlerweile mehr als drei Millionen Wissenschaftler weltweit miteinander. Microsoft Gründer Bill Gates hat das offenbar überzeugt, er führte die neue Finanzierungsrunde im Juni an. Zudem investierte vor allem Tenaya Capital. Zudem beteiligen sich Dragoneer Investment Group, Thrive Capital sowie Benchmark und Founders Fund an der nunmehr dritten Finanzierungsrunde. Benchmark und Foundersfund hatten die vorherigen Runden angeführt. Madisch will mit dem frischen Kapital zwei Ziele realisieren: Zum einen die Plattform verbessern und zum anderen eine Monetarisierungsstrategie anschieben: mehr Stellenmarkt und ein Marktplatz für wissenschaftliche Forschung. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter.

30 Millionen Dollar: Delivery Hero (Lieferheld)

Team Europes Lieferdienstportal hat seit Gründung mehr als 100 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Die jüngste Finanzspritze kam überraschend von der russischen Investmentgesellschaft Phenomen, die sich erst im Mai an Delivery Heros Berliner Rivalen Foodpanda (Rocket Internet) beteiligt hatte. Zu den bisherigen Investoren gehören neben Lukasz Gadowskis Team Europe auch Kite Ventures, ru-Net, Tengelmann Ventures, Holtzbrinck Ventures, Point Nine Capital und Kreos Capital. Das Unternehmen ist neben dem Hauptmarkt Deutschland in weiteren 13 Ländern aktiv, der über die Plattform abgewickelte Umsatz lag im vergangenen Jahr bei mehr als 400 Millionen Euro. Lieferheld schreibt in Deutschland operativ schwarze Zahlen. Die Gruppe beschäftigt insgesamt 600 Mitarbeiter, die Mehrzahl davon in Berlin.

22 Millionen Euro: GetGoods

Gleich zwei große Finanzspritzen hat der schnell wachsende Elektronikhändler GetGoods erhalten – und beide sind geheimnisumwittert. Gleich zum Jahreswechsel pumpte ein bislang ungenannter „institutioneller Investor“ rund zwölf Millionen Euro in das Unternehmen aus Frankfurt/Oder, zuletzt zeichneten Ende Juni ebenfalls ungenannte Investoren eine Unternehmensanleihe über mehr als zehn Millionen Euro. Spekuliert wird, dass es sich bei einem der Investoren um den Mitgründer der Elektronik-Kette Media-Saturn, Erich Kellerhals handelt. Getgoods erzielte mit verschiedenen Plattformen im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwas mehr als 402 Millionen Euro, für dieses Jahr peilt der Vorstand rund 480 Millionen Euro an. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben profitabel.

16 Millionen Euro: Mister Spex

Mit dem Einstieg des britischen Wagnisfinanzierers Scottish Equity Partners beginnt beim Online-Brillenhändler Mister Spex eine neue Zeitrechnung. Die meisten Gründungsinvestoren – darunter Team Europe – nutzten die Finanzierungsrunde für den Ausstieg und ließen sich ihre Anteile versilbern. In den 16 Millionen Euro, die Scottish Equity Partners und die Wagnisfinanzierer DNCapital und Xchange investierten, ist dann auch die Ablöse enthalten. Scottish Equity Partners hält nunmehr fast ein Viertel der Anteile an Mister Spex. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Online-Opitker Deutschlands. Aktiv ist Mister Spex auch in Frankreich, Spanien und Schweden. 2012 belief sich der Umsatz auf 26 Millionen Euro. Mehr als 150 Mitarbeiter sind beschäftigt.

14 Millionen Dollar: GetYourGuide

Die Kapitalspritze der US-Wagnisfinanzierer Spark Capital und Highland Capital für den Urlaubstouren-Vermittler GetYourGuide war im Januar die erste achtstellige Summe des Jahres. Ursprünglich in der Schweiz gegründet ist GetYourGuide allerspätestens seit der Übernahme des kleineren Konkurrenten Gidsy im April ein waschechtes Berliner Start-up. In der deutschen Hauptstadt beschäftigt das Unternehmen mittlerweile über 100 Mitarbeiter. Es ist nach eigenen Angaben die größte Buchungsplattform für Touren und Aktivitäten weltweit.

13 Millionen Dollar: AppLift

Die Berliner Hitfox-Gruppe des Seriengründers Jan Beckers (Madvertise, Absolventa) setzt auf den schnell wachsenden Markt für mobile Spiele. Mit demfrischem Kapital von Prime Ventures geht die Vermarktungstochter AppLift weltweit auf Expansionskurs. Applift vermarktet mobile Spiele für mehr als 80 Entwickler. Dazu zählen die Branchengrößen Wooga aus Berlin oder der US-Anbieter Kabam, der Anfang Mai ein Entwicklungszentrum in Berlin eröffnete. Zu Hitfox gehören auch der Werbevermarkter Ad2Games und die Empfehlungsplattform GameFinder. Die Gruppe hat ihren Sitz in Berlin, dazu Niederlassungen in San Francisco, Seoul und Paris. Hitfox insgesamt beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter. Der Umsatz soll in diesem Jahr mindestens 50 Millionen Euro betragen. Hitfox schreibt nach eigenen Angaben operativ schwarze Zahlen.

10 Millionen Euro: Motain (iLiga)

Mit der vom Wagnisfinanzierer Earlybird angeführten Finanzierungsrunde ist das Unternehmen Motain aus dem Schatten seines eigenen Produktes getreten: Während Millionen Fußballfans in Europa die App iLiga (im Ausland: TheFootballApp) der Berliner nutzen, war das Unternehmen dahinter unbekannt. Mit dem Geld plant Gründer Lucas von Cranach die internationale Expansion und die Erweiterung zum sozialen Netzwerk. Bis zum Jahresende soll die App den Weg zu Informationen aus mehr als 400 Ligen und 40 Sprachen bahnen. Motain hat im vergangenen Jahr vor allem aus Erlösen für Werbeeinblendungen oder die Dienstleistungen für Clubs einen mittleren einstelligen Millionenumsatz erzielt. Die App selbst ist kostenfrei. Bis zum Jahresende soll sich der Umsatz verdoppeln, im zweiten Quartal wollte Motain operativ schwarze Zahlen schreiben. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis Dezember auf 50 bis 75 steigen.

10 Millionen Dollar: Babbel

Jährliches Umsatzwachstum von 200 Prozent, operativ positiv seit zwei Jahren und genug Geld in Umlauf, um die Übernahme des US-Sprachlernanbieters PlaySay aus dem Cashflow zu bezahlen. Das war die Sprachlernplattform Babbel bis zum Paukenschlag Ende März: Da gab Mitgründer Marcus Witte nicht nur bekannt, dass das Unternehmen 10 Millionen Dollar bekommen hat – sondern auch von wem: Reed Elsevier, dem größten Wissenschaftsverlag der Welt, und dem Handy-Konzern Nokia. Zwei Weltkonzernen, die sich in der neuen, mobilen Internetwelt gerade neu erfinden. Dazu haben die bestehenden Investoren IBB Beteiligungsgesellschaft über den von ihr gemanagten VC Fonds Technologie Berlin und Kizoo Technology Ventures nachgelegt. Das Geld soll in die weitere internationale Expansion fließen – und in die Produktentwicklung. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 170 Mitarbeiter.

Mindestens 10 Millionen Dollar: SumUp

Wieviel Geld American Express und Groupon letztlich in den Berliner Mobilbezahldienst SumUp investierten, daraus haben die Beteiligten ein Geheimnis gemacht. Ein zweistelliger Millionenbetrag soll es ein. Auch die beteiligten Altinvestoren, die Beteiligungsgesellschaften b-to-v Partners, Shortcut Ventures und Tengelmann Ventures sowie der Investor Klaus Hommels sollen in der zweiten Finanzierungsrunde mitgezogen haben, nachdem sie im Sommer 2012 bereits 20 Millionen Dollar investiert hatten. Mehr noch als die Investitionssumme wurde in der Gründerszene das mit Groupons Entscheidung für SumUp ausgesandte Signal wahrgenommen: Das durch eine gemeinsame Vergangenheit mit Oliver Samwers Rocket Internet verbandelte Schnäppchenportal hat sich damit gegen den von dem Inkubator gestarteten Konkurrenzbezahldienst Payleven entschieden.

Bis zu 10 Millionen Euro: Quandoo

Nur vier Monate nach der ersten Finanzierungrunde hat der neue Marktplatz für Restaurants-, Wellness- und Beautybetriebe Ende Juni seine zweite Runde mit einem hohen einstelligen Millionenbetrag abgeschlossen. Quandoo wurde im Herbst 2012 von Philipp Magin, Daniel P. Glasner, Ronny Lange, Sebastian Moser und Tim-Hendrik Meyer, den Erfindern und Managern der von Groupon geschluckten Plattform CityDeal, gegründet. Neu im Investorenkreis ist Holtzbrinck Ventures. Die Familie Sixt war bereits Lead-Investor der Seedrunde und hat jetzt ein zweites Mal frisches Kapital investiert. Daneben haben sich als frühe Kapitalgeber Atlantic Capital Partners, Philipp Solf und weitere Business Angels an beiden Finanzierungsrunden beteiligt. Das frische Kapital wird in die Produktentwicklung, der zügigen internationalen Expansion sowie in die Rekrutierung von zusätzlichem Personal investiert.

7 Millionen Euro: Bettermarks

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern hat sich im Februar der Verlag der Neuen Zürcher Zeitung an der Mathematik-Lernplattform Bettermarks beteiligt. 20 Prozent sicherte sich die NZZ im Februar in der Finanzierungsrunde, an der sich zudem der Zeitungsverlag Holtzbrinck und die Kreditanstalt für Wiederaufbau beteiligt haben. Insgesamt haben die Investoren bereits mehr als 20 Millionen Euro in den Aufbau des 2008 von Arndt Kwiatkowski (Immoscout24), Christophe Spéroni und Marianne Voigt gegründeten Unternehmens gepumpt. Bettermarks ist die erste digitale Lernplattform für Mathematik weltweit, die im öffentlichen Bildungssystem eines ganzen Landes – nämlich Urugay –verwendet wird. Vermarktungsinitiativen in Indien und Mexiko laufen. Auf beiden Märkten kooperiert Bettermarks mit dem britischen Schulbuchverlag Macmillan, der zum deutschen Holtzbrinck-Verlag gehört.

5,4 Millionen Euro: Ubitricity

Der Energiedienstleister Ubitricity ist so etwas wie der Ökoliebling der Gründerszene. Das 2008 gegründete Unternehmen hat ein Ladegerät entwickelt, mit dem man sein E-Auto an einer herkömmlichen 230-Volt-Steckdose aufladen kann. Finanziert unter anderem vom früheren Bahnchef Heinz Dürr plant das Unternehmen den Praxistest. Das Start-up hat sich darum beworben, einige hundert Berliner Straßenlaternen mit seinen Ladegeräten als Stromtankstellen aufrüsten zu dürfen. Neben Dürr ist der Wagniskapitalfonds der IBB an Ubitricity beteiligt.

Mindestens 5 Millionen Euro: Payleven

Rocket Internets Bezahldienst Payleven hat mit den Kindern des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi die wohl schillerndsten Investoren angelockt. Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag sollen die Berlusconis im Januar in das Unternehmen investiert haben. Darüber hinaus halten Holtzbrinck Ventures und New Enterprise Associates Anteile.

4 Millionen Euro: GoEuro

GoEuro ist ein von Naren Shaam gegründetes Reiseportal. GoEuro gibt einen Überblick über alle möglichen Angebote von Transportmitteln auf der Reiseroute – von Fluggesellschaften, Zügen, Bussen und Autovermietern –, und diese können auch über die Plattform gebucht werden. Neben SAP-Gründer Hasso Plattner zählen der US-Wagnisfinanzierer Battery Ventures, der bereits in zahlreiche Touristik-Unternehmen investiert hat, und die Touristik-Investoren Dave Bagget (ITA Software) und Jeff Sagansky (Global Eagle Entertainment) zu den GoEuro-Finanzierern.

Mehrere Millionen Euro: Blacklane

Der Berliner Chauffeurdienst-Vermittler Blacklane befindet sich auf einem rapiden Expansionskurs. Das erst im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen vermittelt in mittlerweile elf Ländern und 30 Städten Limousinen, darunter auch in den USA, dem Mutterland der Chauffeurdienste. An dem Unternehmen haben sich RI Digital Ventures, der gemeinsame Wagnisfinanzierer des Münchner Zeitungsverlegers Dirk Ippen und der Immobiliengruppe Raffay, die Schweizer Car4You-Holding und die Investmentgesellschaft b-to-v Partners beteiligt. Im Januar ist zudem AWD-Gründer Carsten Maschmeyer mit seiner Beteiligungsgesellschaft Alstin eingestiegen. Sowohl im Januar als auch im Mai pumpten die Gesellschafter mehrere Millionen Euro in das Unternehmen. Details wurden nicht genannt. Aktuell beschäftigt Blacklane mehr als 50 Mitarbeiter.

Mehrere Millionen Euro: Outfittery

Outfittery ist ein sogenannter Personal-Shopping-Dienst, bei dem Stilberaterinnen aufgrund der Größenangaben und Vorlieben von Kunden individuelle Outfits zusammenstellen und versenden. Das Unternehmen wurde vor einem Jahr in Berlin von Julia Bösch zusammen mit Anna Alex gegründet. Es zählt nach jüngsten Angaben mittlerweile 50.000 Kunden und damit doppelt soviel wie zu Jahresbeginn. Die Mitarbeiterzahl hat sich ebenfalls mehr verdoppelt. Outfittery beschäftigt mittlerweile 50 Mitarbeiter, davon 20 Stilberaterinnen. Finanziert wird das Wachstum aus der jüngsten Finanzierungsrunde, bei der Outfittery ein mittlerer siebenstelliger Betrag zugeflossen ist. An dem Start-up haben sich die Investitionsbank Berlin (IBB) über den von ihr gemanagten Beteiligungsfonds VC Fonds Kreativ sowie die Wagniskapitalgeber Mangrove Capital Partners und RI Digital Ventures (gehört dem Verleger Dirk Ippen) beteiligt. Startinvestoren sind Holtzbrinck Ventures und der Hightechgründerfonds HTGF.

Mehrere Millionen Euro: Iversity

Das Start-up iversity.org bringt die Universität ins Netz: Die Online-Vorlesungen, sogenannte Moocs, sind weltweit verfügbar, kostenfrei und kollaborativ. Gegründet wurde Iversity 2011 von Jonas Liepmann und Hannes Klöpper als eine Art soziales Netzwerk für Studierende und Lehrkräfte. Mit dem Einstieg von T-Ventures, der Wagniskapitaltochter der Deutschen Telekom, und Ex-AOL-Manager Markus Riecke nimmt das Projekt Fahrt auf. In einem gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgeschriebenen Wettbewerb mit einem Preisgeld von 250.000 Euro wurden zuletzt die zehn besten Moocs gesucht.

Mehrere Millionen Euro: Wine in Black

Mit dem Einstieg des russischen Wagnisfinanzierers Bright Capital im März ist die Marschrichtung für den Internet-Weinhändler Wine in Black klar: Expansion in Schwellenländer. Vor allem Brasilien und Russland mit ihrer jeweils wachsenden kaufkräftigen Mittelschicht gelten als Zielländer. Der 2011 von Christian Hoya und Stephan Linden gegründete Shoppingclub Wine in Black ist bereits in den Niederlanden aktiv. Weitere Kapitalgeber sind der vom Otto-Konzern finanzierte Inkubator Project A, und die Gründer von KaufDa, Christian Gaiser und Tim Marbach. (KaufDa gehört zum Medienhaus Axel Axel Springer AG, in dem auch die Berliner Morgenpost erscheint.)

Mehrere Millionen Euro: Rebuy

Der Einstieg des französischen Wagnisfinanzierers Iris Capital im März soll das Wachstum des Berliner Gebrauchtwarenhändlers weiter ankurbeln. Rebuy hatte im vergangenen Jahr mit 40 Millionen Euro Umsatz etwas weniger erlöst als erwartet, war zugleich aber im letzten Quartal 2012 profitabel geworden. Der so genannte Recommerce gilt als hoch lukrativ und hart umkämpft. Unternehmen wie Rebuy, Momox oder WirKaufens kaufen Gebrauchtes – Bücher, Smartphones, Spiele oder Elektronikartikel –, polieren die Waren auf und verkaufen sie mit Gewinn weiter. Angesichts von Preisaufschläge von bis zu 40 Prozent mischen auch die weltgrößten Online-Marktplatze wie Ebay und Amazon mit. Rebuy zählt nach eigenen Angaben mehr als 3,5 Millionen Kunden und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. An dem Unternehmen sind SAP-Gründer Hasso Plattner, der Wagnisfinanzierer Cleantech Mountain und der Internetinvestor Klaus Wecken beteiligt.

Mehrere Millionen Euro: Nu3

Der Gründer des Finanzdienstleister AWD, Carsten Maschmeyer, und der Wagnisfinanzierer Klaus Hommels haben im Juni mehr als ein Viertel der Anteile an Nu3, einem Online-Shop für Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine und Mineralstoffe, gekauft. Details zu der „substanziellen“ Summe wurden nicht genannt. Das zu dem vom Otto-Konzern finanzierten Inkubator Project A gehörende Nu3 ist 2011 gegründet worden und expandiert derzeit nach Brasilien. Darüber hinaus ist es in der Schweiz und in Österreich aktiv. Projekt A hält knapp 39 Prozent der Anteile, eDarling-Gründer Christian Vollmann ist mit knapp einem Prozent beteiligt. Nu3 beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Das Unternehmen plant, das Produktsortiment auf Lebensmittel und Beauty-Produkte auszuweiten.

2,8 Millionen Dollar: Versus.io

Unter Führung des Wagnisfinanzierers Earlybird haben sich auch der Gründer von 500Startups, Dave McClure, der Hightech-Gründerfonds, und die Angelinvestoren Lars Dittrich und Dario Suter an dem Vergleichsportal Versus.io beteiligt. Die Plattform ermöglicht vor allem Produktvergleiche, dabei werden die jeweiligen Vorteile eines Produktes – ob Smartphones oder TV-Geräte – aufgeführt. Das Unternehme ist 2011 gegründet worden und zählt nach eigenen Angaben mehr als 2,5 Millionen Nutzer.

2,3 Millionen Euro: Auctionata

Das Online-Kunst- und Auktionshaus Auctionata hat seit Gründung bei Investoren mehr als 15 Millionen Euro einsammeln können. Zuletzt stieg im April der in Berlin ansässige Wagnisfinanzierer Earlybird ein. An dem 2012 gegründeten Unternehmen sind zudem Bright Capital, Kite Ventures, eVenture Capital Partners, die Raffay Group und Holtzbrinck Ventures beteiligt. Das Unternehmen beschäftigt in Berlin und New York 100 Mitarbeiter.

2 Millionen Euro: Serfides

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Business Angels haben im Juni mehr als zwei Millionen Euro in das Berliner Software-Start-up Serfides investiert. Mit der Software der Berliner können Industrieunternehmen ihre Produkte von der Herstellung bis zum Endkunden verfolgen. Die Lösungen gelten als Mittel vor allem gegen Produktpiraterie. Nach Firmenangaben wird das System bereits im Maschinenbau, der Autoindustrie und von Modeunternehmen eingesetzt. Serfides ist im vergangenen Jahr von Claus Wüstenhagen und Richard Doll gegründet worden. Das Unternehmen beschäftigt zwölf Mitarbeiter.

Mehr als 1 Million Euro: Zoobe

Das von dem Filmregisseur Lenard F. Krawinkel im vergangenen Jahr gegründete Start-up Zoobe bietet Smartphone-Nutzern die Möglichkeit, Nachrichten und Grußbotschaften per 3D-animierten Avatar überbringen zu lassen. Nutzer können aus verschiedenen 3D-animierten Avataren ihren Favoriten wählen, der die Botschaft übermittelt. Neben den Altinvestoren Christoph Maire (Atlantic Ventures), Karl-Heinz Brandenburg (Brandenburg Ventures), Dario Suter (DCM), Jens de Gruyter (United Arts Ventures), and Udo Schloemer (JMES Investments) haben auch Thomas A. Curran (Ex-Deutsche Telekom CTO) und Lars Dittrich in Zoobe investiert. Dazu ist die Investitionsbank Berlin eingestiegen.

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