Sprachlernplattform

10 Millionen Dollar für Sprachlern-Plattform Babbel

Das Berliner Sprachlern-Start-up Babbel erhält eine Finanzierung von 10 Millionen Dollar. Erst vergangene Woche hatten die Berliner ihren US-Rivalen PlaySay geschluckt. Ziel ist die globale Expansion.

Foto: babbel.com

Die Berliner Sprachlernplattform Babbel hat eine weitere Finanzierungsrunde über zehn Millionen US-Dollar (7,7 Millionen Euro) abgeschlossen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Angeführt wird die Runde von Reed Elsevier Ventures mit Sitz in London. Weitere Kapitalgeber sind Nokia Growth Partners, sowie die bestehenden Investoren IBB Beteiligungsgesellschaft über den von ihr gemanagten VC Fonds Technologie Berlin und Kizoo Technology Ventures.

Damit hat das Berliner Unternehmen namhafte Finanzinvestoren gefunden. Reed Elsevier Venture ist der Wagniskapital-Arm einer der weltgrößten Online-Datenbanken, einem Fachverlag für Wissenschaft, Wirtschaft und Medizin sowie dem Hauptanteilseigner des Ubersetzungsprogramms „Babylon“. Bei Nokia Growth Partners handelt es sich um den mit 250 Millionen Dollar ausgestatteten Risikokapitalzweig des gleichnamigen finnischen Mobiltelefonherstellers. Das in die Schieflage geratene Telefonimperium will durch Investitionen in aufstrebende Märkte Kapital und Ideen für neue Geschäftsfelder sammeln.

Investment in Expansion und Produktentwicklung

Das neue Kapital für Babbel werde dazu eingesetzt, die internationale Expansion zu beschleunigen und die Anpassung an alle relevanten Plattformen zu verbessern, sagte Mitgründer und Geschäftsführer Markus Witte. „Wir sind in Deutschland stark. Aber viele andere Märkte haben wir noch nicht wirklich erschlossen“, sagte er.

Es gehe darum bekannt zu werden und das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. „Europa ist ein riesiger existierender Markt mit dem Bewusstsein in die Notwendigkeit, Sprachen zu lernen, und der Bereitschaft, dafür Geld auszugeben“, sagte Witte. Weitere Märkte seien die USA und Lateinamerika. „Brasilien ist einer der größten Wachstumsmärkte“, sagte er.

Apps für alle Tablet-Betriebssysteme

Neben der Expansion ist die Produktentwicklung ein wichtiges Feld. Die Babbel-App ist bislang nur für das iPad verfügbar. „Wir wollen auf allen Devices mit Anwendungen vertreten sein“, sagt Witte. Nur die Vokaleltrainer seien bislang plattformübergreifend verfügbar.

Zuletzt hatte das Berliner Start-up Babbel mit der Übernahme seines US-Rivalen PlaySay für Aufsehen gesorgt. Zahlen wurden dazu nicht genannt. Allerdings teilte das Unternehmen mit, die Akquisition von PlaySay sei unabhängig vom neuen Investment verlaufen und sei aus dem operativen Cash-Flow finanziert worden.

Schon weltweit in 190 Ländern vertreten

Das Berliner Startup ist bereits in mehr als 190 Ländern vertreten und wächst ständig weiter. Deutschland war bisher der wichtigste Markt für Babbel. Nun soll das Wachstum in anderen europäischen Ländern, in Amerika und in Schwellenländern verstärkt werden. Das Unternehmen verzeichnet seit 2011 ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als 200 Prozent. Babbel hat bislang Finanzierungen in Höhe von 2,2 Millionen US-Dollar (1,7 Millionen Euro) erhalten und verzeichnet seit zwei Jahren ein positiven Cash-Flow.

„Wir sind zuversichtlich, dass Babbel sich im Segment des mobilen und Online-Sprachlernens schnell als Marktführer etablieren wird“, so Tony Askew, General Partner bei Reed Elsevier Ventures. Ihn beeindruckte das schnelle Wachstum der Plattform und die wirtschaftliche Entwicklung des Start-up. Er wird einen Platz im Gesellschafterausschuss von Babbel übernehmen.

Junior-Partner dieser B-Runde ist Walter Masalin, Chef von Nokia Growth Partners. Er hob die „flexible und effiziente Lösung von Babbel, die zahlreiche Plattformen unterstützt“ besonders hervor. Er erwartet, „dass das Unternehmen in einer guten Position ist, um aus diesem Trend Kapital zu schlagen“.

Optionen für noch dynamischeres Wachstum

Marco Zeller, Geschäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft, sagte: „Die Finanzierungsrunde mit weiteren, internationalen Investoren honoriert die außerordentlich positive Entwicklung des Berliner Unternehmens und schafft Optionen für ein noch dynamischeres Wachstum.“

Michael Greve, CEO von Kizoo Technology Ventures, wird in einer Mitteilung des Unternehmens mit den Worten zitiert: „Ich glaube, dass Tablets die ideale Plattform zum Sprachenlernen sind und dass wir in der Zukunft ein noch schnelleres Wachstum der wunderbaren mobilen Produkte von Babbel erwarten können.“

15 Millionen Menschen lernen mit Babbel

Babbel ist ein Online-Lernsystem für die Fremdsprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, brasilianisches Portugiesisch, Schwedisch, Deutsch, Niederländisch, Indonesisch, Polnisch, Türkisch, Dänisch und Norwegisch. Auf der Website babbel.com und auf dem iPad werden interaktive Online-Kurse angeboten. Lehrinhalte mit mehr als 6500 Stunden sind auf der Plattform abrufbar. Außerdem gibt es Wortschatztrainer-Apps. Mehr als 15 Millionen Leute aus über 190 Ländern lernen bereits mit babbel.com eine Sprache.