Corona-Newsblog in Berlin

46 neue Infektionen, eine Ampel weiterhin rot

| Lesedauer: 111 Minuten
 Eine  elektronenmikroskopische Aufnahme des "U.S. National Institute of Health" zeigt das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2)

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des "U.S. National Institute of Health" zeigt das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2)

Foto: --- / dpa

8020 Menschen haben sich in Berlin bislang nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Alle aktuellen Entwicklungen und Zahlen im Blog.

Berlin. In unserem Newsticker berichten wir laufend über die Corona-Lage in Berlin und Brandenburg. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie in Deutschland, Europa und der Welt finden Sie in diesem Newsblog.

Die wichtigsten Corona-News des Tages in Berlin

Wegen Corona: Viele Berliner verzichten auf Sommerurlaub
Chef der Krankenhausgesellschaft zur "Helden-Prämie": „Beschäftigte sind empört über die Nicht-Beachtung“

10.26 Uhr: Wir starten unser neues Newsblog

Alle aktuellen Nachrichten zum Coronavirus in Berlin und Brandenburg lesen sie hier in unserem neuen Newsblog.

6.15 Uhr: Trotz Corona: Anti-Rassismus-Demonstration und CSD-Zug am Samstag

Am Samstag sind mehrere Demonstrationen in Berlin angemeldet. Ab 12 Uhr soll die Demonstration gegen die Diskriminierung und für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen am Nollendorfplatz in Schöneberg beginnen. Der CSD-Zug führt dann mit dem Motto „Berlin Pride 2020“ über die Potsdamer Straße, Wilhelmstraße, Unter den Linden zum Alexanderplatz.

Zu der Anti-Rassimus-Kundgebung am Großen Stern mit dem Motto „Black Lives Matter“ (12.30 Uhr) sind 1500 Teilnehmer bei der Polizei angemeldet. Außerdem gibt es erneut einen Auto-Korso gegen die Corona-Regeln quer durch die Stadt sowie ab 15 Uhr ein Hiphop-Festival in der Parkaue in Lichtenberg.

6.01 Uhr: Corona-Effekt: Im Mai deutlich weniger Krankmeldungen

Die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie haben nach einer Analyse der Krankenkasse AOK Nordost in diesem Jahr einen Achterbahn-Effekt auf Krankmeldungen gehabt. Schnellten die Zahlen für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern von Mitte März bis Mitte April weit über den Durchschnitt in die Höhe, fielen sie im Mai weit unter die üblichen Mittelwerte. Soziale Distanz habe damit nicht allein die Ausbreitung des Coronavirus stark eingedämmt, sondern auch andere Infektionskrankheiten in Schach gehalten, folgert die Kasse.

+++ Mittwoch, 24. Juni 2020 +++

Die wichtigsten Corona-News des Tages in Berlin

Bewohner überfüllter Blocks sollen ins Hotel

19.45 Uhr: 46 neue Infektionen, eine Ampel weiterhin rot

In Berlin ist ein weiterer Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle beträgt nun 212. Das teilte die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung am Mittwochabend mit. 46 neue Infektionen wurden bestätigt, 59 gab es am Tag zuvor. 776 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin. 802 waren es am Dienstag. 7032 Menschen sind inzwischen genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 35, vier Personen weniger als Dienstag. Insgesamt liegen 120 Menschen in Krankenhäusern, zehn weniger als Dienstag.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,32 auf Rot, da der Wert den dritten Tag in Folge über 1,2 liegt. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen weiterhin auf Grün.

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 828 (+1) 750
Friedrichshain-Kreuzberg 651 (0) 562
Lichtenberg 399 (+1) 342
Marzahn-Hellersdorf 451 (+4) 390
Mitte 1150 (+6) 1028
Neukölln 970 (+9) 800
Pankow 765 (+5) 693
Reinickendorf 627 (+4) 523
Spandau 427 (+2) 355
Steglitz-Zehlendorf 581 (0) 549
Tempelhof-Schöneberg 775 (+11) 688
Treptow-Köpenick 396 (+3) 352
Summe 8020 (+46) 7032

16.34 Uhr: Berlin Marathon 2020 fällt endgültig aus

Der Berlin Marathon 2020 kann definitiv nicht stattfinden. Das teilte SCC Events mit. Hintergrund ist die Verordnung, die Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis zum 24. Oktober untersagt. in den vergangenen Wochen habe man alle Optionen zur Durchführung des Marathons geprüft, so die Veranstalter. Dazu gehörte auch die Erarbeitung eines Hygienekonzepts. Allerdings habe eine Machbarkeitsanalyse ergeben, dass der Marathon unter den aktuellen Vorgaben auch nach dem 24. Oktober in diesem Jahr nicht durchführbar sei. Aufgrund von höherer Gewalt finde der Berlin-Marathon daher am 26. und 27. September nicht statt, auch nicht später.

SCC-Events-Geschäftsfführer Jürgen Lock: „Schon allein aufgrund der Witterungsbedingungen und der immer kürzer werdenden Tage ist es sehr schwierig, den BMW BERLIN-MARATHON mit seinen diversen Wettbewerben und Veranstaltungsformaten noch dieses Jahr auszutragen. Hinzu kommt die Unsicherheit, welche Auflagen zu einem späteren Zeitpunkt noch gelten werden. Die Frage, ob Athleten bis dahin wieder international reisen können, können wir jetzt auch nicht beantworten.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden in dieser Woche informiert und könnten ihr Startrecht entweder auf das kommende Jahr übertragen lassen oder sich den Teilnahmebeitrag zurückzahlen lassen.

15.32 Uhr: Gericht: Bordelle müssen geschlossen bleiben

Bordelle in der Hauptstadt müssen nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts wegen Corona vorerst weiter geschlossen bleiben. Das Betriebsverbot gelte nach der aktuellen Eindämmungsverordnung des Senats bis zumindest 4. Juli, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Damit scheiterte der Eilantrag einer Klägerin aus Berlin-Schöneberg. Sie kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

Das Gericht räumte aber ein, dass das Verbot ein schwerwiegender Eingriff in die Berufsfreiheit sei. Dies sei aber bei summarischer Prüfung gegenwärtig noch gerechtfertigt, entschied die 14. Kammer. Mit dem Verbot solle Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit wie möglich vorgebeugt und die Ausbreitung der übertragbaren Krankheit Covid-19 in der Bevölkerung verringert werden.

Bei sexuellen Dienstleistungen in geschlossenen Räumen gebe es ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko, so das Gericht. Die Rahmenbedingungen in „Prostitutionsstätten“ seien gekennzeichnet durch intensiven Körperkontakt, ständig wechselnde Beteiligte, erhöhte Atemfrequenz und -tiefe infolge körperlicher Anstrengung und sexueller Erregung, einen erhöhten Ausstoß von Tröpfchen und Aerosolen in der Atemluft sowie von der Arbeit in kleinen, schlecht belüfteten Räumen, begründeten die Verwaltungsrichter. Zudem besteht laut Gerichtsbeschluss die Gefahr, dass eine unbemerkt infizierte Prostituierte im Laufe eines einzigen Arbeitstages viele Kunden anstecken könnte, die das Virus dann in ihr familiäres und soziales Umfeld weitertragen könnten.

14.50 Uhr: Ärzte klagen gegen geringere Vergütung für Corona-Tests

Im Streit um die weitere Umsetzung von Corona-Tests wollen die Ärzte gegen eine deutlich sinkende Vergütung für die Labore vorgehen. Gegen den Beschluss des zuständigen Gremiums des Gesundheitswesens sei beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage eingereicht worden, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am Mittwoch auf Anfrage. Sie vertritt auch Laborärzte. Angestrebt wird demnach auch eine aufschiebende Wirkung, also dass die Senkung nicht schon zum 1. Juli kommt.

Für Tests, die Praxisärzte veranlassen, sollen Labore ab 1. Juli noch 39,40 Euro statt der bisherigen 59 Euro bekommen. Die KBV hatte gegen den Beschluss, der gegen ihre Stimmen fiel, bereits protestiert. Sie beanstandet, die Festsetzung des neuen Preises sei ohne entsprechende Kalkulationsgrundlage erfolgt. Die gesetzlichen Krankenversicherungen hatten dagegen von einem „sachgerechten Preis“ gesprochen, der die Entwicklung von vereinzelten Tests zu Massentestungen widerspiegele.

Die Preis-Festsetzung hat auch Auswirkungen auf die Vergütung von Corona-Tests, die Gesundheitsämter inzwischen auch bei Menschen ohne Krankheitsanzeichen deutlich öfter anordnen können.

13.00 Uhr: Berlin plant vorerst kein Hotelverbot für Gütersloher

Berlin will dem Beispiel anderer Bundesländer im Umgang mit Gästen aus dem Corona-Hotspot im Raum Gütersloh vorerst nicht folgen. „Berlin plant aktuell keine Beherbergungsverbote für Besucher oder Urlauber aus dem Kreis Gütersloh“, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Auch spezielle Quarantäneregelungen sind bisher nicht geplant.“

Berlin fährt damit einen anderen Kurs als Urlaubsländer wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern. Diese wollen Besucher oder Touristen aus den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf nur noch unter strengen Auflagen einreisen lassen. Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch rund um die Fleischfabrik Tönnies in NRW.

12.20 Uhr: Mindestabstand an Schulen ab morgen aufgehoben

Der Mindestabstand von 1,50 Meter in den Schulen wird ab dem 25. Juni aufgehoben sein. Die neue Regelung, die jetzt im überarbeiteten Musterhygieneplan für Schulen festgehalten ist, gilt für Schüler genauso wie alle in der Schule tätigen Personen. Das ist auch wichtig für die Hort-Ferienbetreuung in den Schulen, die so ganz normal stattfinden kann. Der Mindestabstand gilt aber weiterhin bei „schulfremden Personen“ – die müssen in jedem Fall eine Maske tragen, wenn sie die Schule betreten. Außerdem soll darauf geachtet werden, dass innerhalb einer Schule stabile Lerngruppen oder Klassen bleiben. „Die Gefahr durch das Corona-Virus besteht weiter. Da sollten wir uns nichts vormachen“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

12.19 Uhr: Ministerin - Lage in Brandenburg vergleichsweise günstig

Die Lage bei Corona-Infektionen in Brandenburg ist nach Angaben von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) vergleichsweise günstig. „In Brandenburg ist die Situation immer noch erfreulich“, sagte Nonnemacher am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags. Es gebe auch keine Hotspots, vielmehr verteile sich die Zahl der Neuinfektionen auf mehrere Landkreise. Besonders gut sei die Lage in den stationären Pflegeeinrichtungen, erklärte Nonnemacher: Dort gebe es keine Fälle bei Heimbewohnern und drei Mitarbeiter, die vorsorglich in Quarantäne seien. In Gemeinschaftsunterkünften gebe es aktuell 24 Corona-Fälle, auch diese seien auf mehrere Einrichtungen verteilt.

Allerdings habe sich die Zahl der akut Erkrankten innerhalb von zwei Wochen von 60 auf derzeit rund 130 mehr als verdoppelt, mahnte die Ministerin. Daher müssten die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin konsequent eingehalten werden.

10.40 Uhr: CDU-Fraktionschef Dregger: Disziplinlosigkeit Einzelner gefährdet Lockerungen

Der CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, fordert vom Senat, die Gesundheitsämter besser auszustatten und die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ausreichend zu kontrollieren. Die steigenden Infektionszahlen in Berlin führt er auf die Disziplinlosigkeit Einzelner zurück, die sich nicht an die Corona-Regeln hielten, sagte Dregger dem Sender RBB. "Man gefährdet damit nicht nur die Gesundheit der anderen, sondern auch die Freiheit von allen, die wirtschaftlichen Aussichten unserer Unternehmen und die Sicherheit von Arbeitsplätzen", so der CDU-Politiker. "Die wenigen Regeln wie Abstand und Maskenpflicht sind nicht zu viel verlangt."

10.26 Uhr: Brandenburgs Gesundheitsministerin ruft zu Disziplin im Urlaub auf

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher hat die Bürger dazu aufgerufen, die Corona-Regeln auch in der Ferienzeit konsequent einzuhalten. „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden und so die zurückgewonnene Normalität aufs Spiel setzen“, mahnte Nonnemacher (Grüne). In den vergangenen zwei Wochen habe sich die Zahl der aktiv an Covid-19 Erkrankten in Brandenburg von rund 60 auf 130 mehr als verdoppelt. „Allen muss klar sein, dass jede Lockerung das Infektionsrisiko erhöht“, sagte die Ministerin. „Wir können den Weg hin zur vollständigen Normalität nur erfolgreich weitergehen, wenn alle Menschen sich weiter verantwortungsvoll und solidarisch verhalten.“

9.56 Uhr: Gesundheitssenatorin Kalayci warnt vor Leichtsinn

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen in Berlin wieder an. Die Ausbrüche seien aber noch lokal isolierbar und die Bezirke hätten die Lage unter Kontrolle, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem Sender RBB. „Sie testen sehr weitgehend, versorgen die Menschen und sorgen dafür, dass sie zu Hause bleiben.“ Aktuell gibt es neben dem Hotspot in Neukölln auch rund 40 Neuinfektionen in einem Wohngebäude in Friedrichshain-Kreuzberg. In beengten Wohnverhältnissen erhöhe sich das Risiko einer Ausbreitung des Virus, sagte die Gesundheitssenatorin weiter.

Noch gehe es um große Fälle, bei denen die Bezirksämter die Kontakte recht gut nachverfolgen könnten. „Die eigentliche Gefahr sehe ich, dass die Infektionen in Berlin sich streuen, das heißt, dass die Lockerungen (...) missverstanden werden, dass man sich jetzt supertoll in großen Familientreffen treffen kann und sich ohne Schutz begegnen kann“, erklärte sie. Ab diesem Samstag fallen die Kontaktbeschränkungen in Berlint weg. Die Menschen sollten nicht leichtsinnig werden, warnte Kalayci.

Seit zwei Wochen steigen die Infektionszahlen stärker an. Ob es sich dabei um einzelne Ausbrüche oder eine Streuung handle, werde genau beobachtet, sagte die Senatorin. Wenn nach dem R-Wert auch eine zweite Corona-Ampel den grünen Bereich verlasse, müsse man schauen, ob man weitere Lockerungen doch sein lassen solle oder andere Maßnahmen ergreife. „Aber so weit sind wir noch nicht.“

9.52 Uhr: Nur wenige Neuinfektionen in Brandenburg

In Brandenburg werden weiterhin nur wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Innerhalb eines Tages seien fünf neue Corona-Neuinfektionen gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium (Stand 8 Uhr) mit. Am Dienstag waren es sechs neue Erkrankungen im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der seit Anfang März bestätigt mit Sars-CoV-2 Infizierten liegt damit bei insgesamt 3413.

Neun Menschen werden derzeit im Krankenhaus behandelt und zwei von ihnen intensivmedizinisch beatmet. Als genesen von der Krankheit Covid-19 gelten wie am Vortag etwa 3110 Menschen. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 Gestorbenen liegt unverändert bei 170.

Corona-Schwerpunkte in Brandenburg sind weiter die Landeshauptstadt Potsdam mit 644 Fällen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 566 Infizierten. Im Landkreis Prignitz und in Frankfurt (Oder) wurden mit jeweils 31 Fällen die landesweit geringsten Zahlen registriert.

+++ Dienstag, 23. Juni 2020 +++

Die wichtigsten Corona-News des Tages in Berlin

50 Euro Bußgeld für Maskenmuffel
Corona-Ausbruch in Friedrichshain
Razzia in Moschee wegen Betrugs bei Corona-Hilfen

20.20 Uhr: Brandenburg plant weitere Corona-Lockerungen

In Brandenburg sollen schon bald weitere Corona-Einschränkungen fallen - vor allem für Freizeit- und Amateursportler und für Reisende. Das kündigte Regierungssprecher Florian Engels an. Fußball, Handball oder Judo solle bald auch für Erwachsene möglich sein. Bisher ist das nur für Kinder und Jugendliche der Fall. An Deck von Passagierschiffen soll künftig auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden. In Reisebussen solle der Mindestabstand von 1,5 Metern wegfallen, aber Masken wie in öffentlichen Bussen und Bahnen sollten dort zur Pflicht werden.

Die rot-schwarz-grüne Landesregierung wolle über die Erleichterungen am kommenden Dienstag entscheiden, sagte der Regierungssprecher. Auch darüber, wann sie in Kraft treten: „Dies soll möglichst kurzfristig erfolgen.“

19.25 Uhr: 59 Neu-Infektionen, eine Corona-Ampel auf Rot

In Berlin ist kein weiterer Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 211. 59 neue Infektionen wurden bestätigt, 83 gab es am Tag zuvor. 802 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin. 784 waren es am Montag. 6961 Menschen sind inzwischen genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 39, zwei Personen weniger als Montag. Insgesamt liegen 130 Menschen in Krankenhäusern, elf weniger als Montag.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,96 auf Rot, da der Wert den dritten Tag in Folge über 1,2 liegt. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen weiterhin auf Grün.

Bezirk Fallzahlen Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 827 (+6) 748
Friedrichshain-Kreuzberg 651 (+8) 557
Lichtenberg 398 (+8) 339
Marzahn-Hellersdorf 447 (+3) 390
Mitte 1144 (+2) 1018
Neukölln 961 (+4) 769
Pankow 760 (+4) 690
Reinickendorf 623 (+13) 521
Spandau 425 (+3) 346
Steglitz-Zehlendorf 581 (+4) 548
Tempelhof-Schöneberg 764 (0) 683
Treptow-Köpenick 393 (+4) 352
Summe 7974 (+59) 6961

17 Uhr: Schwierige Gurken-Ernte im Spreewald

Die Ernte der Spreewälder Gurken hat wegen der Corona-Krise und schlechter Wachstumsbedingungen in diesem Jahr unter schwierigen Voraussetzungen begonnen. Das teilte der Spreewaldverein mit. Vor allem der noch nicht gesicherte Bedarf an Erntehelfern machte demnach den Anbaubetrieben zu schaffen.

Die Entscheidung der Bundesregierung und weiterer EU-Mitgliedsstaaten, die Einreise von Saisonkräften ab Mitte Juni wieder zu ermöglichen, sei gerade rechtzeitig gekommen, hieß es. Insgesamt benötigen Spreewälder Anbau- und Verarbeitungsbetriebe den Angaben zufolge rund 3000 Helfer jährlich bei der Ernte und Veredlung der Spreewälder Gurken.

15.30 Uhr: Corona-Regeln für Geschäfte und Veranstaltungen gelockert

Trotz zuletzt wieder steigender Infektionszahlen setzt Berlin auf weitere schrittweise Lockerungen der Corona-Regeln. Neben der Aufhebung der Kontaktbeschränkungen gibt es weitere Änderungen, die für Geschäfte und Veranstaltungen gelten:

Einkaufen: In Kürze dürfen künftig wieder mehr Menschen gleichzeitig die Geschäfte betreten. Der bisher gültige Richtwert von maximal einer Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche wird auf 10 Quadratmeter gesenkt.

Veranstaltungen: Der Senat sieht einen Stufenplan vor, um wieder größere Veranstaltungen zu ermöglichen. Ab 1. August sind demnach in geschlossenen Räumen bis zu 500 Teilnehmer erlaubt, ab 1. September bis zu 750 und ab 1. Oktober bis zu 1000. Veranstaltungen im Freien dürfen ab 1. September bis zu 5000 Teilnehmer umfassen.

Momentan sind die Obergrenzen für Veranstaltungen wie kulturelle Events, Messen, Spezialmärkte, Sportveranstaltungen, geschäftliche Meetings oder gewerbliche Freizeitangebote niedriger. In geschlossenen Räumen sind nach früheren Senatsbeschlüssen aktuell bis zu 150 Teilnehmer erlaubt, ab 30. Juni sollen es bis zu 300 sein. Bei Veranstaltungen im Freien ist die Teilnehmerzahl bisher auf 500 und - so jedenfalls nach bisheriger Rechtslage - ab 30. Juni auf 1000 limitiert.

Die Obergrenzen gelten nicht für Demonstrationen oder Gottesdienste. Hier waren Beschränkungen schon vor geraumer Zeit gestrichen worden.

15 Uhr: Fluggast-Zahlen steigen trotz Corona - aber auf niedrigem Niveau

Die Passagierzahlen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld haben sich innerhalb der vergangenen sieben Tage mehr als verdoppelt, bleiben aber auf niedrigem Niveau. „Etwa 8000 Fluggäste werden aktuell täglich an beiden Flughäfen abgefertigt“, teilte die Betreibergesellschaft mit. „Der Flugverkehr steigt in den letzten Tagen erheblich, die Airlines stocken ihr Angebot deutlich auf“, stellte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup fest. „Anfang Juli wird sich das Streckenangebot noch einmal deutlich erhöhen.“

Die Zahl der täglichen Gäste werde dann regelmäßig bei weit über 10.000 liegen und in den Wochen danach weiter ansteigen, prophezeite Lütke Daldrup. Vor rund einer Woche hatte die Bundesregierung zahlreiche Reisewarnungen aufgehoben. Mehr als 50 Destinatinoen in rund 30 Ländern können seither von Berlin aus wieder angeflogen werden.

Vom Vorkrisen-Niveau ist die Hauptstadt allerdings weit entfernt. Normalerweise werden rund 100.000 Passagiere täglich in Tegel und Schönefeld abgefertigt. In der Corona-Krise war der Flugverkehr nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.

14.30 Uhr: Corona-Ausbruch in Friedrichshain - Dutzende Menschen infiziert

In einem Wohnkomplex in Friedrichshain haben sich 44 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Eine Sprecherin des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg bestätigte dies der Berliner Morgenpost. Demnach seien vom Gesundheitsamt bereits vergangene Woche Tests asymptomatischer Kontaktpersonen durchgeführt worden, hieß es. Die betroffenen Haushalte seien unter Quarantäne gestellt worden und würden vom Bezirksamt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt.

13.27 Uhr: Hilfe an über 200.000 Antragsteller gezahlt

Die Soforthilfe für Kleinstunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler ist inzwischen an knapp 212.000 Antragsteller in Berlin geflossen. Insgesamt zahlte die Investitionsbank Berlin (IBB) 1,792 Milliarden Euro aus, wie ein Sprecher am Dienstag sagte. Rund 8600 Anträge mit einem Volumen von 98 Millionen Euro seien noch in der Prüfung. Der Zuschuss soll den Betroffenen über die Corona-Krise hinweghelfen. Im Durchschnitt erhielten sie etwa 8500 Euro; rund 26 000 Anträge wurden abgelehnt.

Das Programm wurde Ende Mai geschlossen. Mehr als 14 000 Antragsteller haben nach Angaben der landeseigenen Förderbank inzwischen Geld zurückgezahlt, weil sie festgestellt hätten, dass sie darauf keinen Anspruch haben.

12.44 Uhr: Senat beschließt Bußgeld bei Verstößen gegen Maskenpflicht

Wer in Berlins Bussen und Bahnen unterwegs ist und sich nicht an die Maskenpflicht hält kann künftig mit einem Bußgeld bestraft werden. Das hat der Senat am Dienstag in seiner noch laufenden Sitzung beschlossen. Maskenverweigerer sollen mindestens 50 Euro bezahlen, wenn sie Mund und Nase nicht wie vorgeschrieben bedecken.

12.37 Uhr: Berlin schafft Kontaktbeschränkungen ab

In Berlin fallen die Kontaktbeschränkungen weg. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Bisher gilt, dass sich wegen der Corona-Pandemie maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. In Berlin dürfen zudem künftig wieder mehr Menschen gleichzeitig in die Geschäfte. Der bisher gültige Richtwert von maximal einer Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche wird auf 10 Quadratmeter gesenkt.

12.15 Uhr: Sechs Neuinfektionen in Brandenburg

In Brandenburg sind innerhalb eines Tages sechs neue Corona-Neuinfektionen gezählt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium (Stand 8 Uhr) mit. Am Montag waren es drei neue Erkrankungen gegenüber dem Vortag gewesen. Die Zahl der bestätigten mit Sars-CoV-2 Infizierten liegt damit bei insgesamt 3408.

Zehn Menschen werden derzeit im Krankenhaus behandelt und zwei von ihnen intensivmedizinisch beatmet. Als genesen von der Krankheit Covid-19 gelten etwa 3110 Menschen. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 Gestorbenen liegt unverändert bei 170.

Corona-Schwerpunkte in Brandenburg sind weiter die Landeshauptstadt Potsdam mit 644 Fällen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 566 Infizierten. Im Landkreis Prignitz und in Frankfurt (Oder) wurden mit jeweils 31 Fällen die landesweit geringsten Zahlen registriert.

10.43 Uhr: Illegale Partys - Geisel fordert harte Strafen

Angesichts illegaler Partys in Berliner Parks und Angriffen auf Polizisten hat Innensenator Andreas Geisel (SPD) harte Strafen gefordert. Das sei nötig, „damit deutlich wird, dass Regeln durchgesetzt werden und dass es nicht ohne Konsequenzen bleibt, Menschen in dieser Art und Weise anzugreifen“, sagte Geisel am Dienstag dem Radiosender RBB 88.8 mit Blick auf die Corona-Einschränkungen.

Bei den aggressiven Partymachern handele es sich vor allem um „testosterongesteuerte junge Männer, die sich versammeln und glauben, Regeln gelten nicht für sie, und sie müssten keine Rücksicht auf andere Menschen nehmen“, stellte der Senator fest. „Das ist ein höchst unsoziales Verhalten.“

Geisel betonte, man können bei denjenigen, „die Partys feiern oder Menschen angreifen, verschiedene Exempel statuieren“. Eine permanente Überwachung von 3,7 Millionen Einwohnern sei aber nicht möglich. Man müsse immer wieder an die Menschen appellieren und sie überzeugen, sich an die Regeln zu halten.

Am Wochenende hatten sich Hunderte zumeist junge Leute in der Hasenheide in Neukölln zum Trinken und Feiern getroffen.

10.38 Uhr: Füchse rechnen mit deutlich weniger Geld

Handball-Bundesligist Füchse Berlin kalkuliert in der kommenden Saison aufgrund der Corona-Krise mit einer Million Euro weniger Zuschauereinnahmen. Das sagte Geschäftsführer Bob Hanning der Berliner Zeitung. „Deswegen haben wir drei Spieler gehen lassen. Je nachdem, wann wir anfangen, kann es sein, dass wir noch einen Spieler abgeben müssen“, sagte der Manager. Derzeit ist unklar, wann die neue Spielzeit beginnen kann und ob es womöglich lediglich Spiele ohne Fans gibt.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind für die Füchse enorm. „Im Moment ist die Zielsetzung, im Oktober anzufangen mit Zuschauerkonzepten, die dann greifen, wobei wir heute noch nicht wissen, wie es in ein paar Wochen sein wird", sagte Hanning. Am Dienstag wird in der Bundesliga beraten, wie es künftig weitergehen kann.

Auch mit dem Thema Insolvenz habe sich der Club beschäftigen müssen. Dazu kommen wird es nach aktuellem Stand aber nicht, die Füchse sind überzeugt, einen Weg zu finden, um auch in Zukunft zu bestehen, betonte Hanning.

Der Manager sieht in der aktuellen Lage aber auch eine Chance. „Die Situation wird die Preise, außer bei den Topspielern, auf Dauer reduzieren. Und es wird für junge Spieler noch mehr Möglichkeiten geben, zu spielen“, sagte Hanning: „Und das ist das einzige, was mich an der Krise freut.“

9.06 Uhr: Zoo und Tierpark öffnen an acht Abenden für Besucher

Zoo und Tierpark Berlin öffnen in der Corona-Krise an acht Abenden für die Besucher. Bis 21 Uhr kann man dann die Tiere im Abendlicht und während des Sonnenuntergangs sehen. Hier geht es zu den Details.

8.40 Uhr: Razzia nach Betrugsverdacht in Berlin

Nach Informationen der Berliner Morgenpost durchsuchen Einsatzkräfte der Berliner Polizei seit 7 Uhr morgens drei Objekte in Berlin. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, geht es um den Verdacht auf Subventionsbetrug in Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen. Insgesamt seien 250 Kräfte im Einsatz, unter anderem an der Colditzstraße in Tempelhof.

Der Tatverdacht richte sich gegen zwei Männer aus der islamistischen Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Dienstagmorgen per Twitter mit. Auch eine Moschee sei durchsucht worden.

+++ Montag, 22. Juni 2020 +++

21.46 Uhr: Müller warnt vor Leichtsinn in der Corona-Krise

Unmittelbar vor den erwarteten Senatsbeschlüssen über weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) davor gewarnt, das Erreichte zu verspielen. Die jüngsten Krankheitsausbrüche zeigten die Tücke des Virus, sagte er am Montagabend in einer Ansprache im RBB-Fernsehen. Bereits in den vorangegangenen Tagen hatte Müller in ganzseitigen Zeitungsanzeigen die Einhaltung der Corona-Vorschriften angemahnt.

So blieben gerade während der Sommermonate die Hygiene- und Abstandsregeln wichtig, betonte der Regierungschef. Besonders wichtig bleibe auch das Maskentragen in Bussen und Bahnen. „Es ist nach wie vor nicht die Zeit für sorgloses Feiern in großen Gruppen.“ Ausdrücklich dankte Müller im Fernsehen „zahllosen Menschen“, die in der Krise Außergewöhnliches geleistet hätten. Die Berliner hätten einmal mehr Solidarität und Kreativität gezeigt. „Ich habe keinen Zweifel, dass wir diese Krise gemeinsam meistern.“

20.55 Uhr: Tests nach Corona-Ausbruch in Neukölln abgeschlossen

Die Zahl der Corona-Infektionen in den unter Quarantäne gestellten Wohnblöcken in Berlin-Neukölln ist nochmals leicht gestiegen. Mittlerweile wurden die Testungen abgeschlossen, wie das Bezirksamt am frühen Abend mitteilte. Mit Stand Montag (16 Uhr) gab es 98 laborbestätigte positive Testergebnisse. Das waren 4 mehr als am Freitag. Die Zahlen könnten allerdings erneut steigen - erst am Dienstag sollen die Ergebnisse aller Tests vorliegen.

Insgesamt wurden 604 Tests durchgeführt. Neukölln hat knapp 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne gestellt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. Unter den Infizierten sind demnach 41 Kinder und Jugendliche.

Aufgefallen war der Ausbruch am 5. Juni nach Infektionen bei Schulkindern, die zwar verschiedene Schulen besuchten, aber die gleichen Adressen hatten. Das „Ausbruchsgeschehen