Corona-Pandemie

Spandauer Gymnasium schließt wegen Corona-Fällen

Am Kant-Gymnasium in Spandau gibt es erneut Corona-Fälle. Auch in Neukölln nimmt die Zahl der Infizierten zu.

369 Haushalte nach Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln unter Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch im Berliner Bezirk Neukölln sind 369 Haushalte unter Quarantäne gestellt worden. Bislang wurden in dem Zusammenhang 57 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, wie ein Sprecher von Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sagte. Der Bezirk rechnet mit steigenden Zahlen.

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Berlin.  An einer Spandauer Schule hat es erneut bestätigte Covid-19-Fälle gegeben. Dieses Mal ist das Kant-Gymnasium betroffen, wie die Schule auf ihrer Internetseite mitteilte. Demnach mussten sich Kontaktpersonen aus den Schülergruppen einer siebten, einer zehnten Klasse sowie aus dem 2. Semester (elfter Jahrgang) in Quarantäne begeben. Neben den Schülern betreffe das rund 20 Lehrkräfte, sodass in dieser Woche kein Unterricht mehr stattfinden könne. Die Zeugnisübergabe soll in der kommenden Woche von Montag bis Mittwoch aber wie geplant durchgeführt werden, heißt es.

Wie das Gesundheitsamt Spandau mitteilt, haben sich drei Geschwisterkinder aus den drei verschiedenen Klassen mit dem Coronavirus infiziert. Am Dienstag sei die Quarantäne für die Schüler und Lehrkräfte der betroffenen Klassen angeordnet worden. Insgesamt seien dabei 73 Jugendliche und Lehrer als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingestuft worden, bei denen also ein höheres Infektionsrisiko besteht. Bis wann die Quarantäne gilt, sei unterschiedlich, abhängig vom letzten Kontakt mit positiv getesteten Schülern, erklärt das Gesundheitsamt. Gesagt wird aber auch: Eine Schulschließung nach Infektionsschutzgesetz habe es nicht gegeben, weil nicht zu allen Lehrkräften Kontakt bestand. Die Entscheidung, dass in dieser Woche kein Unterricht mehr stattfinde, habe die Schulaufsicht getroffen.

Erst Anfang der vergangenen Wochen hatte es in Spandau Corona-Fälle an der Christoph-Földerich-Grundschule gegeben; fünf Schüler hatten sich infiziert. Die Infektionsübertragung hatte aber nicht in der Grundschule, sondern in den Familien stattgefunden, hieß es damals aus dem Gesundheitsamt. Weil viele Schüler und Lehrer keinen Kontakt zu den betroffenen Kindern hatten, blieb die Schule geöffnet. Einen Zusammenhang zwischen den Fällen an den beiden Schulen soll es laut Gesundheitsamt nach jetzigem Informationsstand nicht geben, ebenso wenig hätten die neuen Infektionen etwas mit den Corona-Fällen in Neukölln zu tun.

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Corona in Neukölln: Bezirksamt will wohl keinen Wachschutz einsetzen

Die neuesten Zahlen aus Neukölln verheißen indes nichts Gutes: Mittlerweile gibt es laut Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) 70 bestätigte Corona-Infektionen in den seit dem Wochenende unter Quarantäne stehenden 369 Haushalten. Tags zuvor waren es noch 57 gewesen. Der Corona-Ausbruch an sieben Standorten in Neukölln stellt das Bezirksamt auf eine harte Probe. Der Medienrummel ist enorm. Sogar aus dem Ausland kämen Anfragen, berichtet Hikels Pressesprecher Christian Berg. An allen Stellen muss koordiniert werden. Mittendrin Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU). Er postet regelmäßig Einblicke via Facebook. Dort schreibt er: „Es gibt zu Recht ein großes Interesse an der Lage. Unser Neukölln ist der Prüfstein dafür, wie so ein Infektionsgeschehen unter Kontrolle gebracht werden kann. Keiner von uns hat sich das ausgesucht, aber wir nehmen die Aufgabe an.“

Dass viele der Betroffenen in beengten, prekären Verhältnissen leben und zum Teil kaum Deutsch sprechen, macht die Lage so schwierig, vor allem im derzeitigen Hotspot an der Harzer Straße. Es habe dort bereits Hinweise auf Quarantäne-Brecher gegeben, bestätigte der Stadtrat auf Anfrage der Morgenpost. Final ist es noch nicht, aber er plane jetzt, Sozialarbeiter vor Ort in einer Räumlichkeit zu stationieren, „damit wir da eine Präsenz haben,“ so Liecke. Einen eigenen Wachschutz wird der Bezirk aber trotz der angespannten Lage eher nicht an den Hauseingängen installieren. Liecke erklärte: „Da hätten wir auch gar keine Eingriffsrechte.“ Anders wäre dies, wenn der Hausverwalter, der das Hausrecht hat, einen Wachschutz einsetzen würde. Dieser könnte zwar niemanden am Verlassen des Hauses hindern. Wohl aber dafür sorgen, dass kein Fremder es betritt. Dazu werde es bald Gespräche geben, sagte Liecke.