Verschwörungstheorien

Antisemitismus: Staatsschutz ermittelt gegen Attila Hildmann

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Attila Hildmann bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen Ende Mai.

Attila Hildmann bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen Ende Mai.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Der Staatsschutz in Brandenburg ermittelt gegen Attila Hildmann. Der Koch verbreitete zuletzt antisemitische Verschwörungstheorien.

Berlin. Der Staatsschutz der Brandenburger Polizei ermittelt gegen den Koch und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann. Das bestätigte die Behörde am Freitagvormittag auf Twitter. Hildmann hatte zuletzt in seiner Telegram-Gruppe wiederholt antisemitische Theorien verbreitet. Mehrere Hinweise aus der Bevölkerung seien dazu eingegangen, schreibt die Polizei.

Hildmann behauptete etwa, dass eine angebliche jüdische Elite die Menschheit unterjochen wolle und hinter der Corona-Krise stecke. Sie habe das Ziel, „die deutsche Rasse“ zu vernichten, was Adolf Hitler seinerzeit zu verhindern suchte. Der Diktator ist laut Hildmann im Vergleich zu Bundeskanzlerin Angela Merkel „ein Segen“ gewesen. Letztere sei ebenfalls Jüdin und von einem vermeintlichen „Judenstamm“ installiert worden, um Deutschland zu schaden.

Hildmann ist eigentlich Berliner, lebt aber in Brandenburg, weshalb die dortigen Behörden nun ermitteln. Seit einigen Wochen verbreitet der Vegan-Koch krude Thesen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die Politik der Bundesregierung nannte er wiederholt faschistisch. Er warnt vor Zwangsimpfungen und die Kontrolle der Bürger durch implantierte Mikrochips. Ferner hängt er Reichsbürger-Thesen nach, demnach Deutschland kein souveräner Staat, sondern seit 1945 ein besetztes Land und eine GmbH ist. Seine Telegram-Gruppe hat fast 64.000 Mitglieder.

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp mahnt Hildmann ab

Mehreren Medienberichten zufolge hat SAP-Mitgründer Dietmar Hopp Hildmann abgemahnt, nachdem er von dem Koch beleidigt und in die Nähe von Kinderschändern und Satanisten gerückt wurde. Das Unternehmen war maßgeblich an der Entwicklung der Corona-Warnapp beteiligt. Hopp hält auch Anteile am Biopharma-Konzern Curevac, das einen Corona-Impfstoff entwickelt.

Im Mai erfuhr Hildmann große Aufmerksamkeit, weil er wiederholt in Berlin gegen die Corona-Politik demonstrierte. Als Proteste nur mit 50 und 100 Teilnehmern erlaubt waren, kamen in Teilen mehrere Hundert zu seinen Kundgebungen. Hildmann wurde auch einmal von der Polizei vor dem Reichstag festgenommen. Seit es in Berlin für Demonstrationen im öffentlichen Raum keine Obergrenze mehr gibt, ist der Zustrom abgerissen. Hildmann, der zuletzt ankündigte, deutscher Staatschef werden zu wollen, erklärte nun, notfalls auch allein zu demonstrieren.

Der Koch verdient sein Geld unter anderem mit veganen Produkten. Sämtliche Supermärkte haben allerdings nach den Entgleisungen die Geschäftsbeziehung zu dem 39-Jährigen aufgelöst. Neben der Verbreitung seiner Verschwörungstheorien ruft Hildmann seine Anhänger daher auch immer wieder auf, seine Waren direkt zu kaufen.