Spandau

Corona: Lehrer in Spandau infiziert - Schule geschlossen

Zwei Lehrkräfte an Grundschulen in Spandau sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Spandaus Bürgermeister Kleebank warnt.

Foto: pa

Berlin. An zwei Grundschulen in Spandau ist jeweils ein Lehrer positiv auf Corona getestet worden: in der „Grundschule am Weinmeisterhorn“ und in der „Grundschule am Birkenhain“. Zwar hat die Lehrkraft in der „Grundschule am Weinmeisterhorn“ einen „symptomfreien Krankheitsverlauf“, wie der Bezirksstadtrat für Gesundheit, Frank Bewig (CDU), betonte. Doch bestand in den letzten 14 Tagen Kontakt zu allen 37 übrigen Lehrern im Kollegium. „Aus diesem Grund hat sich das Gesundheitsamt für die Schulschließung entschieden“, so Bewig. Die Quarantäne gelte bis zum 21. Mai 2020 und betreffe auch das restliche pädagogische Personal, Sekretärin und Hausmeister sowie acht Schüler, ergänzte Martin Klesmann, Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung. Die Notbetreuung finde aber weiterhin statt.

In der „Grundschule am Birkenhain“ zeigte die infizierte Lehrkraft dagegen Krankheitssymptome „und konnte ein genaues Datum mitteilen, ab wann die Symptome bei ihr aufgetreten sind“, heißt es aus Spandau. Nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts werden dann alle Personen ermittelt, die in den 48 Stunden vor Ausbruch direkten Kontakt mit der infizierten Person hatten. Das seien nur „vier Lehrkräfte und vier Kinder gewesen“, die laut Senatsverwaltung für Bildung daraufhin in Quarantäne geschickt wurden. Eine Schulschließung sei nicht notwendig gewesen.

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Corona an Berliner Schulen: "Es fehlen klare Abläufe und Regeln"

„Die Betroffenen beider Grundschulen werden im Laufe des morgigen Vormittags alle abgestrichen werden“, betonte Bezirksstadtrat Bewig. Auch der Bezirkselternsprecher Spandaus, Thorsten Hartje, bestätigte, dass die Testbereitschaft im Bezirk groß sei. „Das ist wichtig, um die Angst zu nehmen“, sagte Hartje. „Lieber einen Test mehr machen als zu wenige.“

Aus Sicht des Spandauer Bezirksbürgermeisters und Schulstadtrates, Helmut Kleebank (SPD), hat das Gesundheitsamt die beiden Corona-Infektionsfälle von den Spandauer Lehrern angemessen geregelt. „Das ist beherrschbar“, sagte Kleebank der Berliner Morgenpost. Trotzdem macht er sich grundsätzlich Sorgen – was geschehe, wenn der Herbst kommt und die Erkältungssymptome zunähmen? „Es fehlen klare Abläufe und Verfahrensregeln“, warnte der Bürgermeister. „Was mache ich, wenn ein Schüler hustet“, fragt Kleebank. „Lasse ich ihn auf Corona testen und setze die ganze Klasse bis zu einem Ergebnis in Quarantäne?“

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Corona-Fälle in Brandenburg an zwei Kitas und an einer Grundschule

Auch in Brandenburg wurden die ersten Coronafälle im pädagogischen Bereich gemeldet: Offenbar sind zwei Kitas und eine Grundschule in Brandenburg vom Coronavirus betroffen, meldete der Rundfunk Berlin-Brandenburg. So wurde eine Fünftklässlerin in Damsdorf am Wochenende positiv auf das Virus getestet, wie eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark bestätigte. Nun müssen die gesamte Klasse und die Lehrer in Quarantäne.

Vielen Schülern fehlt aufgrund von Schulschließung und reduziertem Unterricht inzwischen wichtiger Lernstoff. Deshalb plant der Senatsverwaltung für Bildung eine „Sommerschule 2020“, um Wissenslücken zu schließen. Auf freiwilliger Basis wird eine Art Unterricht in den Sommer- und Herbstferien angeboten, um das Versäumte dann aufzuholen, aber nicht für alle Schüler, sondern nur für die, die „in Armut aufwachsen“ – festgemacht daran, ob sie Anspruchsberechtigte nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz sind.

Die „Sommerschule“ wird es nur für bestimmte Jahrgänge geben. In der Grundschule sind es die ersten und zweiten Klassen, in den weiterführenden Schulen die Klassen sieben bis neun. Als „Förderkräfte“ will man pensionierte Lehrer und Lehramtsstudenten nutzen. Paul Fresdorf, Bildungsexperte der FDP, begrüßte die Initiative. Er bedauert aber, dass es sich nur an „arme Kinder“ richte, anstatt nach konkretem Förderbedarf zu schauen. „Ideologie hat in Bildung nichts zu suchen“, sagte er.

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