Corona-Pandemie

Paula-Fürst-Schule wegen Corona geschlossen

In der Charlottenburger Paula-Fürst-Schule wurden 40 Schüler und 20 Lehrer auf Corona getestet. Acht haben sich infiziert.

Die Paula-Fürst-Schule in der Sybelstraße in Charlottenburg.

Die Paula-Fürst-Schule in der Sybelstraße in Charlottenburg.

Foto: Maurizio Gambarini/Funke Fotoservices

Berlin. Die Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule in Charlottenburg muss wegen Corona-Ausbrüchen komplett geschlossen werden – ab sofort. „Das ging alles sehr schnell – als am Freitag gegen Abend die Nachricht mit den positiven Corona-Testergebnissen bekannt wurde, kam gleich die Anordnung hinterher, dass die Einrichtung sofort geschlossen werden muss“, heißt es aus dem Umfeld der Paula-Fürst-Schule. Detlef Wagner (CDU), Gesundheitsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, bestätigte die Schließung gegenüber der Berliner Morgenpost.

Demnach seien bereits am vergangenen Dienstag rund 40 Schülerinnen und Schüler sowie 20 Lehrkräfte auf das Coronavirus getestet worden. Kurz zuvor hatte sich herausgestellt, dass eine Schülerin aus der Grundstufe in ihrem privaten Umfeld einen Risikokontakt zu einer infizierten Person hatte. Um weitere mögliche Infektionsketten zu unterbinden, wurden daraufhin alle Kontaktpersonen nach der Testung vom Gesundheitsamt sofort nach Hause geschickt und unter häusliche Quarantäne gestellt.

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Corona-Krise in Berlin: Ab Montag werden weitere Schüler und Lehrer getestet

Am Freitagabend kam das befürchtete Ergebnis: Insgesamt fünf Schüler, zwei Lehrer und eine weitere Person der Schule haben sich den Tests zufolge mit dem Coronavirus infiziert. Da das Risiko zu hoch und die Ausbreitung nicht mehr kontrollierbar waren, musste die Schule auf Anordnung des Gesundheitsamts schließen. „Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen ist in dem Fall sehr undurchsichtig“, sagt Wagner.

Von Montag an sollen weitere Schüler und Lehrer der Gemeinschaftsschule getestet werden. Eine Testung aller Schüler und Mitarbeiter der Schule sei jedoch nicht vorgesehen, so Wagner. „Wir testen nur in die Kontaktbereiche hinein, also alle erweiterten Kontakte der Infizierten. Wir können auch nicht alle Personen der Schule unter Quarantäne stellen.“ Konkrete Zahlen, wie viele Menschen getestet werden sollen, gebe es noch nicht: „In jedem Fall lieber zu viel als zu wenig.“

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Gesundheitsstadtrat: Maßnahmen wurden zu früh gelockert

Dass damit bereits zum wiederholten Mal Corona-Fälle in einer Schule ausgebrochen sind, ist dem Gesundheitsstadtrat zufolge darauf zurückzuführen, dass die Maßnahmen zu früh gelockert wurden.

„In den letzten Tagen sind die Zahlen der Corona-Infizierten wieder deutlich gestiegen, und solange es in Deutschland noch Infizierte gibt, werden sich auch weitere Menschen mit dem Virus anstecken“, sagt Wagner. „Deshalb halte ich die Aufhebung der Abstandsregelungen an den Schulen für nicht sinnvoll.“ Das Thema Corona werde die Schulen auch im kommenden Jahr weiter beschäftigen, ist er sich sicher.

Die Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule soll nun zunächst bis zum Beginn der Sommerferien am kommenden Donnerstag geschlossen bleiben. Die Ferienbetreuung soll aber, so Bildungsstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD), planmäßig stattfinden.

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Allein in Charlottenburg sind fünf Schulen betroffen

Wie der Schulbetrieb dann nach den Ferien weitergehe, ist allerdings noch unklar. „Wir müssen schauen, wie sich die Situation bis dahin entwickelt und sind davon abhängig, was das Gesundheitsamt sagt.“

Allein in Charlottenburg sind mittlerweile fünf Schulen von Corona-Infektionen betroffen. Dazu gehört auch das Charlotte-Wolff-Kolleg, das ebenfalls nach Angaben am Freitag schließen musste, sagte Schmitt-Schmelz. Auch am Schiller-Gymnasium, Otto-von-Guericke-Oberschule und an der Erwin-von-Witzleben-Grundschule gab es vereinzelt Corona-Fälle, so die Bildungsstadträtin. Allerdings seien nach Testungen keine weiteren Infektionsketten zu erkennen gewesen, sodass diese Schulen nicht schließen mussten.

In der vergangenen Woche gab es Corona-Fälle an Schulen auch in Spandau, Mitte und Neukölln. Dazu gehört das Kant-Gymnasium, das ebenfalls den Unterricht einstellte, nachdem sich drei Geschwisterkinder aus verschiedenen Klassen mit dem Coronavirus infiziert hatten. Allerdings hätte die Schule nicht auf Anordnung des Gesundheitsamtes schließen müssen, sondern die eigene Schulaufsicht traf die Entscheidung.

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Senatsbildungsverwaltung will trotzdem zum Regelbetrieb zurückkehren

Trotz der mittlerweile vermehrten Corona-Ausbrüche an Berliner Schulen will die Senatsverwaltung für Bildung weiter an ihrem Plan festhalten und nach den bevorstehenden Sommerferien wieder zum Regelbetrieb zurückkehren.

„Bisher sind nur vereinzelt Corona-Infektionen an den Schulen bekannt, so wie in anderen Einrichtungen auch“, sagte Martin Klesmann, Sprecher der Bildungsverwaltung, der Berliner Morgenpost. „Für die Schulöffnung haben wir einen detaillierten Hygieneplan erarbeitet, unter dessen Bedingungen weitere Ausbreitungen gering gehalten werden sollen.“

Falls sich die Lage jedoch weiter verschärfen sollte und eine reguläre Schulöffnung wegen des Infektionsrisikos nicht zu verantworten sei, könne man immer noch auf Plan B zurückgreifen – eine Mischung aus Präsenz- und digitaler Lehre. Es bleibe wohl nichts anderes übrig, als abzuwarten.