Corona-Newsblog

Donald Trump: „Es wird wahrscheinlich schlimmer werden“

| Lesedauer: 92 Minuten
Sinneswandel bei Trump: Tragen von Masken "patriotisch"

Sinneswandel bei Trump- Tragen von Masken patriotisch

US-Präsident Donald Trump hat das Tragen von Masken als "patriotisch" bezeichnet, nachdem er sich monatelang vom Mund- und Nasenschutz als Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie distanziert hatte.

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Donald Trump nimmt das Coronavirus nun doch ernst und fordert die Bürger auf, Masken zu tragen, um sich vor Infektionen zu schützen.

Berlin. Die wichtigsten Nachrichten zur Corona-Krise:

  • US-Präsident Donald Trump nimmt Coronavirus nun doch ernst und rät zum Tragen von Masken
  • Die Corona-Krise droht die Probleme mit Kinderarmut in Deutschland weiter zu verstärken
  • In Israel und Australien hat die Ausbreitung des Coronavirus einen neuen Höchststand erreicht
  • Österreich weitet die Pflicht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen wieder aus
  • Millionen Arbeitslosen in den USA droht im August Absturz in Armut
  • Die EU-Staaten haben sich beim EU-Gipfel in Brüssel auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt
  • In Deutschland gab es unseren Recherchen zufolge bislang mehr als 202.000 registrierte Corona-Infektionen und rund 9100 Todesfälle
  • Weltweit sind fast 15 Millionen Corona-Infektionen registriert worden, mehr als 615.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19 – davon allein mehr als 140.000 in den USA

Donald Trump überrascht mit Aussagen zum Coronavirus

Donald Trump gab am Dienstag zum ersten Mal nach längerer Pause wieder eine Pressekonferenz zum Coronavirus. Der US-Präsident zeigte sich dabei von einer neuen, pessimistischeren Seite: „Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird“, sagte Trump. Bisher hatte er das Virus stets heruntergespielt.

Die Corona-Krise droht die Probleme mit Kinderarmut weiter zu verschärfen. Eltern benachteiligter Kinder und Jugendlicher arbeiteten häufig in Teilzeitarbeit oder als Minijobber und seien in der Pandemie-Zeit von Einkommenseinbußen überdurchschnittlich stark betroffen, heißt es in einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung. Problemverschärfend wirke demnach auch der Unterricht zu Hause.

Alle aktuellen RKI-Fallzahlen lesen Sie hier: RKI meldet neue Fallzahlen – Reproduktionswert steigt wieder

Mittwoch, 22. Juli: Coronavirus erreicht neuen Höchststand in Australien und Israel

13.29 Uhr: Wir beenden diesen Newsticker. Alle weiteren Nachrichten rund um das Coronavirus lesen Sie hier in unserem neuen Corona-Newsblog.

12.13 Uhr: Weil er sie mehrmals auf die Maskenpflicht hinwies, verprügelten zwei Männer einen Busfahrer in Oldenburg. Die Täter flohen unerkannt. Lesen Sie hier: Busfahrer nach Hinweis auf Maskenpflicht verprügelt

10.45 Uhr: Die Fluggesellschaften dringen auf eine Wiederaufnahme des transatlantischen Flugverkehrs. So haben die Chefs der Lufthansa und weiterer großer Fluggesellschaften die US-Regierung und die EU-Kommission in einem gemeinsamen Brief aufgefordert, wieder Flüge zwischen den USA und Europa zu ermöglichen.

Vorgeschlagen wird in dem Schreiben ein koordiniertes, gemeinsames Corona-Testprogramm. Auf Quarantänevorgaben oder Einreise-Beschränkungen soll aber verzichtet werden. Das Programm solle für Sicherheit sorgen und das Vertrauen in den transatlantischen Flugverkehr wiederherstellen, heißt es in dem Brief an US-Vizepräsident Mike Pence und EU-Innenkommissarin Ylva Johansson.

Dafür müssten Regierungen, Wirtschaft und Bürger der betroffenen Länder zusammenarbeiten. Unterzeichner sind neben Lufthansa-Chef Carsten Spohr auch die Vorstandsvorsitzenden der US-Unternehmen United und American Airlines sowie der IAG-Gruppe, zu der British Airways und Iberia gehören.

10.40 Uhr: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor. Das israelische Gesundheitsministerium teilte mit, gestern seien mehr als 1970 Fälle gemeldet worden. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag gilt in dem Land als Marke für noch schärfere Einschränkungen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bereits, es werde alles unternommen, um einen generellen Lockdown zu verhindern. Aber: „Es bleiben nicht viele Möglichkeiten, es ist keine normale Situation.“ Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in dem Land noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai immer weiter in die Höhe.

8.32 Uhr: In Israel wurden bei Protesten gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem 34 Menschen vorläufig festgenommen. Den Demonstranten wurden Störungen der öffentlichen Ordnung vorgeworfen, wie die Polizei mitteilte.

Medienberichten zufolge hatten am Dienstagabend Tausende Menschen nahe der offiziellen Residenz Netanjahus unter anderem gegen dessen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie demonstriert. Einige von ihnen setzten am Mittwochmorgen ihren Protest fort und blockierten nach Angaben der Polizei Straßen in der Stadt.

Der Ministerpräsident steht derzeit wegen seines Handelns in der Corona-Krise massiv in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. Die Infektionszahlen waren zuletzt stark gestiegen. Die Krise macht der Wirtschaft des Mittelmeerlandes schwer zu schaffen, die Arbeitslosigkeit liegt bei mehr als 20 Prozent.

6.12 Uhr: In Australien hat die Ausbreitung des Coronavirus einen Rekordstand erreicht. Nach Angaben der Behörden vom Mittwoch wurden 501 neue Infektionen binnen eines Tages verzeichnet. Das ist die höchste Zahl von festgestellten täglichen Neuansteckungen, seit sich das Virus nach Australien ausbreitete. Der vorherige Höchststand war am 28. März mit 459 Neuinfektionen erreicht worden.

Die große Mehrheit der neuen Fälle konzentriert sich im Bundesstaat Victoria. Der Bundesstaat mit seiner Millionenmetropole Melbourne ist weitgehend vom Rest des Landes abgeriegelt. In der Nacht zum Donnerstag tritt in Melbourne eine allgemeine Maskenpflicht in Kraft. Melbourne ist die erste australische Stadt, die eine Maskenpflicht einführt.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Coronavirus-Infektionen in Australien liegt inzwischen bei knapp 13.000. Bis Mittwoch wurden im Land 128 Todesopfer der Pandemie gezählt.

5.10 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 454 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9095 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 5 im Vergleich zum Vortag. 188.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,04.

Südamerika: Dramatische Entwicklungen der Corona-Pandemie in Bolivien

3.49 Uhr: In Bolivien nimmt die Corona-Pandemie immer dramatischere Ausmaße an. Hunderte Leichname von Corona-Opfern wurden zuletzt landesweit in Straßen geborgen und aus Wohnungen geholt, wie die Polizei des südamerikanischen Landes am Dienstag mitteilte. Nach Angaben des nationalen Büros für Epidemiologie breitet sich vor allem in den Gebieten der Großstädte La Paz und Cochabamba das Coronavirus derzeit rasant aus.

Insgesamt seien in den vergangenen fünf Tagen in verschiedenen Städten insgesamt mehr als 400 Leichen von Straßen sowie aus Häusern und Wohnungen abtransportiert worden, sagte der Chef der Polizeibehörde FELCC, Iván Rojas. In 85 Prozent dieser Fälle sei der Coronavirus bei den Toten festgestellt worden oder hätten diese Menschen an Symptomen der Infektion gelitten.

Die offizielle Zahl der Corona-Toten in dem südamerikanischen Land liegt inzwischen bei 2200. Rund 60.000 Ansteckungsfälle wurden verzeichnet. Auch Übergangspräsidentin Jeanine Áñez und fünf Minister haben sich mit dem Coronavirus angesteckt.

3.17 Uhr: Die Corona-Krise droht die Probleme mit Kinderarmut weiter zu verschärfen. Eltern benachteiligter Kinder und Jugendlicher arbeiteten häufig in Teilzeitarbeit oder als Minijobber und seien in der Pandemie-Zeit von Jobverlusten oder Einkommenseinbußen überdurchschnittlich stark betroffen, heißt es in einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung.

Problemverschärfend wirkt demnach auch das in der Zeit des Lockdown eingeführte Homeschooling, also der Unterricht zuhause. Kinder aus armen Verhältnissen verfügten oft nicht über die dafür notwendige technische Ausstattung und hätten vielfach auch keine Rückzugsräume für ungestörtes Lernen.

Die meisten von Armut betroffenen Kinder hätten kaum Aussicht auf Besserung ihrer Situation. Derzeit seien 21,3 Prozent oder 2,8 Millionen der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Armut betroffen, heißt es in der Analyse. Für etwa zwei Drittel von ihnen gelte dies dauerhaft, also für mindestens fünf Jahre durchgehend oder wiederkehrend. Besonders stark betroffen seien Haushalte von Alleinerziehenden sowie Haushalte mit drei oder mehr Kindern.

Corona in den USA: Donald Trump rät nun doch zum Tragen einer Maske

00.56 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat vor einer weiteren Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten gewarnt. „Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird“, sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Gegenwärtig sei die Lage vor allem im Süden und Westen des Landes problematisch, aber das Virus „könnte sich weiter ausbreiten“, warnte Trump.

Die Äußerung des Präsidenten markierte für Trump einen neuen Tonfall: Zuletzt hatte er die Zuspitzung der Lage in Teilen des Landes eher als örtlich begrenztes Problem heruntergespielt und auf eine rasche Wiederöffnung von Wirtschaft und Schulen gedrängt. Die Regierung helfe den betroffenen Bundesstaaten, sagte er. Das Ziel sei es, die Pandemie nicht nur einzudämmen, „sondern sie loszuwerden“, sagte er.

Außerdem forderte der US-Präsident die Menschen in den USA erstmals zum Tragen von Masken auf. Die US-Bürger sollten auf einen Mund-Nasen-Schutz zurückgreifen, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, sagte Trump. „Ob Sie die Maske mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung“, betonte er.

Die dramatische Entwicklung in den USA bei den Corona-Infektionen setzt Trump zusehends unter Druck. Weniger als vier Monate vor der Präsidentschaftswahl liegt sein demokratischer Herausforderer Joe Biden in den Umfragen deutlich in Führung.

00.54 Uhr: Der legendäre Ironman auf Hawaii findet wegen der Corona-Krise nun doch nicht im Februar 2021 statt und ist endgültig abgesagt worden. Die Weltmeisterschaft im Triathlon, Schwimmen, Radfahren und Laufen war ursprünglich für den 10. Oktober angesetzt, im Mai wegen der Pandemie dann aber auf Februar verschoben worden. 2021 sollte es deswegen erstmals seit 1982 wieder zwei Weltmeister in einem Jahr geben. Seit 2014 haben nur deutsche Sportler die Ironman-WM gewonnen.

Dienstag, 21. Juli: Millionen Arbeitslosen in den USA droht im August Absturz in Armut

23.44 Uhr: Der Pharmakonzern AstraZeneca plant, bis Ende des Jahres einen Coronavirus-Impfstoff auf den Markt zu bringen. Dieser soll weltweit „zum Selbstkostenpreis“ erhältlich sein, wie der Chef des Unternehmens, Pascal Soriot, am Dienstag dem französischen Radiosender RTL sagte. Eine Einheit soll demnach für 2,50 Euro verkauft werden. „Unser Ziel ist es, den Impfstoff allen Menschen zugänglich zu machen“, sagte Soriot.

Erst am Montag hatte eine Studie im Fachmagazin „The Lancet“ große Hoffnungen in den gemeinsam von AstraZeneca und der britischen Universität Oxford entwickelten Impfstoff geweckt. Der Stoff erwies sich in den ersten beiden Testreihen als für die Probanden gut verträglich und sorgte für die Bildung von Antikörpern sowie für eine Immunisierung gegen die Lungenkrankheit Covid-19.

Die Ergebnisse einer dritten Testphase werden im Herbst erwartet. Ist diese erfolgreich, kann der Stoff danach massenweise produziert und verabreicht werden.

22.15 Uhr: Die Berliner Waldbühne öffnet nach monatelanger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie im September wieder für Konzerte. Zum Auftakt am 4. September kommt Schlagerstar Roland Kaiser in die Freilichtarena, einen Tag später folgt Rapper Sido. Für die Auftritte sei entsprechend den Hygiene-Regelungen nur eine begrenzte Publikumskapazität zulässig, teilte der Veranstalter Semmel Concerts mit. Nur 5000 der rund 22.000 Plätze dürften besetzt werden – mit gebührendem Abstand untereinander.

Im Gespräch sei eine Konzertreihe mit insgesamt acht bis zehn Shows, es liefen dazu die Gespräche mit den Künstlern. In Zusammenarbeit von Betreiber, Veranstalter und Sicherheitsdienst werde nun ein auf die Waldbühne zugeschnittenes Hygienekonzept erarbeitet.

20.08 Uhr: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, hat das Krisenmanagement der Regierung von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie gegen Kritik verteidigt. „Der Präsident hat drei bis vier Millionen Menschenleben gerettet“, sagte McEnany am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Das Weiße Haus habe stets deutlich gemacht, dass die Wiedereröffnung des Landes lokale Ausbrüche nach sich ziehen werde, „dass wir Glutherde und manchmal Feuer sehen werden“, sagte McEnany. Es werde viel zu wenig darüber gesprochen, welche negativen Auswirkungen die Eindämmungsmaßnahmen nach sich gezogen hätten. McEnany nannte keine Grundlage für die von ihr genannte Zahl der angeblich geretteten Leben.

EU-Haushalt: Deutschland zahlt künftig zehn Milliarden mehr im Jahr

18.45 Uhr: Deutschland wird künftig etwa zehn Milliarden Euro im Jahr zusätzlich in den EU-Haushalt zahlen. Die Höhe der jährlichen Überweisungen werde damit bei etwa 40 Milliarden Euro brutto liegen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin.

17.41 Uhr: Die Corona-Pandemie hat tiefe Kerben in die Restaurant- und Kneipenlandschaft Spaniens geschlagen. Nach Angaben des spanischen Gastronomieverbandes vom Dienstag mussten wegen ausbleibender Gäste während der Krise landesweit rund 40.000 Bars, Restaurants und Hotels dauerhaft schließen. Das entspricht etwa 13 Prozent der gastronomischen Betriebe Spaniens. Bis Ende des Jahres rechnet der Verband damit, dass die Zahl der geschlossenen Betriebe auf 65.000 ansteigt.

Auf den Balearen-Inseln, darunter das bei Deutschen beliebte Urlaubsziel Mallorca, habe auch nach dem Ende der Grenzschließungen in der Europäischen Union weniger als die Hälfte der Bars und Restaurants wieder geöffnet, erklärte der Verband. In den Großstädten des Landes leidet die Branche demnach auch unter ausbleibenden einheimischen Gästen, die sich stattdessen wegen des verbreiteten Homeoffice daheim versorgen. Die Hotel- und Gastrobranche ist ein zentraler Sektor der spanischen Wirtschaft.

Maskenpflicht: Österreich weitet Maßnahmen wieder aus

17.19 Uhr: Nach ausgelassenen Partys von zumeist jungen Leuten auf der italienischen Urlaubsinsel Capri hat der dortige Bürgermeister am Dienstag eine Maskenpflicht für Wochenenden erlassen. Damit will Marino Lembo auf seiner Insel im Golf von Neapel mögliche Corona-Risiken abwenden. Freitags, samstags und sonntags gilt nun ab 18 Uhr bis um 4 Uhr am nächsten Morgen die Vorschrift, auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – und zwar gerade auf den mehr als 20 bei Party-Fans sehr beliebten Straßen und Plätzen.

Capri hatte bisher kaum Corona-Fälle zu vermelden. Mit dem Beginn der Urlaubssaison möchte Lembo, wie er in Medieninterviews sagte, dass die Lage so ruhig bleibt. Nach Bildern von ausgelassenen Menschen, die ohne Corona-Schutz und ohne Abstände im Freien stehen und trinken, war er alarmiert. Der Erlass gilt, als Warnung, zunächst bis Ende Juli – Verlängerung möglich.

16.30 Uhr: Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien.

Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. „Es beginnt wieder ein bisschen zu brodeln“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Das Tragen der Maske habe auch einen symbolischen Effekt, meinte Kurz. „Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit.“ Er kündigte auch schärfere Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien an. Viele neue Corona-Fällen seien in jüngster Zeit von Reisenden eingeschleppt worden, die aus Ländern des Balkans zurückkehrten, sagte der Regierungschef.

15.50 Uhr: In den USA blicken derzeit Millionen Arbeitslose voller Angst auf den kommenden Monat: Zum 31. Juli laufen die von der US-Regierung beschlossenen Sonderzahlungen für 32 Millionen Menschen aus, die in Corona-Krise ihren Job verloren haben und wegen des Wirtschaftseinbruchs keine Arbeit finden. Ohne die staatliche Unterstützung droht vielen Betroffenen der soziale Absturz.

Die Sonderzahlungen wurden im April beschlossen. Seither erhalten die Empfänger zusätzlich 600 Dollar (524 Euro) pro Woche. Sollten sich Trump und der Kongress nicht einigen und die Unterstützungen zum Monatsende auslaufen, könnten nicht nur Millionen Menschen in Armut stürzen, sondern auch die wirtschaftliche Erholung der USA einen Rückschlag erhalten, warnen Analysten von Oxford Economics.

14.22 Uhr: Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der COVID19-Krise scheinen deutsche Unternehmen vergleichsweise gut durch die Krise zu bringen. Wie eine groß angelegte Umfrage von HSBC zeigt, ist der Anteil der Unternehmen, die durch die Pandemie stark beeinträchtig sind, in Deutschland mit 53 Prozent am geringsten.

Zum Vergleich: Weltweit gaben 72 Prozent der Teilnehmer an, die Auswirkungen der Krise stark zu spüren. Im Rahmen der Studie wurden 2600 Firmen in 14 Staaten mit einem Umsatz von mehr als 5 Millionen Dollar befragt, darunter 200 deutsche Unternehmen.

Der Iran meldet eine neue Rekordzahl an Corona-Toten

12.51 Uhr: Der Iran meldet eine neue Rekordzahl an Corona-Toten. In den letzten 24 Stunden starben 229 Patienten an dem Virus, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 14.634. Im gleichen Zeitraum wurden über 2600 Neuinfektionen erfasst. Somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf 278.827.

Der Anstieg sei nach Einschätzung von Experten auf die Lockerungen in den letzten Wochen zurückzuführen. Sie hätten besonders dazu beigetragen, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und die Pandemie nicht mehr ernstgenommen habe. Die Lockerungen sind seit Anfang der Woche größtenteils wieder aufgehoben.

12.30 Uhr: Nicht nur Menschen, sondern auch Hunde und Katzen können sich anstecken – das muss sogar gemeldet werden. Lesen Sie hier, was Halter und Halterinnen wissen sollten.

12.20 Uhr: Die Corona-Krise bremst weiterhin die Kauflust der Verbraucher in Deutschland. Jeder fünfte Bundesbürger gebe beim Shoppen aktuell bewusst weniger Geld aus als normalerweise, berichtete das Marktforschungsunternehmen Nordlight Research im „Trendmonitor Deutschland“, gestützt auf eine Umfrage unter 1067 Verbrauchern. Vor allem größere Anschaffungen würden derzeit zurückgestellt.

Die gesunkene Kauflust hat der Umfrage zufolge mindestens zwei Ursachen. Einerseits hat ein Drittel der Haushalte nach eigener Aussage weniger Einkommen zur Verfügung als vor dem Ausbruch der Krise. Andererseits geben zwei Drittel der Befragten an, dass ihnen das Shoppen im stationären Einzelhandel aktuell weniger Spaß macht als vor Corona.

Während der stationäre Handel unter der Maskenpflicht leidet, konnte das Online-Shopping profitieren. Aktuell kaufen der Umfrage zufolge fast drei Viertel (72 Prozent) der Verbraucher mindestens einmal pro Monat online ein. Zum Vergleich: Vor der Krise waren es 67 Prozent. Auch interessant: Shopping trotz Corona – diese Länder geben am meisten aus

11.17 Uhr: Auch Film-Dreharbeiten laufen in Corona-Zeiten unter besonderen Hygieneregeln ab. Schauspielerin Lena Klenke muss sich daran noch gewöhnen. „Man lebt ja normalerweise davon, bei den Dreharbeiten viel Kontakt zu haben und schnell zu einer Art Familie zu werden“, sagte die 24-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wenn ich das Gesicht der anderen gar nicht wahrnehmen kann und ich bis zum Schluss nicht weiß, wie die Kostümbildnerin eigentlich aussieht, ist das schon sehr merkwürdig.“

Innenminister Seehofer macht Fans Hoffnung auf Rückkehr in Stadien

10.16 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer macht Fußball-Fans Hoffnung auf eine Rückkehr in die Stadien zur neuen Saison. „Ich bin schon länger der Meinung, dass man in die Stadien wieder Zuschauer lassen kann – wenn es ein starkes Hygienekonzept gibt“, sagte er dem „Münchner Merkur.“

Die Bundesligisten, die die abgelaufene Saison wegen den Folgen der Corona-Pandemie noch in leeren Stadien beenden mussten, arbeiten aktuell an Plänen, um zur neuen Spielzeit zumindest wieder einen Teil ihrer Arenen mit Zuschauern füllen zu können.

9.31 Uhr: Als eine der ersten Großveranstaltungen im Sport soll das Internationale Stadionfest (ISTAF) in Berlin am 13. September mit Fans möglich sein. Die Organisatoren um Meeting-Direktor Martin Seeber planen nach dpa-Informationen angesichts der Corona-Beschränkungen mit rund 3500 Zuschauern im Olympiastadion.

„3500 statt 45.000 Zuschauer – das Istaf wird sicherlich diesmal anders. Aber es ist vielleicht ein erster kleiner Schritt zurück zur Normalität“, sagte Seeber. In Berlin sind laut aktueller Verordnung bis zum 24. Oktober Veranstaltungen im Freien mit mehr als 5000 Menschen verboten. Zudem müssen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. „Grundlage unserer Planungen ist die Sicherheit und Gesundheit aller“, versicherte der Organisator des traditionsreichsten und berühmtesten deutschen Leichtathletik-Meetings