Was ist Krebs und welche Arten von Krebs gibt es?
Als Krebs wird eine bösartige Gewebeneubildung (auch Malignom oder maligne Neoplasie) bezeichnet, bei der sich Tumorzellen unkontrolliert vermehren und dabei gesundes Gewebe zerstören. Dabei bilden sie Tochtergeschwülste, die sogenannten Metastasen.
Grundsätzlich können sämtliche Organe des Körpers von Krebs befallen werden, bei Frauen ist Brustkrebs, bei Männern Prostatakrebs das häufigste Tumorleiden. Sehr selten sind auch Kinder von Krebs betroffen. In diesen Fällen lauten die häufigsten Diagnosen: Leukämie, Gehirntumor, Rückenmarks- und Lymphknotenkrebs. Krebs zählt nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit rund 230.000 Opfern pro Jahr zu den zweithäufigsten Todesursachen in Deutschland.
Auch interessant: Brustkrebs – Diese Gewohnheiten lassen Frauen länger leben
Wichtig: Eine Krebserkrankung basiert immer auf einem oder mehreren Tumoren, jedoch ist ein Tumor nicht immer Krebs. Bei Krebs handelt es sich um bösartiges, schnell wachsendes Gewebe, das in den meisten Fällen lebensbedrohlich ist. Gutartige Tumore dagegen wachsen eher langsam, greifen kein umliegendes Gewebe an und bilden auch keine Metastasen.
Wie entwickelt sich Krebs?
Pro Sekunde finden mehrere Millionen Zellteilungen im Körper statt, durch die sich Gewebe repariert und erneuert. Bei jeder dieser Zellteilungen kommt es zu sogenannten Replikationsfehlern. Studien zufolge erklären sie bis zu zwei Drittel aller kanzerogenen Mutationen, also der Veränderung im Erbgut, wodurch eine Zelle entartet. Weitere bekannte Auslöser für Krebs sind folgende:
- radioaktive Strahlung, ultraviolettes Licht, Röntgenstrahlen
- bestimmte Chemikalien und freie Radikale
- Viren wie beispielsweise Humane Papillomviren, HI-Viren, Hepatitis B und C Viren
- Ernährungsgewohnheiten
- psychische Ursachen
Lesen Sie auch: Krebs in der Schwangerschaft – „Abbruch kam nicht infrage“
Krebs: Prävention, Früherkennung und Diagnose
Die meisten Wissenschaftler und Medizinerinnen sind sich einig, dass sich Krebserkrankungen häufig vermeiden lassen bzw. sich das Risiko zumindest minimieren lässt. Das kann durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die Vermeidung von Nikotin und Alkohol sowie ausreichend Bewegung bewerkstelligt werden.
Mehr dazu: Bier als überraschender Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs
Auch übermäßiges Sonnenlicht, radioaktive Substanzen und potenziell krebserregende Stoffe, etwa bestimmte Lebensmittel, Chemikalien und hormonelle Verhütungsmittel, sollten nach Möglichkeit vermieden werden, um das Krebsrisiko zu reduzieren.
Je früher ein Krebs als solcher erkannt wird, desto aussichtsreicher sind die Chancen auf Heilung. Zu den herkömmlichen Methoden zur Früherkennung zählen körperliche Untersuchungen, Labortests auf Tumormarker und sogenannte bildgebende Verfahren, dazu gehören etwa Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT), Sonografie, Endoskopie und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET).
Erhärtet sich dabei der Verdacht auf Krebs, wird in der Regel eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht. So kann festgestellt werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. In beiden Fällen wird das entartete Gewebe üblicherweise operativ entfernt. Wird infolge der Biopsie eine Krebsdiagnose gestellt, werden je nach Fortschritt der Erkrankung weitere Behandlungsmethoden eingeleitet.
Mehr dazu: Kampf gegen Krebs mit KI – „Ehrgeiziges Ziel in greifbarer Nähe“
Wie wird Krebs behandelt?
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs. Welche Methode eingesetzt wird, ist unter anderem davon abhängig, welche Krebsart vorliegt und in welchem Stadium der Erkrankung sich der Patient oder die Patientin befindet. In vielen Fällen werden die folgenden Behandlungsmöglichkeiten auch kombiniert eingesetzt:
- Operation: Entfernung des entarteten Gewebes durch einen chirurgischen Eingriff
- Strahlentherapie: Hier wird unterschieden zwischen ionisierender Strahlung, Teilchenstrahlung, Radiojodtherapie und Mikrowellen
- Medikamentöse Behandlung: Hierzu zählen Zytostatika (umgangssprachlich „Chemotherapie“), Hormon- und Immuntherapie
- Palliative Unterstützung (Schmerzlinderung, Ernährungsumstellung, Steigerung der Blutbildung im Knochenmark und Hemmung des Knochenabbaus)
Die durchschnittlichen Heilungschancen bei Krebs liegen zwischen 30 und 40 Prozent. Es gibt Krebsarten mit sehr hohen Heilungschancen wie etwa Hautkrebs, Hodenkrebs und Schilddrüsenkrebs. Andere Formen wiederum, darunter vor allem Lungenkrebs, haben nur sehr geringe Aussichten auf Heilung.
Auch interessant: Krebstherapie – Forscher setzen auf ein unscheinbares Organ


































































































