- Dorothee Bär soll im Kabinett Merz das Amt der Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt übernehmen
- Die CSU-Politikerin blickt bereits auf eine lange Karriere in der Politik zurück
- Was gibt es über „Doro“ Bär zu wissen?
Es gibt dieses eine Bild von Dorothee Bär: Die damalige Digitalstaatsministerin steht auf einer Bühne, umringt von Figuren der „Star Wars“-Filme. Bär strahlt übers ganze Gesicht, ein echtes Blendadent-Lächeln, aber der eigentliche Star ist das, was Bär trägt: ein pinkes Latex-Kleid mit Gürtelbesatz, von Designerin Marina Hoermanseder. 2019 war das, bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises. Das Bild mag etwas betagt sein, es zeigt aber, was die Marke Dorothee Bär auch heute noch ausmacht: Jugendlichkeit, konservative Variante.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die CSU-Politikerin bezeichnet sich in den sozialen Medien als „Mama, Politikerin, Gamerin“ und einiges mehr. Sie tritt bei Instagram als frisch gebackenes Dackel-Frauchen auf, als verhinderte Marathon-Läuferin und Sammelfigur im pinken Kostüm. Ihr Account lässt Dorothee Bär nahbar wirken, traditionsbewusst – mit einem ganz leichten Augenzwinkern, wie das Latex-Kleid.
In der künftigen schwarz-roten Regierung steigt Dorothee Bär nun endgültig in die A-Liga der deutschen Politikerinnen auf: Friedrich Merz macht sie zur Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Dorothee Bär: Wichtige Infos zur Politikerin im Steckbrief
| Name | Dorothee Gisela Renate Maria „Doro“ Bär (geb. Mantel) |
| Geburtsdatum | 19. April 1978 |
| Amt | Stellvertretende Vorsitzende CDU/CSU-Bundestagsfraktion, stellvertretende CSU-Parteivorsitzende, Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt |
| Parteimitglied seit | 1994 |
| Ausbildung | Diplom-Politologin |
| Familienstand | Verheiratet, drei Kinder |
| Wahlkreis | Bad Kissingen |
Doro Bär: Ausbildung, Ehemann, Beruf – Ihr Privatleben in Kürze
Dorothee Bär, Spitzname „Doro“, kommt am 19. April 1978 in Bamberg (Bayern) als Dorothee Gisela Renate Maria Mantel zur Welt. Sie wächst auf in Ebelsbach, an „der Grenze zwischen Wein- und Bierfranken“. Ihr Vater ist schon CSU-Mitglied und später Bürgermeister, politische Debatte gehört in der Familie an den Mittagstisch.
Der Weg in die Politik scheint vorgezeichnet, doch ihr Vater legt Wert darauf, dass seine Tochter selbst denken lernt. Ihren Wunsch, mit 13 in die CSU einzutreten, lehnt er ab. So tritt sie erst der Jungen Union bei, zwei Jahre später der dann der Partei.
In Grayslake im US-Staat Illinois erwarb sie 1996 ein Highschool-Diplom, nachdem sie über die Austauschorganisation AFS ein Jahr in den Staaten verbracht hatte. 1999 absolvierte sie ihr Abitur am Bamberger Franz-Ludwig-Gymnasium.
- Ausbildung: Dorothee Bär studierte Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik in München und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität (FU) in Berlin. An der FU Berlin erwarb sie ihr Diplom der Politikwissenschaft. Sie war Stipendiatin der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung.
- Beruf: Dorothee Bär wollte ursprünglich Journalistin werden, kam über die bayerische Landesliste aber bereits 2002 als junge Abgeordnete im Alter von 24 Jahren in den Bundestag. Drei Jahre später verfehlte sie den Wiedereinzug ins Parlament, konnte aber nachrücken, als Günther Beckstein sich zurückzog. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war sie von 2018 bis 2021 Staatsministerin und Beauftrage der Bundesregierung für Digitalisierung.
- Familie: Dorothee Bär ist katholisch und seit 2006 mit dem CSU-Landrat Oliver Bär verheiratet, dessen Nachnamen sie annahm. Gebürtig heißt Dorothee Bär eigentlich Dorothee Mantel. Das Paar hat drei Kinder: Zwei Töchter, die 2006 und 2011 geboren worden sind und einen 2012 geborenen Sohn: Emilia, Charlotte und Julius. Die Familie lebt in Ebelsbach. Ein Hund gehört auch zur Familie Bär.

Über ihr Privatleben spricht sie nicht besonders gerne, über ihre Kinder schon. Sie sei keine „Teilzeit-Mama“, sagte sie der „Bild am Sonntag“ einmal. Der Nachwuchs habe ihr den Blick fürs Wesentliche geöffnet und, dass man sich nicht zu sehr über alles aufregen dürfe.
Außerdem liebt sie hohe Schuhe. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hat sie vor wenigen Jahren ein ganzes Interview zum Thema gegeben, es ist eine lesenswerte Mischung aus Stilkritik und feministischer Theorie und streift auch abseitigere Themen wie Schuh-Fetischismus und den Kleidungsstil von Andi Scheuer.
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Dorothee Bär bei der CSU: Die Stationen ihrer Parteikarriere
Dorothee Bär hat einen Großteil ihres Lebens in der Politik verbracht, und davon sehr viel im Deutschen Bundestag. Sie sitzt seit dem 17. Oktober 2002 für die CSU im Parlament, da war sie gerade 23 Jahre alt.
Sie ist unter anderem familienpolitische Sprecherin der Fraktion, sitzt in Ausschüssen für Kultur und Medien und Gesundheit. 2013 holt sie Angela Merkel als Staatssekretärin für Verkehr und digitale Infrastruktur ins Verkehrsministerium unter Alexander Dobrindt. 2018 wird Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.
In der Partei macht sie erst in der JU Karriere, vom Vorstand des Bezirksverbandes Unterfranken geht es in den Bezirksvorsitz und 2001 in den Parteivorstand. In der Jungen Union bleibt sie, wird stellvertretende Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende. Zwischen 2009 und 2013 ist sie auch stellvertretende Generalsekretärin der CSU, seit 2017 außerdem stellvertretende Parteivorsitzende.
Ihren politischen Fokus legte Bär bereits früh auf Digitalisierung, Netzpolitik und neue Technologien. Von 2011 an führte sie elf Jahre lang den Vorsitz von CSUnet, dem Arbeitskreis der Christsozialen für Netzpolitik. Seit 2010 ist sie zudem Vorsitzende des CSU-Netzrates.
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Dorothee Bär: Dafür steht die CSU-Politikerin
Die CSU-Politikerin gilt als eine der kenntnisreichsten Digitalpolitikerinnen in der Union. Allerdings sind Internet und digitale Infrastruktur nicht ihr einziges Themengebiet. Die stellvertretenden Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist etwa auch für die Themen Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig. Sie setzt sich für besseren Schutz von Frauen vor Gewalt ein und forderte in der Vergangenheit ein sogenanntes Sexkaufverbot nach nordischem Modell. Es soll Menschenhandel bekämpfen, ohne Sexarbeit zu kriminalisieren.
In anderen gesellschaftspolitischen Bereichen vertritt Bär stark konservative Positionen. Am Selbstbestimmungsgesetz kritisiert sie etwa, dass es auch Jugendlichen die Möglichkeit einräumt, ihren Geschlechtseintrag ändern zu lassen.
In der Familienpolitik sprach sich etwa gegen die Abschaffung des Paragrafen 218 aus, der Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt. Sie hält die gesellschaftliche Situation hier für „befriedet“, wie sie dem Deutschlandfunk sagte.
In der Digitalisierungs- und Technologiepolitik gilt Bär als gut vernetzt, unterhält viele Kontakte in die Start-up-Branche. Kritik erhielt sie als Staatsministerin daran, dass es mit der Digitalisierung in Deutschland nicht schnell genug vorangehe, Strukturen zu bürokratisch seien – es sind Vorwürfe, die sich bis heute in der Digitalpolitik kaum geändert haben.
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Doro Bär: Erfolge und Kontroversen
Dorothee Bär hat mit ihrem Ministerinnenamt schon Geschichte geschrieben. Sie war Deutschlands erste Staatsministerin für Digitales; als solche stand die damals 39-Jährige vor einer langen Liste an Aufgaben, hatten die vorangegangenen Bundesregierungen das Thema Digitalisierung nur widerwillig angefasst.
Bär setzte sich daher unter anderem für eine zügige Digitalisierung der Verwaltung ein. Ein digitales Bürgerportal sollte an vielen Stellen den Gang zum Amt überflüssig machen. Ein Prototyp startete 2019, doch blieb wegen struktureller, föderaler und technischer Herausforderungen weit unter den gesteckten Zielen. Sie hat dennoch wichtige Impulse für die – auch von der nachfolgenden Bundesregierung weiter verschleppte – Digitalisierung gesetzt.
In Erinnerung ist Bär aber vor allem geblieben wegen ihrer Vision von Flugtaxis, die in Deutschland bald Passagiere befördern sollten. Die Idee breitete sie ausgerechnet im ZDF-Interview zum Amtsantritt aus – und erntete dafür reichlich Hohn. Zwei deutsche Firmen waren 2018 allerdings mit dabei, wenn es um die kommerzielle Nutzbarmachung von fliegenden Taxis ging: Lilium und Volocopter. Mittlerweile sind aber beide pleite. Volocopter wurde an den chinesischen Konzern Wanfeng verkauft. In China spielen Flugtaxis eine deutlich wichtigere Rolle, der Konzern Ehang will bald mit kommerziellen Flügen starten.

Auch eine handfeste Affäre hat sich Dorothee Bär bereits ans Revers gesteckt. Bis zu ihrer Eheschließung beschäftigte die Abgeordnete ihren jetzigen Ehemann Oliver Bär im eigenen Bundestagsbüro. Für seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter erhielt er ein monatliches Salär, kurz vor der Hochzeit endete das Arbeitsverhältnis zwischen den beiden.
Bär betonte, ihr Vorgehen sei vom damals geltenden Abgeordnetengesetz gedeckt gewesen, da nichteheliche Lebensgemeinschaften nicht unter das Beschäftigungsverbot für nahe Angehörige fielen. Folgen hatte die Gehaltsaffäre für Bär nicht.








