Es gibt sie in fast jedem Bezirk: Berliner Geisterhäuser. Seit Jahren stehen die Immobilien leer und werden von den privaten Eigentümern vernachlässigt. Eine der Problemobjekte, der man den jahrelangen Leerstand auf den ersten Blick nicht ansieht ist das Geistereckhaus Meyerbeer-/ Smetanastraße im Komponistenviertel in Weißensee: einem der beliebtesten Wohnflecken der Hauptstadt. Kaum sichtbarer Verfall, keine Graffitis an den Fassaden – und doch stimmt etwas nicht mit dem senfgelben Mehrfamilienhaus aus der Kaiserzeit und seinen 19 Wohnungen.

Donnerstag

Mein Pankow-Newsletter

Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter zu Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Wer sich etwas Zeit nimmt, dem fällt vielleicht das Fehlen von Mieter- und Besucherverkehr auf, die ungeschmückten Balkone am Haus, die stets heruntergelassenen Rollos im Erdgeschoss und das seit Jahren gähnend leere Klingelschild am Eingang. Seit mehr als 30 Jahren stehen die meisten Wohnungen in dem Haus leer. Zuletzt wurde die Problemimmobilie zum Politikum in einer Stadt, in der eklatante Wohnungsnot herrscht. Alle Infos zu dem Lost Place.

Auch interessant

Das sind die Fakten zum Geisterhaus Meyerbeerstraße im Überblick:

  • Adresse: Meyerbeerstraße 78, Ecke Smetanastraße 23, 13088 Berlin-Weißensee
  • Geschichte: Das Mehrfamilienwohnhaus wurde im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts errichtet und um 1907 erstmals bezogen; bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg wechselte die Immobilie mehrfach den Eigentümer; in der DDR-Zeit waren die Mieten auf Vorkriegsniveau eingefroren, der Altbaubestand Weißensees verfiel; ab den 1990er-Jahren begann der Leerstand im Eckhaus Smetanastraße/Meyerbeerstraße, das zu einem von Berlins bekanntesten Geisterhäusern wurde
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Nein
  • Status: Lost Place. Zwischen 2019 und 2022 war ein Treuhänder für die Immobilie eingesetzt, der Sanierungsarbeiten an der Fassade und im Inneren durchführen sollte. Die Instandsetzungsmaßnahmen und die Rückführung zu Wohnzwecken sind laut Bezirksamtsauskunft von 2024 nicht abgeschlossen

Wo liegt das Geisterhaus Meyerbeerstraße genau?

Das Geisterhaus liegt an der Adresse Meyerbeerstraße 78, Ecke Smetanastraße 23 im Ortsteil Weißensee des Bezirks Pankow. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: GFX5+5WQ Berlin. Das Grundstück kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten mit den Tramlinien 12, 50, M1, M2, M4 und M13 (Haltestelle Albertinenstraße) aus erreicht werden. Von der Tramstation aus benötigt man rund vier Minuten zu Fuß entlang der Smetanastraße bis zu dem Grundstück. Achtung: Es handelt sich um Privatbesitz. Unbefugten ist das Betreten nicht erlaubt. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch

Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte des Geisterhauses Meyerbeerstraße:

Ausgangslage: Gründerzeitboom im beschaulichen Weißensee

Berlin Weißensee, Bismarckstein, Straßenbahn, Berliner Allee
Das Elektrizitätswerk befeuerte die Entwicklung Weißensees und lieferte unter anderem Strom für die Straßenbahn. Postkarte um 1916 Berlin-Weißensee Bismarckstein an der Berliner Allee.© picture alliance / arkivi | unbekannt (Archiv)

Als das viergeschossige Wohnhaus an der Meyerbeerstraße – damals hieß sie noch Straßburgstraße – errichtet wurde, zählte Weißensee noch nicht zu Berlin, galt bei den Hauptstädtern aber bereits als beliebtes Ausflugs- und Wohnquartier im Nordosten der Stadt. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte durch Zuzügler aus Berlin ein Wohnungsbauboom ein. 1920 wurde der Vorort mit dem Groß-Berlin-Gesetz eingemeindet. Die Wurzeln des Viertels rund um das Wohnhaus Meyerbeerstraße reichen noch weiter zurück: Es entstand als Französisches Viertel in drei größeren Bauabschnitten ab den 1870er-Jahren und zeichnet sich durch seine nicht-innerstädtische Gründerzeitbebauung aus.

Die Straßennamen im Viertel waren nach Schlachtplätzen in Frankreich gewählt und nach eroberten Orten in Elsaß-Lothringen – erst 1951 wurden sie im Zuge sprachlicher Entmilitarisierung durch die Namen von Komponisten ersetzt: aus dem Französischen wurde das Komponistenviertel. Das Wohnhaus an der Meyerbeerstraße gehörte zur zweiten Welle der Bebauung des Kiezes, der im Osten ursprünglich bis zur Smetanastraße – der damaligen Wörthstraße – reichte. Von dort bis zur heutigen Indira-Gandhi-Straße lagen Felder des Rittergutes Weißensee, die erst später mit Straßen durchzogen und bebaut wurden. An dieser Grenzlage entstand der Wohnblock um das Eckhaus Smetana-/Meyerbeerstraße um die Jahrhundertwende.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Grundsteinlegung in der Kaiserzeit

Morscher Zaun, gut erhaltenes Gebäude: Das Eckhaus in Weißensee steht seit mehr als 30 Jahren leer.
Morscher Zaun, gut erhaltenes Gebäude: Das Eckhaus in Weißensee steht seit mehr als 30 Jahren leer.© BM | Thomas Schubert

Der Grundstein für das Mehrfamilienhaus wurden um 1905 gelegt. 1907 waren die Arbeiten abgeschlossen und die ersten Mietparteien konnten in die frisch bezugsfertigen Wohnungen einziehen. Bei dem Haus handelte es sich um ein viergeschossiges Gebäude mit L-förmigen Grundriss auf einer Grundfläche von insgesamt rund 550 Quadratmetern. Die Fassade des Stadthauses war zu beiden Straßenseiten und an der abgeschrägten Ecklösung durch eingeschnittene Fenster, Erker und Balkone gegliedert. Darüber erhob sich das typische „Berliner Dach“ jener Zeit – ein geziegeltes, asymmetrisches Plattformdach, das zusätzliche Wohnfläche ermöglicht.

Zur heutigen Meyerbeerstraße lagen sieben Wohnungen und eine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss, zur Smetanastraße zehn Wohnungen und ebenfalls eine Ladenzeile im Parterre. Der erste Eigentümer des Hauses war der Weißenseer Gastwirt August Reimann, der sich in dem Gebäude eine Wohnung nahm und vermutlich im Erdgeschoss eine Gastwirtschaft betrieb. Die Mietparteien in dem Mehrfamilienhaus entstammten dem bürgerlichen Milieu: So bildete in den Vorkriegsjahren die Hausgemeinschaft beispielsweise der Eisenbahnbeamte Kirchner, der Oberinspektor R. Rogge, der Amtsrichter W. Häusler, der Zimmermann Förkel, der Bierfahrer Jaenicke und der Portier I. Wallenhorst, die Flur an Flur – alleinstehend oder mit ihren Familien – die Stockwerke des Miethauses bewohnten. In den folgenden Jahrzehnten bot das spätere Geisterhaus Generationen von Berlinern ein Zuhause.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Eigentümer gaben sich die Klinke in die Hand

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wechselten nicht nur die Mietparteien mehrfach, sondern auch die Eigentümer des Gebäudes. Vom Gastwirt Reimann ging das Haus nach dem Ersten Weltkrieg in den Besitz der „Zutschke GmbH“ Berlin über, die es Mitte der 20er-Jahre an einen im österreichischen Linz ansässigen Kaufmann weiterveräußerte. Ende der 1920er-Jahre war die Eigentümerin eine Dentistin aus Bad Ems in Rheinland-Pfalz, Mitte der 1930er-Jahre ein Lehrer in Gladbeck, Rheinland-Pfalz, und seit Anfang der 1940er-Jahre der Berliner Fleischermeister Wilhelm Bressel, der in dem Haus auch wohnte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Weißensee mehrfach von Bombenangriffen getroffen. Einer der schwersten Angriffe fand am 22. Oktober 1943 statt, als eine Luftmine das Kirchenschiff der Bethanienkirche zerstörte. Das Wohnhaus in der Meyerbeerstraße ging dagegen ohne nennenswerte Kriegsschäden aus dem Bombensturm und dem Artilleriebeschuss in der Schlacht um Berlin im April 1945 hervor. Am 21. April 1945 erreichte die Rote Armee von Marzahn aus Richtung Innenstadt vordringend Weißensee – wenige Wochen später war mit der Kapitulation der Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa beendet.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Verfall und Sanierungsstau während der DDR-Zeit

Weißensee gehörte nach Kriegsende zur sowjetischen Besatzungszone des geteilten Berlins und später, nach der Gründung der DDR 1949, zur ostdeutschen Hauptstadt. 1952 erhielt der heutige Ortsteil vom Magistrat die offizielle Bezeichnung Stadtbezirk Berlin-Weißensee und die Amtsgeschäfte wurden vom Rat des Stadtbezirks übernommen. Bereits ein Jahr zuvor waren die Straßen im ehemals Französischen Viertel mit Namen von Komponisten ersetzt worden: aus der Wörth- wurde die Smetanastraße – nach dem tschechischen Komponisten Bedřich Smetana (1824–1884) – und aus der Straßburg- die Meyerbeerstraße nach dem Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer (1791–1864).

Die Altbauten in der DDR verblieben überwiegend in Privatbesitz, allerdings wurde die Höhe der Miete, die Vermieter einnehmen durften, 1945 auf Vorkriegsniveau eingefroren. Niemand sollte sich an Wohneigentum bereichern können. Die Mieten blieben bis zum Ende der DDR sagenhaft günstig. Der Nachteil: Ein Sanierungsstau und Verfall der Bausubstanz, angeheizt durch einen Mangel an Baumaterial, im Ostberliner Stadtgebiet. Das führte aber auch dazu, dass aus der Not geboren ein großer Teil der Gründerzeitbebauung in der Innenstadt, wenn auch in desolatem Zustand, nicht abgerissen wurde und erhalten blieb.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Wegzug und Lost Place nach der Wende

Altbau, Puccinistraße, Komponistenviertel, Weißensee, Pankow, Berlin, Deutschland
Nach der Wende mauserte sich das Komponistenviertel mit seinem gründerzeitlichen Altbaubestand zu einem der beliebtesten Wohnviertel im Norden Berlins. Fotografie in der Puccinistraße im Komponistenviertel, 2022.© picture alliance / Schoening | Schoening

Nach der Wiedervereinigung begann Anfang der 1990er-Jahre schrittweise der Leerstand im Mehrfamilienhaus an der Meyerbeerstraße. Die Mieter verließen das sanierungsbedürftige Objekt und am Klingelschild waren bald mehr leere Felder als Namen zu finden, bis auch die letzten Mietparteien kündigten und das marode Wohnhaus verließen. 30 Jahre lang sollte der Gründerzeitbau mit senffarbener Fassade unbewohnt bleiben, bis der Bezirk drastische Schritte ergriff.

Inzwischen erstrahlten die Fassaden der umliegenden Häuser wieder im Glanz früherer Tage. Der Baubestand im Komponistenviertel war nach und nach saniert und renoviert worden und der Kiez inmitten von Weißensee, am Rande des Szeneortsteils Prenzlauer Berg, erlebte erneut einen Boom als heißbegehrte Wohngegend in der Hauptstadt. Doch in dem Altbau an der Meyerbeerstraße fuhren keine Umzugswagen vor, bei Nacht blieben die Fenster unbeleuchtet und auch bei Tag die Rollos im Erdgeschoss verschlossen. Statt Fahrräder im Hof und sich grüßende Mieter im Treppenhaus herrschte an der Adresse geisterhafte Ödnis. Die gardinenlosen Fenster in den Obergeschossen gaben Passanten und Nachbarn den Blick auf kahle Wände frei.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Die verwaiste Immobilie wurde zum Politikum

Nach Jahren des Leerstandes wurden die Behörden aktiv. Klar war: Ohne Sanierungen am Haus konnten die maroden Wohnungen nicht mehr vermietet werden. Längst entsprachen sie weder behördlichen Auflagen, noch den Ansprüchen des Mietmarktes. Zunächst hieß es, Sanierungsarbeiten zu beenden, die von der Eigentümerin in den 1990er-Jahren zwar begonnen, aber nicht beendet wurden. Die behördliche Auseinandersetzung mit der Eigentümerin des Geisterhauses, einer älteren Dame aus Köln, entwickelte sich zu einer jahrelangen Odyssee.

Weil der damalige Pankower Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) die Besitzerin im Reichsberger-Milieu vermutete, wollte man entschlossen reagieren, um den verlorenen Wohnraum im Komponistenviertel wiederzugewinnen. Kuhn erklärte damals: „Die Eigentümerin kommt aus einem Bereich, der den Verkehr mit den deutschen Behörden ablehnt. Und daher war es etwas schwierig. Wir mussten sogar ein Zwangsgeld vollstrecken.“ 2018 hatte der Bezirk der Eigentümerin ein Zwangsgeld von 95.000 Euro angedroht, falls sie dem „Wohnraumrückführungsgebot“ nicht Folge leistet. Monate verstrichen, bis ein Gerichtsvollzieher sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung der Eigentümerin verschaffte. Ohne Erfolg: Das Geld war vor Ort nicht einzutreiben.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Bezirk setzte Hoffnungen auf Treuhänderverfahren

Ein Jahr darauf unternahm der Bezirk einen neuen Anlauf, um endlich den jahrzehntelangen Dornröschenschlaf des Mietshauses zu beenden. Für die Immobilie sollte ein Treuhänderverfahren eingeleitet werden. Das Ziel: eine Neuvermietung der Immobilie erzwingen, auch wenn die Eigentümerin eine Zusammenarbeit ablehnen sollte. Ein Novum in Berlin, das bei anderen Bezirksverwaltungen, die mit ähnlichen Problemfällen von Zweckentfremdung und Leerstand kämpfen, mit regen Interesse verfolgt wurde. Das Vorgehen rund um das verwaiste Haus Smetanastraße Ecke Meyerbeerstraße sollte – so die damalige Hoffnung – als Musterverfahren Handlungsmöglichkeiten für ähnliche Streitfälle aufzeigen.

Am 8. April 2019 wurde ein Anwalt als Treuhänder eingesetzt, der für die Instandsetzung des Gebäudes und die anschließende Vermietung der Wohnungen sorgen sollte. Die Erwartungen waren sportlich: Das Wohnungsamt rechnete damit, dass die Wohnungen 2020 wieder bewohnbar seien. Zunächst schien die Sache im Winter 2019 und Frühjahr 2020 nach Plan zu verlaufen. Tatsächlich soll sich die Eigentümerin nach Einschaltung des Treuhänders bereit erklärt haben, eine Sanierung vorzunehmen – es wurden offenbar sogar Baufirmen engagiert. Die Notreparatur des Daches wurde veranlasst. Doch dann geriet der Prozess ins Stocken.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Ende des Leerstands – Treuhänder sollte Sanierung abschließen  

2021 wurde der eingesetzte Treuhänder beauftragt, die Wiederherstellung der Wohnungen „in eigener Hand“ in Abstimmung mit dem Bezirksamt umzusetzen. Dabei orientierte sich der Bezirk Pankow und der Treuhänder an einem Handlungsleitfaden, den die Senatsverwaltung für Wohnen zum Umgang mit Problemimmobilien herausgegeben hat. Seit Mai 2014 ist vorsätzlicher Leerstand gesetzeswidrig und per Zweckentfremdungsgesetz ausdrücklich verboten.

Auf Anfrage der SPD-Bezirksverordneten Anna Howind Moreno beschrieb Stadtrat Kuhn 2021 die für das Geisterhaus Meyerbeerstraße geplanten Sanierungsmaßnahmen: „Das Gebäude wird energetisch ertüchtigt. Die Fassade wird gedämmt, gleichfalls die oberste Geschoßdecke und die Unterseite der Kellerdecke“. Selbst den Einsatz regenerativer Energien wollte man prüfen. Die Kosten der Gesamtmaßnahmen wurden auf bis zu 3,5 Millionen Euro geschätzt: Geld, das das Bezirksamt hätte vorstrecken müssen.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Bezirk schreckte vor riskanter Wiederbelebung zurück

Um eine Enteignung handelt es sich beim Treuhänderverfahren nicht. Wenn die Vermietung des Wohnraums sichergestellt ist und die entstandenen Auslagen dafür beglichen sind, wird das Gebäude wieder dem Eigentümer übergeben. Sollte dieser nicht zahlen wollen oder können, wurden Optionen geprüft, bei denen mit Einbehaltung von Mietzahlungen die Deckung der Kosten beglichen wird, bis die Auslagen vollständig zurückgezahlt sind.

Eine weitere Alternative wurde erwogen, bei der das Eckhaus in einem weiteren Schritt in die Verwaltung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft übergeht. Doch dazu sollte es nicht kommen. Ende 2022 wurde der Treuhänder vom Bezirk abberufen, ohne dass der Leerstand beendet worden war. Offenbar war das Risiko eines juristischen Nachspiels von der Verwaltung als zu hoch eingeschätzt worden. Soll heißen: Der Bezirk hatte kein Vertrauen darauf, sich bei einer juristischen Auseinandersetzung durchzusetzen. Und befürchtete wohl auch, auf den Kosten einer Sanierung sitzen zu bleiben.

Geisterhaus Meyerbeerstraße: Keine weiteren Zwangsmaßnahmen „wegen Erfolglosigkeit“

Berlin, 16.06.2024. Schrottimmobilie und "Geisterhaus" am Hindenburgdamm...
Kein ermutigendes Signal für andere Berliner Bezirke mit Problemfällen und „Schrottimmobilien“. Das Foto von Juni 2024 zeigt marode Fenster am „Geisterhaus“ Hindenburgdamm Ecke Gardeschützenweg in Lichterfelde. Das Haus steht seit Mitte der 2000er-Jahre leer.© picture alliance / akg-images / Peter Hebler | Peter Hebler

Auf eine Anfrage des Bezirksabgeordneten Tino Schopf (SPD) im April 2024 zum Sachstand am Geistereckhaus Meyerbeerstraße antwortete das Bezirksamt Pankow, dass die von „Behördenseite verfügte Rückführung zu Wohnzwecken“ bisher nicht umgesetzt seien und das Zwangsmaßnahmen „wegen Erfolglosigkeit einstweilen einzustellen“ waren.

Das Bezirksamt prüfe zwar die Neuaufnahme des Verfahrens, die erneute Einsetzung eines Treuhänders sei aber nicht beabsichtigt. Immerhin: Kosten – so die Antwort des Bezirksamts – sind durch das Verfahren weder dem Bezirk noch dem Land entstanden. Investitionen seien, soweit sie verauslagt worden waren, zwischenzeitlich vollständig beglichen worden. Der Gründerzeit-Altbau in Weißensee mit morschem Zaun und gut erhaltenem Gebäude hat seit mehr als 30 Jahren keine Mieter mehr gesehen – und so bleibt es vorläufig wohl auch. Der Spuk um eines der bekanntesten Geisterhäuser im Norden Berlins konnte durch die zwischenzeitliche Einsetzung eines Treuhänders nicht beendet werden. Ein Signal auch für andere prominente Problemfälle in der Stadt.