Schon der ehemalige Schulweg hatte seine Tücken: Zwischen dem Lauf der Panke und der Moorlinse Buch, dort wo Pankow an das Brandenburger Umland grenzt, liegt ein schmaler Grünstreifen entlang der Gleise in dichtem Unterholz. Das Areal, das heute vom Technischen Hilfswerk genutzt wird, hatte einst die klangvolle Bezeichnung „Hauptsitz der Zivilverteidigung der DDR“. Statt der Wehrertüchtigung von Ostberlinern wurde nach der Wiedervereinigung in einem der Plattenbauten Sozialpädagogik und Altenpflege gelehrt, bis die Berufsfachschule in den 2000er-Jahren ihre Pforten schloss und zu einem von Berlins unbekanntesten und unwegsamsten Lost Places wurde. Alle Infos.
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Das sind die Fakten zur Geisterschule Wiltbergstraße im Überblick:
- Adresse: Wiltbergstraße 29g, 13125 Berlin-Buch
- Geschichte: Anfang der 1970er-Jahren als Lehrgebäude der Bezirksschule der DDR-Zivilverteidigung Berlin errichtet, 1982 in ZV-Bezirksschule „Hermann Gartmann“ umbenannt; nach der Wiedervereinigung bis Ende der 2000er-Jahre als Berufsfachschule für Sozialwesen, Sozialpädagogik und Altenpflege genutzt; danach Leerstand
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Lost Place
Wo liegt die Geisterschule Wiltbergstraße genau?
Die Geisterschule liegt an der Adresse Wiltbergstraße 29g im Ortsteil Buch des Bezirks Pankow. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: JFHP+XW Berlin. Das Grundstück kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten vom S-Bahnhof Buch (S2) aus erreicht werden. Von der S-Bahnstation benötigt man etwa 12 Minuten zu Fuß entlang der Kleinen Wiltbergstraße bis man die Einfahrt mit dem Straßenschild „Technisches Hilfswerk“ erreicht und links die Unterführung der S-Bahngleise durchquert. Das Grundstück liegt nach weiteren 50 Metern auf der linken Seite. Achtung: Es handelt sich um Privatbesitz. Unbefugten ist das Betreten nicht erlaubt. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch
Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Geisterschule Wiltbergstraße:
Ausgangslage: Ferienspielplätze im hohen Norden Berlins
Das urwüchsigen Terrain im Norden Berlins nahe des Ortskerns Buch hatte bereits eine lange Tradition in der körperlichen Ertüchtigung von Berlinern, bevor hier Anfang der 1970er-Jahren Anlagen der DDR-Zivilverteidigung errichtet wurden. Nach der Eingemeindung von Buch in den 1920er-Jahren unterhielt die Stadt Berlin auf dem Gelände zwischen der Panke und den S-Bahngleise Ferienspielplätze. Auf dem zwischen Feldern und Äckern gerodeten Zeltplatz schlugen erst Wandervögel und dann HJ-Verbände ihre Lager auf. Nach Kriegsende und der Gründung der DDR 1949 waren es FDJ-Jugendverbände, die auf dem Ferienspielplatz der Stadt Berlin zwischen S-Bahngleisen und der Panke campierten.

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In den 1960er-Jahren traten zu dem „Sport- und Spielplatz“ – im Wesentlichen hatte es sich um eine langgestreckte Wiese gehandelt – feste Strukturen hinzu: Baracken, Schuppen und Unterstände wurden errichtet und wohl spätestens Anfang der 1970er-Jahre erhielt das Gelände eine neue Verwendung. Es wurde zu einem Ausbildungszentrum der Zivilverteidigung (ZV) der DDR ausgebaut – wenn man so will ein paramilitärisches Pendant zum westdeutschen Technischen Hilfswerk (THW).
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Geisterschule Wiltbergstraße: „Schützen und Helfen“ an der Panke
In den 1950er-Jahren hatte die DDR damit begonnen, Einrichtungen für den Katastrophenschutz zu schaffen. 1958 wurde in der Volkskammer der DDR ein Luftschutzgesetz als Grundlage der späteren Zivilverteidigung beschlossen und in Kommunen und Betrieben Luftschutz-Einsatzgruppen gebildet, doch erst Anfang der 1970er-Jahre erweiterte sich der Anforderungskatalog an den Zivilschutz dramatisch: Unter dem Motto „Schützen und Helfen“ wurden Einsatzkräfte in der Rettungs-, Bergungs-, Instandsetzungs-, Entgiftungs-, Sanitäts-, Versorgungs-, Aufklärungs- und Geräteformation ausgebildet.
Trotz des nach außen propagierten zivilen Charakters trug die Zivilverteidigung der DDR erheblich zu einer „nachhaltigen Militarisierung des gesamten öffentlichen Lebens“ bei – so 2006 der Militärhistoriker Clemens Heitmann. Die ZV war die größte paramilitärische Organisation in der DDR. Seit den 1970er-Jahren hatte die Sowjetunion wachsenden Druck auf die Warschauer-Pakt-Staaten ausgeübt, die Zivilverteidigung zu professionalisieren. In einem nuklearen Krieg – so die Logik – wäre der Schutz des Hinterlandes von entscheidender Bedeutung für die Fortführung des Kriegs und die Gesamtbevölkerung in die militärische Einsatzbereitschaft miteinzubeziehen.
Geisterschule Wiltbergstraße: Bereitschaft im Fall von Havarien und Kriegen

Die ZV der DDR sollte bei Katastrophen, schweren Havarien und im Kriegsfall tatkräftige Unterstützung leisten, Schutzmaßnahmen bei ABC-Angriffen treffen und im Zweifel dabei mitwirken, die Operationsfreiheit der eigenen Streitkräfte und der Sowjetverbündeten zu garantieren. Im Herbst 1989 zählte die Organisation etwa eine halbe Million ehrenamtlicher Mitglieder, die in Stabsformationen, Bereitschaften, Bergungs-, Versorgungs- und Sanitätszügen organisiert waren.
Die Zivilverteidigung war weitverzweigt: Neben der territorialen Gliederung waren auch die Betriebe verpflichtet zum eigenen Schutz Einheiten der ZV bereitzuhalten. An Schulungen kam kaum jemand herum, in Betrieben, Hochschulen, Fach- und Oberschulen gehörten sie zum Pflichtprogramm. Die Ausbildung der Angehörigen der Zivilverteidigung erfolgte an ZV-Bezirksschulen – und eine der wichtigsten von ihnen im Raum Berlin war der Standort, der in Buch errichtet wurde.
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Geisterschule Wiltbergstraße: So war die ZV-Bezirksschule aufgebaut
Zu der an der Wiltbergstraße in den 1970er-Jahren gebauten „Bezirksschule für Zivilverteidigung der Stadt Berlin“, die 1982 nach dem Kommunisten, Spanienkämpfer und späteren NVA-Generalmajor Hermann Gartmann (1906–1972) benannt wurde, gehörten neben dem Ausbildungszentrum ein Wachgebäude und ein im Süden angeschlossenes Übungsgelände. Hier standen mehrere ein- bis dreigeschossigen Beton- und Ziegelbauwerke, an denen Praktiken des Zivilschutzes erprobt werden konnten, ein Park- und Appellplatz, ein Heizhaus und eine Abwasserhebeanlage sowie Abstellflächen für den Fuhrpark.
Auf einer dem Parkplatz zugewandten Mauer finden sich heute noch bunte Sockelreste. Hier stand einst die 1982 von der Formation Schlösser des volkseigenen Betriebs (VEB) „Ausbau“ angefertigte Büste des Namenspatrons der ZV-Bezirksschule Berlin-Buch. Bei dem Institutsgebäude handelte es sich um ein langgestrecktes, viergeschossiges Betonbauwerk in Plattenbauweise mit einer Länge von gut 75 Metern und einer Breite von etwa 16 Metern. Am westlichen Gebäudeflügel befand sich der zum Foyer führende Haupteingang mit Treppe und Vordach vor einem etwa zwanzig Meter langen und acht Meter tiefen Risalit, dessen Fassade mit gefärbtem Glas- und Metalleinlagen hervorgehoben war. Zentral über dem Eingang wies eine rechteckige Metalluhr die Zeit, bis sie auf exakt ein Uhr mittags stehen blieb. Am westlichen Gebäudeflügel gab es einen zweiten, kleineren Zugang zum Gebäude, in dessen Inneren sich Seminarraum an Seminarraum schmiegte.
Geisterschule Wiltbergstraße: Modernste Ausstattung samt Videotraining

In einem Artikel anlässlich der Namensgebung 1982 schrieb das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ (ND), in der Bezirksschule „Hermann Gartmann“ in Buch seien seit ihrer Eröffnung „36.000 Führungskader der Zivilverteidigung ausgebildet“ worden, und weiter hieß es zu der Ausbildungsstätte: „In den Kabinetten und beim praktischen Training lernen Schlosser, Maurer, Ingenieure, Betriebs- und Kombinatsdirektoren selbst Formationen auszubilden und operative Einsätze zu leiten. Moderne Unterrichtsmethoden stehen ihnen zur Verfügung, so eine Videoanlage, mit der per Bildschirm komplizierte Entscheidungssituationen simuliert werden können.“
Kein Wunder, dass die ZV-Berlin ihr Glanzstück stolz Gästen präsentierte: „Bei zahlreichen Besuchen von Delegationen der Zivilverteidigung aus anderen sozialistischen Ländern wurden wertvolle Erfahrungen ausgetauscht.“ Zaungäste waren dagegen nicht willkommen. Bei dem Gelände handelte es sich um militärische Sperrzone. Hinter der betonierten Objektzufahrt wurden Besucher am Wachgebäude von uniformierten Posten mit Kalaschnikow empfangen.
Geisterschule Wiltbergstraße: Sanitäts- und Geländeausbildung für Schüler
Die Lehrinhalte am Institut wurden durch die Hauptverwaltung Zivilverteidigung mit Sitz in Berlin-Mitte vorgegeben. Sie erarbeitete im Zusammenspiel mit der höchsten Lehreinrichtung der DDR-Zivilverteidigung im brandenburgischen Beeskow Vorgaben und Richtlinien, die mittels der Bezirksschulen in die Arbeit der ZV-Ausbilder einflossen. An den Instituten wurden außerdem verteidigungsrelevante Forschungsthemen behandelt – wie etwa die instruktiven Studien aus dem Jahr 1971 „analytische Auswertung von chemischen Kampfstoffen“, die der Gegner verwendet, oder auch die „Berechnung der Verluste im Kernwaffenwirkungsherd“.
DDR-Schüler erhielten in der Regel in der 9. Klasse vierzehn Tage unterrichtsfrei, um in die Grundlagen der Zivilverteidigung eingeführt zu werden. In dieser Zeit wurden sogenannte ZV-Lager abgehalten, bei denen die Schüler Sanitäts- und Geländeausbildung erhielten und mit den Grundzügen des Exerzierens und Marschierens vertraut gemacht wurden. Für den gemeinsamen Auftritt kleidete man sich in NVA-Felddienstuniformen oder wählte die DRK-Einsatzkleidung mit Schiffchen.
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Geisterschule Wiltbergstraße: Aus für den ZV-Standort mit der Wende

Auch in Buch wurden neben den regulären Schulungen und Trainingseinheiten regelmäßig Sonderübungen veranstaltet: 1972 beispielsweise die Bergung und Rettung geschädigter Personen aus Anlagen im Katastrophenfall und 1974 trainierten betriebliche Einsatzeinheiten auf dem Gelände der Bezirksschule im Wettstreit miteinander die Erstversorgung, den Verletztentransport mit Hebezügen und den Bau von Behelfsbrücken über die Panke. Die besten Züge Berlins durften zum zentralen Leistungsvergleich der Zivilverteidigung nach Leipzig reisen.
Zwanzig Jahre lang wurde an den S-Bahntrassen Notfallsituationen geprobt, Einheiten auf Katastropheneinsätze vorbereitet und Szenarien des Atomkriegs durchgespielt – immer den Grundsatz der DDR-Zivilverteidigung verinnerlichend, die Abwehr von militärischen Aggressionshandlungen, insbesondere der Wirkung von ABC-Waffen, zu organisieren. Mit der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung 1989/1990 fanden die Planspiele an der Wiltbergstraße ein jähes Ende. Die DDR-Zivilverteidigung wurde aufgelöst und in den Unterrichtsräumen und Fluren der Bezirksschule Buch gingen die Lichter aus.
Geisterschule Wiltbergstraße: THW und Berufsfachschulen übernehmen
Das Areal der Zivilverteidigung in Buch wurde nach der Wende in den Besitz des Landes Berlin überführt. Das Übungsgelände und die dortigen Übungsgebäude erfuhren eine Nachnutzung durch die Gesellschaft für Zivilschutz in Berlin e.V. und wurde 2005 zum Standort des Pankower Ortsverbands des THW. Das alte Institutsgebäude aus den 1970er-Jahren fand auch weiter als Lehreinrichtung Verwendung. Die Räumlichkeiten wurden zwischenzeitlich von mehreren Berufsfachschulen genutzt. In den Fluren und Seminarräumen, in denen einst ZV-Ausbilder geschult wurden, erhielten nun Berufsschüler Unterricht.
Bis Ende der 2000er-Jahre wurde das etwas versteckte liegende Schulgebäude von der 1. Berufsfachschule für Sozialwesen in Pankow genutzt. In der Liegenschaft wurden Auszubildende des Sozialwesens, der Sozialpädagogik und Altenpflege für ihre Tätigkeit qualifiziert, bis die Berufsfachschule mit zwei weiteren Schulen 2008 zum Oberstufenzentrum Sozialwesen II in Friedrichshain fusionierte. Doch bevor sich in Buch endgültig die Pforten schlossen, kam es 2006 an der Schule zu einem dramatischen Vorfall.
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Geisterschule Wiltbergstraße: Amokdrohung 2006 offenbart Polizeischwächen
Ein Jugendlicher hatte an der Schule damit gedroht, Lehrer, Schüler und sich selbst zu erschießen. Die durch die Direktorin alarmierte Polizei nahm die Drohung ernst. Zwei Beamte des Abschnitts 18 näherten sich im Streifenwagen dem Tatort. Eine angeforderte Unterstützung erhielten sie vorerst nicht. Vom zuständigen Lagedienst erfuhren sie, dass berlinweit keine Kräfte zur Verfügung stünden. Erst nach zwölf Minuten konnten fünf weitere Einsatzkräfte geschickt werden. Unterdessen hatten sich die zuerst eingetroffenen Beamten der Schule genähert. Ihre Funkverbindung zur Wache war abgerissen. Informationen erhielten sie nur noch über ihre privaten Handys.
Viel zu wenig Polizei war vor Ort, um das Schulgelände abzusichern und gegebenenfalls Schüler und Lehrer in Sicherheit zu bringen. Knapp 20 Minuten nach dem Notruf schlichen sich zwei Beamte in das Schulhaus. Dort hielten Lehrer den tatverdächtigen 19-jährigen Schüler bereits fest. Der angedrohte Amoklauf in der Schule hatte glücklicherweise nicht stattgefunden. Der Schüler war unbewaffnet, bestritt die Amokpläne und wurde später psychologisch betreut – doch das Kommunikationsdesaster bei der Berliner Polizei hatte ein Nachspiel.
„Es muss schnell geklärt werden, wie eine derart gravierende Fehlinformation zu Stande kommen konnte und wie solche Wiederholungen ausgeschlossen werden können,“ betonte damals Polizeichef Dieter Glietsch. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, der Lagedienst der für den Norden der Stadt zuständigen Direktion 1 hätte Verstärkung in die Schule schicken können. Mehr als 70 Beamte aus zwei Einsatzhundertschaften standen bereit. Ihre Alarmierung hätte durch den zentralen Lagedienst im Polizeipräsidium erfolgen müssen, doch der wurde nicht informiert – ein internes Kommunikationsproblem, das im Ernstfall fatale Konsequenzen hätte haben können.
Geisterschule Wiltbergstraße: Lost Place seit Anfang der 2010er-Jahre
Seit Anfang der 2010er-Jahre stand das Gebäude der ehemaligen Berufsfachschule an der Wiltbergstraße leer und verfiel langsam zu einer abgelegenen Plattenbauruine nahe der Panke. Vandalismus und Verwitterung machte dem alten Lehrgebäude zu schaffen. An der Fassade wurden Wände und Türen großflächig mit Graffiti übersäht; am Eingangsportal der ehemaligen Schule, sammelte sich Schutt, Laub und Scherben eingeschlagener Fenster und die Metallgeländer verfärbten sich in herbstlich-rotbraunen Farben des Rosts, der sie durchfraß.
Da immer mehr Scheiben an der Gebäudefront zu Bruch gingen, drang Nässe in das Gebäude, worunter die Bausubstanz des DDR-Plattenbaus litt. Im Inneren legten sich Lagen von Staub und Dreck auf die vermoderten Überbleibsel ehemaliger Lehrtätigkeit und der Putz blätterte von den Wänden des verwaisten Schulbaus. An den Fluren und Glastüren, konnten Entdecker, die in die Lost-Place-Geisterschule eindrangen, noch Tafeln, Wegweiser und Aushänge finden, die einer längst ausbleibenden Schülerschaft den Weg wiesen. In den Kellerräumen rotteten derweil Gerätschaften der Haustechnik vor sich hin und Buntmetalljäger suchten nach verbliebenen Kabeln und Drähten, um sie zu verwerten. Immer wieder wurden die offensichtlichen Zugänge zu dem DDR-Plattenbau mit Spanplatten versiegelt. Das verwilderte Gelände rund um die baufällig wirkende Ex-Schule wurde außerdem durch einen hohen Zaun gesichert.
Geisterschule Wiltbergstraße: Und wie sieht die Zukunft aus?
Ende der 2010-Jahre gab es noch einmal eine Initiative den Schulstandort wiederzubeleben: Im Sommer 2017 hatte die evangelische Kirchengemeinde Blankenburg sich darum bemüht, eine Sekundarschule einzurichten und dafür zunächst leerstehende FHTW-Gebäude am Blankenburger Pflasterweg und dann das Schulgrundstück an der Wiltbergstraße ins Auge gefasst. Die Idee: Zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 sollte auf dem Schulgrundstück Wiltbergstraße 29g eine evangelische Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe eröffnet werden.
Doch obgleich bereits ein Projektentwickler und ein Schulträger gefunden waren, scheiterte das Projekt einer Privatschule in letzter Sekunde. Die Senatsschulverwaltung hatte den Bezirk angewiesen, das Grundstück als öffentlichen Schulstandort zu sichern. Danach passierte erst einmal nichts mehr auf dem Areal nördlich des THW-Übungsplatzes. In der Liste des Senats als Standort im Rahmen der Schulbauoffensive wurde das Grundstück nicht aufgeführt.
Im August 2023 beschloss das Bezirksamt im Rahmen der Umgestaltung der landeseigenen Flächen die Renaturierung und den Rückbau der baulichen Strukturen der ehemaligen Berufsschule auf dem Grundstück Wiltbergstraße. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als Verwalterin solle dabei unterstützt werden, ein naturschutzfachliches Ausgleichskonzept zu erstellen, um die entsiegelten Flächen naturnah zu entwickeln. Das Lost-Place-Schulgebäude könnte demnach bald unter Abrissbaggern enden und statt Schülerlärm Vogelgezwitscher die Besucher des Gesundheitsparks Panke erfreuen, zu dem die wiederaufbereitete Grünfläche dann gehören soll.





