An der Konrad-Wolf-Straße in Lichtenberg reckt sich, einer Trutzburg gleich, der rotgeziegelte Industriebau einer ehemaligen Zuckerwarenfabrik in den Himmel. Fast zwanzig Jahre lang stand das imposante Bauwerk leer – und verfiel mit der Zeit zu einer der modernen Ruinen, für die das wiedervereinigte Berlin seit den 1990er-Jahren so bekannt war. Graffiti-Sprayer verewigten sich großflächig an den Mauern der Fabrik, in der einst süße Verführungen hergestellt wurden und die nun, nach Jahren des Leerstandes, einen heruntergekommenen Eindruck machten. Neben GPS-Schatzjägern und Urbexern, die das verwilderte Industriegelände auf der Suche nach Geocaches und interessanten Fotomotiven durchstreiften, zog das Gelände auch eine Reihe potentieller Investoren an, die in den Trümmern der alten Schokoladenfabrik Entwicklungspotential schlummern sahen. Alle Infos zu dem ehemaligen Lost Place.

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Das sind die Fakten zur Zuckerwarenfabrik Lichtenberg im Überblick:

  • Adresse: Konrad-Wolf-Straße 78–84, 13055 Berlin-Alt-Hohenschönhausen
  • Geschichte: 1908 hatte sich die Deutsch-Amerikanische Zuckerwarenfabrik Georg Lembke an der heutigen Konrad-Wolf-Straße (damals Berliner Straße) angesiedelt; Anfang der 1950er-Jahre in der DDR enteignet, firmierte der Betrieb bis 1963 unter „VEB Pralina“; bis 1992 wurde in der Fabrik Eisenbahn-Signaltechnik hergestellt, danach Leerstand
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Objekt-Nr. 09045501
  • Status: Ehemaliger Lost Place. 2009 wurde das Areal von Projektentwicklern erworben, die die denkmalgeschützten Fabrikbauten zwischen 2010 und 2011 saniert und zu Wohnraum umgebaut haben; auf der übrigen Fläche entstanden Stadthäuser

Wo lag die Zuckerwarenfabrik genau?

Die imposante Fabrikanlage lag an der Adresse Konrad-Wolf-Straße 78–84. Im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen des Bezirks Lichtenberg. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: GFQM+JG Berlin. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Areal am besten mit den Tramlinien 21 und M5 (Haltestelle Simon-Bolivar-Straße) zu erreichen. Die Straßenbahnstation befindet sich direkt vor dem alten Fabrikgelände. Achtung: Das historische Fabrikgebäude wurden saniert; modernere Anbauten abgerissen. Es handelt sich um Privatgelände. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch

Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Zuckerwarenfabrik Lichtenberg:

Ausgangslage: Gemüseäcker, Obstplantagen und eine Zuckerwarenfabrik

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Erschließung des Berliner Umlandes durch die Industriebahn Tegel–Friedrichsfelde vorangetrieben wurde, profitierten davon auch die damals noch vor den Toren der Stadt gelegenen Gemeinden Weißensee und Hohenschönhausen. Die Industriebahn wurde um die Jahrhundertwende zum Motor für die Ansiedlung von Industriebetrieben im Norden Berlins. Ein zusätzlicher Standortvorteil Hohenschönhausens: die Nähe zur Arbeiterkolonie „Wilhelmsberg“, die sich einst entlang der Landsberger Allee erstreckte, und deren Bewohner, die im Kaiserreich errichteten Fabriken füllten.

Der Orankesee in Berlin Hohenschönhausen, Deutschland
Villenviertel am Orankesee: Ende des 19. Jahrhunderts galt Hohenschönhausen als „Wannsee des Nordens“. Südlich der Berliner Straße entstanden Gewerbe- und Industrieflächen© picture alliance | CHROMORANGE / Karl-Heinz Spremberg

Der soziökonomische Status der Hohenschönhausener schlug sich im Stadtbild des 1920 nach Berlin eingemeindeten Ortsteils nieder: Nördlich der Berliner Straße – der heutigen Konrad-Wolf-Straße – entstanden Ende des 19. Jahrhunderts die Villenviertel am Orankesee und am Obersee, die zur Domäne von Industriellen und Künstlern wurden. Der bis dahin ländliche Landstrich – bekannt für seine Gemüse- und Obstbauern – erhielt als Rückzugsort gutbetuchter Städter den Beinamen „Wannsee des Nordens“. Südlich der Berliner Straße dominierten Arbeiterkieze: mehrgeschossige Mietskasernen für Arbeiterfamilien, Schrebergärten und hoch aufragende Schornsteine von Fabrikbauten. Eine der ersten Industrieanlagen, die hier gebaut wurde, war die Deutsch-Amerikanische Zuckerwarenfabrik von Georg Lembke. Die Leidenschaft des Fabrikanten galt den süßen Dingen. Seine Spezialität: Fondants und Pralinen.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: Pralinen mit Kirschen aus Hohenschönhausen

Lembke sicherte sich ein gut 9000 Quadratmeter großes Grundstück an der Berliner Straße und ließ es mit Fabrikanlagen an der Adresse Berliner Straße 83/84 bebauen. Im angrenzenden Wohnhaus an der Hausnummer 85 wohnte der Süßwarenproduzent selbst – mit erstklassigem Blick auf seine Produktionsanlagen und seine Kirschbäume, für die er auf benachbarten Grundstücken Platz fand. Früchte aus Hohenschönhausen – statt aus dem fernen Piemont – sollten später die Grundlage für eine von ihm produzierte Praline im Stil von „Mon Chéri“ liefern.

Im Jahr 1908 konnte die nach Entwürfen des Friedenauer Baumeisters Karl Eitner errichtete Zuckerwarenfabrik in Hohenschönhausen schlüsselfertig an den Bauherrn übergeben werden. Die Fabriktore öffneten sich für die Belegschaft, die – nachdem die Stechuhren gefüttert und die Arbeitskittel angelegt waren – ihre Arbeitsplätze an den Kakaobohnen-Röstmaschinen, Drillingsmühlen, Längsreibe-Conchiermaschinen und Verpackungsanlagen der Fabrik einnahmen. Die Fabrikation der Zuckererzeugnisse erforderte ein eingespieltes Ineinandergreifen maschineller und manueller Arbeitsschritte. Bis zu 400 Arbeiter sicherten in der Hohenschönhausener Zuckerwarenfabrik die Produktion.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: Edle Schokoladenkultur an der Spree

Die Zeiten waren günstig für Investitionen; der Markt boomte: Nachdem die industrielle Verarbeitung von Zuckerrüben den Rohrzucker-Import ergänzte, hatte Preußen im 19. Jahrhundert seine süße Seite entdeckt. Berlin war zu einem Mekka der edlen Schokoladenkultur geworden. Lokale Pralinen-Manufakturen und Schokoladenhersteller wie „Sarotti“, „Sawade“ und „Rausch“ waren entstanden und groß geworden. Ihre Kreationen, die das heimische Publikum seit 1907 in der berühmten, meterlangen Pralinenauslage des KaDeWe bestaunen konnten, verkauften sich weltweit. Beste Voraussetzungen für Süßwaren aus Hohenschönhausen, die dem Zuckerwarenproduzenten Lembke bald den erwarteten Erfolg bescherten.

Die Spezialität der Deutsch-Amerikanischen Zuckerwarenfabrik waren Pralinen und Fondants – zuckerige Überzüge, die man als Modelliermasse und Schmelzglasur für das Überziehen von Gebäck, Pralinen und Konfekt benötigte. Mengte man der Rohmasse Pfefferminzöl bei, konnten Delikatessen wie Pfefferminzbruch und Bremer Kluten hergestellt werden. Der Erfolg, der hinter den Werkstoren in Hohenschönhausen erwirtschaftet wurde, investierte Lembke in Erweiterungen. Bis 1928 ließ der Fabrikbesitzer benachbarte Grundstücke aufkaufen und Neubauten auf dem Gelände errichten, weil die Nachfrage nach seinen Zuckererzeugnissen stetig gestiegen war.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: So war die Anlage aufgebaut

Das langgestreckte Fabrikgebäude, dessen Frontseite zur Konrad-Wolf-Straße zeigt, wurde bis 1928 um Gebäudeflügel erweitert. Die mit großen Fensteröffnungen versehene Fassade des rotgeziegelten Backsteinbaus war funktional gehalten und nur mit einfachem Bauschmuck gestaltet. Prägende Elemente des fünfgeschossigen Bauwerks blieben die gut sichtbaren Pfeiler und der Mittelrisalit mit großem Haupttor, hinter dem sich im Inneren das Haupttreppenhaus befand. Am Rundbogen des Mittelrisalits zeigte eine überdimensionierte Fabrikuhr den Arbeitern die Zeit an. Das Haupthaus wurde von einem Mansardendach bekrönt. Die 1928 beidseitig ergänzten Erweiterungsflügel trugen Flachdächer.

Vom Haupttreppenhaus aus trennten sich im Inneren in den einzelnen Stockwerken die Arbeitsbereiche auf. Neben Hallen, in denen sich die für die Schokoladen- und Zuckerwerkherstellung benötigten Industriemaschinen und Produktionsstraßen befanden, gab es im Fabrikgebäude Sozialräume für die Belegschaft: Pausenräume, Toiletten, Waschraum und Umkleiden. Die Umbauten und Ergänzungen zwischen 1913 und 1928 waren nach Plänen der Architekten Otto Besse und Joseph Fraenkel vorgenommen worden. Außer dem Hauptgebäude wurden weitere Wirtschaftsgebäude auf dem Areal errichtet.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: Schokolade für die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

Osterhasenproduktion 1934 - Easter Bunny Production / Photo / 1934 -
In den Schokoladenfabriken Berlins waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem Frauen beschäftigt: Osterhasenproduktion am Fließband der Sarotti-Werke in Berlin 1934.© picture alliance / akg-images | akg-images

Vier Jahrzehnte lang produzierte die Deutsch-Amerikanische Zuckerwarenfabrik GmbH von Georg Lembke in Hohenschönhausen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Naschwerk – während des Kriegs auch für die Wehrmacht, wobei in der Produktion 40 polnische und sowjetische Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Die Süßwarenherstellung für den zivilen Bedarf war vom NS-Regime in den 1940er-Jahren eingestellt worden: Ab 1942 war die Verarbeitung von Rohkakao verboten und ab 1944 die Süßwarenproduktion ganz untersagt worden – mit der Einschränkung von staatlichen Aufträgen: Zu wichtig war dem NS-Regime die mit Koffein versetzte „Scho-ka-kola“ als Truppenverpflegung und die mit der Droge Pervitin versetzte „Hausfrauenschokolade“ in Pralinenform.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Hohenschönhausen als Ortsteil von Weißensee zur sowjetischen Besatzungszone des geteilten Berlins und später, nach der Gründung der DDR, zur ostdeutschen Hauptstadt. Die Villenviertel Hohenschönhausens wurden wiederum zur Domäne der Privilegierten – nur das jetzt das Ministeriums für Staatssicherheit die Anwesen an hochrangige Parteimitglieder, bevorzugt Künstler und Sportler, vergab.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: Berliner Bären und DDR-Osterhasen von „Pralina“

Die Zuckerwarenfabrik Robert Lembkes wurde nach 1945 enteignet, die Immobilie ging in die Verwaltung der Stadt Berlin über, die die Schokoladen- und Zuckerwarenproduktion wiederaufnahm. Seit den 1950er-Jahren hieß das Unternehmen „VEB Pralina Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik“. Die im Volksmund alte Schokoladenfabrik genannte Anlage stellte bis Anfang der 1960er-Jahre Süßwaren her.

Unter der Überschrift „Berliner Bären von Pralina“ konnten sich die Leser des Neues Deutschland (ND) 1959 ein Bild machen: „Im VEB Pralina herrscht Hochbetrieb“, stand im Zentralorgan der SED zu lesen: „Die Weihnachtseinkäufe stehen vor der Tür, und wie jedes Jahr, wenn es auf Festtage zugeht, sind etwa 260 fleißige Händepaare eifrig dabei feinste Weißenseer Schokoladen und Zuckerwaren herzustellen.“ Die Händepaare gehörten überwiegend Frauen. In der Produktion waren Gießerinnen, Einkäuferinnen, Lagerarbeiterinnen, Süßwarenspezialistinnen und Co. eingesetzt. Sie bildeten drei Arbeitsbrigaden, die 1959 in Anerkennung ihrer Leistungen die „Wanderfahne des Magistrats von Groß-Berlin“ erhielten.

1959 stellte das Werk – auch dies war im ND zu lesen – die „bekannte Pralina-Mischung“ in drei Größen von 125 bis 500 Gramm, Marzipan-, Persipan- und Schokoladenfiguren her. Außerdem böte das Sortiment „Weinbrand-Bohnen mit Kruste, Tutti-frutti mit Schokolade, Nougat- und Relief-Pralinen“. Für die Weihnachtszeit konnte erstmalig die „Hohlkörperproduktion von Berliner Bären und Osterhasen in Cellophan“ aufgenommen werden. Sichtlich freuten sich die Genossen des ND auf die Festtage – ob etwas von der Produktion im örtlichen Konsum ankam, bleibt offen. Wenige Jahre später waren die süßen Zeiten für Pralina vorbei.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: Im Dienste der Bahn seit den 60er-Jahren

Zum 31. Dezember 1962 wurde die Produktion von Pralina eingestellt und das Unternehmen aus dem Handelsregister gelöscht. Die Hohlkörpermaschine für Osterhasen und Berliner Bären gaben die Hohenschönhausener an die ehemalige Trumpf-Schokoladenfabrik „VEB Elfe“ in Weißensee ab. Die Fabrik an der Konrad-Wolf-Straße wurde grundlegend umgestaltet; die Produktion auf dringlichere Bedürfnisse umgestellt. Ab 1963 produzierte man in der ehemaligen Zuckerwarenfabrik als Außenstelle des „VEB Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin“ (WSSB) für das ostdeutsche Schienensystem: Hauptsächlich im Bereich der Signaltechnik für Stellwerke.

Die Zweigstelle in der Konrad-Wolf-Straße diente als Auslieferungslager der Werke in Treptow und Lichtenberg. In den 1980er-Jahren ließ das WSSB am Standort Hohenschönhausen noch Unterkunfts- und Bürobaracken errichten: Eine 18-teilige „Raumzelleneinheit“ vom Typ „Dölbau“ ergänzte bis zur Wende den Produktionsstandort. Nach der Wiedervereinigung wurde WSSB durch die Siemens AG übernommen – doch der Standort an der Konrad-Wolf-Straße wurde nicht mehr benötigt und das Werk 1992 geschlossen. Seitdem stand es leer.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: In den 1990er-Jahren wurde die Fabrik zum Lost Place

Das Grundstück und das alte Fabrikgebäude in Alt-Hohenschönhausen waren den Erben der Familie Lembke rückübertragen worden, doch auseinandergehende Vorstellungen des Stadtbezirks und der deutsch-amerikanischen Erbengemeinschaft verhinderten lange Zeit einen Fortschritt an dem Fabrikgelände, das sich mit den Jahren zunehmend in eine Ruinenlandschaft verwandelte. Der lange Leerstand führte in Verbindung mit Vandalismus zu erheblichen Schäden. Der Dachstuhl wurde fast vollständig morsch; Feuchtigkeit drang in die Gemäuer und die Fassaden wurden mit den Jahren mit immer mehr Graffiti überzogen.

Wildwuchs nahm von dem Areal beschlag und Büsche und Pflanzen rankten sich an den historischen Fabrikmauern empor, die über fast ein Jahrhundert lang die Industrialisierung Hohenschönhausens und Berlins begleitet hatten und die Wirkungsstätte von Generationen von Werktätigen gebildet hatten. Jetzt war die alte Schokoladenfabrik zu einer Geisterstätte geworden, die nur noch abenteuerlustige Entdecker, Graffiti-Sprayer und Jugendliche auf der Suche nach einem Ort zum Feiern anzog. Die Industrieruinen mit ihren vereinzelten Überresten früheren Gebrauchs und rätselhaften Einbauten bildeten die perfekte Kulisse für die Freunde verlassener Orte in der Hauptstadt, die das Lost-Place-Areal für Foto- und Filmaufnahmen nutzten.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: Pläne für ein Hotel in der Schokoladenfabrik platzten

18 Jahre lang stand die ehemalige Zuckerwarenfabrik in Alt-Hohenschönhausen leer. Obwohl mehrere Investoren dort vor allem Gewerbe ansiedeln wollten, wurde keiner dieser Pläne verwirklicht. Von Schandfleck und Abriss war bis 2010 die Rede. Immerhin: Die Bausubstanz der Grundwände und der Decken des langgestreckten Industriebaus blieben während der Zeit des Leerstandes weitgehend stabil.

Nachdem sich die deutsch-amerikanische Erbengemeinschaft lange nicht zum Verkauf entschließen konnte, hatte 2006 der Bayreuther Investor Harry Krause die marode Immobilie erworben. Er beauftragte die Berliner Momper Projektentwicklungs GmbH, deren Geschäftsführer Berlins ehemaliger Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD) war, mit der Umsetzung des Bauvorhabens. Die Pläne sahen Lebensmittelmärkte, ein dänisches Bettenhaus, ein Sporthotel, Dienstleister und Seniorenwohnungen vor. Doch zu einem Hotel in der alten Süßwarenfabrik kam es nicht – 2008 sprang der Investor aus dem laufendem Bauplanungsverfahren ab, nachdem sich seine Vorstellungen der für Gewerbe freigegebenen Fläche nicht realisieren ließen.

Zuckerwarenfabrik Lichtenberg: Luxuswohnungen, wo einst Schokolade floss

Ende 2009 konnten endlich erhaltende Baumaßnahmen an der alten Schokoladenfabrik beginnen. Die Investoren Arndt Ulrich und Lutz Lakomski waren als Projektentwickler eingesprungen. Ihre Vorstellungen: Eine behutsame Sanierung des denkmalgerechten Fabrikgebäudes und der Umbau zu Wohnappartements. Unter Leitung der eigens gegründeten „Gesellschaft Wohnen“ entstanden zwischen 2010 und 2011 im historischen Fabrikgebäude 70 Luxus-Lofts.

Von außen sichtbare Veränderungen am Fabrikgebäude waren der Aufbau eines Staffelgeschosses auf dem Dach und das Anbringen von Balkonen an der Straßenfront der Seitenflügel. Eine historische Werksmauer wurde in einem Abschnitt erneuert. Im Inneren wurde das Gebäude weitgehend entkernt und eine neue Raumaufteilung vorgenommen. Neben Haustechnik und Versorgungsleitungen erfolgte der Einbau von vier Aufzügen.

Der Umbau des Altbaus und die Entwicklung des Areals schlugen mit rund 25 Millionen Euro zu Buche. Teile des Geländes veräußerten die neuen Eigentümer an andere Investoren. So entstanden von Herbst 2010 an auf der Rückseite zur Mittelstraße hin Dutzende Stadthäuser und fünf Gebäude mit Mietwohnungen, die an die städtische Baugesellschaft Howoge verkauft wurden.