Baustadtrat Andreas Geisel (SPD): "Der Investor aus Bayern hat überraschend aufgegeben und ist aus dem laufenden Bauplanungsverfahren ausgestiegen." Grund seien Unstimmigkeiten über die Größe der Verkaufsflächen von Einzelhandelsmärkten gewesen.
Der Bayreuther Unternehmer Harry Krause hatte 2006 von einer amerikanisch-deutschen Erbengemeinschaft, die sich zehn Jahre lang nicht über einen Verkauf einigen konnte, den Zuschlag für die Immobilie erhalten. Er wollte etwa zwölf Millionen Euro in Modernisierung und Umbau investieren. Mit der Umsetzung war die Momper Projektentwicklungs GmbH beauftragt, deren Geschäftsführer seit 1993 Abgeordnetenhaus-Präsident Walter Momper ist. Die Pläne sahen Lebensmittelmärkte, ein dänisches Bettenhaus und Sporthotel, Dienstleister und Seniorenwohnungen vor, in einer späteren Phase hinter dem Grundstück auch Reihenhäuser oder Stadtvillen.
Ursprünglich waren 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche anvisiert. Mit dem Bezirksamt, das negative Auswirkungen auf Händler der Umgebung befürchtete und nur 2500 Quadratmeter zulassen wollte, verständigte sich der Investor auf einen Kompromiss von 3500 Quadratmetern. Doch die Senatsbauverwaltung beharrte auf 2500 Quadratmetern. Daran änderte auch ein unabhängiges Gutachten nichts, das Momper in Auftrag gegeben hatte. Mit dem Ausstieg des Investors, der auch den Kauf rückgängig gemacht haben soll, sei Mompers Firma aus dem Rennen, hieß es dort gestern. Ansonsten hätte sie das Bauvorhaben, wie bei all ihren Projekten, bis zur schlüsselfertigen Übergabe betreut.
Geisel zeigt sich trotzdem verhalten optimistisch: "Wir haben einen neuen Investor in Aussicht, der in die Planungen einsteigen will." Es soll sich um eine Gesellschaft handeln, die derzeit in Oberschöneweide ein Einkaufszentrum errichtet. Den Namen will er nicht nennen. Auf dem Bauschild steht: GPU + Germania-Projekt Fuststraße GbR. Geisel hofft jedoch, dass in die Schokofabrik weniger Supermärkte und dafür Restaurants oder Künstler-Werkstätten einziehen.
1908 hatte sich die Deutsch-Amerikanische Zuckerwarenfabrik Georg Lembke an der damaligen Berliner Straße angesiedelt. Anfang der 1950er-Jahre enteignet, firmierte der Betrieb bis 1963 unter dem Namen VEB Pralina. Dann wurde in dem Gebäude bis 1992 Eisenbahn-Signaltechnik hergestellt.

