Es ist eines der berühmtesten Berliner Gebäude, die nicht mehr existieren: die Deutschlandhalle in Westend. 1935 von den Nazis als Halle für Shows, Sportereignisse und NS-Propagandaveranstaltungen errichtet, wurde das im Krieg zerstörte Gebäude in der Nachkriegszeit am selben Ort wiederaufgebaut. Jimi Hendrix, David Bowie, Herbert Grönemeyer – sie alle haben hier gespielt und Tausende Berliner begeistert. Mehr als 60 Jahre lang war die Deutschlandhalle eine der zentralen Veranstaltungsorte (West-)Berlins, bevor die Halle in den 2010er-Jahren gesprengt wurde. Die wichtigsten Infos zu dem ehemaligen Lost Place.
Das sind die Fakten zur Deutschlandhalle im Überblick:
- Adresse: Messedamm 26, 14055 Berlin-Westend
- Geschichte: 1935 nach Entwürfen des Hallendirektors Franz Ohrtmann (1894–1969) errichtet; 1943 bei einem Luftangriff von einer Brandbombe getroffen und zerstört; in den 1950er-Jahren als West-Berlins größte Veranstaltungshalle wiederaufgebaut; 1998 geschlossen; ab 2001 als Eissporthalle genutzt; 2009 stillgelegt
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Das Gebäude war 1995 unter Denkmalschutz gestellt worden
- Status: Ehemaliger Lost Place. Die Deutschlandhalle wurde 2011/2012 abgerissen. Am Ort der Deutschlandhalle entstand zwischen 2012 und 2014 für rund 83 Millionen Euro die City-Cube-Messehalle
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Wo lag die Deutschlandhalle genau?
Die Deutschlandhalle lag auf dem Grundstück Messedamm 26 im Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man das Gelände am besten vom S-Bahnhof Messe Süd/Eichkamp (S3, S9) aus. Der Bahnhof befindet sich direkt gegenüber dem Messegelände und dem heutigen City Cube, der auf dem Standort der ehemaligen Deutschlandhalle errichtet wurde. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch
Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Deutschlandhalle:
Deutschlandhalle: NS-Prestigebau für die Olympischen Spiele 1936

Berlin 1936 – die mit Hakenkreuzfahnen geschmückte Reichshauptstadt empfing Sportdelegationen aus der ganzen Welt. Für die Inszenierung ihres faschistischen Sommermärchens war den Nationalsozialisten jedes Mittel recht. Minutiös waren die Olympischen Sommerspiele unter der Leitung von Propagandaminister Joseph Goebbels, dem Sportfunktionär Carl Diem und Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten vorbereitet worden. Drei Millionen Besucher vor Ort reagierten begeistert; ebenso die große Mehrzahl der internationalen Pressevertreter.
Ein Garant des Erfolgs: die großen Sport- und Festbauten, die überall in der Stadt in den 1930er-Jahren in Rekordtempo errichtet wurden – das Olympiagelände, mit dem Olympiastadion, dem Maifeld und dem Olympia-Schwimmstadion, die Waldbühne und nicht zuletzt die Deutschlandhalle am Messegelände, die bis zu 16.000 Zuschauern Platz bot und damit weltweit zu den ältesten Veranstaltungsarenen dieser Dimension zählte. In der Halle fanden 1936 die Wettbewerbe im Gewichtheben, Ringen und Boxen statt.
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Deutschlandhalle: So war die Sporthalle konstruiert

1935 wurde der Grundstein für die Deutschlandhalle auf einem rund vier Hektar großen Areal nahe dem S-Bahnhof Eichkamp – dem heutigen S-Bahnhof Messe Süd – gelegt. Im Eiltempo von nur neun Monaten Bauzeit zwischen März und November 1935 errichtet, war die Deutschlandhalle mit 300.000 Kubikmetern umbauten Raums zum Zeitpunkt ihrer Einweihung die größte Mehrzweckhalle der Welt. Die Pläne für den Kolossalbau gingen auf den NS-Sportfunktionär und Hallendirektor Franz Ohrtmann (1894–1969) und den Bauunternehmer Fritz Wiemer zurück, die das Bauwerk im Auftrag der Deutschlandhallen AG planten.
Bei dem Veranstaltungsbau handelte es sich um eine quaderförmige Stahlhalle, die eine elliptische Arena im Inneren einschloss. Das 117 Meter lange und 83 Meter breite Bauwerk war als verputzter Stahlbetonskelettbau mit Mauerwerk ausgeführt. Die gewaltige, die Halle überspannende Dachtragwerkskonstruktion aus Stahl galt als architektonische Meisterleistung ihrer Zeit.
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Deutschlandhalle: Kolossalbau für die Spiele und die Partei

Die Deutschlandhalle war ein Ort der Superlative: Imposant war bereits der als Portikus ausgeführte Eingangsbereich zur Halle, der hinter einem großen Parkbereich direkt hinter der Avus-Start-und-Ziel-Tribüne lag. Besucher, die die Halle betraten, wurden von ihren schieren Ausmaßen beeindruckt. Unterstützt durch die Lichtführung, schufen die sich endlos erstreckenden, gestaffelten Ränge einen Raum für den Rausch und den Taumel der Menge. Ein nützlicher Effekt nicht nur für die Olympischen Spiele. Von Baubeginn an war klar, die Halle sollte der NSDAP als Versammlungsort dienen – ein gewaltiges „Parteilokal“ für die zahlreichen Mitglieder in der Reichshauptstadt.
Am 29. November 1935 wurde die Deutschlandhalle in Anwesenheit von Adolf Hitler und Joseph Goebbels feierlich eröffnet. Bei der Eröffnungszeremonie und Einweihungsrede Hitlers drängten Zehntausende Menschen in die Veranstaltungshalle, die eigentlich für deutlich weniger Personen ausgelegt war. Regulär boten die bestuhlten Ränge und Tribünen 10.000 Besuchern Platz; wurde der Innenraum bestuhlt, passten bis zu 16.000 Menschen in das Gebäude. Eine Woche nach der Eröffnungsfeier fand die sportliche Generalprobe statt: ein 100-Kilometer-Mannschaftsradrennen auf einem 208 Meter langen Holzpistenrundkurs. Noch im selben Jahr wurde in der Halle das weltweit erste Reitturnier in einem geschlossenen Raum ausgetragen.
Deutschlandhalle: NS-Veranstaltungen, Shows und Sensationen

Nachdem in der Deutschlandhalle während der Olympischen Spiele 1936 das Ringerturnier, die Wettkämpfe der Gewichtheber und das Boxturnier ausgetragen wurden, diente die Halle in den Folgejahren der nationalsozialistischen Partei für Massenveranstaltungen, zur Durchführung von Sportveranstaltungen und für die Aufführung von Shows und Revuen.
Insbesondere die von Deutschlandhallenchef Franz Ohrtmann und Zirkusdirektor Lorenz Hagenbeck konzipierte Zirkus- und Varieté-Show „Menschen, Tiere, Sensationen” war seit ihrer Premiere 1937 ein Publikumserfolg, die reihenweise Weltklasse-Artisten nach Berlin anzog. Daran änderte sich auch nichts, als im Januar 1940 die talentierte Hochseilartistin Camilla Mayer in den Tod stürzte, nachdem ein 20-Meter-Stahlmast während ihrer Vorstellung in Berlin brach. 1938 war die Halle Austragungsort der ersten Handball-Weltmeisterschaft der Männer, und im selben Jahr fand während der Kolonialrevue „Ki sua heli” der weltweit erste Hallenflug mit einem Hubschrauber vor Publikum statt.
Die berühmte Starpilotin Hanna Reitsch (1912–1979) steuerte den Versuchshubschrauber Focke-Wulf Fw 61. Die Maschine verunglückte beim zweiten Testflug schwer, doch anstatt die gefährlichen Flugmanöver vor Zuschauerrängen zu streichen, wurde kurzerhand auf eine Ersatzmaschine zurückgegriffen. Die Einsätze in der Show glückten, doch die Begeisterung hielt sich in Grenzen: Auf der Tribüne kämpften die Besucher mit Staub, den die Maschine aufwirbelte.
Deutschlandhalle: Bombentreffer 1943 zerstörte die vollbesetzte Halle

Der Spielbetrieb wurde im Krieg fortgesetzt, bis am 16. Januar 1943 eine Fliegerbombe die Halle während einer vollbesetzten Vorstellung von „Menschen, Tiere, Sensationen” traf. Das Dach brannte vollständig aus und hinterließ ein Trümmerfeld. Wie durch ein Wunder kamen bei dem Fliegerangriff weder Menschen noch Tiere ums Leben – erstaunlich auch, weil viele Besucher später angaben, dass sie während der Flucht von Tieffliegern beschossen worden seien. Von der Deutschlandhalle blieb nach den Löscharbeiten nur eine verfallene Kriegsruine ohne Dach übrig, die die nächsten 13 Jahre funktionslos am Messegelände brachlag. Eine der vielen Kriegsnarben der verwüsteten Stadt und das erste Mal, dass die Deutschlandhalle zum Lost Place wurde.
Nach dem Ende des Krieges 1945 gehörte Westend als Ortsteil von Charlottenburg zusammen mit Wilmersdorf, Spandau und Tiergarten zum britischen Sektor des geteilten Berlins. Bereits 1949 beschloss der Magistrat von Groß-Berlin den Wiederaufbau der Deutschlandhalle. Ein Haken: Die benötigten elf Millionen Mark sollten private Investoren aufbringen – und die fehlten zunächst. Erst Mitte der 1950er-Jahre schaffte es der Senat, Banken, Industrie und vermögende Privatleute zur Gründung einer Aktiengesellschaft zu bewegen, die das nötige Kapital für den Wiederaufbau stellte.
Deutschlandhalle: Neubau ersetzte die Nazi-Ruine am Messedamm

Am 19. Oktober 1957 fand die Wiedereröffnung statt. Das Konzept blieb – und auch der Gründungsdirektor Franz Ohrtmann war wieder als Hallendirektor mit dabei. Die Zirkusshow „Menschen, Tiere, Sensationen“ blieb auch in West-Berliner Zeiten das Aushängeschild der Deutschlandhalle. Dazu gesellten sich erneut Musik-, Show- und Sportveranstaltungen, große Produktionen wie „Holiday on Ice“, das klassisch aufwendig inszenierte Militärmusikfest der Briten „British Berlin Tattoo“, das Reit- und Springturnier und das Sechstagerennen.
Während die Innenraumgestaltung der Halle weitgehend dem ursprünglichen Zustand ähnlich blieb, war der Eingangsbereich der Deutschlandhalle umgestaltet und die Fassade im typisch funktionalen Design der 50er- und 60er-Jahre neu gestaltet worden. Die Pläne für den Wiederaufbau lieferte der Architekt Paul Schwebes (1902–1978). Die offene Pfeilerhalle war durch einen einfach gestalteten Mittelrisalit mit Vordach ersetzt worden, an dessen Fuß eine Reihe von Doppelstahltüren den Eingangsbereich bildete.
Die Fassade wurde durch flächige Betonelemente strukturiert, die von lamellenartige Fensterbändern durchbrochen waren. Über dem Eingang prangte in großen grünen Versalien das Wort „Deutschlandhalle“. Die völlig neue, freitragende Dachkonstruktion aus Spannbeton führte später wiederholt zu Problemen. Nachdem das Dach der Berliner Kongresshalle eingestürzt war, wurde die Deutschlandhalle vorsorglich im Sommer 1980 für Sanierungen gesperrt.
Deutschlandhalle: Das waren die legendärsten Momente, Auftritte und Skandale

Im geteilten Berlin war die Deutschlandhalle die größte Veranstaltungshalle im Westteil der Stadt und mit ihren Shows ein Garant großer Unterhaltung. Generationen von Berlinern verbanden mit der äußerlich klobigen Halle denkwürdige Momente und persönliche Erinnerungen. Unvergessen der Auftritt Klaus Kinskis bei der Uraufführung seines Programms „Jesus Christus Erlöser“ 1971, der im Eklat endete, unvergessen auch die zahlreichen Auftritte internationaler Stars. Kaum eine große Band fehlte: von Abba bis zu den Rolling Stones.

Einer der legendären Bowie-Auftritte wurde im Film „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1981) nachinszeniert. Zehntausende haben in der Deutschlandhalle mit Frank Zappa, The Who, Queen, Pink Floyd und Jimi Hendrix ihre ersten großen Konzerte erlebt, waren bei Eishockey-Spielen zugegen und feuerten Fußballstars wie Lothar Matthäus bei Hallenturnieren an. 1967 drückte der damalige Außenminister und spätere Bundeskanzler Willy Brandt (1913–1992) in der Deutschlandhalle auf den Startknopf fürs Farbfernsehen, es gastierten das Bolschoi-Ballett und das Deutsche Eistheater.
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Deutschlandhalle: Gratis-Festival nach dem Fall der Berliner Mauer

Nach dem Umbau des Innenraums 1973 demonstrierte Herbert von Karajan mit den Philharmonikern die verbesserte Akustik der Halle, die seitdem vermehrt für Rock-, Pop- und klassische Konzerte genutzt wurde, aber auch weiterhin für Shows und sportliche Highlights stand: 1979 konnten die West-Berliner einen Drei-Runden-Schaukampf zwischen Muhammad Ali und dem deutschen Meister Georg Butzbach verfolgen; die Harlem Globetrotters besuchten auf ihrer Tour die Halle regelmäßig, und auch Alba-Fans dürfte die Spielstätte in guter Erinnerung sein: 1995 gewannen die Berliner dort legendär den Korać-Cup.
Eine der eindrucksvollsten Veranstaltungen fand drei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer statt. Unter dem Motto „Konzert für Berlin“ wurde am 12. November 1989 spontan ein Festival organisiert, bei dem zahlreiche Künstler und Bands – darunter Nina Hagen, Udo Lindenberg, Neil Diamond, Joe Cocker, die Toten Hosen, Silly, Pankow und BAP – gratis auftraten und mit 50.000 Besuchern die friedliche Revolution feierten.
Deutschlandhalle: Tragische Entwicklung nach der Jahrtausendwende

Wenige Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer offenbarte die Deutschlandhalle bauliche Mängel, die nicht mehr durch notdürftige Reparaturen am Hallendach auszubessern waren. Das 1995 – zum 60. Jubiläum der ersten Deutschlandhalle – noch unter Denkmalschutz gestellte Bauwerk wurde 1998 wegen Sanierungsbedarf geschlossen. Der in der Frage damals gespaltene Berliner Senat erwog trotz der Unterschutzstellung auf Drängen der Messegesellschaft einen Abriss. Im Raum stand die Neubebauung des Areals durch ein mehrgeschossiges Parkhaus. Erst nach gesellschaftlichem Druck und Protesten wurde der Plan aufgeschoben.
Die weitere Entwicklung verlief geradezu tragisch: Erneut wurde die immer noch für den Publikumsverkehr gesperrte Deutschlandhalle zu einem Lost Place. Die traditionsreiche, aber stark sanierungsbedürftige Halle stand um die Jahrtausendwende jahrelang ungenutzt – ohne Wartung, Sanierung oder Renovierung – am Messegelände leer, mit den erwartbaren Folgen für die Bausubstanz des vor sich hindämmernden 50er-Jahre-Bauwerks. Ohne Nutzungskonzept drohte die Halle zu einem der vielen vernachlässigten Orte des wiedervereinigten Berlins zu verkommen und als moderne Ruine zu enden. Dreieinhalb Jahre dauerte der Leerstand an, bevor sich erneut Publikumsschlangen vor dem Eingang bildeten: Menschen in schwarz-weiß-roten Vereinsfarben mit riesigen Schaumstofffingern und Mini-Zambonis.
Deutschlandhalle: Wiedereröffnung als Sporthalle mit Eisfläche

Nachdem die benachbarte Eissporthalle an der Jafféstraße zugunsten eines Südeingangs zum Messegelände abgerissen worden war, wurde die Deutschlandhalle bis zum April 2001 zur Eissportarena umgebaut. Die Arena war mit einer Eisfläche und mehreren Kabinen versehen worden, um dem Eishockey-Verein Berlin Capitals und Amateurvereinen ersatzweise eine Spielstätte zu bieten. Im September 2001 begann der Eissportbetrieb in der Halle. Zunächst war nur ein temporärer Betrieb von maximal drei Spielzeiten angedacht – am Ende wurden es acht Jahre, in der die zwischenzeitlich immer wieder wegen akuter Einsturzgefahr, baulicher Mängel und Dacherneuerungen geschlossene Halle dem Eishockey-Sport zur Verfügung stand.

Inzwischen verfolgte auch die Messe GmbH neue Pläne für das Filetgrundstück gegenüber dem S-Bahnhof Messe Süd: Seit 2005 machte die Messegesellschaft Stimmung für die Idee, die denkmalgeschützte Deutschlandhalle abzureißen und das frei werdende Areal für ein neues Kongresszentrum zu nutzen: das „Deutschlandhallen Convention Center“. Bis zu 63 Millionen Euro waren damals für den Neubau veranschlagt – am Ende wurden es rund 83 Millionen Euro.
Deutschlandhalle: Letztes Kapitel begann mit einem Knall

2008 beschloss der Berliner Senat den Abriss der Deutschlandhalle – und für die Eissportfreunde gleichzeitig den Neubau einer Eishalle nahe der Glockenturmstraße, die 2012 als Eissporthalle Charlottenburg eröffnete. 2009 schlossen sich die Pforten der Deutschlandhalle, zwölf Jahre nachdem ihre Traditionsshow „Menschen, Tiere, Sensationen“ eingestellt worden war, endgültig. Doch noch waren die Kämpfe um die Halle, mit der viele Erinnerungen verknüpft waren, nicht beendet: Nachdem der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf versucht hatte, den bevorstehenden Abriss zu verhindern, zog der Senat das Verfahren an sich und setzte den Abriss durch, der Ende 2011 mit einem Knall begann.
Am 3. Dezember 2011 wurde das Dach des Bauwerks, das jahrzehntelang Probleme bereitet hatte, gesprengt. Das letzte Kapitel eines Ortes war eingeläutet, der viele Jahrzehnte lang (West-)Berliner Veranstaltungsgeschichte geschrieben hatte. 2012 wurden die Reste der Halle am Messedamm mit schwerem Gerät beseitigt und der Baugrund für die an dem Ort errichtete Messehalle City Cube Berlin vorbereitet. Der 20.000 Quadratmeter große, zweigeschossige City Cube wurde im Mai 2014 eröffnet und ersetzte als Messezentrum das asbestbelastete, leer stehende – und inzwischen selbst zu einem der größten Lost Places Berlins verfallene – Internationale Congress Centrum (ICC).
Von der Deutschlandhalle blieb – außer Erinnerungen – ein Straßenschild an der Königin-Elisabeth-Straße 6. Unverdrossen weist es auch mehr als zehn Jahre nach dem Abriss der Halle Autofahrern den Weg. Rechts und links der Aufschrift „ICC, Messegelände und Deutschlandhalle“ weisen zwei schwarze Pfeile über der Fahrbahn der rechten Spur geradeaus in die Berliner Vergangenheit. Ein weiteres Zombie-Schild mit Hinweis auf die Deutschlandhalle ist an der Halenseestraße auf der Höhe 52°30‘03.4“N 13°16‘52.8“E zu finden.


