In Berlin lassen sich eine Vielzahl von Schrottimmobilien und Geisterhäusern finden, verfallene Eckhäuser inmitten der Stadt, Neubauruinen und abbruchreife Wohnkasernen. Auf Blogs und bei YouTube verfolgen Tausende die Streifzüge von Abenteuerlustigen an vergessene Orte in der Lost Place-Hochburg Berlin. Eine Gegend, die bei der Jagd nach den verborgenen Stätten des Verfalls oft außen vor bleibt, weil man nicht sofort an sie denkt, wenn es um verwahrloste Immobilien und verfallene Geisterhäuser denkt, ist die Villenkolonie Grunewald im Süden der Stadt – und doch wird man auch hier fündig. An der Winkler Straße am Koenigssee steht ein imposantes Herrenhaus aus der Zeit der Weimarer Republik seit mehr als 30 Jahren leer. Die wichtigsten Infos zu dem Lost Place.

Das sind die Fakten zur Villa Winkler Straße im Überblick:

  • Adresse: Winkler Straße 2A, Ecke Baraschstraße 18, 14193 Berlin-Grunewald
  • Geschichte: Die Villa wurde zwischen 1921 und 1923 nach Plänen des Architekten Paul Zucker (1888–1971) für den Lampenfabrikanten Felix Israel errichtet; in den 1940er-Jahren zog der NS-Funktionär und Gauleiter Josef Wagner (1899–1945) ein; nach dem Krieg wurde das Bauwerk ab 1951 als Privatklinik genutzt; Leerstand seit Anfang der 1980er-Jahre
  • Führungen: Keine öffentlichen – Kaufinteressenten dürften eine Begehung vereinbaren können
  • Denkmalschutz: Objekt-Nr. 09046590
  • Status: Lost Place. 2009/2010 fanden zuletzt größere Umbauten am Dachstuhls und eine Sanierung des Objekts statt. Die leerstehende Villa soll verkauft werden.

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Wo liegt die Villa genau?

Die Villa liegt am Koenigssee an der Adresse Winkler Straße 2a im Ortsteil Grunewald des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Grundstück lauten: F7QC+PH8 Berlin. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Anwesen am besten mit der Buslinie M19 (Haltestelle Erdener Straße) zu erreichen. Von der Station ist es ein etwa sechsminütiger Fußweg entlang der Baraschstraße bis zu dem Grundstück. Alternativ kann auch der S-Bahnhof Grunewald (S7) genutzt werden, von dem aus man rund 10 Minuten zu Fuß benötigt. Achtung: Es handelt sich um Privatgelände. Das Betreten des Grundstücks ist Unbefugten nicht erlaubt. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch

Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Villa Winkler Straße:

Ausgangslage: Gründung der Millionärskolonie Grunewald

Grunewald Wilmersdorf Berlin, Partie am Königssee
Grunewald war Anfang des 19. Jahrhunderts eine der begehrtesten Wohnlagen in Berlin. Die undatierte Postkarte um die Jahrhundertwende zeigt den Koenigssee.© picture alliance / arkivi | ---

Im Gegensatz zu den Gartenstädten, die Ende des 19. Jahrhunderts in Lichterfelde und Friedenau, Lankwitz und Westend entstanden, um nach englischem Vorbild dem Bürgertum die Flucht in den grünen Speckgürtel der Hauptstadt zu ermöglichen, war die Villenkolonie Grunewald von Anfang an als exklusives Refugium der schwerreichen Oberschicht Berlins geplant. Damals noch vor den Toren der Stadt gelegen hatten die Projektentwickler der später „Millionärskolonie“ genannten Wohnsiedlung 1889 die brillante Idee, die für die Bebauung nötige Trockenlegung des westlichen Grunewaldrandes mit der Anlage von vier künstlichen Gewässern zu verbinden.

Nachdem polnische Gastarbeiter hunderte Bäume des Forstes gefällt und die durchschnittlich gerade einmal 1,70 Meter tiefen Zierteiche ausgehoben hatten, konnten an den neuen Gewässern des Diana-, Koenigs-, Hertha- und Hubertussee Dutzende Parzellen als hochattraktive Filetgrundstücke mit parkähnlichen Gärten und eigenem Uferbereich für die Errichtung hochherrschaftlicher Villen verkauft werden. Eines der begehrten Baugrundstücke: ein rund 5000 Quadratmeter großes Areal am Koenigssee.

Nebenbei bemerkt hatte die Namensgebung des Sees keinen royalen Bezug, sondern ehrte einen der Gründungsväter und Finanziers der Villenkolonie Grunewald, den Bankier und Mäzen Felix Koenig (1846–1900), der in der Nachbarschaft mehrere Grundstücke besaß.

Geistervilla Winkler Straße: So war das Gebäude konzipiert

Bachlauf zwischen Dianasee und Koenigssee, Hasensprung, Grunewald, Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin, Deutschland, Europa
Ein Bachlauf zwischen Dianasee und Koenigssee in Berlin-Grunewald.© picture alliance / imageBROKER | Schoening

Die Bebauung des Grundstücks an der Straßenkreuzung Winkler Straße 2a zur heutigen Baraschstraße erfolgte relativ spät – Anfang der 1920er-Jahre – , da die Fläche erst nach einer Parzellierung des benachbarten Grundstücks Winkler Straße 4 frei wurde. Eine frühe Nachverdichtung in der Millionärskolonie. Eigentümer beider Grundstücke war zu dieser Zeit der Berliner Lampenfabrikant Felix Israel. Neben der bereits bestehenden Villa ließ er sich auf dem neuen Baugrund ein luxuriöses Traumhaus errichten, welches er später auch bezog.

Die Pläne für die Villa stammten aus der Feder des freien Architekten und damaligen Dozenten für Kunstgeschichte, Architektur und Stadtplanung an der Lessing-Hochschule, Paul Zucker (1888–1971), der bis in die 1930er-Jahre zahlreiche aufwendige Landhäuser im Süden Berlins konzipierte. Zucker richtete die Villa nicht nach einer der Baufluchten der Straßen aus, sondern orientierte sie in strenger Nordsüdausrichtung auf den Kreuzungsbereich der Straße hin, deren Platzwirkung er damit entfaltete. Auf einer Baufläche von knapp 500 Quadratmetern plante Zucker die Israel-Villa als dreigeschossiges Bauwerk mit rechteckigem Grundriss.

Geistervilla Winkler Straße: 1923 konnte die Traumvilla bezogen werden

Dem hohen Walmdach der Villa verliehen übereinander gestaffelte Giebel- und Fledermausgauben Struktur. Gebäudesockel sowie die Bauwerkskanten, der Zahnschnittfries am Traufgesims und der dezente Mittelrisalit der neunachsigen Nordfassade waren ebenso mit hellem, bossiertem Naturstein verkleidet, wie die Terrassen, die an die Südseite des Gebäudes anschlossen. Der Gebäudedekor war dezent gehalten, was der klassizistischen Villa, die auf Elemente wie Ziertürme oder Erker gänzlich verzichtete, eine monolithisch-blockhafte Wirkung verlieh.

Aufgelockerter erschien dagegen das Herzstück der Villa, die Südseite, die aus der strengen Gebäudesymmetrie ausbrach. Vorgezogene Seitenachsen umschlossen hier einen Balkon und eine Terrasse, die 1930 auf ihre heutige Größe erweitert wurde. Beide erlaubten einen vorzüglichen Blick auf den parkähnlichen Garten und öffneten das Gebäude zur Seeseite hin. Südöstlich des Hauptgebäudes befand sich auf dem Grundstück noch ein kleineres Gartenhaus. Die Arbeiten an der Villa begannen 1921. Zwei Jahre später war die Israel-Villa fertiggestellt und der Fabrikant konnte sie 1923 beziehen. Kleinere Umbauten erfolgten Anfang der 1930er-Jahre.

Geistervilla Winkler Straße: Die Erfolgsgeschichte der Gebrüder Israel

Lichtfabrik, Kohlfurter Strasse, Kreuzberg, Berlin, Deutschland
Eingang zur Lichtfabrik, die heute vom Künstlerhaus Bethanien genutzt wird, an der Kohlfurter Straße 41/43 in Kreuzberg. Aufnahme aus dem Jahr 2019.© picture alliance / picture alliance/Bildagentur-online | Bildagentur-online/Schoening

In den 1920er-Jahren lebte der Berliner Fabrikant Felix Israel mit seiner Familie, seiner Ehefrau Lotte (geborene Pink) und seiner im Oktober 1920 geborenen Tochter Steffi in dem Anwesen. Der 1881 im damals preußischen Usch (heutiges Ujście) geborene Unternehmer hatte mit seinem Bruder Leo Israel Anfang der 1900er-Jahre in Berlin eine Firma zur Herstellung von Beleuchtungsgegenständen gegründet, die sehr erfolgreich war und rasch expandierte. 1912 ließen die Gebrüder den Grundstein für die neue „Lichtfabrik“ auf dem Gelände einer ehemaligen Gummifabrik in Kreuzberg legen, ein modernes Fabrik- und Verwaltungsgebäude für rund 800 Arbeiter und 175 Angestellte, auf dessen Gelände sich heute das Künstlerhaus Bethanien befindet.

Neben der Stammfirma der Gebrüder Israel Fabrik für Beleuchtungsgegenstände und Gasarmaturen – ab 1922 Gebrüder Israel AG – war auch die Beleuchtungshaus AG hier ansässig, deren Vorstandsvorsitzender Felix Israel war, und ab 1918 die Gebrüder Israel Metallwaren AG. 1927 wurde die Israel-Frister AG gegründet als Vereinigte Fabriken für Beleuchtungskörper, deren Vorstandsmitglied Felix Israel war. Im Privatleben hatte sich der erfolgreiche Geschäftsmann mit seiner Ehefrau arrangiert: Sie übernahm die Pflichten der Repräsentation, führte ansonsten aber weitgehend ihr eigenes Leben und war zwischenzeitliche mit dem Schriftsteller Ernst Toller (1893–1939) liiert, mit dem sie später durch Spanien reiste und der ihr den Band „Quer durch“ (1930) widmete. Trotz der liberalen Einstellung wurde die Ehe der Israels Ende der 1920er-Jahre geschieden. Lotte zog mit der Tochter Steffi aus der Grunewalder Villa in eine Wohnung in der Württembergischen Straße 21/22, von wo aus sie später in die Schweiz auswanderte.

Geistervilla Winkler Straße: Fluchten aus Deutschland

Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde der Berliner Unternehmer mit jüdischen Wurzeln aus rassistischen Gründen aus den verschiedenen von ihm bekleideten Vorstandsposten geworfen. Mit feinem Gespür für die sich in Deutschland zuspitzende Situation verlor Felix Israel keine Zeit und flüchtete noch 1933 nach Spanien, wo er in den Spanischen Bürgerkrieg geriet. Später wanderte er mit seiner Tochter Steffi über Kuba in die USA aus, wo er 1946 in Nevada verstarb.

Auch der jüdischstämmige Paul Zucker musste in den 1930er-Jahren aus Deutschland fliehen. Er war 1933 mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus seiner Dozentenanstellung entlassen worden und hatte 1937 Berufsverbot erhalten. Im selben Jahr emigrierte er in die USA, wurde amerikanischer Staatsbürger und war als Dozent für Architektur- und Kunstgeschichte in New York tätig. Er beteiligte sich auch am Bau des „German Village“, an dem die Sprengwirkung von Bomben getestet werden konnte. 1968 veröffentlichte er im Exil eine Schrift mit dem Titel „Fascination of Decay“ – zu Deutsch: Faszination des Verfalls. Moderne Ruinen, das Feld des „Urban Exploration“ deckte der Architekt mit seiner Schrift allerdings noch nicht ab.

Geistervilla Winkler Straße: NS-Funktionär zog in die beschlagnahmte Villa

Adolf HITLER während einer Rede, Dortmund 1933
Adolf Hitler während einer Rede vor Mitgliedern der SA in Dortmund 1933. Neben ihm links im Bild der damalige Gauleiter Westfalen-Süd, Josef Wagner (1. v. links).© picture alliance / Keystone | Keystone

Das Vermögen des Unternehmers Felix Israel wurde in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten eingezogen – mitsamt seinen Immobilien am Grunewalder Koenigssee, die in den Besitz des Deutschen Reiches übergingen. In die Luxusvilla an der Winkler Straße 2a zog Mitte der 1930er-Jahre der NS-Funktionär Josef Wagner (1899–1945). Wagner zählte zu den früh überzeugten, hatte 1923 eine NSDAP-Ortsgruppe in Bochum gegründet und später mehrere NS-Schmierblätter herausgegeben wie die „Westfalenwacht“ und die NS-Zeitung „Rote Erde“.

Vor 1933 hatte Wagner verschiedene Parteiposten bekleidet, war seit 1927 Bezirksleiter Bochums, seit 1928 Gauleiter Westfalens und zwischen 1928 und 1930 auch einer der ersten NSDAP-Reichstagsabgeordneten in Berlin gewesen. Nach der Machtübergabe setzte sich Wagners scheinbar unaufhaltsamer Aufstieg fort, er wurde preußischer Staatsrat, 1935 von Adolf Hitler zum Gauleiter Schlesiens ernannt, wo er entsprechende staatliche Ämter bekleidete. Die Dienstvilla in Grunewald wurde ab 1937/1938 zur Residenz des „Reichskommissars für die Preisbildung“; einen Posten den Josef Wagner seit 1936 bekleidete – neben der Oberpräsidentschaft Schlesiens, die er 1938 übernahm.

Geistervilla Winkler Straße: Reichskommissar Wagner wurde von Hitler abgesetzt

Arthur Seyß-Inquart
Der österreichische Politiker Arthur Seyß-Inquart (r.) mit seinem Vertrauten Hans Fischböck (l.) während der Besetzung der Niederlande. Fischböck wurde Anfang 1942 als Reichskommissar für die Preisbildung der nächste Dienstherr in der Villa Winkler Straße.© picture-alliance / dpa | db

Anfang der 1940er-Jahre fiel der altgediente Parteiveteran in Ungnade, vermutlich nach einem erfolgreichen Komplott seines Stellvertreters Fritz Bracht im Einvernehmen mit Heinrich Himmler. Auf einer Tagung der Reichs- und Gauleiter 1941 verkündete Hitler dem vollkommen überraschten Wagner vor allen Teilnehmern die Absetzung als Gauleiter, ein Parteiausschlussverfahren und das Erlöschen seines Reichstagsmandats. Wagner zog sich nach Bochum zurück, wurde von der Gestapo überwacht, später in Berlin inhaftiert und kam dort wohl 1945 unter unklaren Umständen ums Leben.

Den Posten als Reichskommissar für die Preisbildung bekleidete seit 1942 der SS-Brigadeführer Hans Fischböck (1895–1967), späterer Deckname Jakob Schramm. Ihm stand seitdem die Dienstvilla in der Winkler Straße 2a zur Verfügung. In den Wirren des Kriegsendes konnte Fischböck in Bayern untertauchen, entging der Inhaftierung durch die Alliierten, floh nach Südamerika und lebte später weitgehend unbehelligt in Westdeutschland.

Geistervilla Winkler Straße: Nach dem Krieg wurde aus der Villa eine Klinik

Die Villa an der Winkler Straße 2a überstand den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Schäden. Nach Kriegsende wurde der Ortsteil Grunewald mit dem Bezirk Wilmersdorf zusammen mit Charlottenburg, Spandau und Tiergarten Teil der britischen Besatzungszone. Die Briten beschlagnahmten das Haus an der Winkler Straße und gaben es Anfang der 1950er-Jahre wieder frei. Eigentümer war jetzt das Finanzamt für Liegenschaften in Vertretung der Bundesrepublik Deutschland.

Seit den 1950er-Jahren wurde das mondäne Anwesen am Koenigssee als Privatklinik geführt und diente viele Jahrzehnte Patienten, die es sich leisten konnten, als Stätte der Heilung und Rekonvaleszenz. In dem Gebäude richtete der Facharzt für Chirurgie Dr. Erich Adam die Privatklinik „Dr. Adam“ als chirurgische und gynäkologisch-geburtshilfliche Krankenanstalt ein. Anfang der 1960er-Jahre gab es im Klinikum Abteilungen für Chirurgie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Kranke und Augenkranke.

1964 legte Dr. Adam seine Konzession nieder. Sein Nachfolger wurde der Arzt Dr. Paul Galluschke, der das privat geführte Krankenhaus als „Klinik am Koenigssee“ bis Anfang der 1980er-Jahre weiterführte. Nach der Einstellung des Klinikbetriebs der Privatanstalt wurde in den Berliner Adressbüchern an der Adresse noch bis 1985/1986 eine Angehörige der Familie Galluschke geführt, die danach verzog.

Geistervilla Winkler Straße: Lost Place seit den 1980er-Jahren

Mit dem Auszug der letzten Nutzerin fiel das denkmalgeschützte Anwesen an der Winker Straße 2a in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf – nur unterbrochen von gelegentlichen Arbeiten auf dem Grundstück. Von außen ist das gut in Schuss gehaltene Objekt nur schwer als verwaister Ort zu erkennen. Mit Berliner Problemimmobilien wie dem Geisterhaus am Hindenburgdamm 72 hat das ehemalige „Landhaus Israel“ nichts gemein: Bröckelnde Fassaden, eingestürzte Dachteile, Graffiti und Vandalismus – Fehlanzeige; nur der manchmal wildwuchernde Zustand der Hecken und Bäume auf dem Grundstück lässt einen stutzig werden – in einer Nachbarschaft, in der penible Gartenpflege vorherrscht. Und doch steht das Gebäude ungenutzt seit fast vier Jahrzehnten leer.

Die Immobilie befindet sich seit geraumer Zeit im Besitz der Berliner Unternehmerfamilie Gutman. Im Herbst 2009 erteilte das Bezirksamt eine Baugenehmigung für die „Instandsetzung sowie Erweiterung des Bestandsgebäudes um einen Terrassenunterbau und Dachgeschossausbau“. 2009/2010 fanden die Umbaumaßnahmen an dem leerstehenden Gebäude statt. Neben dem komplett erneuerten Dach und der Sanierung der Fassade wurde das Gartenhaus südwestliche des Hauptgebäudes abgerissen. Seitdem fanden immer wieder kleinere Instandsetzungsarbeiten und Gartenarbeiten statt – ohne dass sich am Leerstand etwas ändern würde.

Geistervilla Winkler Straße: Und wie sieht die Zukunft aus?

2017 teilte die Firma Gutman Investment auf Anfrage des „Tagesspiegels“ mit, die Entwicklung verzögere sich wegen „unterschiedlicher Meinungen“ in der Familie. Ein weiterer Bauantrag zur Verkleinerung des Altbaus und einem Neubau auf dem Grundstück lehnte das Bezirksamt aus Gründen des Denkmalschutzes ab. Zuletzt erhielt das Bezirksamt im Jahr 2020 eine Anfrage, ob das Grundstück als Botschaft oder Botschafterresidenz genutzt werden könne und es wurden laut Angabe der Gutman Investment GmbH Gespräche mit Kaufinteressenten geführt – bislang offenbar ohne Ergebnis.

Im selben Jahr stellte die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung eine Anfrage zur Umsetzung des Zweckentfremdungsverbots unter anderem auch für die Immobilie Winkler Straße 2a. Eine zwischenzeitlich vorgeschlagene, temporäre Unterbringung geflüchteter Menschen, sei nach Angaben von Gutman Investment nicht möglich, da das Gebäudeinnere einem Rohbau ohne funktionierende Heizung und Sanitäranlagen gleiche. So verbleibt die Zukunft der Traumvilla an der Winkler Straße vorerst im Ungefähren.