Werbefreie Zone mit stabilen Preisen, solange der Vorrat reicht – und nach der Wende Brachland. Kaum jemand interessierte sich noch für die alten DDR-Kaufhallen, die einst in Ostberlin die Lebensmittelversorgung gesichert hatten. Auch die Kaufhalle an der Dolgenseestraße, die in den 1970er-Jahren als eine der größten und modernsten Einrichtungen ihrer Art eröffnet hatte, stand monatelang leer, nachdem sich der Nachnutzer – eine westdeutsche Lebensmittelkette – in den 2010er-Jahren von dem Standort zurückgezogen hatte. Die HO-Kaufhalle drohte zu einer modernen Ruine zu verfallen, bis ein Investor dem Verfall ein Ende setzte. Alle Infos zu dem ehemaligen Lost Place.
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Das sind die Fakten zur Kaufhalle Dolgenseestraße im Überblick:
- Adresse: Dolgenseestraße 9, 10319 Berlin-Friedrichsfelde
- Geschichte: 1972 als HO-Kaufhalle zur Versorgung des Hans-Loch-Neubauviertels eröffnet; nach der Wende wurde das Kaufhallengebäude durch westdeutsche Supermarktketten bis in die 2010er-Jahre nachgenutzt; danach Leerstand und Abriss
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Ehemaliger Lost Place
Wo lag die Kaufhalle Dolgenseestraße genau?
Die Kaufhalle Dolgenseestraße lag an der heutigen Adresse Dolgenseestraße 9 im Ortsteil Friedrichsfelde des Bezirks Lichtenberg. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: FGV4+9V9 Berlin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Standort am besten mit der Buslinie 396 (Haltestelle Mellenseestraße) zu erreichen. Von der Bushaltestelle ist das Areal bereits zu sehen. Achtung: Von der ehemaligen Kaufhalle haben sich vor Ort keine Spuren erhalten.
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Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Kaufhalle Dolgenseestraße:
Ausgangslage: Propagandaschlacht am deutsch-deutschen Tiefkühlregal

Während viele Westdeutsche in der Wirtschaftswunderzeit Anfang der 1950er-Jahre beim Einkauf bereits wieder die Qual der Wahl zwischen den Produkten hatten, mussten sich ihre ostdeutschen Verwandten in einer Mangelwirtschaft zurechtfinden. Hinter dem Eisernen Vorhang beobachtete die DDR-Führung die Entwicklung an westdeutschen Fleisch- und Käsetheken aufmerksam. Bereits mit Beginn des Kalten Krieges war die Versorgungslage der Bevölkerung als eines der Propagandaschlachtfelder der Blockkonfrontation erkannt worden. Jetzt begann der selbsterklärte Arbeiter- und Bauernstaat mit der Aufholjagd an der Kühltruhe.
In der DDR waren es vor allem zwei Einzelhandelsorganisationen, die das Land von der Ostsee bis Thüringen mit Filialen überzogen: die 1948 gegründete Handelsorganisation (HO) und der in der Kaiserzeit gegründete, genossenschaftlich organisierte Konsum. Vereint im Mangel lieferten sich die beiden Handelsketten zwar keine Preisschlachten wie ihre westdeutschen Pendants, die einzelnen Niederlassungen konnten sich aber stark voneinander unterscheiden. Seit Anfang der 1960er-Jahre experimentierten beide Versorger mit Selbstbedienungskonzepten in größeren Kaufhallen – die sozialistische Antwort auf den Supermarkt des Westens. Eine dieser DDR-Einkaufshallen war die 1972 eröffnete HO-Kaufhalle in der Dolgenseestraße im Sewanviertel, das damals noch Hans-Loch-Viertel hieß.
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HO-Kaufhalle Dolgenseestraße: Erste DDR-Plattenbausiedlungen in Lichtenberg
Das in den 1970er-Jahren gestartete Wohnungsbauprogramm der DDR versprach: „Jedem seine Wohnung“ – wenn auch vorwiegend in rasch aus dem Boden gestampften Plattenbausiedlungen. Überall in Ostberlin wuchsen Trabant-Betonsiedlungen aus dem Boden, bei denen nach dem Konzept des komplexen Wohnungsbaus neben Hochhäusern in Plattenbauweise die komplette umgebende Infrastruktur als Module am Reißbrett mitgeplant wurde: Schulen, Sportstätten, Polikliniken, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Eines der städtebaulich wichtigsten Elemente – ein zentraler Ort der Begegnung in den Neubauwüsten – waren die HO-Kaufhallen neben Dienstleistungswürfeln und Wohngebietsgaststätten.
Einer der Vorläufer der 70er-Jahre-Hochhaussiedlungen war das Hans-Loch-Viertel – das heutige Sewanviertel in Lichtenberg –, das als eines der ersten größeren Neubauviertel im Osten Berlins durch Plattenbauten geprägt war. Auf 80 Hektar Fläche waren zwischen 1961 und 1966 rund 5000 Wohneinheiten für etwa 15.000 Einwohner gebaut worden – überwiegend viergeschossige Wohnzeilen der Wohnungsbauserie Q3A. In südlicher Richtung wurde das Viertel ab 1965 durch acht- bis zehngeschossige Plattenhochhäuser ergänzt. Die Versorgung sicherten Stadtteilzentren wie die Volkradpassage, die als DDR-Prestigeobjekt in den 1960er-Jahren entstand.
Für die Bedürfnisse der neuen Bewohner in den später errichteten Plattenbauten südlich der damaligen Hans-Loch-Straße wurde Anfang der 1970er-Jahre ein Stadtteilzentrum an der Dolgenseestraße konzipiert und realisiert. Neben der 1972 eröffneten Kaufhalle „Am Tierpark“ – nach ihrem Anstrich im Volksmund die „Blaue“ genannt – und einem Dienstleistungswürfel „Haus der Dienste“ entstand an der Dolgenseestraße 1975 auch die erste Klubgaststätte Ostberlins, die HO-Gaststätte „Druschba“.
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HO-Kaufhalle Dolgenseestraße: So war die HO-Filiale aufgebaut

Nach wenigen Monaten Bauzeit war der Kaufhallen-Typenbau an der Dolgenseestraße vom VEB Bau- und Montagekombinat (BMK) Ingenieurhochbau errichtet worden und konnte am 21. Juni 1972 als 48. HO-Kaufhalle in Ostberlin feierlich eröffnet werden. Das DDR-Presseorgan „Neues Deutschland“ informierte am Folgetag seine Leser: „Aus den Händen von Bauleiter Wilhelm Ramhold nahm Kaufhallendirektorin Martina Schuhoff den symbolischen Riesenschlüssel entgegen. Neben Nahrungs- und Genußmitteln findet der Käufer dort ein breites Sortiment an Textil-, Kurz-, Schreib-, Spiel- und Haushaltswaren sowie haushaltschemischen Erzeugnissen.“ In ihrer Ausgabe vom 10. August 1972 ergänzte die Berliner Zeitung: „Mit 1.170 Quadratmetern Verkaufsraumfläche ist sie die größte und modernste der Hauptstadt.“ Täglich prüfe „das Kollektiv zwischen 8 bis 9 Uhr, ob die Halle einen ‚heißen‘ Einkaufstag bestehen kann.“
Bei der Kaufhalle handelte es sich um einen typischen, eingeschossigen Hallenflachbau im nüchternen Stil der DDR-Moderne. Die Halle war in Leichtmetallbauweise aus Fertigteilstützen, Fertigteilriegeln und Fertigteildeckenplatten zusammengebaut worden und nahm auf einem annähernd quadratischen Grundriss eine Fläche von gut 2.000 Quadratmetern ein, wovon die Verkaufsfläche 1.170 Quadratmeter betrug und die übrige Nutzfläche durch Lager, Warenannahme, Gebäudetechnik und Personalräume beansprucht wurde. Östlich des Gebäudes schloss sich ein Kundenparkplatz an. Von hier erfolgte auch die Warenanlieferung.
Charakteristisch für die Kaufhalle waren die kubische Bauform und die flache Dachkonstruktion mit abschließender Attika aus umlaufend profilierten Wellenblechbändern. Wiedererkennungswert hatte, außer den großen Glasfronten und dem blauen Anstrich von Fassadenteilen, auch das blaue HO-Logo neben drei im Gleichschritt einkaufenden Figuren mit hochrotem Kopf und der Kaufhallen-Leuchtschrift über dem mit einem Vordach überspannten Eingangsbereich. Das Gebäude stand leicht erhöht auf einem Sockel mit geklinkerten Außenmauern – zum Teil begrünt und mit vorgelagerten Hochbeeten versehen –, die zum Stadtplatz und zur Dolgenseestraße hin eine Terrasse bildeten, die über niedrige Treppen und eine Rampe zugänglich war.
Spartanische Sachlichkeit im Inneren mit Extras für die Lichtenberger Kundschaft

Im Inneren herrschte bis auf die leicht größere Dimensionierung der mit Halogenlampen beleuchteten, eingeschossigen Kaufhalle größtenteils die gleiche spartanische Sachlichkeit wie in anderen Kaufhallen der Republik: gesellschaftspolitische Parolen statt aufmerksamkeitsheischender Reklame, schlichte Präsentation, in Regalen aufgestapelte Grundnahrungsmittel und Konsumgüter, Kühltruhen an den Gängen zur Selbstbedienung und einzelne Verkaufsstände mit Bedienung für Fleisch, Blumen und Käse. Seit ihrer Eröffnung zählte die Verkaufseinrichtung mit einzelnen Neuerungen und einem breiten Sortiment dennoch zu den modernsten und beliebtesten Kaufhallen Ostberlins. Die Leitung und das rund 80-köpfige „Verkaufskollektiv“ wurden mehrfach für ihre Leistungen ausgezeichnet.
Sehr gefragt waren die Käsetheke und das täglich frische Menüsortiment – wie die Berliner Zeitung im August 1972 berichtete: „Es wird größtenteils vom Kollektiv der Fleischwarenabteilung selbst zubereitet. Geräucherte Geflügel-Spezialitäten aus Mühlhausen in Thüringen, wie zarter Putensaftschinken, gefüllte Ente und Putenbrust, vervollständigen jeweils donnerstags die breite Palette der Fleisch- und Wurstwaren. Ab September, so haben es sich die Fleischer in der Halle vorgenommen, soll‘s jeden Mittwoch kesselwarm gefüllten Schweinebauch, Römerbraten, Pökelfleisch und anderes geben. Wie man sieht, geht so etwas also nicht nur beim Fleischer um die Ecke.“ Neben weiteren Verkaufsständen, etwa für Kuchen, bot die Kaufhalle wechselnde Sonder- und Saisonverkaufsstände – beispielsweise mit gefüllten Schultüten zum Schulstart – und ein Sortiment an Haushalts- und Industriewaren an. Knapp ein Fünftel der Verkaufsfläche war für Töpfe, Glaswaren, Handtücher & Co. reserviert. Insgesamt fanden die Neubewohner des Hans-Loch-Viertels in ihrer Kaufhalle „Am Tierpark“ mehr als 3.000 verschiedene Artikel vor.
HO-Kaufhalle Dolgenseestraße: Künstlerische Gestaltung des Stadtteilzentrums
Preise zu vergleichen, konnte man sich sparen. Die Festsetzung des Einzelhandelsverkaufspreises (EVP) erfolgte unter staatlicher Aufsicht durch das Amt für Preise beim Ministerrat. Lange Zeit kostete das Brötchen staatlich verordnet genau fünf Pfennig, ein Kilogramm Schnitzel zehn Mark und eine Schokoladentafel „Bambina“ zwei Mark. Die Löhne waren allerdings auch viel niedriger: 1980 lag der Durchschnittslohn bei 1.021 Ostmark. Außer Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs – bekannten Ostmarken wie Wernesgrüner, Vita Cola, Nudossi, Spee & Co. – bezog die Kaufhalle auch Frischwaren aus dem Umland.
Als Mitte der 1970er-Jahre die Klubgaststätte „Druschba“ und das „Haus der Dienste“ eröffneten, war das Stadtteilzentrum architektonisch abgeschlossen und entwickelte sich zum gesellschaftlich-kulturellen Zentrum des Kiezes. Die Gestaltung des Platzes wurde Mitte der 1970er-Jahre außerdem durch zwei künstlerisch gestaltete Installationen aufgewertet: Auf dem Vorplatz der Kaufhalle schuf der gebürtige Magdeburger Künstler Manfred Ebeling (1908–1988) mit dem „Kugelbrunnen“ einen zentralen Anziehungspunkt.
In einem 6,5 Meter durchmessenden, runden Becken ruhen mehrere Kugeln aus Betonwerkstein, die unterschiedlich ausgeformt, mehr oder minder tief aus dem Becken aufzusteigen scheinen. In der Mitte des Brunnens ragt ein aus weiteren Kugeln bestehender Brunnenstock 1,5 Meter empor. Aus konzentrisch angebrachten feinen Düsen sprudelten sechs Wasserstrahlen. Um den Brunnen herum waren bepflanzte Hochbeete mit Sitzgelegenheiten gruppiert. Nördlich des Brunnens, zwischen der Kaufhalle und der Klubgaststätte, zierte eine auf einem grob bossierten Stein angeordnete Figurengruppe des Bildhauers Rolf Winkler (1930–2001) den Stadtplatz. Die lebensgroße Bronzeplastik namens „Junges Paar“ zeigt eine auf dem Steinsockel sitzende junge Frau und einen gleichaltrigen, ihr zugewandten Mann, der sie ansieht.
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HO-Kaufhalle Dolgenseestraße: Westwaren nach der Wiedervereinigung

Siebzehn Jahre lang hatte die Kaufhalle an der Dolgenseestraße seit ihrer Eröffnung Tausende Anwohner im Hans-Loch-Viertel mit DDR-Waren versorgt, bevor das Sortiment am ersten Montag nach der Einführung der Wirtschaftsunion Anfang Juli 1990 – quasi über Nacht – rasant erweitert wurde. Doch die Freude an der bunten Sortimentserweiterung hielt nicht lange an. Mit der Wiedervereinigung waren die HO-Filialen im Gegensatz zu den genossenschaftlich organisierten Konsum-Märkten in den Zuständigkeitsbereich der Treuhandanstalt gefallen, die seit 1990 viele der Filialen und Grundstücke des ehemals staatlichen Betriebs veräußerte. Die meisten der Kaufhallen wurden von Supermarktketten übernommen: Aus ihnen wurden erst Kaisers-, Spar- und Netto-Filialen, dann Rewe- und Edeka-Supermärkte.
Auch die Kaufhalle an der Dolgenseestraße fand einen Abnehmer. Das HO-Logo über dem Markt wurde abgenommen, das Kassensystem umgestellt und die Besucher genossen ab jetzt die Beschallung mit Musik und Verbraucherinformationen beim Einkauf. Aus der Filiale wurde eine Kaisers-Filiale und in den 2010er-Jahren – nach der Insolvenz und Übernahme der Kaisers-Standorte durch Konkurrenten – für kurze Zeit ein Edeka-Supermarkt, so lange, bis sich die Lebensmittelkette nach der Mitte der 2010er-Jahre aus der Bewirtschaftung des Standorts an der Dolgenseestraße zurückzog und die verwaiste Ex-Kaufhalle im Sewanviertel in einen monatelangen Dornröschenschlaf fiel.
HO-Kaufhalle Dolgenseestraße: Verfall und Vandalismus an dem DDR-Relikt
Die Leuchtreklame und Firmen-Logos wurden entfernt, Lager, Stände und Einrichtung geräumt. Im Inneren erinnerte nichts mehr an die aufgeräumte Geschäftigkeit früherer Tage: Schicht für Schicht legte sich Staub auf die einst blankpolierten Verkaufsflächen. Die Terrassenmauern der in die Jahre gekommenen Immobilie bröckelten seit Längerem, auch schon vor der Schließung; die Bepflanzung der Hochbeete machte einen bemitleidenswerten Eindruck, und Schäden an der Gebäudefassade und den rotgestrichenen Stahlbalustraden, die die Rampen säumten, und sich infolge von Vandalismus abenteuerlich bogen, wurden nicht mehr ausgebessert. An den Glasfronten des Gebäudes, einst stolzes Schaufenster der Auslagen, verewigten sich so ausgiebig Graffiti-Sprayer, dass sie kaum noch einen Blick ins Innere erlaubten.
Der ruinöse Leerstand der ehemaligen Kaufhalle währte bis zum Sommer 2017, als sich ein Investor mit Neubauplänen des brachliegenden Dolgensee-Centers annahm. Im Mai 2017 näherte sich schweres Gerät der Ex-Kaufhalle an der Dolgenseestraße. Arbeiter demontierten das DDR-Relikt in wenigen Wochen und bereiteten den Baugrund für das kommende Bauvorhaben vor. Auf dem Gelände der Kaufhalle und der 2019 ebenfalls abgerissenen, ehemaligen Klubgaststätte „Druschba“ wurde der Grundstein für einen Neubau-Wohnkomplex gelegt, der bis zum Sommer 2021 fertiggestellt wurde.
HO-Kaufhalle Dolgenseestraße: DDR-Ruine endet 2017 unter Abrissbaggern

Bauherr des neuen Dolgensee-Centers mit 678 Wohnungen war die „OFF Immobilien Beteiligungs GmbH“. Nach dem Bauabschluss wurde der Komplex bezugsfertig von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag übernommen. Die Wohnanlage gliedert sich in zwei Gebäude mit insgesamt zwölf Aufgängen und zehn Geschossen. Das Erdgeschoss wird vollständig gewerblich genutzt – unter anderem seit 2020 von einem Rewe-Supermarkt, einer Kindertagesstätte sowie kleinteiligem Einzelhandel und Arztpraxen. „Die kombinierte Nutzung aus Wohnraum und Gewerbe passt an dieser Stelle sehr gut, zumal endlich eine alte Brachfläche verschwindet“, kommentierte Rewe-Manager Thomas Löschmann, der das Mischnutzungsprojekt begleitet hatte, den Center-Neubau.
Auf dem Areal zwischen der Rummelsburger Bucht und dem Tierpark zogen rund 1.200 neue Bewohner ein. Die Hälfte der Wohnungen zählt zum geförderten Wohnungsbau mit vergleichsweise niedrigen Nettokaltmieten, etwa ein Drittel aller Wohnungen ist barrierefrei gestaltet. Zuletzt geriet das Quartier neben der neuen Wohnanlage in der Dolgenseestraße durch einen verheerenden Brand im Frühjahr 2026, der drei Todesopfer forderte, in die Schlagzeilen. Von der ehemaligen Kaufhalle haben sich vor Ort keine architektonischen Spuren erhalten. Der Brunnen und der Bronzeguss „Junges Paar“ auf dem Stadtplatz vor der Kaufhalle wurden während der Bauarbeiten der Wohnanlage demontiert, gesichert und später – ein Stück weit vom ursprünglichen Standort versetzt – auf dem Grünstreifen westlich der Neubauten wieder installiert. Sie sind die letzten verbliebenen, baulichen Zeugnisse der DDR-Bebauung des ehemaligen Stadtteilzentrums.



