Corona-Newsblog in Berlin

Müller drängt auf konsequente Umsetzung der Corona-Regeln

In Berlin sind derzeit 1676 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Aktuelle Entwicklungen, Nachrichten und Zahlen im Newsblog.

Corona Mythen: Diese 5 Gerüchte sind bereits entlarvt

Gerüchte über das Coronavirus verbreiten sich rasend schnell. Im Netz kursieren Mythen über Sterblichkeitsraten, Übertragungswege und Heilmittel. Mit schlimmen Folgen: Falschinformationen kosteten erste Menschenleben. Diese Corona Mythen sind längst entlarvt.

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Berlin. In unserem Newsticker berichten wir laufend über die Corona-Lage in Berlin und Brandenburg. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie in Deutschland, Europa und der Welt finden Sie in diesem Newsblog.

17.05 Uhr: Wir setzen alle Entwicklungen der Corona-Pandemie in Berlin in einem neuen Blog fort -> bitte HIER klicken!

17 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt auf 173 - Eine Ampel weiter auf Gelb

In Berlin haben sich nachweislich 173 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, das geht aus den aktuellen Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung hervor. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 228. 12.595 Menschen gelten als genesen, damit sind aktuell 1676 Menschen infiziert. 91 Menschen werden zurzeit in Krankenhäusern behandelt, davon 27 intensivmedizinisch.

Die meisten Neuinfektionen verzeichnet Neukölln (+31), gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg (+30) und Mitte (+24).

Die Corona-Ampel für den R-Faktor steht mit 0,98 weiter auf Grün, der Wert für die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, steigt weiter an und steht jetzt auf 28,9. Die Ampel zeigt damit weiter Gelb, bei 30 würde sie auf Rot springen. Die Ampel für den Prozentsatz der Intensivbettenbelegung bleibt mit 2,1 Prozent auf Grün.

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken, Stand 29. September

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1416 (+9) 1216
Friedrichshain-Kreuzberg 1471 (+30) 1268
Lichtenberg 788 (+6) 693
Marzahn-Hellersdorf 702 (+6) 636
Mitte 2314 (+24) 2019
Neukölln 1839 (+31) 1569
Pankow 1249 (+7) 1096
Reinickendorf 1047 (+17) 924
Spandau 786 (+4) 692
Steglitz-Zehlendorf 932 (+8) 794
Tempelhof-Schöneberg 1383 (+17) 1176
Treptow-Köpenick 572 (+14) 512
Berlin 14.499 (+173) 12.595

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit

16.27 Uhr: Regelstudienzeit und Prüfungsfristen werden in Brandenburg verlängert

Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie können die Regelstudienzeit und Prüfungsfristen für Studenten an Brandenburger Hochschulen verlängert werden. Der Wissenschaftsausschuss des Landtags stimmte am Dienstag dem Entwurf einer Hochschul-Pandemieverordnung zu, die in wenigen Tagen in Kraft gesetzt werden soll. Der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Stephan Breiding, erklärte dazu, die Regelstudienzeit könne mit einem formlosen Antrag um ein Semester verlängert werden.

Damit sei eine unbürokratische Regelung noch rechtzeitig vor Beginn des Wintersemesters geschaffen worden, sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD). Dies sei entscheidend für viele Studenten. „Sie können somit unkompliziert weiter BAföG beziehen und sich besser auf die wichtigen Prüfungen am Ende des Semesters vorbereiten – eine Sorge weniger für viele Studierende.“

15.17 Uhr: Brandenburger Kenia-Koalition gegen schärfere Corona-Regeln

Die Brandenburger Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und Grünen halten schärfere Corona-Beschränkungen nicht für die beste Lösung. „Ich denke, wir haben einen guten Regelungsmix. Wir müssen für die Einhaltung der Regelung werben“, sagte SPD-Fraktionschef Erik Stohn. Er habe „kein Verständnis für Maskenmuffel“, aber Masken auf öffentlichen Plätzen halte er nicht für notwendig in Brandenburg. „Mir geht es darum, dass die übergroße Mehrheit gestärkt wird.“ Das seien diejenigen, die sich an die Regeln hielten, rücksichtsvoll seien und nicht nur an sich dächten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann betonte: „Wir wollen neue Beschränkungen im Alltag vermeiden.“ Die Entwicklung der Ansteckungen mit dem Coronavirus sei in Brandenburg derzeit noch beherrschbar. „Damit das so bleibt, müssen wir aber die bestehenden Regeln ernster nehmen und strenger kontrollieren.“

Auch Grünen-Fraktionschefin Petra Budke hält es für sinnvoll, an den Corona-Regeln festzuhalten. Eine Verschärfung der Obergrenze für private Feiern halte sie aktuell nicht für notwendig, sagte Budke. „Denkbar wäre aus unserer Sicht eine entsprechende Regelung für Landkreise und kreisfreie Städte, deren Neuinfizierten-Zahlen einen bestimmten kritischen Grenzwert überschreiten.“

13.25 Uhr: Senat verlängert Maßnahmen zur Verbesserung des Mieterschutzes

Der Senat verlängert die „Maßnahmen zur Verbesserung des Mieterschutzes und zur Vermeidung von Wohnungsverlusten“ bis Ende des Jahres 2020. Sebastian Scheel (Linke), Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, teilte dazu mit: „Bis Ende des Jahres sind Mieterhöhungen sowohl bei Wohnungs- als auch bei Gewerbemietern der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ausgeschlossen. In Zeiten der andauernden Unsicherheit, halte ich diese Maßnahme für ein wichtiges Signal. Wir nehmen damit insbesondere die Gewerbemieter in den Blick. Sie sind von der Krise besonders stark betroffen." Der Senat werde bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften und bei der berlinovo dafür sorgen, dass diese ihre bisherigen solidarischen Schutzmaßnahmen aufrechterhalten. So sollen bei Mietrückständen individuelle Lösungen vereinbart werden. Zu Kündigungen wegen Zahlungsrückständen und Räumungen bewohnter Wohnungen soll es weiterhin nicht kommen.

Lesen Sie hier mehr zur Verlängerung der Kulanzregeln

10.28 Uhr: Berliner Senat berät gleich zweimal über strengere Corona-Regeln

Der Berliner Senat berät am Dienstag gleich zweimal über strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bei der ersten Sitzung, die um 10 Uhr begann, wollten die Senatsmitglieder zunächst ausgiebig diskutieren, aber noch nichts beschließen. Nach einer Schaltkonferenz der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die um 14 Uhr beginnen soll, will der Senat dann erneut zusammenkommen und voraussichtlich auch Beschlüsse fassen.

10.19 Uhr: Wieder mehr Ansteckungen mit dem Coronavirus in Brandenburg

Innerhalb eines Tages haben sich wieder mehr Menschen in Brandenburg mit dem Coronavirus angesteckt. Das Gesundheitsministerium berichtete am Dienstag von 23 neuen Fällen. Von Sonntag auf Montag waren es sieben neue Infektionen. Die Landkreise Märkisch-Oderland und Oberhavel meldeten jeweils fünf neue Fälle, die Kreise Oder-Spree, Elbe-Elster und Havelland jeweils zwei. In den Landkreisen Teltow-Fläming, Barnim, Dahme-Spreewald, Spree-Neiße, Uckermark und den kreisfreien Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) wurde jeweils eine neue Ansteckung registriert.

Seit März haben sich damit 4279 Brandenburger mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl derjenigen, die bislang in Zusammenhang mit dem Virus starben, liegt weiterhin bei 173. Aktuell werden sechs Menschen wegen der Krankheit im Krankenhaus behandelt, einer wird intensivmedizinisch beatmet. 3869 Menschen gelten als genesen - 15 mehr als einen Tag zuvor. So liegt die Zahl der aktiv Erkrankten bei 237.

Corona-Schwerpunkt bleibt weiter die Landeshauptstadt Potsdam mit 752 Ansteckungen, gefolgt vom Kreis Potsdam-Mittelmark mit 647 Coronavirus-Infizierten. Die wenigsten Fälle wurden bislang aus der Stadt Cottbus (51) und dem Kreis Uckermark (52) gemeldet.

4.46 Uhr: Müller fordert mehr Engagement der Bezirke bei Corona-Regeln

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) fordert mehr Engagement der bezirklichen Ordnungsämter bei der Durchsetzung von Corona-Regeln wie Maskenpflicht oder Abstandsgebot. In den letzten Monaten seien regelmäßig über 1000 Polizisten zur Durchsetzung dieser Regeln im Einsatz gewesen, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. Aber: „Wir haben das Problem, dass nur 5 Prozent der verhängten Bußgelder bis jetzt von den Ordnungsämtern vollstreckt wurden.“ Nur in 5 von 100 Fällen, in denen die Polizei Verstöße gegen Corona-Regeln festgestellt habe, würden die Ordnungsämter also tätig. „Da ist noch Luft nach oben.“ Verabredet mit Innensenator Andreas Geisel (SPD) sei nun, „dass die Polizei jetzt noch sichtbarer agiert und deutlich macht, wo die Grenzen sind“, so Müller. „Und wir hoffen sehr, dass die Bezirke mit ihren Ordnungsämtern das auch unterstützen werden.“

4.31 Uhr: Woidke fordert „Verantwortung und Augenmaß“ für Corona-Regeln

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht ohne Festlegung in die Bund-Länder-Beratung über die künftigen Corona-Regeln. „Notwendig sind Verantwortung und Augenmaß“, teilte Woidke auf Anfrage vor der geplanten Videokonferenz der Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag mit. Ohne eine Vorfestlegung lasse sich unvoreingenommen und im Interesse der Sache gut beraten. Er ließ damit offen, ob er angesichts der steigenden Zahl von Corona-Ansteckungen neue Beschränkungen für notwendig hält. Der amtierende Bundesratspräsident hatte die Länder mehrfach zur engen Zusammenarbeit bei Corona-Regeln aufgerufen und sie vor Profilierung durch Vorpreschen gewarnt.

+++ Montag, 28. September 2020 +++

18.06 Uhr: Müller rechnet mit Verschärfung von Corona-Regeln

Angesichts steigender Infektionszahlen in Berlin wie bundesweit stimmt Berlins Regierungschef Michael Müller die Bevölkerung auf eine mögliche Verschärfung von Corona-Regeln ein, darunter bei den Kontaktmöglichkeiten. „Ich glaube schon, dass wir etwas neu verabreden werden“, sagte der SPD-Politiker vor der Senatssitzung und einer Schalte der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

„Das muss nicht heißen, dass die Beschlüsse auch sofort umgesetzt werden“, so Müller. „Aber ich glaube, dass es Beschlüsse sein müssen, die uns schnell Handlungsmöglichkeit geben, wenn eine Situation bundesweit eskaliert oder unsere Ampeln in Berlin von Gelb auf Rot springen.“

Ziel sei es, einen Lockdown zu verhindern. „Aber wir wollen natürlich zielgerichtet agieren und jetzt nicht einfach sagen, ganz breit wird alles wieder eingeschränkt“, erläuterte Müller. „Wir werden schon genau hinsehen, wo sich die Infektionsherde befinden. Bisher ist für uns nicht erkennbar, dass Schulen, der Arbeitsplatz, die Kultur oder Sportveranstaltungen dazugehören. Vielmehr kommt es zum Beispiel bei privaten Feiern vermehrt zu Infektionen.“

17.41 Uhr: Müller rügt auslaufende Nothilfe für Studenten

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller prangert an, dass Studenten nur noch bis Ende des Monats Corona-Finanzhilfen vom Staat beantragen können. „Die Entscheidung des Bundesbildungsministeriums macht wirklich fassungslos“, erklärte der SPD-Politiker, der auch Wissenschaftssenator ist, am Montag.

„Ein Blick auf die steigenden Corona-Fälle in Deutschland reicht, um zu wissen, dass die Pandemie nicht vorbei ist. Bundesweit leiden immer noch zigtausende Studierende unter ihren Auswirkungen und sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen“, so Müller. Diese jungen Menschen seien die Fachkräfte von morgen. „Die Überbrückungshilfe des Bundes muss umgehend fortgesetzt werden, und auch die lebensfremden Förderregeln des Programms gehören schnell auf den Prüfstand.“

17.06 Uhr: 131 Neuinfektionen in Berlin - Corona-Ampel weiter Gelb

In Berlin haben sich nachweislich 131 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, das geht aus den aktuellen Zahlen er Senatsgesundheitsverwaltung hervor. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 228. 12.457 Menschen gelten als genesen, damit sind aktuell 1641 Menschen infiziert. 80 Menschen werden zurzeit in Krankenhäusern behandelt, davon 24 intensivmedizinisch.

Die meisten Neuinfektionen verzeichnet Mitte (+30), gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf (+23) und Pankow (+20).

Die Corona-Ampel für den R-Faktor steht mit 1,05 weiter auf Grün, der Wert für die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen steigt weiter an und steht jetzt auf 28,7. Die Ampel zeigt damit weiter Gelb, bei 30 würde sie auf Rot springen. Die Ampel für den Prozentsatz der Intensivbettenbelegung bleibt mit 1,8 Prozent auf Grün.

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken, Stand 28. September

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1407 (+23) 1202
Friedrichshain-Kreuzberg 1441 (+3) 1256
Lichtenberg 782 (+9) 688
Marzahn-Hellersdorf 696 (+1) 631
Mitte 2290 (+30) 1993
Neukölln 1808 (+17) 1551
Pankow 1242 (+20) 1084
Reinickendorf 1030 (+4) 915
Spandau 782 (+3) 691
Steglitz-Zehlendorf 924 (+6) 791
Tempelhof-Schöneberg 1366 (+15) 1150
Treptow-Köpenick 558 (+0) 505
Berlin 14.326 (+131) 12.457

14.47 Uhr: Angela Merkel - „Es muss in Berlin was passieren“

Angesichts der steigenden Coronavirus-Infektionen in Berlin zeigt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel besorgt. „Es muss in Berlin was passieren“, sagte sie am Montag nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. In der Konferenz soll Merkel angezweifelt haben, dass der Berliner Senat ernsthaft versuche, Maßnahmen gegen die Ausbrüche einzuleiten. Am Dienstag kommen die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

13.25 Uhr: Instagram-Video zeigt U-Bahn-Party ohne Masken und Abstand

Ein Video, das am Sonntag bei Instagram hochgeladen wurde, zeigt eine Party in einem Zug der U-Bahnlinie U8. Dort ist zu sehen, wie Dutzende junge Leute in einem Waggon zu lauter Musik dicht an dicht tanzen. Die meisten von ihnen tragen dabei keine Maske. Hochgeladen wurde der Clip von dem Nutzer "crazyandwildboy". Unter diesem Konto waren in den vergangenen Wochen mehrere Videos von Partys an öffentlichen Orten hochgeladen worden. Der vermeintliche Inhaber des Accounts inszeniert sich in den Clips als DJ mit weißer Maske. Zu dem aktuellen Video schreibt er: "Keine Maske ? - ja, aber nur beim Küssen." Wann sich die U-Bahn-Party ereignete, ist unklar. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

12.16 Uhr: Nur sieben neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg steigt vorerst nur moderat. Von Sonntag auf Montag seien sieben neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mit. Die Landeshauptstadt Potsdam meldete fünf neue Infektionen, der Landkreis Dahme-Spreewald zwei. Die Meldungen können wegen des Wochenendes allerdings zeitverzögert eintreffen.

Am Sonntag wurden landesweit sechs neue Infektionen registriert, am Sonnabend 17. Dagegen waren am Freitag 42 neue Fälle hinzugekommen, so viele wie seit Mai nicht mehr. Seit März haben sich 4256 Brandenburger mit dem Virus infiziert, 173 Patienten starben. Als erkrankt gelten 229 Menschen in Brandenburg, als genesen etwa 3854.

12.04 Uhr: Polizei kontrolliert Corona-Regeln im Dong Xuan Center

200 Polizeibeamte kontrollieren derzeit die Einhaltung der Corona-Maßnahmen im Dong Xuan Center in Lichtenberg. Das bestätigte eine Polizeisprecher der Berliner Morgenpost. An dem Einsatz sind auch weitere Behörden beteiligt.

11.11 Uhr: Kinobranche appelliert an Merkel - Abstandsregeln lockern

Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Kinobranche hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Lockerung der Abstandsregelungen in den Kinosälen gefordert. In dem Schreiben plädieren sie für eine bundesweit einheitliche Regel, die lauten sollte: „Ein Sitz frei zwischen Besuchergruppen, ohne Maske am Platz“. Wie die Zuschauer im Kino sitzen dürfen, ist demnach von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.

11.08 Uhr: CDU kritisiert Mittes Bezirksbürgermeister

Die CDU-Fraktion in Berlin-Mitte übt scharfe Kritik an Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne). Das Bezirksamt müsse schärfer gegen die steigende Zahl von Neuinfektionen ankämpfen. "Insbesondere das Ordnungsamt muss durch stärkere Kontrollen 'Spreader-Events' und Partys von verantwortungslosen (meist) Jugendlichen in Parks möglichst früh unterbinden", so Sebastian Pieper, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Mitte in einer Mitteilung von Montag. Die Zahl der Neuinfektionen in Mitte war zuletzt stark angestiegen; der Bezirk ist im Berlin-Vergleich am stärksten betroffen von der Corona-Pandemie. Die kumulative 7-Tage-Inzidenz liegt hier derzeit bei 54,7 und damit über der kritischen Schwelle von 50. Nur in Hamm, Remscheid (Nordrhein-Westfalen) und in Dingolfing-Landau (Bayern) ist dieser Wert aktuell höher. Zugleich war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Partys in Parks gekommen, bei denen Hunderte Feiernde Abstandsregelungen missachtet hatten.

10.55 Uhr: Gesundheitssenatorin bedankt sich bei Soldaten

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat sich am Montagvormittag bei den 180 Bundeswehrsoldaten bedankt, die die Gesundheitsämter in den Bezirken bei der Kontaktnachverfolgung und in den Abstrich-Teams untestützen. Bei Twitter veröffentlichte sie ein Bild, das sie mit Oberst Christian von Blumröder zeigt.

6.58 Uhr: Berliner Schulen und Kitas sind keine Infektions-Hotspots

Sieben Wochen nach dem Ende der Sommerferien haben sich Befürchtungen nach massenweisen Corona-Infektionen an Kitas und Schulen nicht bewahrheitet. An den Bildungseinrichtungen treten zwar einzelne Infektionen auf, Kita-Kinder und Schüler stecken sich aber nicht gegenseitig an. Das beobachtet Gudrun Widders, Leiterin des Spandauer Gesundheitsamtes. Alle Details zum Corona-Infektionsgeschehen an Berliner Schulen und Kitas lesen Sie hier.

+++ Sonntag, 27. September 2020 +++

22.25 Uhr: „Walküre“ in Berlin - Sänger und Orchester ohne Einschränkungen

Mit Richard Wagners „Die Walküre“ hat die Deutsche Oper Berlin am Sonntag ihre erste große Premiere in Corona-Zeiten gefeiert. In dem angesichts der Abstandsregeln nur zum Teil besetzen Haus startete damit an der Deutschen Oper „Der Ring des Nibelungen“ in der Regie des Norwegers Stefan Herheim. Den eigentlichen Auftakt zum Zyklus der vier Opern, „Das Rheingold“, hat das Opernhaus auf Juni 2021 verschoben. Die Deutsche Oper hatte rund 770 der 1860 Plätze im Saal besetzt. Dank täglicher Corona-Tests während der Probenphase und auch vor den Aufführungen konnten Orchester und Sängerensemble ohne Einschränkungen spielen. Stefan Herheim spricht über Wagners Zyklus „Ring des Nibelungen“ - mehr zum Thema finden Sie hier.

17.55 Uhr: 83 Neuinfektionen in Berlin - eine Ampel auf Gelb

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 228. 83 neue Infektionen wurden bestätigt, 143 waren es gestern. 1660 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 1642 waren es gestern. 12.307 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 20, vier weniger als gestern. Insgesamt liegen 77 Menschen in Krankenhäusern, genauso viele wie gestern gemeldet.


Das Berliner Corona-Warnsystem aus drei Ampeln zeigt weiter zweimal Grün an. Der Reproduktionswert für die vergangenen vier Tage lag am Sonntag bei 0,97 nach 0,89 - so viele Menschen steckt ein Corona-Infizierter durchschnittlich an. Auch bei der Auslastung der Intensivbetten rangierte Berlin mit 1,6 Prozent weiter im grünen Bereich. Die Zahl der Neuinfektionen ist aber noch kein Anlass zur Entwarnung: Pro Hunderttausend Einwohner steckten sich in den vergangenen sieben Tagen 28,3 Menschen nachweislich an. Am Vortag waren es 27,2.

Die Fallzahlen für die Bezirke:

17.32 Uhr: 180 Bundeswehr-Soldaten unterstützen ab Montag die Berliner Bezirke

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat sich am Sonntag mit den Bezirken und der Bundeswehr darauf verständigt, dass schon ab Montag 180 Bundeswehr-Soldaten bei der Bekämpfung der Pandemie in Berlin helfen. „Die Bezirke sind startbereit“, sagte Kalayci der Berliner Morgenpost. Die Soldaten sollen in den Gesundheitsämtern bei der Kontaktnachverfolgung und in den Abstrich-Teams eingesetzt werden. Bereits jetzt sind 60 Soldaten in den Berliner Bezirken im Einsatz.

„Ich freue mich, dass die zusätzlichen Bundeswehr-Soldaten die Bezirksämter tatkräftig bei der Eindämmung der Pandemie unterstützen werden“, sagte die Gesundheitssenatorin der Berliner Morgenpost. Die Soldaten werden in elf Bezirken eingesetzt, nicht aber in Friedrichshain-Kreuzberg, obwohl die Zahl der Neuinfektionen dort sehr hoch ist. Der Bezirk lehnt den Einsatz von Soldaten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aber ab.

12.28 Uhr: Nur sechs Neuinfektionen in Brandenburg bestätigt

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Brandenburg ist erneut zurückgegangen: Von Samstag auf Sonntag wurden sechs neue Fälle erfasst, wie das Gesundheitsministerium (Stand 11.00 Uhr) mitteilte. Am Vortag hatte es 17 bestätigte Neuinfektionen gegeben und am Freitag waren es 42. Die Meldungen könnten wegen des Wochenendes allerdings zeitverzögert eintreffen. Die Zahl der aktuell mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Brandenburger stieg am Sonntag um drei Personen auf 235. Seit März wurden damit 4249 Fälle in Brandenburg registriert. 3841 Menschen gelten als genesen, drei mehr als am Vortag. Die Zahl der mit der durch das Virus hervorgerufenen Erkrankung Covid-19 gestorbenen Patienten liegt unverändert bei 173.

12.16 Uhr: Brandenburgs Grünen-Chefin warnt vor Einschränkungen bei Schwangeren-Beratung

Brandenburgs Grünen-Landesvorsitzende Alexandra Pichl hat vor den Folgen von Einschränkungen bei der Schwangeren-Beratung aufgrund der Corona-Pandemie gewarnt. Dies führe zu erheblichen Risiken und Schwierigkeiten bei Schwangerschaftsabbrüchen, sagte Pichl am Sonntag anlässlich des „Safe Abortion Day“ am Montag. Wegen des eingeschränkten Angebots verzögere sich oft die vorgeschriebene Beratung vor Schwangerschaftsabbrüchen, erklärte Pichl laut Mitteilung. „Eingriffe drohen sich deswegen zu verschieben, auch aufgrund der zusätzlichen Belastung der Kliniken.“ Schwangerschaftsabbrüche müssten aber so früh wie möglich durchgeführt werden, mahnte Pichl.

11.16 Uhr: Bund stützt Galerien mit 16 Millionen Euro

Galerien für Gegenwartskunst in Deutschland erhalten 16 Millionen Euro Soforthilfe aus dem Corona-Rettungspaket „Neustart Kultur“ der Bundesregierung. „Wir wollen erreichen, dass Künstler aus ganz Deutschland zum Zuge kommen. Die Kunstwerke sollen später in Ausstellungen öffentlich gezeigt und Museen als langfristige Leihgaben angeboten werden“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der „Welt am Sonntag“.

Die Fördersumme liegt laut Zeitung zwischen 5000 und 35.000 Euro. Zehn Prozent der Fördersumme müssten selbst aufgebracht werden. Eine unabhängige Jury entscheide über die Vergabe. Das Hilfspaket für die Kulturszene in Höhe von rund einer Milliarde Euro hatte der Bund im Juni auf den Weg gebracht, um Kultureinrichtungen in der Corona-Krise zu unterstützen.

11.14 Uhr: Positiver Corona-Test - Hockey-Ligaspiel abgesagt

Das für Sonntag angesetzte Feldhockey-Bundesligaspiel der Damen zwischen dem Großflottbeker THGC Hamburg und den Zehlendorfer Wespen musste kurzfristig abgesagt werden. Grund: Eine Berliner Spielerin war am Samstag positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Damit war eine Austragung der Partie nicht möglich. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest, teilte der GTHGC dazu am Sonntag mit.

10.24 Uhr: Festakt mit Corona-Auflagen - Potsdam feiert 30 Jahre Einheit

Trotz der Corona-Krise feiert das wiedervereinigte Deutschland seinen 30. Geburtstag. Der Höhepunkt der einmonatigen Einheitsfeier in Potsdam am 3. Oktober - ein Festakt mit vorherigem Gottesdienst - fällt zwar deutlich kleiner aus als ursprünglich geplant. Doch es soll am kommenden Samstag nicht minder feierlich zugehen. Dafür sollen auch die Mitwirkenden des Festakts in der Metropolishalle in Potsdam-Babelsberg sorgen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Festansprache, die Band Mia und Mark Forster singen, Anna Loos moderiert.

8.49 Uhr: Dilek Kalayci - „Wir müssen weitere Einschränkungen beschließen"

Der rot-rot-grüne Senat will wegen der Corona-Lage in Berlin weitere Einschränkungen beschließen. Die Situation in Berlin sei „höchst kritisch“, sagt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). „Wir müssen weitere Einschränkungen beschließen, die auch in der Breite wirken.“ Konkret empfiehlt Kalayci nach ihren Gesprächen mit den Innenstadtbezirken drei Regelungen: Kontaktbeschränkungen auf fünf Personen, wie es sie in Berlin schon einmal gab. Außerdem sollten private Zusammenkünfte und Feiern limitiert werden. Und schließlich müsse es gezielte Kontrollaktionen geben, um illegale Partys zu verhindern. Das Interview mit Dilek Kalayci lesen Sie hier.

6.53 Uhr: Schauspielerin Karoline Herfurth - „Klatschen reicht einfach nicht“

Weltweit traten Menschen während des Coronalockdowns im Frühjahr auf Straßen und Balkone, um für Ärzte und Pflegepersonal zu applaudieren. Eine schöne Wertschätzung, sagt Schauspielerin Karoline Herfurth. Doch damit sei es leider nicht getan. „Klatschen reicht einfach nicht.“

Gemeinsam mit Kollegen wie Florian David Fitz, Michael „Bully“ Herbig, Fahri Yardim, Cordula Stratmann, Jella Haase, Hannah Herzsprung, Friedrich Mücke und Volker Bruch hat die Berlinerin auf ihren Social-Media-Kanälen in dieser Woche ein selbst produziertes Video veröffentlicht, in dem sie zu mehr und vor allem konkreter Unterstützung des Berufsstandes aufruft – auch abseits von Corona. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Sonnabend, 26. September +++

18.45 Uhr: 143 Neuinfektionen in Berlin - eine Ampel auf Gelb

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 228. 143 neue Infektionen wurden bestätigt, 159 waren es gestern. 1642 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 1569 waren es gestern. 12.242 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 24, drei mehr als gestern. Insgesamt liegen 77 Menschen in Krankenhäusern, sieben mehr als gestern gemeldet.


Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 0,89 weiter auf Grün. Der Wert für Neuinfektionen steht mit 27,2 nach wie vor auf Gelb, die Ampel für die freien Intensivbetten steht auf Grün.

Das sind die Fallzahlen nach Bezirken:

15.31 Uhr: Weihnachtsmärkte sollen in Berlin stattfinden

In Berlin sollen trotz Corona-Pandemie die Weihnachtsmärkte stattfinden, berichtet der Evangelische Pressedienst. „Weihnachtsmärkte gehören zu Veranstaltungen im Freien, bei denen nach geltender Infektionsschutzverordnung bis zu 5000 Personen zugelassen sind“, sagte ein Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung gegenüber epd. Veranstalter müssen vorher ein Schutz- und Hygienekonzept vorlegen. "Als Open Air-Veranstaltungen dürfen Weihnachtsmärkte trotz Corona grundsätzlich stattfinden", berichtet auch berlin.de. Der 23. November markiert in diesem Jahr den Beginn der Weihnachtsmarkt-Saison. Allerdings seien umfangreiche Hygienevorgaben einzuhalten wie die Anwesenheitsdokumentation, die Einhaltung des Abstandsgebots, ein Besucherlimit sowie eine mögliche Maskenpflicht.

12.52 Uhr: 17 Neuinfektionen in Brandenburg

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Brandenburg ist zum Wochenende wieder leicht zurückgegangen: Von Freitag auf Samstag wurden 17 neue Fälle erfasst, wie das Gesundheitsministerium (Stand 11 Uhr) mitteilte. Am Vortag hatte es 42 neue Infektionen gegeben und am Donnerstag waren es 22. Die Zahl der aktuell mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Brandenburger stieg am Samstag um 8 Personen auf 232. Seit März wurden damit 4243 Fälle in Brandenburg registriert. 3838 Menschen gelten als genesen, 9 mehr als am Vortag. Die Zahl der an der durch das Virus hervorgerufenen Erkrankung Covid-19 gestorbenen Patienten liegt unverändert bei 173.

Die meisten Neuinfektionen wurden mit 5 Fällen aus dem Landkreis Oberhavel gemeldet. Die Landkreise Barnim, Oder-Spree und Teltow-Fläming meldeten jeweils 4 zusätzliche Infektionen.

11.05 Uhr: Trotz Lockdowns: Albas Euroleague-Start in Tel Aviv gesichert

Der deutsche Basketball-Meister Alba Berlin kann trotz eines Lockdowns in Israel mit dem Start in die neue Euroleague-Saison bei Maccabi Tel Aviv planen. „Alba wird trotz des Lockdowns nach Israel reisen und dort spielen. Dies ist aber nur möglich, weil Maccabi es geschafft hat, bei der Regierung eine solche Ausnahmeregelung für internationale Sportwettbewerbe zu erwirken. Die macht es Alba möglich, problemlos einzureisen“, sagte Jordi Bertomeu, Präsident und Geschäftsführer der Euroleague, der „Berliner Zeitung“.

7.43 Uhr: Polizisten bei Corona-Kontrollen attackiert

Die Berliner Polizei musste am Freitagabend und in der Nacht zu Sonnabend mehrere Treffen und Partys im Weinbergspark und im James-Simon-Park auflösen. „Mehr als 300 Personen hielten sich in Partystimmung auf viel zu engem Raum und mit viel zu wenig Abstand in den beiden Parks in Mitte auf“, sagte ein Polizeisprecher. „Einige der Teilnehmer waren deutlich alkoholisiert.“ Die Polizei musste „mit Nachdruck“ die teils betrunkenen jugendlichen Feiernden ansprechen, um die Menschenansammlungen aufzulösen. Dabei kam es auch zu einigen Übergriffen auf Beamte und zu Festnahmen.

Gegen 22.30 Uhr gingen bei der Polizei Anrufe wegen Lärmbelästigungen ein. Offenbar hatten sich Anwohner des Weinbergsparks über zu laute Musik und Feiernde beschwert. Nach Angaben eines Polizeisprechers fuhren zwischen 25 und 30 Kräfte zu dem Volkspark, um den Beschwerden nachzugehen. Als die Polizistinnen und Polizisten dort eingetroffen waren und die Party auflösen wollten, wurden sie vereinzelt von Jugendlichen angegriffen.

Wie der Behördensprecher mitteilte, kam es vereinzelt zu Flaschenwürfen auf die Einsatzkräfte. Auch Feuerwerkskörper wurden geworfen. Bei diesem Einsatz wurde ein Polizist leicht verletzt, konnte aber seinen Dienst fortsetzen. Ein Augenzeuge berichtete, dass mehrere Personen festgenommen wurden und dabei auch Widerstand leisteten. Weitere Beteiligte sollen mit der Straßenbahn geflüchtet sein, wurden aber von Polizeikräften an der Station Rosenthaler Platz aus der Tram geholt und festgesetzt.

Im James-Simon-Park in Mitte sprachen die Polizisten die Feiernden an und forderten sie auf, den Park zu verlassen. Der Aufforderung kamen die überwiegend Jugendlichen nach. Der Einsatz endete am frühen Sonnabendmorgen gegen 2.30 Uhr. Zur Zahl der Verstöße und Anzeigen machte die Polizei am Sonnabend zunächst keine näheren Angaben.

4.29 Uhr: Wohnungsnachfrage in Brandenburg zum Semesterstart verhaltener

Zu Beginn des neuen Wintersemesters sind wieder Tausende Studenten in Brandenburg auf der Suche nach Wohnraum. Wegen der Corona-Pandemie fällt die Nachfrage aber etwas verhaltener als sonst aus. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Grundsätzlich sind unsere günstigen Wohnheimplätze weiterhin begehrt“, sagt etwa Josephine Kujau, Sprecherin des Studentenwerks Potsdam, das über 3200 Wohnheimplätze verfügt. Die 3000er-Marke bei den Bewerbungen habe man aber erst jetzt, mehr als einen Monat später als üblich, geknackt. Die geringeren Zahlen seien womöglich auch auf den coronabedingten, späteren Semesterstart wie etwa an der Uni Potsdam zurückzuführen. Laut einem Sprecher des Studentenwerks Frankfurt (Oder) sei auch unklar, ob und wie viele ausländische Studenten wegen der Corona-Bestimmungen überhaupt ihre Zimmer beziehen können.

+++ Freitag, 25. September +++

19.02 Uhr: Kalayci und Bezirke erwägen Obergrenzen für private Feiern

Für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Fallzahlen in Berlin haben sich die Gesundheitssenatorin und mehrere Bezirke für neue Gegenmaßnahmen ausgesprochen. Man habe in der Stadt „eine sehr ernste Lage“, sagte die SPD-Politikerin Dilek Kalayci am Freitag nach einem Treffen mit Vertretern der Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort werden derzeit besonders hohe Corona-Fallzahlen registriert. „Wir steuern die rote Linie an.“

„Es besteht Einigkeit darüber, dass es Beschränkungen für private Feiern geben sollte“, berichtete Kalayci. Gemeint sind Obergrenzen für die Teilnehmerzahl: Je nachdem, ob man sich draußen oder in Räumen trifft, wären es 50 beziehungsweise 25 Leute. „Zudem sollte es Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum geben.“ Die Empfehlung: Man kann sich zu fünft oder mit zwei anderen Haushalten treffen. Auch sei man sich einig, dass verstärkte Kontrollen in Gaststätten, Bars und Restaurants nötig sind. Illegale Partys sollen unterbunden werden.

„Alle Empfehlungen sollte ab einer berlinweiten Inzidenz von 30 greifen“, so Kalayci. Diese Kennzahl besagt, wie viele Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen aufgetreten sind. Freitagabend lag der Wert bei 27,5.

Zum Thema Alkoholverbot, das Regierungschef Michael Müller (SPD) zuletzt erneut ins Spiel gebracht und das auch Kalayci im Sommer schon angesprochen hatte, wurden keine Empfehlungen bekannt. Das Thema sei vom Tisch, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Die nun vereinbarten Empfehlungen sollen berücksichtigt werden bei Vorschlägen der Gesundheitsverwaltung an den Senat. Dieser will am Dienstag wieder über die Lage beraten.

18.24 Uhr: Gastronomen dürfen erweitere Außenflächen weiter nutzen

Der Berliner Gastronomie-Gipfel hat sich am Freitag darauf verständigt, dass die erweiterten Außenflächen für die Gastronomie bis zu 31. März 2021 genehmigt bleiben und „Wärmequellen“ erlaubt sind, solange der Brandschutz nicht dagegen spricht. Keine Einigung konnte über die Genehmigung von Heizpilzen erzielt werden. „Einige Bezirke wollen sie dulden, andere nicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Thomas Lengfelder. Alle Details finden Sie hier.

16.38 Uhr: 159 Neuinfektionen in Berlin, eine Ampel bleibt Gelb

In Berlin haben sich weitere 159 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung vom Freitag hervor. Seit Beginn der Pandemie haben sich damit 13.969 Menschen in Berlin angesteckt, kein weiterer Mensch ist mit Covid-19 gestorben, die Zahl der Todesopfer bleibt bei 228. 12.176 Menschen gelten inzwischen als genesen. Damit sind aktuell in Berlin 1565 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Die meisten Neuinfektionen hat Mitte gemeldet (+50), gefolgt von Tempelhof-Schöneberg (+26) und Neukölln (+24). Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf haben keine weitere Infektion gemeldet.

70 Menschen liegen in Krankenhäusern, davon werden 21 intensivmedizinisch behandelt.

Während die Ampeln für den R-Wert (0,76) und die Auslastung der Intensivbetten (1,6 Prozent) weiter auf Grün bleiben, steigt der Wert der Neuinzidenz mit 27,5 weiter an. Diese Ampel steht nach wie vor auf Gelb, ab 30 würde sie auf Rot springen.

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken, Stand 25. September

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1348 (+4) 1165
Friedrichshain-Kreuzberg 1397 (+16) 1207
Lichtenberg 767 (+3) 679
Marzahn-Hellersdorf 684 (+0) 619
Mitte 2226 (+50) 1942
Neukölln 1776 (+24) 1515
Pankow 1222 (+14) 1059
Reinickendorf 1002 (+13) 908
Spandau 760  (+7) 776
Steglitz-Zehlendorf 909 (+22) 770
Tempelhof-Schöneberg 1320 (+26) 1123
Treptow-Köpenick 558 (+0) 502
Berlin 13.969 (+159) 12.176

16.30 Uhr: 63 Lerngruppen an den öffentlichen Schulen geschlossen

In Berlin sind aktuell 63 Lerngruppen an den öffentlichen Schulen aufgrund des Coronageschehens geschlossen – in 84 Fällen wurden Schüler in Berlin positiv auf das Corona-Virus getestet, in 24 Fällen auch Schulpersonal. Die meisten Fälle haben die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg (15 Schüler, 5 Mitglieder des Schulpersonals), Steglitz-Zehlendorf (auch 15 Schüler und 4 Schulmitarbeiter) und Charlottenburg-Wilmersdorf (14 Schüler und vier Schulangestellte). Allerdings ist die Zahl der geschlossenen Lerngruppen in den Bezirken sehr unterschiedlich. Während in Steglitz-Zehlendorf aktuell 18 Lerngruppen geschlossen sind, sind es in den anderen beiden Bezirken jeweils nur sechs.

Die Zahl der geschlossenen Lerngruppen sagt nichts über die Zahl der betroffenen Schulen aus. So mussten beispielsweise diese Woche alle Schüler der zehnten Jahrgangsstufe des Dreilinden Gymnasiums in Zehlendorf zu Hause bleiben. Dort waren zuerst zwei Schüler einer zehnten Klasse positiv auf Corona getestet worden, diese „Lerngruppe“ blieb dann zu Hause. Allerdings wird dort häufig klassenübergreifend unterrichtet, so dass bald noch sechs weitere Schüler aus anderen zehnten Klassen dazukamen, die auch positiv getestet wurden.

Ab kommenden Montag sollen aber alle Schüler dieses Jahrgangs in die Schule zurückkehren. Vorher hatte das Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf den Schülern einen freiwilligen Corona-Test angeboten, manche Schüler ließen sich auch privat testen. „Inzwischen geht die Schule von einer Testabdeckung von geschätzt 90 % aus“, heißt es aus der Senatsverwaltung für Bildung. Dort glaubt man auch nicht, dass sich „das Infektionsgeschehen in der Schule“ zugetragen habe. Denn die Schüler, die positiv getestet wurden, saßen laut Sitzplan an entgegengesetzten Ecken. Außerdem wurde keine Lehrkraft bislang positiv getestet.

In den Berufsschulen, also Oberstufenzentren (OSZ) der Stadt, wurden 28 Schüler und zwei Schulangestellte im Zeitraum der letzten Woche positiv getestet. Insgesamt liegen die Zahlen der Corona-Fälle in den öffentlichen und beruflichen Schulen etwas höher als letzte Woche.

15.14 Uhr: BER-Terminal 2 ist fertig, wird wegen Corona erst 2021 eröffnet

Das Terminal 2 am Flughafen BER ist weitgehend fertig. Doch Passagiere werden das Gebäude so schnell nicht zu sehen bekommen. Die Betriebsaufnahme werde wohl erst zum Sommerflugplan 2021 im kommenden Frühjahr sein, sagte Engelbert Lütke Daldrup bei einem Ortstermin am Freitag. Grund seinen die in der Corona-Pandemie eingebrochenen Fluggastzahlen. Da werde Terminal 2 – ausgelegt für bis zu sechs Millionen Passagiere im Jahr – vorerst nicht gebraucht. „Mir blutet das Herz“, sagte der Flughafenchef. Alle Beschäftigten würden den neuen Hauptstadtflughafen am 31. Oktober lieber unter Volllast eröffnen. Aktuell nutzen aber nur 25.000 Passagiere am Tag die Berliner Flughäfen – statt 100.000 in normalen Zeiten. Und wegen der wieder zunehmenden Reisebeschränkungen wird ein erneuter Rückgang erwartet.

14.28 Uhr: Kinder der Risikogruppe bekommen besondere Kita-Gruppen

Kinder, die selbst oder deren Familienangehörige zur Risikogruppe in Coronazeiten gehören, können häufig nicht mehr oder nur sehr unregelmäßig eine Kita besuchen. Denn die Gefahr, sich dort womöglich mit dem Coronavirus anzustecken ist zu groß. Seit Februar sind viele durchgehend zu Hause, ohne Spielkameraden und mit häufig überlasteten Eltern. Der Alltag mit Kita fehlt spürbar.

Nun will der Berliner Senat diesen Familien helfen. Rund 45 Millionen Euro werden im Nachtragshaushalt bereitgestellt, um sogenannte „Quarantänegruppen“ in Kitas aufzubauen. Die Idee dahinter ist, dass diese besonderen Gruppen sehr klein und stabil sind – und alle Kinder, die dort betreut werden, aus dem Risikoumfeld stammen. Denn so ist gegeben, dass die Kinder und auch deren Familien sehr achtsam bei dem Thema sind, man aufmerksamer ist als viele Familien, die nicht so direkt von einer Covid-19-Erkrankung bedroht wären. Auch die Erzieher, die diese neuen Gruppen betreuen werden, sollen im besten Falle zur Risikogruppe gehören.

12.28 Uhr: Mehr Zuschauer beim Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten

Die Rennbahn Hoppegarten kann zum Preis der Deutschen Einheit am 3. Oktober insgesamt 3900 Zuschauer begrüßen. Nach Anpassung der Großveranstaltungsverbotsverordnung des Landes Brandenburg wurde am Freitag das eingereichte Hygienekonzept genehmigt, wie die vor den Toren Berlins gelegene Rennbahn mitteilte. Damit können weitere 2000 Tickets für den Renntag (Beginn 13 Uhr) verkauft werden.

Um dem Hygienekonzept gerecht zu werden, wird es auf der Rennbahn zwei Besucherbereiche geben. Der erste Bereich umfasst die Sitzplätze auf der Haupttribüne mit der davor befindlichen Rasenfläche. Der zweite Bereich hinter der Haupttribüne erlaubt den Zugang zum Führring und zur Siegerehrung und bietet einen Biergarten, Foodtrucks und Wettmöglichkeiten.

12.09 Uhr: Pop trifft sich mit Gastro-Branche zu Maßnahmen für den Winter

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) will mit der Berliner Gastronomie-Branche heute Maßnahmen für den Winter in der Corona-Krise besprechen. Eingeladen zu dem Gespräch am Nachmittag sind die Bezirksbürgermeister sowie Vertreter der Tourismusgesellschaft Visit Berlin, der Industrie- und Handelskammer (IHK Berlin) sowie der Initiative Bars of Berlin. „Unser Ziel ist es, die Ausbreitung des Virus effektiv zu bekämpfen, Sicherheit und Vertrauen für die Gäste und vernünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu garantieren“, teilte Pop mit.

Der Dehoga-Landesverband will bei dem Treffen auf einheitliche Regelungen in den Bezirken pochen, etwa was das Aufstellen von Heizpilzen angeht. „Es geht darum, die Außenflächen winterfest zu machen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dehoga-Landesverbands, Thomas Lengfelder, am Freitag.

10.58 Uhr: Höchster Anstieg der Corona-Infektionen in Brandenburg seit Mai

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg ist drastisch gestiegen und so hoch wie seit über vier Monaten nicht mehr. Nach offizieller Zählung kamen von Donnerstag auf Freitag 42 neue Infektionen hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Am Donnerstag waren 22 neue Fälle registriert worden. Die meisten neuen Infektionen meldete der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit neun, der Landkreis Dahme-Spreewald mit acht und der Landkreis Teltow-Fläming mit vier zusätzlichen Fällen.

Sechs Covid-19-Patienten werden laut Ministerium derzeit im Krankenhaus behandelt, zwei mehr als am Tag zuvor. Kein Patient davon werde künstlich beatmet. Derzeit gelten in Brandenburg geschätzt 224 Menschen als aktiv erkrankt, was einem Anstieg von 34 innerhalb eines Tages entspricht. Als genesen gelten etwa 3829 Patienten, acht mehr als am Donnerstag. Seit März haben sich insgesamt 4226 Brandenburger mit dem Virus infiziert, 173 Patienten starben. Zuletzt gab es im Mai 40 neue Ansteckungen oder mehr an einem Tag - am 6. Mai 40, am 2. Mai 44. Der bisher höchste Wert waren 187 neue Infektionen am 3. April..

10.02 Uhr: Corona-Verdacht bei Brandenburger Landtagsabgeordnetem

Ein Abgeordneter des Brandenburger Landtags steht unter Corona-Verdacht - es wäre der erste bekanntgewordene Fall unter den Parlamentariern. Der CDU-Abgeordnete Julian Brüning habe am Mittwochabend Erkältungssymptome gehabt und sei am Donnerstag zum Arzt gegangen, sagte ein Sprecher der CDU-Fraktion am Freitag. „Dort wurde ein Test gemacht. Wir erwarten das Ergebnis am Nachmittag.“ Brüning ist vorerst in Quarantäne. Die „B.Z.“ hatte zuvor online darüber berichtet.

Drei CDU-Abgeordnete, die länger in Brünings Nähe gesessen hätten, nähmen am Freitag nicht an der Plenarsitzung teil. Zuvor hatte sich ein Mitarbeiter der AfD-Fraktion mit dem Coronavirus angesteckt. Daraufhin verschärfte Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) die Maskenpflicht im Parlament.

9.31 Uhr: AfD scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht im Landtag

Die erweiterte Maskenpflicht im Brandenburger Landtag gilt wieder. Die AfD-Fraktion ist mit einem Eilantrag dagegen gescheitert. Das Verwaltungsgericht Potsdam wies ihn am Freitag zurück. Vor dem Hintergrund der erheblichen Risiken der Corona-Pandemie und der sehr geringen Intensität der Einschränkungen bestünden auch hinsichtlich des Inhalts der Verfügung von Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) voraussichtlich keine materiell-rechtlichen Bedenken, erklärte das Gericht. Der Antrag sei zudem nicht zulässig, weil das Landesverfassungsgericht zuständig sei.

8.33 Uhr: Müller will Berliner Partyszene strenger kontrollieren

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat strengere Kontrollen für Feiernde in Berlin ins Spiel gebracht. „Es gibt natürlich auch illegale Partys und dann muss man mit Polizeieinsatz da natürlich auch gegen vorgehen“, sagte er in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“. „Wir machen das auch schon, aber das muss mit Sicherheit auch verschärft werden.“ In der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen schössen die Infektionszahlen derzeit nach oben, sagte Müller. „Da haben wir nun mal die Situation, dass die sehr mobil sind, dass die in der Stadt viel unterwegs sind, dass die reisen, dass die eben auch feiern, auch vor den Gaststätten feiern. Darauf muss man eben reagieren und ich glaube auch mehr als wir es bisher getan haben.“

Auch in Berlin waren die Fallzahlen zuletzt wieder deutlich gestiegen. Müller forderte daher ein vorausschauendes Vorgehen mit Blick auf die kommenden Monate, in denen sich die Situation noch verschärfen könnte. „Alle sagen uns, ihr müsst damit rechnen, dass es im Oktober, November, Dezember noch ganz anders kommen kann“, sagte er. Es gehe darum, „sehr zielgerichtet vielleicht auch schon einen Vorratsbeschluss im Senat zu treffen, um dann sehr schnell reagieren zu können.“

Der für Neukölln zuständige Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) geht ebenfalls davon aus, dass sich insbesondere das Problem mit Partys im Herbst nicht erledigen werde. „Weil sich die Menschen von draußen, wo eine geringere Ansteckungsgefahr besteht, in die Innenräume verlagern, dort die Abstände nicht einhalten, singen, tanzen, Alkohol trinken“, sagte er dem Sender RBB. „Das wird steigende Zahlen zur Folge haben. Aber wir planen vorausschauend für die kommenden Monate, wir haben das im Blick.“

7.55 Uhr: Berlins Gastwirten droht ein Heizpilz-Chaos

Beim Beheizen von gastronomischen Außenterrassen in den kälteren Monaten droht Berlin ein Chaos bei den Regelungen zwischen den Bezirken: Während Gastwirte in Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf nun bis zum 31. März 2021 sowohl elektro- als auch gasbetriebene Heizstrahler aufstellen dürfen, lehnen die die Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg Heizpilze ab.

Der Berliner Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) appellierte an Senat und Bezirke, den Einsatz von Heizpilzen und -strahlern zu verbieten. Bei einem Gastronomie-Gipfel am Freitag will Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) mit den Bezirksbürgermeistern sowie Vertretern von Dehoga, IHK, Visit Berlin und Bars of Berlin erörtern, wie die coronageplagten Wirte über den Winter kommen können.

6.32 Uhr: Urteil zu Pop-up-Radwegen im Oktober

Im Streit über die Pop-Up-Radwege in Berlin will das Oberverwaltungsgericht in der ersten Oktoberhälfte eine Entscheidung fällen. Das berichtet das Inforadio des RBB. Nach einem ersten Urteil des Verwaltungsgerichts muss das Land die Radwege abbauen, da ihre Einrichtung nicht ausreichend begründet wurde. Dagegen hatte der Senat Beschwerde eingelegt.

3.32 Uhr: Brandenburger Landtag will Sonderregeln für Kommunalparlamente verlängern

Der Brandenburger Landtag berät über die Verlängerung eines Corona-Notlage-Gesetzes für die Kommunalparlamente. Damit die Kommunen auch in Notsituationen wie der Corona-Krise weiter Beschlüsse fassen können, soll das Gesetz über den 30. September hinaus gelten. Das sieht ein Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und Grünen vor, über den das Parlament am Freitag entscheidet. Damit waren auch Sitzungen der Kommunalparlamente aus dem Homeoffice erlaubt.

+++ Donnerstag, 24. September +++

18 Uhr: Umfrage - Berliner unterstützen Senat im Kampf gegen Corona

Die Berliner stehen mit der großen Mehrheit hinter den Maßnahmen des Senats zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Fast zwei Drittel (65 Prozent) äußerten sich im Berlin Trend von Infratest dimap zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement in Berlin. 20 Prozent sind laut der Umfrage im Auftrag der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau weniger zufrieden. 13 Prozent gaben an, gar nicht zufrieden zu sein. Somit ist ein Drittel der Berliner nicht zufrieden, wobei nicht klar ist, ob die Schritte zur Eindämmung der Pandemie als zu weitgehend oder als zu gering empfunden werden. Seit April, als Infratest dimap seinerzeit mitten im harten Lockdown nach der Bewertung der Corona-Politik fragte, haben sich die Zustimmungswerte für die Senatspolitik sogar noch leicht verbessert. Mehr dazu lesen Sie hier.

17.57 Uhr: 238 Neuinfektionen, eine Ampel auf Gelb

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 228. 238 neue Infektionen wurden bestätigt, 199 waren es gestern. 1521 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 1409 waren es gestern. 12.061 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 18, ebenso viele wie gestern. Insgesamt liegen 63 Menschen in Krankenhäusern, zwei mehr als gestern gemeldet.


Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 0,83 wieder auf Grün. Der Wert für Neuinfektionen steht mit 26,3 weiter auf Gelb, die Ampel für die freien Intensivbetten steht auf Grün.

Die meisten Neuinfektionen verzeichnet Mitte (+35), gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln (jeweils +29) und Pankow sowie Tempelhof-Schöneberg (jeweils +24). Die wenigsten Neuinfektionen wurden aus Marzahn-Hellersdorf gemeldet (+8).

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken, Stand 24. September

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1344 (+29) 1153
Friedrichshain-Kreuzberg 1381 (+22) 1192
Lichtenberg 764 (+3) 677
Marzahn-Hellersdorf 684 (+8) 615
Mitte 2176 (+35) 1911
Neukölln 1752 (+29) 1498
Pankow 1208 (+24) 1052
Reinickendorf 989 (+15) 901
Spandau 758  (+15) 679
Steglitz-Zehlendorf 902 (+22) 770
Tempelhof-Schöneberg 1294 (+24) 1112
Treptow-Köpenick 558 (+2) 501
Berlin 13.810 (+238) 12.061

16.37 Uhr: Wintersemester und Pandemie - Leitplanken für Hochschulen vereinbart

Studentinnen und Studenten sollen im Wintersemester trotz der Corona-Pandemie möglichst viel vor Ort an den Hochschulen ihrem Studium nachgehen können. Nach einem weitgehend digitalen Sommersemester seien entsprechende Lehrangebote im Herbst und Winter nötig, teilten die Berliner Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten (LKRP) und die Senatskanzlei - Wissenschaft und Forschung am Donnerstag mit. Sie sprachen von einem „Hybridsemester“.

Wie es weitergeht, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Ein gemeinsam entwickelter Plan soll beim Anpassen an die sich verändernde Lage helfen. Vorgesehen sind drei Stufen mit jeweils verschiedenen Regelungen. Zum Semesterstart in Stufe 1 wird zum Beispiel das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Lehrveranstaltungen „dringend empfohlen“; in Stufe 2 wäre dies verpflichtend; in Stufe 3 dürften keine Präsenzlehrveranstaltungen mehr abgehalten werden. Auch für Prüfungen, Mensen, Bibliotheken und andere Bereiche sind Regelungen je nach Stufe vorgesehen.

16.35 Uhr: BVG ahndet 470 Verstöße gegen Maskenpflicht

In Berliner U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen wurden von der BVG bisher 470 Bußgelder wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht verhängt. Das antwortete der Senat auf eine Anfrage eines AfD-Abgeordneten. Die Zahl bezieht sich auf den Zeitraum zwischen dem 8. Juli, seit dem wegen der Corona-Pandemie die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, und Anfang September.

Dazu wurden auch weitere Bußgelder in den Bahnen, Bussen und Bahnhöfen durch die Ordnungsämter der Bezirke verhängt. Wie üblich erfassen die zwölf Berliner Bezirksämter solche Vorgänge aber sehr unterschiedlich oder auch mal gar nicht. Charlottenburg-Wilmersdorf leitete bislang 63 Verfahren wegen unzureichendem oder gar keinem Mund-Nasen-Schutz in den öffentlichen Verkehrsmitteln ein. Die Bußgelder lagen zwischen 10 und 75 Euro. Spandau verhängte bei 40 entsprechenden Verfahren Bußgelder in Höhe von 1735 Euro. Marzahn-Hellersdorf kontrolliert zwar, aber bisher gab es noch keine entsprechenden Anzeigen. Mitte und Lichtenberg führen keine Statistik zu dem Thema. Die Ordnungsämter von Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg kontrollieren gar nicht im Nahverkehr. Und Reinickendorf, Treptow-Köpenick und Neukölln antworteten dem Senat nicht.

15.58 Uhr: Hertha-Manager Preetz findet Fan-Obergrenze "völlig in Ordnung"

Hertha-Manager Michael Preetz hält bei der Rückkehr von Fans ins Berliner Olympiastadion die reduzierte Zahl von 4000 für „völlig in Ordnung“, auch wenn 20 Prozent der Zuschauer-Kapazität bei weitem nicht ausgereizt werden. „Nach wie vor gilt, dass die Gesundheit der Stadionbesucher im Vordergrund steht“, erklärte der Geschäftsführer Sport einen Tag vor der ersten Heimpartie der neuen Saison am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen Eintracht Frankfurt.

Der Berliner Senat hatte die Corona-Verordnung wegen der steigenden Infektionszahlen nicht geändert, so dass es weiter bei der Höchstgrenze von 5000 Stadion-Besuchern einschließlich der Teams, aller Offizieller, Sicherheitskräfte und Medienvertreter bleibt. Mit der 20-Prozent-Regel, auf die sich die Länder für eine Testphase eigentlich geeinigt hatten, könnten wieder 14.895 Fans im 74.475 Zuschauer fassenden Olympiastadion sein.

14.20 Uhr: Union will Stadionerlebnis für Fans verbessern

Der 1. FC Union Berlin arbeitet an einer Verbesserung seines Ticketing-Systems unter den geltenden Corona-Bestimmungen. Wie Kommunikationschef Christian Arbeit bestätigte, versuche man unter anderem zu organisieren, dass befreundete Stadionbesucher die Spiele nebeneinander verfolgen könnten, auch wenn sie Karten für unterschiedliche Blöcke zugeteilt bekommen haben.

„Wir versuchen zu lernen, es wird natürlich darauf ankommen, Dinge zu verbessern. Es geht um das soziale Erlebnis Fußball“, sagte der Stadionsprecher des Fußball-Bundesligisten. Im Gegensatz zu anderen Vereinen habe man keine Probleme gehabt, alle verfügbaren Karten an Fans zu verkaufen. Am Freitag beginnt das Losverfahren für die Dauerkarteninhaber für die nächste Heimpartie am 2. Oktober gegen Mainz 05.

Laut Berliner Corona-Verordnung dürfen weiterhin 5000 Menschen im Stadion anwesend sein. Abzüglich der Mannschaften und des Organisationspersonals können somit etwa 4500 Zuschauer zu den Heimspielen der Eisernen kommen.

Weiterhin keinen neuen Stand gibt es bezüglich des von Union geplanten Testspiels am 25. Oktober. Der Verein will dann eine Partie organisieren, bei der die Fans ohne Abstandsregeln auf der Tribüne sein können. Dafür müssen sie sich zuvor einem Corona-Schnelltest unterziehen. Wie viele Zuschauer dann anwesend sein dürfen, ist weiter offen.

13.37 Uhr: Berliner Bode- und Pergamonmuseum öffnen - Museumsinsel komplett

Mit dem Bode- und dem Pergamonmuseum sollen nach den coronabedingten Schließungen nun auch die letzten beiden Häuser der Berliner Museumsinsel öffnen. Beide Museen sollen vom 3. Oktober an wieder für Publikum zugänglich sein, wie die Staatlichen Museen zu Berlin am Donnerstag mitteilten. Alle Museen waren Mitte März geschlossen worden, seit Mitte Mai hatten einzelne Häuser nach und nach wieder Besucher eingelassen.

Bereits geöffnet sind auf der Museumsinsel das Alte Museum, die Alte Nationalgalerie, die James-Simon-Galerie, das Neue Museum sowie ein temporärer Ersatzbau für das Pergamonmuseum. Zu den Staatlichen Museen Berlin gehören 15 Sammlungen mit 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten. Die Museen besuchten im vergangenen Jahr fast 4,2 Millionen Menschen, davon allein knapp 3,1 Millionen die Häuser der Museumsinsel.

12.04 Uhr: Wieder mehr neue Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg haben sich nach offizieller Zählung wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Es gebe 22 neue bestätigte Fälle von Mittwoch bis Donnerstag, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Am Mittwoch waren 16 neue Ansteckungen registriert worden, am Dienstag 23. Die meisten neuen Infektionen meldeten die Landeshauptstadt Potsdam mit fünf, der Landkreis Barnim mit vier und der Landkreis Teltow-Fläming mit drei Fällen. Vier Patienten würden derzeit im Krankenhaus behandelt, hieß es. Derzeit gelten geschätzt 3821 Patienten als genesen und 190 als erkrankt. Seit März haben sich 4184 Menschen mit dem Virus infiziert.

11.16 Uhr: Frank Zander: Weihnachtsessen für Obdachlose soll stattfinden

Der Berliner Sänger Frank Zander (78) will trotz der Corona-Pandemie auch dieses Jahr wieder Obdachlose zur Weihnachtsfeier einladen. „Jetzt haben wir von Mutter Natur einen richtigen Schlag auf den Kopf gekriegt“, räumte Zander im Interview mit Barbara Schöneberger ein. Trotz der vielen Beschränkungen stehe für ihn aber fest: „Wir werden diese Veranstaltung stattfinden lassen.“ Wie es konkret ablaufen wird, stehe noch nicht fest, hieß es. Zander lädt traditionell Tausende Obdachlose zum Gänse-Essen ins Berliner Hotel „Estrel“ ein, Prominente helfen als Kellner und beim Servieren.

10.55 Uhr: Konjunktureinbruch in Berlin und Brandenburg geringer als bundesweites Minus

Die Berliner und Brandenburger Wirtschaft ist während der Corona-Krise zwar eingebrochen - doch im bundesweiten Vergleich ist die Region noch glimpflich davon gekommen. In Berlin ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent zurück, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. In Brandenburg schrumpfte das BIP im selben Zeitraum um 4,9 Prozent. Nach vorläufigen Berechnungen sei damit die Wirtschaftsleistung in Berlin und Brandenburg deutlich weniger stark eingebrochen als im Bundesdurchschnitt (–6,6 Prozent).

Demnach litt in Berlin und Brandenburg vor allem der Dienstleistungssektor: „Besonders das Gastgewerbe war stark betroffen.“ Abgeschwächt worden sei die negative Entwicklung „in erster Linie durch das Wirtschaftswachstum im Baugewerbe, bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern und in der Öffentlichen Verwaltung“.

9.20 Uhr: Michael Müller kündigt schärfere Corona-Regeln für Berlin an

Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen in Berlin geht der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) von weiteren Einschränkungen im öffentlichen Leben aus. Müller sagte dem ZDF-Morgenmagazin, dass vor allem Feiern im Freien künftig so nicht länger geduldet werden könnten. Denkbar seien auch Alkoholverbote wie in Bayern. Dort sind nächtliche Feiern im Freien verboten.

Müller bekräftigte, der Senat werde zunächst „keine weiteren Lockerungen“ vornehmen, etwa für Veranstaltungen. Gegebenenfalls gebe es „wieder ein paar Rückschritte bei der Begegnungsmöglichkeit, was die Teilnehmerzahl anbelangt“.

Die Corona-Maßnahmen könnten aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens nicht gelockert werden, so Müller. Das sei eigentlich für das Jahresende vorgesehen gewesen, um Messen, Kongresse und andere Veranstaltungen wieder zu ermöglichen.

Laut dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Mittwochabend ist die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in der Hauptstadt innerhalb eines Tages um 199 gestiegen - der höchste Wert seit Wochen. Im Vergleich der Bundesländer weist Berlin mit einem Wert von 22,9 die meisten Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts hervor.

8.30 Uhr: BUND Berlin spricht sich gegen Heizpilze in der Gastronomie aus

Gäste von Bars und Restaurants sollten nach dem Willen des Berliner Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Herbst und Winter nicht unter Heizpilzen im Freien sitzen können. Der Landesverband sprach sich am Donnerstag deutlich gegen den Einsatz solcher Geräte in der Gastronomie aus. „Heizpilze zur Aufwärmung des Außenbereichs sind klimaschädlich“, erklärte Landesgeschäftsführer Tilmann Heuser. Der Verband appellierte an Senat und Bezirke, den Einsatz von Heizpilzen und -strahlern zu unterbinden. Der Verband schlägt vielmehr den Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung für Innenräume vor. Heizpilze auf öffentlichem Boden sind seit 2009 in einer Reihe von Bezirken verboten. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) will am Freitag mit den Bezirksbürgermeistern sowie Vertretern der Gastronomie und der Industrie- und Handelskammer darüber reden, wie die Gastronomen in der Coronakrise über den Winter kommen können. Lesen Sie auch: Zwei Berliner Bezirke ermöglichen Gastwirten Heizstrahler

+++ Mittwoch, 23. September 2020 +++

19.49 Uhr: Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf wollen Wirten Heizstrahler ermöglichen

Im Berliner Bezirk Reinickendorf können Kneipen- und Restaurantgäste im Herbst und Winter voraussichtlich unter Heizpilzen draußen sitzen. Die Geräte können auf Antrag ausnahmsweise bis Ende März genehmigt werden, wie der Bezirk am Mittwoch mitteilte. Das Bezirksamt habe dies angesichts der existenzbedrohenden Situation für Gastwirte in der Corona-Krise einstimmig beschlossen. „Da Heizpilze auf privaten Flächen ohnehin genutzt werden dürfen, stellt sich das Bezirksamt nicht dem Wunsch entgegen, diese auch auf öffentlichen Flächen einsetzen zu dürfen“, hieß es. „Mit Rücksicht auf das Klima wird allerdings empfohlen, elektrisch betriebene Heizstrahler mit Ökostrom zu verwenden.“

In Charlottenburg-Wilmersdorf dürfen Wirte nun bis zum 31. März 2021 „klimaschutzfreundliche Geräte“ aufstellen, heißt es in einem Schreiben des Ordnungsstadtrats Arne Herz (CDU), das der Berliner Morgenpost vorliegt.

17.34 Uhr: Neuköllner Stadtrat fordert einheitliche Corona-Maßnahmen

Die steigenden Infektion könnten zu einer Verschärfung der Corona-Verordnung führen. Am Freitag besprechen die Gesundheitsstadträte und Bürgermeister der besonders betroffenen Bezirke Neukölln, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg mit Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ein mögliches weiteres Vorgehen bei der Eindämmung der Pandemie.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll über verschärfte Kontaktregeln bei privaten Feiern, einem Alkoholverbot in bestimmten Quartieren und der Einrichtung einer Sperrstunde diskutiert werden. Es soll auch darüber beraten werden, ob in den einzelnen Bezirken künftig je nach Infektionsgeschehen unterschiedliche Regeln gelten.

„Ein hypothetisches Alkoholverbot nur für einen Bezirk macht aber wenig Sinn“, sagt Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) der Berliner Morgenpost. Gelten in einem der drei Innenstadtbezirke schärfere Regeln, ziehen die Feiernden einfach in den nächsten Bezirk, so die Befürchtung des Stadtrats. Er plädiert daher auf eine gemeinsame Lösung der Bezirke.

Bislang habe man sich auf eine regelmäßige Kontroll-Aktion in Clubs und auf Partymeilen verständigt. Das geht Liecke aber noch nicht weit genug. Er fordert auch eine Erhöhung des Bußgeldkatalogs bei Verstößen gegen die Corona-Verordnung und eine Medien-Kampagne für jüngere Menschen. „Die 20 bis 40-Jährigen sollten nochmals gezielt über die sozialen Netzwerke auf die Gefahren von Covid-19 hingewiesen werden“, so Liecke.

17.31 Uhr: Schüler ohne Maske müssen Attest vorlegen

Der Einzelabgeordnete Marcel Luthe hat angesichts der Maskenpflicht in Schulen schulärztliche Untersuchungen gefordert. Dass dies nicht geschehe, sei „schlicht fahrlässig und geht zu Lasten der Schwächsten“. Kinder mit Atemwegserkrankungen könnten durch die Masken gesundheitlichen Schaden nehmen. Schüler müssten auf Vorerkrankungen untersucht werden. Eltern aus sozial schwachen Milieus oder mit geringen Deutschkenntnissen würden den Gang zum Arzt für ein Attest womöglich scheuen.

„Wer einem Kind, das nach ärztlicher Feststellung keinerlei Atemobstruktion erfahren darf, eine solche aufzwingt, dürfte sich strafbar machen“, sagte Luthe. Die Schulen würden von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) „einmal mehr“ allein gelassen.

Der Senat hatte Luthe auf eine parlamentarische Anfrage hin mitgeteilt, dass bisher noch keine Schule einen Antrag zur Durchführung einer schulärztlichen Untersuchung gestellt habe. Schüler, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen keine Maske tragen müssten, würden „in der Regel“ ein ärztliches Attest vorlegen. „Das Vorliegen von wichtigen Gründen für eine Befreiung vom Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung, wie beispielsweise einer Grunderkrankung, ist den Eltern bekannt“, schreibt die Bildungsverwaltung.

17.29 Uhr: AfD setzt Corona-Untersuchungsausschuss durch

Die AfD-Fraktion hat im Brandenburger Landtag einen Untersuchungsausschuss durchgesetzt, der die Maßnahmen der Landesregierung zur Eindämmung des Corona-Virus durchleuchten soll. In ihm will die AfD-Fraktion hinterfragen, ob die Eingriffe in die Freiheit der Bürger verhältnismäßig waren und ob die Maßnahmen geholfen haben, die Verbreitung des Virus einzuschränken.

Die übrigen Fraktionen standen dem Untersuchungsausschuss ablehnend gegenüber. Die meisten von deren Abgeordneten enthielten sich aber bei der Abstimmung am Mittwoch, denn die AfD verfügte ohnehin über genügend Stimmen, um das Gremium durchzusetzen. Für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses reicht bereits die Zustimmung von 18 Abgeordneten; die AfD verfügt über 23 Mandate, zwei AfD-Abgeordnete fehlten am Mittwoch bei der Plenarsitzung.

16.42 Uhr: 199 Neuinfektionen in Berlin, eine Ampel wieder Grün

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 228. 199 neue Infektionen wurden bestätigt, 117 waren es gestern. 1409 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 1302 waren es gestern. 11.935 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 18, zwei weniger als gestern. Insgesamt liegen 61 Menschen in Krankenhäusern, genauso viele wie gestern gemeldet.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 0,94 wieder auf Grün. Der Wert für Neuinfektionen steht mit 26,1 weiter auf Gelb, die Ampel für die freien Intensivbetten steht auf Grün.

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken, Stand 23. September

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1315 (+6) 1144
Friedrichshain-Kreuzberg 1359 (+29) 1176
Lichtenberg 761 (+7) 670
Marzahn-Hellersdorf 676 (+12) 610
Mitte 2141 (+25) 1894
Neukölln 1723 (+41) 1474
Pankow 1184 (+21) 1040
Reinickendorf 974 (+7) 897
Spandau 743 (+0) 672
Steglitz-Zehlendorf 880 (+17) 769
Tempelhof-Schöneberg 1270 (+24) 1090
Treptow-Köpenick 556 (+10) 499
Berlin 13.572 (+199) 11.935

16.12 Uhr: Schwules Museum ruft zu Spenden von Corona-Objekten auf

Das Schwule Museum in Berlin will seine Sammlung um den Themenschwerpunkt Corona ausbauen. Dazu ruft das Museum zu Sachspenden auf. Laut der Mitteilung vom Mittwoch könnten das Dokumente und Objekte sein, „die etwas über queeres Leben in Zeiten der Corona-Krise erzählen“. Das seien zum Beispiel Safer-Sex-Broschüren, selbst genähte Masken, Flyer mit Spendenaufrufen, Kunstwerke oder Zeitschriftentexte. Der Spendenaufruf läuft von diesem Freitag bis zum 31. Dezember. Das 1985 gegründete Museum hat nach eigenen Angaben eine der größten queeren Sammlungen der Welt.

15.10 Uhr: Sozialsenatorin über Kältehilfe: Abstand kostet Geld

Die Kältehilfe für Obdachlose in Berlin steht nach Einschätzung von Sozialsenatorin Elke Breitenbach durch die Corona-Pandemie vor einer „völlig neuen Situation“. Die Übernachtungsplätze seien immer sehr eng belegt gewesen: Matratze an Matratze, Bett an Bett. Dies müsse nun entzerrt werden, was neues Geld koste, sagte die Linke-Politikerin zum Auftakt der Kältehilfe-Koordination.

Ein weiterer Nachtragshaushalt werde diskutiert und beschlossen, vermutlich nach den Herbstferien, so die Senatorin. Sie sagte, sie sei optimistisch. Abgerechnet wird die Kältehilfe über die Bezirke.

Die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, in der mehrere Träger der Kältehilfe organisiert sind, forderten „umgehend Planungssicherheit“, vor allem in Bezug auf die Finanzierung und Hygienekonzeptionen. Die Kältehilfe stehe in diesem Jahr vor besonderen Herausforderungen, „denn die Pandemie ist noch längst nicht überstanden“.

Die Kältehilfesaison startet am 1. Oktober mit 500 Übernachtungsplätzen, wie es kürzlich aus der Sozialverwaltung hieß. Das Angebot soll in den darauffolgenden Wochen nach und nach weiter erhöht werden. Manche Einrichtungen bleiben in dieser Saison wegen der Pandemie geschlossen. Man wolle aber wie in den Vorjahren die bisherige Kapazität von mehr als 1000 Notübernachtungsplätzen in der Stadt anbieten, hatte die Sozialverwaltung betont. Weitere Unterkünfte seien in Planung. Gespräche liefen etwa mit Hostels.

11.47 Uhr: 16 neue Corona-Fälle in Brandenburg

In Brandenburg sind innerhalb eines Tages bis Mittwoch 16 neue Corona-Fälle registriert worden. Das teilte das Gesundheitsministerium (Stand 8.30 Uhr) mit. Das sind etwas weniger als die am Dienstag gemeldeten 23 Infektionen. Damit stieg die Gesamtzahl aller registrierten Fälle seit März auf 4162.

Den Angaben zufolge werden derzeit fünf Menschen wegen Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, davon einer mit intensivmedizinischer Beatmung. Die Zahl der aktuell Erkrankten liegt bei 193, während geschätzt 3796 Menschen als genesen gelten.

Potsdam liegt mit insgesamt 738 Infektionen weiterhin an der Spitze in Brandenburg. Danach kommen der Landkreis Potsdam-Mittelmark (642), Barnim (479) und Oberhavel (382). Die Zahl derjenigen, die bislang in Zusammenhang mit dem Virus starben, beträgt 173.

11.40 Uhr: Gesundheitsstadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg will Feiern beschränken

Angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Berlin erwägt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), die Corona-Regeln wieder zu verschärfen. Unterstützung bekommt sie vom Gesundheitsstadtrat aus Friedrichshain-Kreuzberg, Knut Mildner-Spindler (Linke). Er könne sich Obergrenzen für private Feiern vorstellen, ähnlich wie es sie in München schon gibt, sagte er dem Sender RBB.

In München ist die Zahl auf 25 Teilnehmer in Gebäuden und 50 bei Veranstaltungen im Freien beschränkt. Zu überlegen sei auch, ob Bars und Restaurants um 22 oder 23 Uhr schließen müssen, so Mildner-Spindler. Schon jetzt solle es schärfere Kontrollen geben, da viele Lokale zu nachlässig mit den Hygienevorschriften verfahren.

11.14 Uhr: Berliner Clubs sehen sich als Corona-„Sündenbock“

Die Berliner Clubs sehen sich in der Debatte um steigende Corona-Zahlen zu Unrecht als Verursacher abgestempelt. „Da muss man differenzieren“, sagte Lutz Leichsenring vom Dachverband Clubcommission. „Da wird alles in einen Topf geworfen.“ Das Clubleben findet derzeit ihm zufolge hauptsächlich in den Außenbereichen statt. Dort seien die Clubs die „striktesten Umsetzer“ der Hygeniemaßnahmen. Sie seien angesichts des Aufgebots der Ordnungsämter „ein bisschen sprachlos“ und sehen sich laut Leichsenring als „Sündenbock“.

Clubs und ihre Besucher in drei Berliner Innenstadtbezirken müssen sich wegen der verschärften Corona-Lage auf Kontrollen einstellen. „Wir, das heißt, die drei Bezirke und ich, haben uns zu einer konzertierten Kontroll-Aktion zu den Clubs verabredet, wo manches illegal läuft“, erklärte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach Gesprächen mit Vertretern der Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Diese weisen berlinweit derzeit die höchsten Neuinfektionszahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf.

Leichsenring verwies darauf, dass sich das Infektionsgeschehen hauptsächlich in den Innenbereichen abspiele. Private Feiern, illegale Raves, Bars und Restaurants sind demnach etwas anderes als die Clubs. Aus der Clubszene seien keine großen Ausbrüche oder Superspreader bekannt, sagte Leichsenring. Die Kontrolleure der Ordnungsämter gingen derzeit „ein und aus“. Neulich habe es bei einer Veranstaltung Lob für die Hygienemaßnahmen gegeben und dennoch sei kurze Zeit später die Polizei angerückt.

+++ Dienstag, 22. September 2020 +++

19.23 Uhr: Ramona Pop - „Wir wollen keinen neuen Lockdown"

Der Berliner Senat geht davon aus, dass die Zahl der Covid-19-Infizierten in den kommenden Tagen weiter steigt und eine der drei Corona-Ampeln auf Rot springt. Demnach erwartet die Gesundheitsverwaltung einen stadtweiten Anstieg der Infektionen auf mehr als 30 Fälle pro 100.000 Einwohner. Gegenwärtig liegt die Zahl bei 21,9. „Wir müssen jetzt gezielt Antworten finden“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Dienstag nach der Senatssitzung. „Wir wollen keinen neuen Lockdown, und es darf auch keinen weiteren Lockdown geben.“

19.17 Uhr: Diskussion über Alkoholverbot in Stadtquartieren

Am kommenden Dienstag wird der Berliner Senat über eine Verschärfung der Corona-Verordnung beraten. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wird auch diskutiert, ein Alkoholverbot in Stadtquartieren anzuordnen, in denen besonders häufig Straßenpartys gefeiert werden.

17.34 Uhr: Kontroll-Aktionen in Clubs mit drei Bezirken verabredet

Clubs und ihre Besucher in drei Berliner Innenstadtbezirken müssen sich wegen der verschärften Corona-Lage auf Kontrollen einstellen. „Wir, das heißt, die drei Bezirke und ich, haben uns zu einer konzertierten Kontroll-Aktion zu den Clubs verabredet, wo manches illegal läuft“, erklärte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstagnachmittag nach Gesprächen mit Vertretern der Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Diese weisen berlinweit derzeit die höchsten Neuinfektionszahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf.

Wie Kalayci ausführte, habe sie mit den drei Bezirken insbesondere über private Zusammenkünfte und das „Clubgeschehen“ beraten. „Beides treibt die Infektionszahlen.“ Auch über die einschränkenden Maßnahmen anderer Städte für den öffentlichen Raum sei gesprochen worden. Am Freitag sollen die Beratungen dazu weitergehen, so die SPD-Politikerin. An dem Gespräch mit ihr haben laut Gesundheitsverwaltung teilgenommen: der Bezirksbürgermeister von Neukölln, Martin Hikel (SPD), sowie die stellvertretenden Bezirksbürgermeister von Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg, Ephraim Gothe (SPD) und Knut Mildner-Spindler (Linke).

17.27 Uhr: Treffen bei Senatorin Pop zu Gaststättenbetrieb im Winter

Wie der Berliner Gastronomie in der kalten Jahreszeit angesichts der Corona-Krise geholfen werden kann, soll Thema eines Treffens mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sein. „Ich habe am Freitag zu einer Runde eingeladen, die Gastronomie, die Industrie- und Handelskammer, auch die Bezirksbürgermeister, damit wir insgesamt die Vorbereitungen der Gastronomie für Herbst und Winter in Angriff nehmen“, sagte Pop am Dienstag nach der Senatssitzung. Dabei gehe es nicht nur um die Frage, wie sich die Außenbereiche auch im Winter nutzen ließen.

Ein Thema, über das gesprochen werden soll, seien Belüftungsanlagen, sagte Pop, aber auch Maßnahmen gleicher Wirkung: „Womit können wir, wenn der Raum etwas beengter ist, trotzdem die Hygienestandards garantieren?“ Im Berliner Abgeordnetenhaus gebe es für die Ausschusssitzungen Plexiglastrennwände. „Das wäre für die Gastronomie beispielsweise auch möglich, dort wo der Abstand nicht immer einzuhalten ist“, so die Senatorin. „Es ist ein etwas größeres Paket, über das wir beraten. Dabei wird das Thema Außengastronomie sicherlich eine Rolle spielen.

16.52 Uhr: 117 Neuinfektionen, Infektionsrate steigt auf 24,4

Die Zahl der Neuinfektionen in Berlin steigt weiter. Den aktuellen Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung zufolge sind zurzeit 1302 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein weiterer Mensch ist mit Covid-19 gestorben, die Zahl der Todesopfer steigt auf 228. 11.843 Menschen gelten als genesen, 117 haben sich in den vergangenen 24 Stunde neu infiziert.

Zwei Corona-Ampeln stehen weiter auf Gelb. Der R-Faktor beläuft sich auf 1,13, die Rate der Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen steigt auf 24,4. Ab 30 würde diese Ampel auf Rot springen.

Die stärksten Infektionsraten verzeichnen nach wie vor Friedrichshain-Kreuzberg mit 46,8 pro 100.000 Einwohner, Mitte mit 40,7 und Neukölln mit 32,4. Die geringste Rate gibt es in Treptow-Köpenick mit 8,4.

Die meisten gemeldeten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet dagegen Charlottenburg Wilmersdorf (+25), gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg (+23) und Mitte (+22). Treptow-Köpenick, Neukölln und Marzahn-Hellersdorf melden 0 Neuinfektionen.

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken, Stand 22. September

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1309 (+25) 1139
Friedrichshain-Kreuzberg 1330 (+23) 1154
Lichtenberg 754 (+6) 668
Marzahn-Hellersdorf 664 (+0) 609
Mitte 2116 (+22) 1877
Neukölln 1682 (+0) 1458
Pankow 1163 (+11) 1031
Reinickendorf 967 (+9) 890
Spandau 743 (+10) 668
Steglitz-Zehlendorf 863 (+2) 766
Tempelhof-Schöneberg 1246 (+9) 1084
Treptow-Köpenick 536 (+0) 499
Berlin 13.373 (+117) 11.843

16.39 Uhr: Amtsarzt spricht sich für Kontaktbeschränkungen aus

Nach dem weiteren Anstieg der Corona-Zahlen in Berlin hält der Amtsarzt des Bezirks Reinickendorf, Patrick Larscheid, neue Kontaktbeschränkungen für wirkungsvoll: „Wenn der Senat es ernst meint, müsste er jede Form von Party oder Feier untersagen“, sagte Larscheid am Dienstag der „B.Z.“. Demnach sollte die Grenze für Zusammenkünfte wieder bei acht bis zwölf Menschen liegen - aus höchstens drei Haushalten.

14.45 Uhr: Brandenburg erlaubt mehr Zuschauer in großen Stadien

In großen Stadien und Hallen erlaubt Brandenburg wieder mehr als 1000 Fans. Das Kabinett entschied am Dienstag in Potsdam, dass bei einer Kapazität von mehr als 5000 Plätzen 20 Prozent mit Zuschauern belegt werden dürfen. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte, dabei müssten ein strenges Hygienekonzept und der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Außerdem gelte ein Alkoholverbot.

Unter 5000 Plätzen greift die reguläre Obergrenze, nach der Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen verboten sind. Die Länder hatten sich vergangene Woche auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in Stadien und Hallen mit Auslastung von 20 Prozent geeinigt, zunächst als Testphase von sechs Wochen.

14.15 Uhr: Senat verweigert Hertha mehr Zuschauer

Hertha BSC kann in der Fußball-Bundesliga weiterhin maximal 5000 Personen zu den Spielen ins Olympiastadion lassen. Der Berliner Senat änderte bei seiner Sitzung am Dienstag die für die Hauptstadt gültige Corona-Verordnung nicht. Somit können zum Saison-Heimauftakt am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt nicht die für andere Bundesliga-Clubs gültigen 20 Prozent der Stadionkapazität genutzt werden.

„Mit steigenden Infektionszahlen wird es schwierig zu begründen, warum in manchen Bereichen die grundsätzlichen Regelungen und Zahlen nicht gelten sollen. Deswegen ist heute kein Beschluss gefasst worden“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop am Dienstag.

14.07 Uhr: Brandenburg startet Jugend-Studie in Corona-Zeiten

In Brandenburg ist eine Studie zur Situation junger Leute in Zeiten von Corona angelaufen. Rund 180.000 Schüler an 485 weiterführenden Schulen werden über das Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam befragt, teilte das Bildungsministerium am Dienstag mit. Die Sonderstudie werde vom Ministerium mit rund 112.000 Euro gefördert.

„Wir möchten wissen, wie die Lebenssituation von Jugendlichen während der Corona-Pandemie im Land Brandenburg ist und wie sie sich entwickelt“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Die Informationen sollen helfen, die richtigen Entscheidungen in der Jugend- und Bildungspolitik zu treffen. Gefragt wird nach den Angaben, wie sich die Corona-Pandemie auf die Zukunftserwartungen, die Werte und die Einstellungen von Jugendlichen aus gewirkt hat.

13.22 Uhr: Verschärfte Maskenpflicht im Brandenburger Landtag

Im Brandenburger Landtag gilt ab Mittwoch eine verschärfte Maskenpflicht - auch als Folge der Corona-Ansteckung eines Mitarbeiters der AfD-Fraktion. Alle Kontaktpersonen seien ins Homeoffice geschickt worden, hatte eine Sprecherin der Fraktion erklärt. Im Landtagsgebäude muss in allen Räumen eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden, heißt es in der Verfügung von Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke. Dies werde auch den Fraktionen ebenfalls dringend empfohlen.

12.17 Uhr: Christian Drosten bekommt Verdienstorden

Der Berliner Virologe Christian Drosten wird mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Damit würdigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Drostens „außerordentliche Leistungen“, mit denen sich der Charité-Mediziner bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie verdient gemacht habe. Die Verleihung soll am 1. Oktober in Berlin stattfinden.

12.04 Uhr: Wieder mehr Coronavirus-Infizierte in Brandenburg - 23 neue Fälle

Die Zahl der Corona-Neuinfizierten in Brandenburg ist innerhalb eines Tages wieder stärker gestiegen. Das Gesundheitsministerium berichtete am Dienstag von 23 neuen Fällen. Von Sonntag zu Montag war kein einziger neuer Fall gemeldet worden. Damit ist das Virus seit März bei 4146 Menschen nachgewiesen worden. Aktuell werden sechs Menschen in Krankenhäusern behandelt, davon wird einer intensivmedizinisch beatmet. Als aktiv erkrankt gelten derzeit 184 Menschen und 3789 als genesen - das sind 14 mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl derjenigen, die bislang in Zusammenhang mit dem Virus starben, liegt weiterhin bei 173. Corona-Schwerpunkt ist weiter die Landeshauptstadt mit 736 Fällen, gefolgt von den Kreisen Potsdam-Mittelmark (641) und Barnim (476).

11.53 Uhr: Senat beschließt noch keine weiteren Maßnahmen gegen Corona-Pandemie

Der Berliner Senat hat bei seiner Sitzung am Dienstag über die gestiegenen Corona-Infektionszahlen in der Hauptstadt beraten. Beschlüsse über mögliche weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber noch nicht gefasst. Das Thema soll in der kommenden Woche allerdings wieder auf der Tagesordnung stehen. Seit Montagabend zeigt das Berliner Corona-Ampelsystem erstmals doppelt Gelb. Das bedeutet Beratungsbedarf, bei Doppel-Rot sieht der Senat Handlungsbedarf.

11.50 Uhr: Neuköllns Gesundheitsstadtrat will Corona-Regeln wieder verschärfen

Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) plädiert dafür, die Corona-Regeln wieder zu verschärfen. Neukölln gehört zu den Berliner Bezirken mit den meisten Neuinfektionen. Zudem fordert Liecke den Einsatz von „Brennpunkt-Streifen“ der Polizei an sogenannten „Hotspots“, an denen sich zahlreiche Menschen zum Feiern treffen. Vor allem junge Berliner müssten mehr über die Ansteckungsrisiken aufgeklärt werden, sagte er dem Sender RBB.

10.13 Uhr: Kassenärztliche Vereinigung - 30 „Fieberambulanzen“ in Berlin

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagenen „Fieberambulanzen“ existieren laut Kassenärztlicher Vereinigung in Berlin bereits. „In Berlin ist die „Fieberambulanz“ die Covid-19-Praxis. Diese Praxen gibt es bereits seit dem Frühjahr, aktuell sind es 30“, teilte Sprecherin Dörthe Arnold mit. In einer Covid-19-Praxis werden Personen mit Verdacht auf Covid-19 behandelt, die sich nicht an ihren eigenen Hausarzt wenden können.

Spahn hatte am Montag die Pläne zur Einrichtung der Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. „Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle“, sagte Spahn. Die Standorte der Berliner Covid-19-Praxen finden Sie auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin.

6.17 Uhr: Senat berät über Corona-Schulden und Berliner Infektionszahlen

Der Berliner Senat diskutiert am heutigen Dienstag ab 10 Uhr über die Finanzplanung des Landes Berlin für die Jahre 2020 bis 2024. Die ist schon deshalb deutlich komplizierter geworden, weil bedingt durch die Corona-Krise Steuereinnahmen in erheblichem Umfang eingebrochen sind und gleichzeitig Schulden in Milliardenumfang aufgenommen werden.

Außerdem berät der Senat über die aktuelle Entwicklung bei den Infektionszahlen. Zum ersten Mal seit der Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin steht der Sprung auf zweimal Gelb bevor. Bei den Fallzahlen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen zeigt sie bereits auf Gelb. Bei der Reproduktionszahl, kurz R-Wert, steht das nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bevor.

+++ Montag, 21. September 2020 +++

20.53 Uhr: Union hält an Plänen für volles Stadion fest

Der 1. FC Union Berlin hält an seinem Plan fest und will am 25. Oktober ein Testspiel im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei bestreiten. Im Gegensatz zu dem bisherigen Vorhaben sollen allerdings die nötigen Corona-Tests für mehr als 22.000 Besucher anders organisiert werden. „Wir werden keine PCR-Tests durchführen, wie es vor sechs Wochen geplant war, sondern wir haben neue Angebote über Schnelltests, und das werden wir der Politik und den Behörden vorstellen, und dann hoffen wir, dass es genehmigt wird“, sagte Vereins-Präsident Dirk Zingler der ARD-„Sportschau“.

17.12 Uhr: 148 Neuinfektionen, zwei Ampeln auf Gelb

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 227. 148 neue Infektionen wurden bestätigt, 44 waren es am Sonntag. 1266 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 1157 waren es Sonntag. 11.763 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Die meisten Neuinfektionen verzeichnet Mitte (+45), gefolgt von Neukölln mit 26 und Pankow (+19). Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 16, einer mehr als Sonntag. Insgesamt liegen 49 Menschen in Krankenhäusern, vier weniger als Sonntag gemeldet.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,52 auf Gelb. Der Wert für Neuinfektionen steht mit 21,9 ebenfalls auf Gelb, die Ampel für die freien Intensivbetten steht auf Grün.

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken, Stand 21. September

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1284 (+14) 1134
Friedrichshain-Kreuzberg 1307 (+2) 1135
Lichtenberg 748 (+9) 664
Marzahn-Hellersdorf 664 (+2) 604
Mitte 2094 (+45) 1864
Neukölln 1682 (+26) 1453
Pankow 1152 (+19) 1020
Reinickendorf 958 (-1) 886
Spandau 733 (+7) 665
Steglitz-Zehlendorf 861 (+12) 762
Tempelhof-Schöneberg 1237 (+10) 1079
Treptow-Köpenick 536 (+3) 497
Berlin 13.256 (+148) 11.763

16.22 Uhr: Gericht untersagt verkaufsoffene Sonntage in Berlin

In der Corona-Krise fallen in Berlin verkaufsoffene Sonntage weg. Das Verwaltungsgericht untersagte es am Montag, dass an den Sonntagen vom 4. Oktober und 8. November die Läden öffnen. Diese Öffnung hatte der Senat verfügt, weil für diese Tage Veranstaltungen in der Stadt geplant sind - am 4. Oktober ein Fest zu 30 Jahren Wiedervereinigung und am 8. November unter anderem das Jazz-Fest.

Eine Großveranstaltung mit Bedeutung für Berlin als Ganzes ist nach der Rechtslage als Anlass notwendig, um sonntags Geschäfte zu öffnen. Wegen der Seuche sind Großveranstaltungen aber untersagt. Die geplanten Veranstaltungen fallen deutlich kleiner aus oder werden im Internet abgehalten.

Trotzdem hatte der Senat im August die beiden Sonntage für den Verkauf freigegeben, am 8. November auch wegen der Schließung des Flughafens Tegel und der Berlin Science Week. Dagegen wandte sich die Gewerkschaft Verdi und bekam nun Recht. Gegen den Beschluss ist aber eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht möglich.

16.09 Uhr: Senatorin Pop für Heizpilze - autofreier Sonntag als Ausgleich

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) plädiert dafür, Berlins wegen der Corona-Krise gebeutelten Gastronomen durch die kalte Jahreszeit zu helfen. Dabei könne auch über Heizmöglichkeiten für den Aufenthalt im Freien nachgedacht werden - der zusätzliche Kohlendioxid-Ausstoß ließe sich anderweitig ausgleichen. Pop schlägt einen Tag Verzicht aufs Autofahren vor. „Mit Blick auf Herbst und Winter sind in diesem Jahr unkonventionelle Lösungen für die Gastronomie gefragt“, teilte sie am Montag mit. Zuvor hatten die „B.Z.“ und die „Bild“ darüber berichtet.

„Um den CO2-Ausstoß zu kompensieren, sollten wir uns alle solidarisch mit der Gastronomie zeigen und beispielsweise mit einem autofreien Sonntag das CO2 wieder einsparen“, forderte Pop. Regine Günther, Senatorin für Verkehr und Umwelt, sieht das ähnlich: „Wenn über einen klar begrenzten Zeitraum technische Lösungen wie Heizstrahler zum Einsatz kommen, müssen deren Emissionen kompensiert werden. Die Quantitäten schätze ich als überschaubar ein.“

Die FDP-Fraktion teilte am Montag mit, Emissionen durch einen einmaligen, freiwilligen autofreien Sonntag auszugleichen, wäre ein notwendiger Kompromiss. Die Liberalen im Abgeordnetenhaus machen sich dafür stark, dass Berliner Gastronomen Gasheizstrahler - sogenannte Heizpilze - und Elektrowärmestrahler im Außenbereich einsetzen dürfen. In Berlin ist die Entscheidung darüber Sache der Bezirke.

15.43 Uhr: Brandenburgs Tourismus erholt sich

Die Zahl der Gäste-Übernachtungen in den Tourismus-Regionen Brandenburgs hat sich nach dem Einbruch aufgrund der Corona-Pandemie etwas erholt. Betrug der Rückgang im Juni 33,4 Prozent, waren es im Juli noch 8,6 Prozent weniger Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit. Mit Beginn der Pandemie im März waren die Übernachtungen zunächst um 43,8 Prozent zurückgegangen, im April betrug der Rückgang sogar 79 Prozent, im Mai laut der Statistiker noch 66,1 Prozent. Insgesamt gab es im Zeitraum Januar bis Juli 34,7 Prozent weniger Übernachtungen.

15.36 Uhr: Senatorin Kalayci schlägt Berliner Corona-Ampel für Bund vor

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat das Berliner Corona-Ampelsystem als Modell für den Bund und andere Bundesländer vorgeschlagen. „Mit der Berliner Corona-Ampel liegt ein sensibles Instrument zur Beurteilung der pandemischen Lage vor. Ich fände es sehr hilfreich, wenn Bund und Länder die Berliner Corona-Ampel übernehmen würden“, erklärte die SPD-Politikerin am Montag.

Unter dem System muss man sich drei Ampeln vorstellen: eine für die Reproduktionszahl (kurz R-Wert, beschreibt die Dynamik des Infektionsgeschehens), eine für Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen und eine für die Belegung von Intensivstationen mit Covid-19-Patienten.

Für jeden dieser drei Punkte wurden Schwellenwerte definiert: Werden diese überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot. Bei zwei gelben Ampeln, will die Politik die Problematik erörtern. Bei Doppel-Rot wird Handlungsbedarf gesehen.

Berlin hatte das Instrument Mitte Mai beschlossen und war damit von Bund-Länder-Vereinbarungen abgewichen. Hintergrund war laut Senat, dass die von Bund und Ländern festgelegte Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 10.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen für eine Großstadt keine praktikable Lösung sei. Der Wert wurde als zu hoch angesehen.

14.21 Uhr: Brandenburger Rechnungshof wendet sich gegen jahrelange Notsituation wegen Corona

Der Brandenburger Landesrechnungshof (LRH) wendet sich gegen die Absicht der Landesregierung, das Fortdauern einer außergewöhnlichen Notsituation wegen der Coronas-Pandemie bis zum Jahr 2023 festschreiben zu lassen. Einen entsprechenden Antrag hat die Landesregierung für die Haushaltsberatungen am kommenden Mittwoch in den Landtag eingebracht. Damit soll erneut von der geltenden Schuldenbremse abgewichen und ein weiterer Kredit in Höhe von 1,6 Milliarden Euro zur Bewältigung der Corona-Krise bis zum Jahr 2023 ermöglicht werden.

Die Landesregierung verweise in ihrem Antrag selbst darauf, dass niemand die finanzielle Tragweite der Pandemie abschließend beziffern könne, teilte der LRH am Montag mit. Daher sei es besser, finanzpolitisch „auf Sicht“ zu fahren und nicht schon jetzt Weichen über das Jahresende hinaus zu stellen. „Es ist jedenfalls nicht erforderlich, schon jetzt eine in den Jahren 2022 und 2023 eventuell weiterbestehende außergewöhnliche Notsituation zu entscheiden, da das Parlament in der zweiten Jahreshälfte 2021 ohnehin den Haushalt für das Jahr 2022 beschließen muss.“ Dann ließen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch verlässlicher einschätzen.

13.08 Uhr: Wegen Corona-Fall zwei Förderschulen in Elbe-Elster geschlossen

Zwei Förderschulen in Herzberg (Elbe-Elster) sind wegen eines Corona-Falls vorsorglich geschlossen worden. Das teilte der Landkreis am Montag auf Nachfrage mit. Demnach wurde eine Mitarbeiterin, die mit Fahrdiensten für die Schulen „Gotthilf Salzmann“ und „Albert Schweitzer“ beauftragt ist, am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet. Die Förderschulen befinden sich an einem Standort. Dort lernen insgesamt 150 Schülerinnen und Schüler. Zunächst hatte der RBB berichtet.

Nach Angaben des Landkreis-Sprechers Torsten Hoffgaard sind bereits 60 Kontaktpersonen ersten Grades auf das Corona-Virus getestet worden. Bis auf einen Fund sei das Ergebnis bei allen Getesteten negativ ausgefallen. Ein Ergebnis werde noch einmal überprüft, berichtete der Sprecher. Alle befinden sich derzeit in Quarantäne. Bei weiteren 140 Testungen von Kontaktpersonen zweiten Grades sollen die Ergebnisse voraussichtlich am Dienstag vorliegen. Sollten die Tests negativ ausfallen, werden die Schulen nach Angaben des Landkreises am Mittwoch wieder öffnen.

12.48 Uhr: Weniger Hochzeiten in Berlin wegen Corona

Die Corona-Pandemie hat in Berlin die Zahl der Hochzeiten deutlich sinken lassen. Im ersten Halbjahr 2020 heirateten in der Hauptstadt 5147 Paare, 2019 waren es noch 6088 Paare. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden veröffentlichte. Mitte März hatten Bund und Länder strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend ganz, andere schränkten ihre Dienste ein.

12.25 Uhr: Corona-Ampel wird auch beim R-Wert gelb - Beratungsbedarf

Zum ersten Mal seit der Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin steht der Sprung auf Doppel-Gelb bevor. Grund ist, dass die sogenannte Reproduktionszahl, kurz R-Wert, auf 1,52 steigt, wie ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Montag sagte. Der Wert sollte demnach am Montagabend im Lagebericht im Internet veröffentlicht werden. Damit springe die entsprechende Ampel von Grün auf Gelb.

Gemäß der Ampelsystematik besteht dann laut dem Sprecher Beratungsbedarf, weil auch die Ampel für die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage bereits auf Gelb steht (Wert von Montagabend: 21,0). Wie der Sprecher ankündigte, hat Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) angesichts der verschärften Lage die Bezirksbürgermeister der drei besonders betroffenen Bezirke Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg für Dienstagnachmittag zu Beratungen eingeladen.

Beim dritten Indikator, den Intensivbetten, steht die Ampel laut Gesundheitsverwaltung jedoch weiter auf Grün. Für jeden der Indikatoren waren Schwellenwerte definiert worden: Bei Überschreitungen wechselt die entsprechende Ampelfarbe. Für den Fall von Doppel-Rot hatte die Politik vereinbart, dass dies Handlungsbedarf bedeuten würde. Der nun gestiegene R-Wert besagt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

11.58 Uhr: Corona-Fall im Brandenburger Landtag - Verschärfte Regeln ab Mittwoch

Nach der Corona-Infektion eines Mitarbeiters der AfD-Fraktion sollen die Hygieneregeln im Brandenburger Landtag in dieser Woche verschärft werden. Eine Ausweitung der Maskenpflicht und andere Maßnahmen würden derzeit intensiv geprüft, erklärte Landtagssprecher Gerold Büchner am Montag auf Anfrage. Nach seinen Angaben sollen die neuen Regeln zu Beginn der Plenarsitzungen am Mittwoch in Kraft treten. Die Einzelheiten müssten jedoch noch ausgearbeitet werden.

Die AfD-Fraktion hatte der Landtagsverwaltung die Infektion des Mitarbeiters am vergangenen Donnerstag angezeigt. Alle Kontaktpersonen seien ins Homeoffice geschickt worden, erklärte eine Sprecherin der Fraktion.

11.44 Uhr: Schutzschirm für Berliner Zivilgesellschaft startet

Gemeinnützige Vereine und Organisationen in Berlin können vom 1. bis 25. Oktober 2020 „Ehrenamts- und Vereinshilfen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie“ (Soforthilfe X) beantragen. Das teilte die Berliner Senatskanzlei am Montag mit. Eine Förderung sei in der Regel bis zu einer Höhe von 20.000 Euro möglich. Sie werde als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Dafür stelle der Berliner Senat Mittel in Höhe von insgesamt 4,9 Mio. Euro zur Verfügung, wie es in der Mitteilung heißt. Senatschef Michael Müller (SPD) teilte mit: „Die Corona-Pandemie stellt die Berliner Zivilgesellschaft vor große Herausforderungen. Viele der gemeinnützigen Vereine und Organisationen, in denen das Ehrenamt prägend ist, sind davon betroffen, manche in ihrer Existenz bedroht. Mit dem Schutzschirm sollen gemeinnützige Strukturen in Berlin gesichert werden. Weitere Informationen zu Ehrenamts- und Vereinshilfen finden sich hier.

11.39 Uhr: Elternvertreter - Berlins Schulen nicht besser vorbereitet als im März

Berlins Elternvertreter sehen der Corona-Pandemie in Herbst und Winter mit großen Sorgen entgegen. „Die Schulen sind nicht besser vorbereitet als im März“, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Beim digitalen Lernen und dem Arbeiten mit Lernplattformen habe es zu wenig Fortschritte gegeben. „Schulen, die das während des Lockdowns sehr gut gemacht haben, werden das auch weiter sehr gut machen“, sagte Heise. „Aber das sind Schulen, die sich da schon in den letzten Jahren gut aufgestellt haben und entsprechende Technik und schnelle Internetanschlüsse haben“, so der Elternausschuss-Vorsitzende.

„Die Schulen, die das im März noch nicht hatten, die haben das jetzt auch nicht. Da sind wenige Schulen dabei, die ihre IT-Technik so aufstocken konnten, dass man sagt, wir können ruhigen Gewissens schauen, was auch immer da kommt. „Die wenigsten Schulen haben breitbandigen Internetanschluss, um Videokonferenzen aus der Schule anzubieten, so dass man hybriden Unterricht machen könnte, sagte Heise. „Sprich, eine Gruppe ist zu Hause, die andere ist vor Ort, und beide können dem Unterricht folgen.“ Dafür fehlten die technischen Voraussetzungen. „Da hat Berlin einfach die letzten Jahre nicht genug getan“, kritisierte Heise. Was die Anbindung der Schulen an das Breitbandinternet betrifft, sei wenig passiert.

11.26 Uhr: Zuschauerfrage für Hertha - Senat berät Änderung der Corona-Verordnung

Der Senat wird in seiner turnusmäßigen Sitzung am Dienstag die Entscheidung der Bundesländer auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr in die Stadien der Fußball-Bundesliga zum Thema machen. Dabei steht auch die Änderung der Corona-Verordnung zur Debatte, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die Änderung würde es Fußball-Bundesligist Hertha BSC erlauben, mehr als die nach der aktuellen Verordnung zugelassenen 5000 Personen zum ersten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Freitag (20.30 Uhr) zu begrüßen.

Am vergangenen Dienstag hatten sich die Chefs der Staatskanzleien auf einen sechswöchigen Testbetrieb mit Zuschauern unter Corona-Bedingungen geeinigt. Die Grenze liegt bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität. Im Falle von Hertha BSC dürften dann bis zu 14.895 Besucher die Tore des 74 475 Zuschauer fassenden Olympiastadions passieren. Für Union Berlin würde die neue Regelung kaum Veränderungen herbeiführen, da das Stadion An der Alten Försterei 22.012 Plätze bietet und somit 4400 Zuschauer ins Stadion dürften.

10.24 Uhr: Keine neue Corona-Infektion in Brandenburg

In Brandenburg ist innerhalb eines Tages kein neuer Corona-Fall registriert worden. Das berichtete das Gesundheitsministerium am Montag. Somit bleibt es zunächst bei insgesamt 4123 Infektionen seit März. Von Samstag auf Sonntag waren es sechs bestätigte neue Infektionen nach 20 neuen Fällen am Tag zuvor. Die Zahl der genesenen Menschen liegt geschätzt bei 3775 - das sind 14 mehr als am Vortag. Aktiv erkrankt sind derzeit den Angaben zufolge nachweislich 175 Menschen. Die Zahl derjenigen, die bislang in Zusammenhang mit dem Virus starben, liegt weiterhin bei 173.

Die meisten bestätigten Infektionen sind nach wie vor in Potsdam registriert. Dort haben sich bislang 734 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Es folgt der Landkreis Potsdam Mittelmark mit bestätigten 640 Fällen. Die wenigsten Infektionen wurden bisher aus dem Kreis Prignitz gemeldet (46).

9.54 Uhr: Berlin bundesweit mit höchster Corona-Inzidenz

Berlins Gesundheitssenatorin hat sich besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie international und auch in der Hauptstadt gezeigt. Der Anstieg der Neuinfektionen in Berlin gewinne an Fahrt, sagte die SPD-Politikerin Dilek Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Schutz der älteren Menschen funktioniere noch. Allerdings müsse man damit rechnen, dass die derzeit bei jüngeren Menschen verbreiteten Infektionen auch verstärkt die höheren Altersgruppen erreichten und dann die Zahl der Krankenhaus- und Todesfälle steigen könne.

Bei der Inzidenz in den vergangenen sieben Tagen (Fallzahl pro 100.000 Einwohner) sei Berlin im Bundesländervergleich mit einem Wert von 20,4 nun Spitzenreiter vor Bayern, sagte Kalayci. Mit Blick auf die Herbstferien wiederholte Kalayci ihren Aufruf an die Berliner, auf internationale und nicht notwendige Reisen zu verzichten.

6.17 Uhr: Rot-Rot-Grün will rund 6,6 Milliarden Euro Schulden machen

Die Corona-Krise hat verheerende wirtschaftliche Folgen – von den Fluglinien bis zu den Eventveranstaltern, viele Unternehmen kämpfen ums Überleben. Und der Staat hilft mit Milliarden Euro, so auch Berlin. Der Senat will nun insgesamt 6,6 Milliarden Euro an neuen Schulden aufnehmen, um durch die Krise zu kommen. Am Dienstag soll ein entsprechender Beschluss gefasst werden.

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4.31 Uhr: Woidke zeigt sich zuversichtlich für Wirtschaft trotz Corona-Krise

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich optimistisch gezeigt, dass Brandenburg gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen kann. „Unsere Wirtschaftsstruktur hilft uns jetzt, besser durch diese Krise zu kommen, weil sie Innovationen fördert und ihnen offen gegenübersteht“, sagte Woidke anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums in Bad Saarow, das am Montag fortgesetzt wird. „Wir haben viele kleine und mittlere Unternehmen bei uns im Land.“ Diese Firmen könnten oft schnell und flexibel reagieren und sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen.

Dazu komme ein weitreichender Wandel, sagte der Regierungschef. Die Lausitz solle angesichts des Braunkohleausstiegs eine Modellregion für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum werden. Immer mehr Unternehmen wollten in Brandenburg etwas Neues aufbauen und fänden dafür „sehr gute Bedingungen“ vor. Er nannte den Bau der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide und die geplante Produktion von Batteriematerial der BASF in Schwarzheide als Beispiele.

3.31 Uhr: Corona und „testen, testen, testen“ - Gesundheitsausschuss tagt

In Berlin wurden unter anderem Testmöglichkeiten für symptomfreies Personal von Kitas und Schulen geschaffen: Die Corona-Teststrategie soll am Montag Thema im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses sein (ab 9.00 Uhr). Die Besprechung „Testen, testen, testen - Umsetzung der Sars-Cov2-Teststrategie und Testpflicht im Land Berlin“ haben laut Tagesordnung die Fraktionen der SPD, Linken und Grünen beantragt. Auch eine Anhörung von Vertretern der Universitätsklinik Charité, eines Gesundheitsamtes und der Kassenärztlichen Vereinigung ist vorgesehen. „Das Testmanagement besteht aus der Umsetzung der Nationalen Teststrategie sowie aus weiteren Bausteinen, die durch die Länder bestimmt werden“, hatte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) kürzlich erklärt.

+++ Sonntag, 20 September 2020 +++

17.12 Uhr: 44 Neuinfektionen, eine Ampel bleibt auf Gelb

In Berlin sind am Sonntag 44 Neuinfektionen gemeldet worden, das geht aus den Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung hervor. Insgesamt haben sich damit seit Beginn der Pandemie 13.108 Menschen in Berlin mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 11.724 Menschen gelten inzwischen als genesen, die Zahl der Todesfälle bleibt bei 227. Damit sind aktuell in Berlin 1157 Menschen infiziert.

Die meisten Neuinfektionen meldet Friedrichshain-Kreuzberg (+14), gefolgt von Tempelhof-Schöneberg (+9) und Spandau sowie Marzahn-Hellersdorf (jeweils +6).

53 Menschen werden zurzeit in Krankenhäusern behandelt, davon 15 intensivmedizinisch. Die Infektionszahl pro 100.000 Einwohner pro sieben Tage steht auf 21,0, damit bleibt die entsprechende Ampel auf Gelb. Die Ampel für den R-Wert bleibt mit 1,32 noch auf Grün, ebenso die Ampel für den Anteil der von Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten (1,2 Prozent).

Corona-Fallzahlen nach Berliner Bezirken

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 1270 (+4) 1133
Friedrichshain-Kreuzberg 1305 (+14) 1134
Lichtenberg 739 (+4) 657
Marzahn-Hellersdorf 662 (+6) 599
Mitte 2049 (+0) 1856
Neukölln 1656 (+0) 1448
Pankow 1133 (+0) 1018
Reinickendorf 959 (+1) 884
Spandau 726 (+6) 662
Steglitz-Zehlendorf 849 (+0) 761
Tempelhof-Schöneberg 1227 (+9) 1077
Treptow-Köpenick 533 (+0) 495
Berlin 13.108 (+44) 11.724

15.51 Uhr: Brandenburger Kliniken sollen Corona-Betten nach Bedarf vorhalten

Die Krankenhäuser in Brandenburg sollen für den Fall eines plötzlichen Anstiegs der Corona-Infektionen je nach Bedarf flexibel Bettenkapazitäten bereitstellen - aber ohne festen Anteil. Die Krankenhäuser müssten innerhalb von 48 bis 72 Stunden weitere Behandlungsmöglichkeiten für Covid-19-Patienten organisieren, wenn ein Anstieg bei den Infektionen dies erfordere, erklärte das Gesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage. Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte Ende Juni eine feste Vorgabe für das Freihalten von Betten aufgehoben, weil die Reserven den Bedarf deutlich überstiegen. Die Zahl neuer Ansteckungen in Brandenburg stieg in den vergangenen Wochen teils wieder.

11.31 Uhr: Pop ruft Gastwirte zum gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus auf

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop hat die Berliner Gastwirte zum gemeinsamen Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus aufgefordert. In einem Brief der Senatsverwaltung für Wirtschaft an die Berliner Gastronomen schreibt die Grünen-Politikerin: "Sie mussten Ihren Betrieb in den vergangenen Monaten wegen des Infektionsschutzes stark einschränken. Wir, der Berliner Senat und die Bezirke, sind uns Ihrer schwierigen und teilweise existenzbedrohenden Lage bewusst." Es werde fortlaufend überprüft, "inwieweit die Einschränkungen in der Gastronomie weiter notwendig sind und wie wir Ihre Arbeit wieder erleichtern können. Das geht aber nur, wenn wir gemeinsam das Virus in Schach halten", so die Senatorin.

"Ich bitte Sie, machen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch Ihre Gäste zu Verbündeten in diesem Kampf", appellierte Pop an Restaurant- und Kneipenbesitzer. Pop forderte sie auf, auf das Einhalten des Mindestabstands und der Maskenpflicht zu achten sowie die Kontaktdaten der Gäste sorgfältig zu erfassen. "Ich für meinen Teil verspreche Ihnen, auch weiterhin mit allen Kräften die Wirtschaft dabei zu unterstützen, wettbewerbsfähig zu bleiben und Arbeitsplätze zu sichern", betonte die Wirtschaftssenatorin. "Gemeinsam können wir SARS-CoV-2 eindämmen." Wie ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung mitteilte, wurde der Brief in den vergangenen drei Tagen an 16.000 Gastronomen in Berlin zugestellt.

11.17 Uhr: Kliniken sollen Corona-Betten nach Bedarf vorhalten

Die Krankenhäuser in Brandenburg sollen für den Fall eines plötzlichen Anstiegs der Corona-Infektionen je nach Bedarf flexibel Bettenkapazitäten bereitstellen - aber ohne festen Anteil. Die Krankenhäuser müssten innerhalb von 48 bis 72 Stunden weitere Behandlungsmöglichkeiten für Covid-19-Patienten organisieren, wenn ein Anstieg bei den Infektionen dies erfordere, erklärte das Gesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage. Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte Ende Juni eine feste Vorgabe für das Freihalten von Betten aufgehoben, weil die Reserven den Bedarf deutlich überstiegen. Die Zahl neuer Ansteckungen in Brandenburg stieg in den vergangenen Wochen teils wieder.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, trotz steigender Infektionszahlen hielten deutsche Kliniken auf ihren Intensivstationen weit weniger Betten für Corona-Patienten frei als noch vor einigen Wochen und Monaten. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält das für richtig. Die Kliniken hätten genügend Zeit und Erfahrung, um ihre Kapazitäten hochzufahren, wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf geben sollte, sagte er der Zeitung. In Berlin werden dem Bericht zufolge seit Juni noch zehn Prozent der Betten für Covid-Patienten reserviert.

9.39 Uhr: Gastwirte blicken mit Sorge auf den Winter

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Berlin fordert in der Corona-Krise Lösungen für den Winter. „Wir brauchen einen Ausgleich für die Einschränkungen und die daraus resultierenden Kapazitätsverluste im Innenbereich“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Gerrit Buchhorn. „Dazu gehören beispielsweise die unbürokratische Nutzung und das Winterfestmachen der Außenflächen sowie die Möglichkeit, Wärmequellen wie zum Beispiel Heizlüfter oder auch Heizpilze zumindest vorübergehend nutzen zu können.“ Die sind in manchen Bezirken erlaubt, andere verbieten sie mit Verweis auf den Umweltschutz. Alle Details zu den Folgen der Corona-Krise für Berliner Gastwirte lesen Sie hier.

8.20 Uhr: Erneut feiern Hunderte im James-Simon-Park

Erneut haben Hunderte Personen im James-Simon-Park in Mitte gefeiert. Weil die jungen Leute die Mindestabstände nicht einhielten, musste zum wiederholten Male die Polizei anrücken. Das Spreeufer wurde kurz nach Mitternacht geräumt. Vor Ort war die Rede von etwa feiernden 800 Personen. Die Berliner Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, es kam zu mehreren Festnahmen. Erst in der Nacht zu Sonnabend war der James-Simon-Park von der Polizei geräumt worden.

+++ Sonnabend, 19. September 2020 +++

18.21 Uhr: Minister - Brandenburger fahren trotz Corona Bus und Bahn

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie fahren die Brandenburger nach Angaben der Landesregierung wieder öfter mit öffentlichen Bussen und Bahnen als vor einigen Monaten. „Wir haben jetzt ein Niveau bei den Fahrgastzahlen von 70 bis 90 Prozent gegenüber der Zeit vor Corona“, sagte Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) der „Märkischen Allgemeinen“ (Samstag) aus Potsdam. „In der Hochzeit der Pandemie waren es nur 20 bis 30 Prozent.“ Brandenburg habe auch während der Pandemie ein stabiles Bus- und Bahnangebot aufrechterhalten. Er ließ offen, ob ein 365-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr kommt, das die Kenia-Koalition prüfen will. Das Augenmerk sei darauf gerichtet, angeschlagenen Verkehrsunternehmen zu helfen.

18.00 Uhr: 146 Neuinfektionen in Berlin, eine Ampel springt auf Gelb

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 227. 146 neue Infektionen wurden bestätigt, 186 waren es gestern. 1170 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 1083 waren es gestern. 11.667 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 16, zwei mehr als gestern. Insgesamt liegen 53 Menschen in Krankenhäusern, sechs mehr als gestern gemeldet.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,19 auf Grün. Der Wert für Neuinfektionen steht mit 20,6 auf Gelb, die Ampel für die freien Intensivbetten steht auf Grün. Die meisten Neuinfektionen verzeichnet Neukölln (+35), gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg (+29) und Charlottenburg-Wilmersdorf (+18). Treptow-Köpenick und Pankow melden keine Neuinfektionen.

Die Corona-Fallzahlen in den Berliner Bezirken

11.43 Uhr: Brandenburg zählt 20 neue Corona-Ansteckungen

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg ist auf höherem Niveau stabil. Das Gesundheitsministerium zählte von Freitag bis Sonnabend 20 bestätigte neue Ansteckungen nach 19 neuen Fällen am Tag zuvor. In den Landkreisen Elbe-Elster, Oberhavel und Potsdam-Mittelmark seien je vier Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Erreger hinzugekommen, teilte das Ministerium am Sonnabend mit.

In Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) wurden je zwei neue Fälle, in den Kreisen Barnim, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree, Teltow-Fläming sowie in Potsdam je ein neuer Fall registriert. In der Prignitz fiel eine Ansteckung wegen Doppelzählung aus der Zählung heraus. Seit März haben sich offiziell 4117 Menschen infiziert. Die Zahl der Genesenen liegt geschätzt bei 3760, die der aktuell Erkrankten bei 184.

8.32 Uhr: Polizei löst Party im James-Simon-Park auf

Einsatzkräfte der Berliner Polizei haben in der Nacht zu Sonnabend eine Party im James-Simon-Park in Mitte aufgelöst. Die 500 bis 600 Personen sollen bei der Party gegen 23 Uhr Mindestabstände nicht eingehalten und laut Musik gehört haben, wie die Polizei mitteilte. Zuvor sollen nach Angaben von Zeugen aus einer etwa 300-köpfigen Gruppe heraus die Beteiligten mit Stühlen von den anliegenden Gaststätten aufeinander losgegangen sein.

Rund 100 Einsatzkräfte räumten den James-Simon- und den angrenzenden Monbijoupark. Dabei mussten die Beamten die Anwesenden teilweise abdrängen und wegschubsen. Während der Räumung bewarfen die Gruppen die Einsatzkräfte mit Flaschen. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Zudem warf ein Unbekannter eine Flasche auf einen vorbeifahrenden Bus. Als der Fahrer anhielt, trat eine Person einen Außenspiegel ab.

Nachdem beide Parks geräumt waren, mussten auch die auf dem Vorplatz des Hackeschen Marktes dicht beieinanderstehenden Frauen und Männer den Bereich rund um den Bahnhof verlassen. Die Einsatzkräfte nahmen insgesamt sieben Tatverdächtige fest und leiteten Strafermittlungsverfahren unter anderem wegen Tätlichen Angriffs, versuchter Gefangenenbefreiung und gefährlicher Körperverletzung ein.

Bereits eine Stunde zuvor, gegen 22 Uhr, liefen etwa 70 Personen auf die Kreuzung Rigaer Ecke Liebigstraße in Friedrichshain und behinderten den Verkehr. Zeitgleich wurde laute Musik abgespielt. Einsatzkräfte räumten kurz darauf die Kreuzung, wobei die Personen teilweise weggeschoben werden mussten.

8.25 Uhr: Wir starten unser neues Corona-Newsblog für Berlin

Alle bisherigen Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg lesen Sie in unserem vorangegangenen Newsblog.

17.50 Uhr: Wieder über 1000 Corona-Fälle in Berlin

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 227. Das geht aus den Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung für den 18. September hervor.

186 neue Infektionen wurden bestätigt, 140 waren es am Donnerstag. 1083 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 973 waren es am Donnerstag. 11.608 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 14, ebenso viele Personen wie gestern. Insgesamt liegen 47 Menschen in Krankenhäusern, einer weniger als gestern gemeldet.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,04 auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen ebenfalls auf Grün.

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