Berlin Trend

Berliner unterstützen Senat im Kampf gegen Corona

Der Berlin Trend zeigt eine große Zustimmung zu den Maßnahmen der Regierung vor allem bei jüngeren und älteren Befragten.

Berlin. Die Berliner stehen mit der großen Mehrheit hinter den Maßnahmen des Senats zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Fast zwei Drittel (65 Prozent) äußerten sich im Berlin Trend von Infratest dimap zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement in Berlin. 20 Prozent sind laut der Umfrage im Auftrag der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau weniger zufrieden. 13 Prozent gaben an, gar nicht zufrieden zu sein. Somit ist ein Drittel der Berliner nicht zufrieden, wobei nicht klar ist, ob die Schritte zur Eindämmung der Pandemie als zu weitgehend oder als zu gering empfunden werden. Seit April, als Infratest dimap seinerzeit mitten im harten Lockdown nach der Bewertung der Corona-Politik fragte, haben sich die Zustimmungswerte für die Senatspolitik sogar noch leicht verbessert.

Die positive Bewertung für das wichtigste Thema der Landespolitik in den vergangenen Monaten zieht sich quer durch alle Altersgruppen. Noch ein wenig besser als der Durchschnitt der Bürger sehen die über 65-Jährigen unter den 1001 repräsentativ vom 15. bis 19. September befragten Wahlberechtigten die Leistungen der Koalition. In der Gruppe der Älteren sind 70 Prozent zufrieden damit, wie der Senat gegen Corona vorgeht. Offensichtlich ist es gelungen, den zur Risikogruppe zählenden Bürgern ein gewisses Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Tatsächlich liegen die Infektionszahlen unter Berlinern im Alter von 65 plus sehr niedrig. Fast so groß wie bei den Älteren ist die Zustimmung unter den jüngeren Leuten zwischen 18 und 39 Jahren. Hier sehen 69 Prozent das Handeln des Senats positiv, 31 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Skeptischer ist die mittlere Altersgruppe der 40- bis 64-Jährigen. Hier liegt die Zustimmung zum Senatskurs bei 59 Prozent, 39 Prozent sehen die Corona-Politik kritisch.

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Sortiert man die Aussagen der Befragten nach politischen Vorlieben, fällt die jeweils fast gleich starke Zustimmung in den Lagern von SPD, CDU, Grünen und Linken auf. Die positive Bewertung reicht von 79 Prozent unter den Anhängern von SPD und Linken über 75 Prozent bei den Grünen und 70 Prozent bei den CDU-Sympathisanten. Im Lager der FDP stehen 45 Prozent Kritiker 55 Prozent Befürwortern gegenüber.

Nur unter den Anhängern der AfD überwiegt die Skepsis gegen das Agieren des Senats in der Corona-Krise. Nicht einmal jeder dritte AfD-Sympathisant (29 Prozent) bewertet die Senatsarbeit positiv. 71 Prozent sagen, sie seien nicht zufrieden damit.

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Müller erwägt Alkoholverbot gegen Open-Air-Partys

Die Debatte um den Umgang mit der Krise geht unterdessen weiter. Am kommenden Dienstag will der Senat die nächsten Schritte beschließen. Auf die Menschen könnten wegen der verschärften Corona-Lage neue Beschränkungen zukommen. Er gehe davon aus, „dass wir tatsächlich auch wieder Einschränkungen vornehmen müssen, bei diesen Feiern vor allen Dingen im öffentlichen Raum“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Donnerstag im ZDF. Das werde man so nicht zulassen können. Müller brachte auch Alkoholverbote ins Gespräch, wie sie bereits im München gelten. Der SPD-Politiker bekräftigte, der Senat werde zunächst „keine weiteren Lockerungen“ vornehmen, etwa für Veranstaltungen. Gegebenenfalls gebe es „wieder ein paar Rückschritte bei der Begegnungsmöglichkeit, was die Teilnehmerzahl anbelangt“.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte, meldeten die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages 2143 neue Corona-Fälle in Deutschland. Damit wurde die Schwelle von mehr als 2000 Neuinfektionen zum vierten Mal binnen gut eines Monats überschritten. In Berlin war am Mittwoch mit 199 Neuinfektionen der höchste Wert seit Wochen erreicht worden. Im Vergleich der Bundesländer weist Berlin mit einem Wert von 22,9 die meisten Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf. Das geht aus Daten des RKI hervor.