Corona-Krise

Hunderte feiern ohne Corona-Regeln: Polizei löst Party auf

Im James-Simon-Park in Mitte feierten in der Nacht bis zu 600 junge Leute. Als die Polizei einschritt, flogen Flaschen.

Einsatzkräfte der Berliner Polizei im James-Simon-Park in Berlin-Mitte in der Nacht zu Sonnabend.

Einsatzkräfte der Berliner Polizei im James-Simon-Park in Berlin-Mitte in der Nacht zu Sonnabend.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Sie hörten laute Musik, feierten ohne Corona-Sicherheitsabstand und prügelten sich auch. Die Polizei schritt ein und räumte Freitagnacht mehrere Feiern mit Hunderten Teilnehmern. Die Einsatzkräfte seien von Bundespolizisten unterstützt worden, teilte die Berliner Behörde am Sonnabend mit. Rund 100 Beamte waren im Einsatz.

Etwa gegen 23 Uhr lösten die Beamtinnen und Beamten eine Ansammlung im James-Simon-Park im Bezirk Mitte mit bis zu 600 Teilnehmern auf. Partyteilnehmer hätten gegrölt und sich nicht an die Mindestabstände wegen der Pandemie gehalten, hieß es. Nach Angaben von Zeugen sollen aus einer etwa 300-köpfigen Gruppe heraus einige mit Stühlen von nahen Gaststätten aufeinander losgegangen sein.

Alle Nachrichten zum Coronavirus in Berlin, Deutschland und der Welt: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus in Berlin haben wir hier für Sie zusammengetragen. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuellen Corona-Entwicklungen in Berlin und Brandenburg. Die deutschlandweiten und internationalen Coronavirus-News können Sie hier lesen. Zudem zeigen wir in einer interaktiven Karte, wie sich das Coronavirus in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt ausbreitet.

Party im James-Simon-Park und im Monbijoupark: Polizisten mit Flachen attackiert

Auch der Monbijoupark sei geräumt worden. Einsatzkräfte hätten Anwesende teilweise abdrängen, wegschubsen und festnehmen müssen, teilte die Polizei weiter mit. Beamte seien mit Flaschen attackiert worden. Ein Polizist sei verletzt und ambulant behandelt worden.

Ein bislang Unbekannter habe auch eine Flasche auf einen Bus geworfen. Als der Fahrer bremste und anhielt, habe eine Person einen Außenspiegel abgetreten.

Nachdem beide Parks geräumt waren, mussten auch die dicht gedrängten Frauen und Männer am S-Bahnhof Hackescher Markt den Bereich verlassen.

Zuvor hatte die Polizei gegen 22.00 Uhr auch die Kreuzung Rigaer Straße/Ecke Liebigstraße geräumt. Etwa 70 Personen seien dort auf die Straße gelaufen und hätten laute Musik abgespielt sowie den Verkehr behindert.

Partys in Berlin ohne Corona-Abstand: Insgesamt sieben Festnahmen

Insgesamt wurden bei den Räumungen laut Angaben sieben Tatverdächtige festgenommen. Es seien Strafermittlungen wegen tätlichen Angriffs, versuchter Gefangenenbefreiung und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden.

Der Sprecher der Berliner Polizeigewerkschaft, Benjamin Jendro, zeigte sich auf Twitter empört. "Im James-Simon-Park meinten mal wieder Hunderte, sie müssten auf Infektionsschutzmaßnahmen pfeifen und die mit Flaschen angreifen, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, dagegen vorzugehen - Werten wir das jetzt als wöchentliche Normalität oder kommt da mal was?", fragte der Sprecher in Richtung Abgeordnetenhaus.

Corona – mehr zur Pandemie: