In einigen Bundesländern, darunter Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, gesellt sich in den letzten Jahren vermehrt ein weiteres Wildtier zu Wildschwein, Fuchs und Reh: Der Wolf erregt hierzulande die Gemüter. Ein wichtiger Bestandteil der Fauna, sagen die einen. Eine Bedrohung für Nutz- und Weidetier, sagen die anderen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In dieser Gemengelage hat sich auch die wohl künftige Koalition positioniert – und ergreift Partei für diejenigen, die einen Abschuss von Wölfen fordern. Laut Koalitionsvertrag soll der strenge Schutz gelockert werden. Heißt: Der Wolf soll ins Jagdrecht kommen. 

Koalitionsvertrag: Darauf haben sich CDU/CSU und SPD geeinigt

Wölfe: Das plant die Bundesregierung

Die Bundesregierung setze den Vorschlag der EU-Kommission zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes in der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie „unverzüglich“ in nationales Recht um, heißt es im Koalitionsvertrag, den Union und SPD am Mittwoch präsentiert haben. „Wir nehmen den Wolf umgehend ins Jagdrecht auf und erneuern dabei das Bundesjagdgesetz punktuell.“ Mit der Änderung wolle man „eine rechtssichere Entnahme von Wölfen“ ermöglichen.

Die EU-Kommission hatte zuvor ein Verfahren angestoßen, um den Mitgliedstaaten ein schärferes Vorgehen zu ermöglichen. Dazu soll der Schutzstatus des Wolfes von streng geschützt auf geschützt gesenkt werden. Vorausgegangen war ein entsprechendes Votum der EU-Staaten – auch mit der Stimme Deutschlands.

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„Müssen den Wolf auch in Deutschland bejagen“

Sollte die künftige Koalition also Wort halten, dürfte der Abschuss von Wölfen in Deutschland deutlich erleichtert werden. „Wir müssen den Wolf auch in Deutschland bejagen, damit wir die Bestände gezielt klein halten“, sagte Unions-Umweltexpertin Anja Weisgerber (CSU) dazu.

Druck bekommt die künftige Bundesregierung dabei vom Bundesrat: Die Länderkammer forderte auf Antrag von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen am Freitag, nationale Rechtsänderungen für einen leichteren Abschuss von Wölfen vorzubereiten. Neben Schutzmaßnahmen wie Zäunen und Hunden bestehe „dringender zusätzlicher Handlungsbedarf“, um das „Management“ lokaler Wolfsbestände künftig flexibler zu gestalten. 

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Wölfe abschießen? Was dagegen spricht

Scharfe Kritik an der Entschließung des Bundesrats äußerte die Naturschutzorganisation WWF. „Dieser Antrag bedient den Zeitgeist des Populismus. Es ist ein Trugschluss, dass man die Wolf-Weidetier-Konflikte mit der Flinte lösen kann“, erklärte Sybille Klenzendorf, WWF-Programmleiterin für Wildtiere Deutschland und Europa.

Das wirksamste Mittel zur Verringerung von Nutztierrissen sei ein effektiver Herdenschutz, erklärte Klenzendorf. Die Bundesländer müssten gezielt in die Unterstützung von Weidetierhaltern investieren, „um Konflikte mit Wölfen zu minimieren, anstatt auf undifferenzierte Jagd zu setzen, die das Problem nur verschärft“.

daw, dpa, afp