Die Beerdigung eines Papstes folgt einem jahrhundertealten Ritual. Auch wenn Franziskus einige dieser Regeln vereinfacht hat, bleiben die Zeremonien feierlich und symbolträchtig. Der am Ostermontag verstorbene Papst hatte sich gewünscht, als einfacher „Hirte und Jünger Christi“ verabschiedet zu werden, nicht als mächtige Figur der Weltgeschichte. Und doch scheint es, als ströme die ganze Welt nach Rom: Zehntausende Pilger haben während seiner Aufbahrung im Petersdom seit Mittwoch von Franziskus Abschied genommen.

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Seine Beisetzung am Samstag können Gläubige in Deutschland zwischen 9.50 Uhr bis circa 13 Uhr live im Ersten verfolgen. RTL und ntv berichten in einer gemeinsamen Sondersendung bereits ab 9.30 Uhr live. Ein „ZDF spezial“ zur Papst-Beisetzung ist für 19.25 Uhr geplant. Wie die Zeremonie genau abläuft, lesen Sie hier:

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Vor Franziskus‘ Beisetzung: So läuft die feierliche Sargschließung ab

Am Freitagabend, also am Vorabend der Beisetzung, wird der Holzsarg mit dem Leichnam Franziskus‘ im Petersdom geschlossen. Zuvor wird er im Rahmen eines Gebetsrituals durch den Päpstlichen Zeremonienmeister Diego Ravelli gesegnet. Ein weißer Seidenschleier wird auf das Gesicht des Verstorbenen gelegt, der Körper mit Weihwasser besprengt. In den Sarg kommen traditionelle Beigaben: Münzen und Medaillen aus seiner Amtszeit sowie eine Urkunde mit den wichtigsten Stationen seines Lebens und Pontifikats. Danach wird der Sarg versiegelt – zunächst ein Zinksarg, der verschweißt wird, dann ein Holzdeckel mit Kreuz und Papstwappen. Franziskus wird in einem einzigen, doppelwandigen Sarg beigesetzt – nicht wie seine Vorgänger in drei übereinanderliegenden Särgen.

Tod von Papst Franziskus: Vorbereitungen für die Beerdigung
Die Vorbereitungen auf die Papst-Beisetzung laufen im Vatikan auf Hochtouren.© action press | Cecilia Fabiano/LaPresse

Am Samstagmorgen dann wird der Sarg mit lateinischen Gesängen auf den Petersplatz getragen. Dort findet die öffentliche Trauerfeier statt – es werden rund 200.000 Menschen erwartet. Das Angebot im öffentlichen Nahverkehr wurde verstärkt, zudem soll es Freiwillige geben, die Pilger zum Petersplatz bringen. Für die Menge wurden bereits große Bildschirme entlang der Via della Conciliazione aufgestellt. Der ganze Großraum um den Vatikan wird am Samstag gesperrt sein. Der Flugraum wird aus Sicherheitsgründen geschlossen und strengste Anti-Terror-Vorkehrungen ergriffen. Fünf Millionen Euro sagte die Regierung Meloni für die große Trauerzeremonie zu.

Papst-Beerdigung zieht Polit-Prominenz nach Rom

Rund 130 Delegationen aus aller Welt haben sich angekündigt, darunter 50 Staats- oder Regierungschefs sowie zehn Monarchen. Am umfangreichsten dürften die Vorkehrungen für US-Präsident Donald Trump ausfallen, der vor der ersten Auslandsreise seiner zweiten Amtszeit steht. Der Präsident schrieb auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social, dass seine Frau Melania ihn begleiten werden. Auch Trumps Vorgänger Joe Biden wird in Rom erwartet. Pikant: Trump wird dort den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Es handelt sich um die erste Begegnung der beiden, nachdem es im Februar zu einem folgenreichen Schlagabtausch im Weißen Haus gekommen war.

Der Kreml wies unterdessen mögliche Spekulationen um eine Teilnahme von Russlands Präsident Wladimir Putin zurück. Der Internationale Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag hat 2023 einen Haftbefehl gegen Putin ausgestellt. Der Kremlchef wird wegen der Deportation ukrainischer Kinder gesucht. Als Gesandte schickt Russland an seiner Stelle Kulturministerin Olga Ljubimowa nach Rom.

Delegation aus Deutschland: Scholz und Steinmeier reisen an

Aus Deutschland werden unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz am Begräbnis teilnehmen. Emmanuel Macron, sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollen ebenfalls anreisen. Prinz William und Premier Keir Starmer sollen die britische Delegation leiten und auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia haben zugesagt. Der italienische Präsident Sergio Mattarella war einer der ersten Politiker, der vom Papst Abschied nahm. Er wird zusammen mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine hochkarätige Delegation leiten, die an der Beerdigung teilnimmt.

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All diese prominenten Namen müssen sich jedoch der Kleiderordnung des Vatikans beugen. Für ranghohe Besucher im Kirchenstaat gelten bei Beerdigungen von Päpsten strenge Regeln. Männer müssen im dunklen Anzug erscheinen, mit langer schwarze Krawatte und ein ebenso schwarzer Knopf am linken Revers der Jacke. Frauen wird ein langes schwarzes Kleid, schwarze Handschuhe und ein Kopftuch vorgeschrieben. Nur ein einziges Schmuckstück ist erlaubt: eine Perlenkette um den Hals.

Nach Ehreneskorte: Bestattung findet im kleinsten Kreis statt

Die Totenmesse am Samstag wird vom Dekan des Kardinalkollegiums, Giovanni Battista Re, geleitet und umfasst Gebete, Gesänge, eine Predigt und die Eucharistie. In den Fürbitten wird auf Latein für Franziskus, seine Vorgänger und alle Verstorbenen gebetet. Der Gottesdienst endet mit dem päpstlichen Abschiedsritus: einer feierlichen Anrufung zahlreicher Heiliger und Gebete in griechischer Sprache, wie sie in der Ostkirche üblich sind.

Mourning period and funeral arrangements for Pope Francis, Vatican City, Rome, Italy - 23 Apr 2025
Am vergangenen Mittwoch wurde der Leichnam des verstorbenen Papst Franziskus in den Petersdom getragen. Noch bis am Vorabend des Begräbnisses können Gläubige sich dort von ihm verabschieden. © IMAGO/Avalon.red | IMAGO/Francesco Fotia / Avalon

Entsprechend seines Wunsches wird Franziskus nicht in den Vatikanischen Grotten beigesetzt, sondern in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore, nahe der Ikone der Gottesmutter „Salus populi romani“, zu der er zeitlebens eine besondere Beziehung hatte. Noch wenige Tage vor seinem Tod hatte der Pontifex dort gebetet.

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Nach der öffentlichen Zeremonie wird sein Sarg durch Rom zur Basilika überführt. Entlang der rund sechs Kilometer langen Strecke können sich Menschen am Straßenrand verabschieden. Der Wagen mit Franziskus‘ Sarg wird im Schritttempo durch die Straßen der Altstadt fahren. Auch während der Überführung gelten in Rom höchste Sicherheitsvorkehrungen.

Die eigentliche Beisetzung erfolgt im kleinen Kreis – geleitet vom Camerlengo, Kardinal Kevin Farrell. Rund 50 Gäste, darunter enge Vertraute, Geistliche und auch Arme, denen Franziskus besonders verbunden war, nehmen daran teil. Die Bestattung wird nicht live übertragen. Auf dem Grab soll schlicht stehen: „Franciscus“. Voraussichtlich am Sonntagmorgen wird die Basilika für Besucher geöffnet. Dann haben alle Gläubigen die Möglichkeit, am Grab des 266. Papstes innezuhalten.