Auch im Tode wollte sich Papst Franziskus wohl von seinen kirchlichen Vorgängern unterscheiden. In seinem nun geöffneten Testament äußert Franziskus nur einen bescheidenen Wunsch: Er wolle in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom begraben werden – die außerhalb des Vatikans liegt.

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Das verstorbene Oberhaupt der katholischen Kirche nannte die Marienkirche seine Lieblingskirche in Rom. Als Papst hat Franziskus den Pomp rund um sein Amt reduziert. Sein Grab soll daher „ohne besonderen Schmuck und mit der einzigen Inschrift: ‚Franciscus‘ sein“. Das Grab soll zudem „in der Erde sein“, heißt es dort weiter.

Damit bricht der Papst mit der Tradition seiner Vorgänger, die im Petersdom beigesetzt sind. Franziskus legte in seinem letzten Willen auch den genauen Ort für sein Grab in der Seitenkapelle der Basilika fest und fügte sogar eine Skizze hinzu. Die Kosten für das Grab seien bereits im Voraus gedeckt worden, erklärte der Papst und verwies auf einen Spender, dessen Namen er nicht nannte. 

Basilika Santa Maria Maggiore: Schneewunder wird mit weißem Blütenregen gefeiert

Die Basilika Santa Maria Maggiore in Rom ist eine der bedeutendsten und ältesten Kirchen der Stadt sowie eine der vier großen Papstbasiliken. Sie befindet sich im Stadtzentrum Roms auf dem Esquilin-Hügel, einem der sieben Ursprungshügeln der Stadt, und ist der Jungfrau Maria gewidmet. Von der Vatikanstadt ist sie rund 3,5 Kilometer entfernt.

Kirche Santa Maria Maggiore in Rom
Die heutige Basilika wurde 434 von Papst Sixtus III. geweiht. © Christoph Sator/dpa | Christoph Sator

Der Überlieferung nach ließ Papst Liberius im 4. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Kirche eine Kapelle errichten, nachdem Maria ihm und dem Patrizier Johannes im Traum erschienen war. Mit Schnee im August habe die heilige Mutter ihnen den Hügel als Platz für die Kapelle markiert – ein Wunder, das heute noch jährlich am 5. August mit einem weißen Blütenregen gefeiert wird. Dass Liberius‘ Kirche wirklich an der heutigen Stelle der Santa Maria Maggiore stand, wird mittlerweile von Archäologen bezweifelt.

Die heutige Basilika wurde unter Papst Sixtus III. 434 geweiht, kurz nach dem Konzil von Ephesus, das Maria offiziell als „Gottesgebärerin“ anerkannte. In der Santa Maria Maggiore verschmilzt prachtvolle Architektur aus frühchristlichen, mittelalterlichen, barocken und klassizistische Stilen. Besonders bemerkenswert sind die prachtvollen Mosaike aus dem 5. Jahrhundert im Triumphbogen und im Langhaus, die biblische Szenen und Marienmotive zeigen.

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Papst Franziskus wird achter begrabener Papst in Santa Maria Maggiore

Laut der Webseite der Basilika werden in der Kirche die bedeutendste Marienikone Roms, die Salus Populi Romani, aufbewahrt. Bilder zeigen Franziskus, wie er vor der Ikone in einem Rollstuhl betet. Vor Auslandsreisen stattete Papst Franziskus der Salus immer einen Besuch ab, um die Reise unter den Schutz der Ikone zu stellen.

Auch die Reliquie der Heiligen Wiege verleiht der Kirche eine besondere Bedeutung als „Bethlehem des Westens“. Die Wiege aus Bergkristall solle Holzfragmente enthalten, die noch aus der Krippe von Jesus stammen würden. Insgesamt sind bisher sieben Päpste in dieser Basilika beigesetzt worden, zuletzt im 17. Jahrhundert.

Eine päpstliche Basilika ist eine Kirche, die eine besondere Bedeutung für die römisch-katholische Kirche hat und direkt dem Papst unterstellt ist. Weltweit gibt es nur 12 solcher Kirchen, von denen vier den besonderen Titel Basilicae maiores tragen. Diese ranghöchsten Papstbasiliken befinden sich alle sich in Rom: Santa Maria Maggiore, der Petersdom, die Lateranbasilika und Sankt Paul vor den Mauern.

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Vorgänger von Franziskus wurden unter Petersdom beigesetzt

Die meisten Päpste der römisch-katholischen Kirche werden in der Vatikanstadt beigesetzt, genauer gesagt in den Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom. Diese Grotten sind eine weitläufige Krypta unterhalb der Basilika, in der sich zahlreiche päpstliche Gräber befinden, darunter das von Franziskus Vorgängern Benedikt XVI. und Johannes Paul II.

Der Papst wird in drei aufeinanderfolgenden Särgen beigesetzt: einem inneren aus Zypressenholz, einem mittleren aus Zink und einem äußeren aus Eichenholz. Vor der Bestattung wird auch ein Dokument, das wichtige Stationen seines Pontifikats enthält, in den Sarg gelegt. Die Beisetzung erfolgt meist einige Tage nach dem Tod. Wenn ein neuer Papst gewählt wurde, wird dessen Grab ebenfalls ein Ort der Pilgerfahrt und Verehrung.

Nach dem Tod von Papst Franziskus kommen am Dienstag im Vatikan die Kardinäle zusammen, um den Ablauf der Trauerfeierlichkeiten festzulegen. Derzeit ist der tote Pontifex noch in der Kapelle seiner Residenz aufgebahrt, dem Gästehaus Santa Marta. 

os/dpa/afp