Er stand dem Papst in seinen letzten Lebensstunden zur Seite und musste der Welt seinen Tod verkünden: Nach Franziskus‘ Ableben rückt der päpstliche Zeremonienmeister Erzbischof Diego Ravelli ins internationale Rampenlicht. Anstelle des gebrechlichen Papstes hatte Ravelli am Ostersonntag die Osterbotschaft des Papstes verlesen.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Als Franziskus dann an Ostermontag im Gästehaus Santa Marta offenkundig einem Hirnschlag erlag, war Ravelli eine von wenigen Personen, die bei der rituellen Verkündigung des Todes in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta dabei waren. Doch wer ist der Vertraute des Papstes und was sind seine Aufgaben?
Lesen Sie auch
Zeremonienmeister des Papstes: „Wir sind Hüter der Tradition“
Ravelli ist ausgebildeter Pädagoge und promovierte in Liturgiewissenschaften am Päpstlichen Athenäum Sant‘Anselmo in Rom. 1998 stieg er als Funktionär im vatikanischen Almosenamt ein und wurde 2013 dort Büroleiter. Seit 2021 ist er Franziskus‘ Zeremonienmeister. Die Zeremoniäre unterstützen den Papst – und gelegentlich Kardinäle – bei liturgischen Handlungen, meistens sind es Eucharistiefeiern.

„Meine ist eine schöne und wichtige Aufgabe, denn sie besteht darin, sich um die Vorbereitung und Durchführung der vom Heiligen Vater geleiteten Feiern zu kümmern“, sagte Ravelli in einem Interview kürzlich. „Wir sind Hüter der Tradition der Kirche, die, wie der Papst selbst geschrieben hat, von den Aposteln ausgeht.“
Franziskus hatte genaue Vorstellungen für seine Beerdigung
Doch dem Zeremonienmeister fallen auch die wohl schwersten Aufgaben zu: In Zeiten der Sedisvakanz, der Übergangsphase zwischen dem Tod eines Pontifex und der Wahl des Nachfolgers, bereitet er die Beisetzung vor. Während der Kardinaldekan die Papstwahl in die Wege leitet, ist der Zeremoniär für den Ablauf der Trauerfeiern zuständig.
- Luxus pur? In diesem Prunk könnte Papst Leo XIV. wohnen
- Zum Nachlesen: Die erste Rede des neuen Papses Leo XIV. im Wortlaut
- Habemus Papam: So viel wird der neue Papst Leo XIV. im Monat verdienen
- Bildergalerie: Leo XIV. zum Papst gewählt – Die schönsten Bilder aus dem Vatikan
- Vorgänger: Leo XIII. trug den Namen 100 Jahre vor dem neuen Papst
- Historiker erklärt: So wurde der Papst vom Sekten-Chef zum Führer einer Weltreligion
Franziskus hat diese vereinfacht. Wichtigste Änderung: Nach dem Tod wird der Papst in einen Sarg gelegt und nicht mehr offen auf einem Katafalk (hohe Bahre) aufgebahrt. Erst mit einigem zeitlichen Abstand wird der Leichnam von Franziskus in den Petersdom überführt. Bis dahin haben Menschen aus dem Umfeld des Papstes, darunter viele Vatikan-Angestellte, Gelegenheit, von ihm Abschied zu nehmen.
Wenn der Sarg dann im Petersdom steht, können in den darauffolgenden Tagen alle, die dies wollen, dem Pontifex die letzte Ehre erweisen. Zum Abschied von Benedikt XVI. kamen Hunderttausende, bei Johannes Paul II. waren es mehrere Millionen. Erst am Vorabend der Beisetzung verschließt der Kämmerer in einer Zeremonie den Sarg.







