Vor dem Petersdom haben sich bereits kilometerlange Wartschlangen voller trauernden Menschen gebildet. Rom rechnet mit Hunderttausenden, die sich vom verstorbenen Papst Franziskus verabschieden wollen. Entweder während der öffentlichen Aufbahrung im Petersdom oder bei der Beerdigung selbst. Für die große Feier auf dem Petersplatz am Samstag (10 Uhr) haben sich hundert gekrönte Häupter, Staats- und Regierungschefs und Adelige aus der ganzen Welt angekündigt. Delegationen aus mehr als 50 Staaten wollen beiwohnen.

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US-Präsident Donald Trump wird für die Beerdigung die erste Auslandsreise seiner zweiten Amtszeit absolvieren. So kündigte er auf in seinem sozialen Netzwerk Truth Social an, dass er in Begleitung seiner Frau Melania anreisen werde.
Für die Trump-Regierung war Franziskus vor allem ein unbequemer Kritiker. Kurz vor seiner Einlieferung ins Krankenhaus mahnte er in einem Schreiben an die US-Bischöfe noch: „Eine echte Rechtsstaatlichkeit zeigt sich gerade in der würdigen Behandlung, die alle Menschen verdienen, insbesondere die Ärmsten und am stärksten Ausgegrenzten.“
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Pikant: Trump wird in Rom den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Es handelt sich um die erste Begegnung der beiden, nachdem es im Februar zu einem folgenreichen Eklat im Weißen Haus gekommen war.
Beerdigung von Papst Franziskus: Putin kommt nicht nach Rom
Der Kreml wies unterdessen mögliche Spekulationen um eine Teilnahme von Russlands Präsident Wladimir Putin zurück. „Nein, solche Pläne hat der Präsident nicht“, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf eine Nachfrage russischer Journalisten. Wen Moskau zu der Trauerfeier am Samstag entsende, sei noch nicht entschieden, fügte er hinzu. Der Internationale Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag hat 2023 einen Haftbefehl gegen Putin ausgestellt. Der Kremlchef wird wegen der Deportation ukrainischer Kinder gesucht.
- Das Heimatland von Papst Franziskus, Argentinien, will hingegen eine große Delegation entsenden. Diese wird von Präsidenten Javier Milei angeführt, der Franziskus im Vatikan getroffen hatte.
- Auch Emmanuel Macron, sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollen nach Rom kommen. Außerdem wird der scheidende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) anreisen, wie eine Regierungssprecherin mitteilte.
- Prinz Williams und Premier Keir Starmer sollen die britische Delegation leiten.
Diese strenge Kleiderordnung gilt bei Franziskus‘ Trauerfeier
Aus Spanien kommen Könige: Der katholische Felipe VI. und Königin Letizia werden an der Beisetzung teilnehmen, bestätigte der spanische Königspalast am Dienstag. Bei einem Empfang in Madrid lobte Felipe Franziskus als ein „enormes ethisches Leuchtfeuer unserer Welt und unserer Zeit“. Unklar ist, ob Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez ebenfalls nach Rom reisen wird.

Das Nachbarland Portugal entsendet ebenfalls eine Delegation in den Vatikan. Präsident Marcelo Rebelo de Sousa teilte in Lissabon mit, er werde zusammen mit Regierungschef Luís Montenegro nach Rom kommen.
All diese prominenten Namen müssen sich jedoch der Kleiderordnung des Vatikans beugen. Für ranghohe Besucher im Kirchenstaat gelten bei Beerdigungen von Päpsten strenge Regeln. Männer müssen im dunklen Anzug erscheinen, mit langer schwarze Krawatte und ein ebenso schwarzer Knopf am linken Revers der Jacke. Frauen wird ein langes schwarzes Kleid, schwarze Handschuhe und ein Kopftuch vorgeschrieben. Nur ein einziges Schmuckstück ist erlaubt: eine Perlenkette um den Hals.
Nach Tod von Papst Franziskus: Rom gehen die Hotelbetten aus
Die Suche nach Unterkünften für die hochrangigen Gäste gestaltet sich in diesen Tagen als problematisch. In Rom ist die Zeit nach Ostern Hochsaison. Viele Hotels und Unterkünfte sind wegen der vielen Pilger ausgebucht, die für das Heilige Jahr Rom besuchen. Hinzu kommen noch die unzähligen Gläubigen, die an der Trauerzeremonie am Samstag teilnehmen wollen.
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Auch für die Menschen, die sich im Petersdom von Papst Franziskus verabschieden wollen, gilt eine Kleiderordnung – unabhängig vom Geschlecht. Knie und Oberarme müssen bedeckt sein, das Tragen von tief ausgeschnittenen Oberteilen ist untersagt.

Tätowierungen sind grundsätzlich erlaubt, allerdings nicht, wenn sie als anstößig für die katholische Moral, die katholische Religion oder den allgemeinen Anstand angesehen werden können. Dies gilt auch für Schmuck, Symbole und Slogans auf der Kleidung. Andernfalls kann der Zutritt verwehrt werden. Auf eine Kopfbedeckung sollte man ebenfalls verzichten. Das Tragen eines Hutes in den Innenräumen gilt als schlechtes Benehmen.
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Genaue Angaben über die erwartete Zahl von Menschen, die an dem Begräbnis teilnehmen wollen, machte die italienische Regierung nicht. Sie will fünf Millionen Euro für die Stärkung der Verkehrsmittel und für andere logistische Maßnahmen für die Trauerzeremonie bereitstellen.

Der italienische Präsident Sergio Mattarella war einer der ersten Politiker, der vom Papst in der Kapelle Santa Marta Abschied nahm. Er wird zusammen mit der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni eine hochkarätige Delegation leiten, die an der Beerdigung teilnimmt.
Italiens Ministerpräsidentin Meloni: Franziskus „wirkte sehr müde“
Meloni trauert um Papst Franziskus, den sie auch in den Zeiten seiner Krankheit wiederholt getroffen hatte, das letzte Mal vor einer Woche. „Er wirkte sehr müde, deshalb bin ich auch nicht lange bei ihm geblieben. Trotz seines prekären Gesundheitszustands hatte er seinen Humor nicht verloren“, so Meloni in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ .
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Die Ministerpräsidentin erzählte, dass sie den Papst bei dem letzten Treffen fragte: „Wie geht es Ihnen?“, woraufhin Franziskus geantwortet habe: „Nun, ich lebe noch“. „Er hat gelacht und ich mit ihm. Sein Lachen war ansteckend, es war sein Markenzeichen“, erklärte Meloni.
„Im Namen dieses guten Verhältnisses zwischen uns hat Papst Franziskus beschlossen, im Juli am G7-Gipfel in Borgo Egnazia in Süditalien teilzunehmen, um seine Meinung zur Künstlichen Intelligenz zu äußern. Das war das erste Mal, dass ein Papst beim G7-Gipfel war. Es war einzigartig. (...) Es ist eines der Dinge, auf die ich in meinen zweieinhalb Jahren Amtszeit am stolzesten bin“, so Meloni.











