- Papst Franziskus ist tot
- Nachdem der Heilige Vater gestorben ist, schlägt die Stunde seines Camerlengo
- Der Kämmerer hat jetzt viele wichtige Aufgaben
Ist der Papst tatsächlich tot? Was hat es mit diesem Hämmerchen auf sich? Und was passiert mit dem Amtsring am Finger? Sobald Ärzte erklärt haben, dass der Papst verstorben ist, schlägt die Stunde des Camerlengo. Er ist der Kardinalkämmerer und hat wichtige Aufgaben. Diese Rituale begleiten den Tod des Papstes:

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Bereits seit dem 15. Jahrhundert ernennt der Papst den Camerlengo aus den Mitgliedern des Kardinalkollegiums. Nach dem Tod des Papstes ist der Camerlengo für die Verwaltung der „Güter und Rechte des Heiligen Stuhls“ zuständig. Er muss die Vorkehrungen für die Beisetzung des Papstes zu treffen, sofern dieser nicht zu Lebzeiten einen anderen Willen bekundet hat. 2019 wurde der US-Kardinal Kevin Farrell zum Camerlengo ernannt.
Eine wichtige Aufgabe: Der Camerlengo streift dem toten Kirchenoberhaupt nach der Tradition den Fischerring – also den Amtsring – vom Finger und zerbricht ihn gemeinsam mit dem päpstlichen Siegel. Die Privatgemächer des Verstorbenen werden versiegelt – mit Zeremonienmeister, Prälaten der Apostolischen Kammer und Kanzler als Augenzeugen. Die Todesursache muss nicht genannt werden, auch eine Autopsie ist nicht zwingend.
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Das Hämmerchen: Schlug man damit wirklich dem toten Papst auf die Stirn?
Zu früheren Zeiten stellte der Camerlengo mit einer mittelalterlich anmutenden Tradition den Tod des Papstes fest. Dabei musste er an das Totenbett des Papstes treten und dem Verstorbenen mit einem Hämmerchen auf die Stirn klopfen. Begleitet wurde der Camerlengo von einer Wache der Schweizergarde. Das Hämmerchen soll aus Gold, Silber oder Elfenbein gewesen sein. Er rief den Toten mit dem Taufnamen an und fragte auf Lateinisch: „Schläfts du?“ („Albino, dormesne?“)
Nach zweimaliger Wiederholung stellte der Camerlengo fest: „Vere, sanctus pater mortuus est“ („Wahrhaftig, der Heilige Vater ist tot“). Damit begann die Sedisvakanz, die Verwaisung des Heiligen Stuhls. Dieses antike Ritual wurde von Johannes Paul II. abgeschafft.

Der Camerlengo ist auch in den Tagen nach dem Tod des Pontifex neben dem Kardinaldekan die wichtigste Figur unter den in Rom versammelten Purpurträgern. Schließlich ist er zeitweise der Hausherr in den zentralen Amtsgebäuden des Heiligen Stuhls. Er übernimmt die Vorbereitungen für die Bestattungsfeierlichkeiten. Der einbalsamierte Leichnam des Papstes wird zunächst in der Sixtinischen Kapelle unter Michelangelos Bild vom „Jüngsten Gericht“ aufgebahrt. Am nächsten Tag folgt die feierliche Überführung in die Vatikan-Basilika.
Am letzten der Novendiali (der neun Trauertage) erfolgt der endgültige feierliche Abschied der Kirche von ihrem toten Papst – seit Paul VI. unter freiem Himmel auf dem Petersplatz vor der Basilika. Die Totenmesse findet, wie auch die Amtseinführung des neuen Papstes, ebenfalls im Freien, vor dem Hauptportal des Petersdoms, statt.
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Mit dem Tod eines Papstes geht die Verantwortung für die katholische Kirche auf das Kardinalskollegium über. Allerdings darf laut dem Kirchenrecht in dieser Zeit der Sedisvakanz in der Leitung der Gesamtkirche nichts geändert werden. Nur die reguläre Verwaltung geht weiter. Fast alle Kurienchefs, einschließlich der Kardinal-Staatssekretäre, verlieren ihre Ämter.
Während der Sedisvakanz tritt das Kardinalskollegium täglich zu „Generalkongregationen“ zusammen. Bei diesen Sitzungen werden die Details zur Einberufung des Konklaves sowie andere wichtige Probleme der Kirchenleitung erörtert. Aufschiebbare Fragen und erst recht Dinge, die einem Papst vorbehalten sind, dürfen in dieser Phase nicht entschieden werden.
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Das Konklave muss spätestens 19 Tage nach dem Tod des Pontifex zur Wahl seines Nachfolgers zusammentreten. Auch bei diesem Anlass spielt der Camerlengo eine wichtige Rolle: So ist er unter anderem für die Überwachung der strikten Geheimhaltung der Papst-Wahl zuständig. Er ist es auch, der über die Ergebnisse jedes Wahlgangs Protokoll führt - ein Protokoll, das nachher der gewählte Papst erhält. Nach der Papst-Wahl endet die wichtigste Aufgabe des Camerlengo.

























