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Debatte um Corona-Notbremse - Ausgangssperre wohl gelockert

| Lesedauer: 55 Minuten
Corona: Südafrikanische Mutante stellt große Gefahr dar

Corona: Südafrikanische Mutante stellt große Gefahr dar

Neben der britischen Corona-Variante B.1.1.7 verbreitet sich in Deutschland auch die zuerst in Südafrika aufgetretene Mutante B.1.351. Diese ist jedoch viel gefährlicher für die ganze Bevölkerung.

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Das RKI meldet aktuelle Zahlen. SPD und Union sollen sich auf eine Aufweichung der Ausgangssperre geeinigt haben. Alle Infos im Blog.

  • SPD und Union haben sich wohl auf eine Lockerung der geplanten Ausgangsbeschränkungen geeinigt
  • Laut Gesundheitsminister Jens Spahn könnten die Betriebsärzte im Juni gegen Corona impfen
  • 19,8 Prozent der Deutschen haben mindestens die erste Dosis der Corona-Impfung erhalten
  • Die Änderungen am Infektionsschutzgesetz sollen am Mittwoch im Bundestag verabschiedet werden
  • Die EU hat sich zusätzliche 100 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs gesichert
  • Das RKI meldet mehr als 11.400 Neuinfektionen

Berlin. Seit Wochen wird über eine bundesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen diskutiert. Passiert ist aber noch nichts, denn die Debatte um die einheitliche "Notbremse" geht weiter. Der Bundestag könnte an diesem Mittwoch die Änderung des Infektionsschutzgesetzes verabschieden.

Doch selbst in der eigenen Partei gibt es Widerstand an der von der Regierung um Kanzlerin Angela Merkel geplanten Ausgangssperre. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte der "Bild", es gebe bereits "große juristische Bedenken gegen die Ausgangssperre, wie sie in dem Gesetz formuliert ist". Es sei wichtig, das Gesetz "in manchen Bereichen verfassungsfester zu machen". Den Bundestagsfraktionen von Union und SPD gehen die geplanten Regelungen hingegen nicht weit genug. Sie fordern schärfere Regeln für Schulen. Verschiedene Politiker aller Parteien wollen den Unterricht derweil ins Freie verlegen, sollten Schulen wegen zu hoher Inzidenzen geschlossen werden.

Indes warnen Intensivmediziner, es sei längst "fünf nach zwölf". Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Covid-19 auf Intensivstationen in Deutschland nimmt seit Tagen dramatisch zu.

Interaktiv: Wo steigen die Zahlen besonders? Alle Corona-Zahlen in Deutschland, Europa und der Welt auf einer interaktiven Karte

Corona-Zahlen: RKI meldet mehr als 11.400 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.437 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 92 neue Todesfälle verzeichnet. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 13.245 Neuinfektionen und 99 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 165,3. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 162,3 angegeben. Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News vom Montag, 19. April: Greta Thunberg spendet für bessere Impfstoffverteilung

17.29 Uhr: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg will über ihre Stiftung 100.000 Euro spenden, damit mehr Corona-Impfstoffe für ärmere Länder gekauft werden können. Das Geld soll über die Stiftung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an die solidarische Impfinitiative Covax gehen, wie die 18-jährige Schwedin als Gast von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Online-Pressekonferenz verkündete.

Ausbruch in Klinik trotz negativem Schnelltest

17.13 Uhr: Ein Besucher mit falsch-negativem Schnelltest-Ergebnis hat im Klinikum Dortmund einen Corona-Ausbruch ausgelöst. Mittlerweile seien 26 Infektionen - 18 Patienten und acht Mitarbeiter - auf den Vireneintrag zurückzuführen, sagte ein Sprecher des Klinikums am Montag. Die Infizierten seien jedoch alle bisher entweder symptomlos oder durchlebten milde Verläufe. Die "Ruhr Nachrichten" hatten zuvor berichtet.

Der Besucher hatte den Angaben zufolge vor mehr als einer Woche für einen Patientenbesuch ein negatives Schnelltest-Ergebnis vorgelegt, sich aber anschließend als ansteckend mit dem Coronavirus erwiesen. 300 Patienten und Mitarbeiter waren in der Folge getestet worden. Die Klinik warnt in diesem Zusammenhang davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen: "So ein negatives Schnelltestergebnis ist kein Freifahrtschein. Es gelten weiterhin Maskenpflicht und Abstandsregeln, um genau so etwas zu vermeiden", sagte der Sprecher.

Über zehn Millionen Menschen in Großbritannien vollständig geimpft

16.48 Uhr: Mehr als zehn Millionen Menschen haben in Großbritannien inzwischen zwei Dosen eines Coronavirus-Impfstoffs erhalten. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag per Twitter mit.

In dem Land klaffte lange Zeit eine erhebliche Lücke zwischen Erst- und Zweitimpfungen. Hintergrund ist die britische Impfstrategie, nach der so viele Menschen wie möglich schnellstens eine erste Dosis erhalten sollten. Deshalb wurde der Abstand zwischen den beiden Impfdosen auf zwölf Wochen ausgedehnt, sowohl beim Astrazeneca-Impfstoff als auch bei dem von Biontech und Pfizer.

Lindner: FDP wird Bundes-Notbremse so nicht zustimmen

16.18 Uhr: Die FDP hat weiter grundsätzliche Bedenken auch gegen die neue Version von Änderungen am Infektionsschutzgesetz. "So, wie jetzt das Gesetz geändert wird, werden wir trotz leichter Verbesserungen noch nicht zustimmen können", sagte FDP-Chef Christian Lindner am Montag in Berlin.

Seine Partei werde deswegen eigene Änderungsanträge einbringen. "Ausgangssperre ist immer noch unvollkommen geregelt, man braucht sie in der Form nicht", sagte Lindner. "Und auch bei der Inzidenzzahl 165: Das ist gegriffen, nur ein Indikator überhaupt, die Inzidenz." Es gebe "kein Set von Indikatoren, kein testweises Öffnen in Modellvorhaben."

Betriebsärzte sollen ab Juni in Corona-Impfungen einsteigen

15.52 Uhr: In die Corona-Impfungen sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab Juni auch Betriebsärzte einsteigen. "Wie angekündigt, gewinnt die Impfkampagne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit", sagte der CDU-Politiker am Montag mit Blick auf aktuellen Lieferzusagen der Hersteller Biontech und Moderna. Dazu würden noch Dosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kommen. "Damit erhalten Arztpraxen und Länder mehr Planungssicherheit für Mai und Juni. Und das ermöglicht uns, bereits im Juni auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne zu integrieren."

Biontech will laut Ministerium im zweiten Quartal 50,3 Millionen Dosen liefern und damit zehn Millionen mehr als zunächst angekündigt. Von Moderna werden demnach 6,4 Millionen Dosen erwartet. Von Biontech sollen Arztpraxen im Mai wöchentlich jeweils 1,58 Millionen Dosen bekommen, im Juni jeweils mehr als 3,3 Millionen Dosen pro Woche.

In der letzten April-Woche sollen die Praxen den Planungen zufolge von Biontech knapp 2,1 Millionen Dosen bekommen. Daneben sind für die regionalen Impfzentren der Länder 1,9 Millionen Dosen von Biontech, Astrazeneca und Moderna vorgesehen.

Experten warnen vor steigender Krebssterblichkeit in Deutschland

15.19 Uhr: Die Deutsche Krebshilfe hat auf zunehmende Versorgungsengpässe für Tumorpatienten durch die steigenden Corona-Infektionszahlen und volle Intensivstationen hingewiesen. Die Situation sei immer besorgniserregender, teilte die Krebshilfe am Montag in Bonn mit. "Sollte sich die Lage nicht kurzfristig entspannen, droht ein Kollaps des Versorgungssystems", erklärte die Corona Task Force von Deutscher Krebshilfe, Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Deutscher Krebsgesellschaft (DKG). Für schwerkranke Menschen hätte dies nicht nur kurzfristige Folgen.

"Wir werden zukünftig mit vielen Patienten konfrontiert werden, deren Krebserkrankung zu spät entdeckt wurde und deren Heilungschancen dadurch verringert sind", erklärte der DKFZ-Vorstandsvorsitzende Michael Baumann. "Das bedeutet: Die Krebssterblichkeit wird nach oben schnellen." Die drei Krebseinrichtungen forderten die Politik auf, Versorgungskapazitäten für Tumorpatienten sicherzustellen.

Bund dringt bei dritter Corona-Welle auf stärkeres Gegensteuern

14.59 Uhr: Die Bundesregierung dringt auf ein stärkeres Gegensteuern zur Eindämmung der Corona-Infektionen. "Die dritte Welle hat Deutschland fest im Griff", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin.

Die Appelle aus der Wissenschaft müssten mittlerweile jeden aufgerüttelt haben. Ohne deutliche Gegenmaßnahmen, um die dritte Welle zu brechen, käme das Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze.

Produktionsstopp bei ARD-Telenovela „Rote Rosen“ wegen Corona

14.44 Uhr: Die Produktion der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ ist wegen zwei Corona-Fällen im Team vorerst gestoppt. „Bei einer Routine-Testung des Teams sind zwei Mitarbeiter positiv getestet worden. Dies sind die ersten Corona-Fälle in der Produktion“, hieß es in einer Stellungnahme des Produzenten Jan Diepers am Montag.

Diese Mitarbeiter und ihre Kontaktpersonen hätten sich umgehend in Isolation begeben. Seit Freitag sind die Dreharbeiten in Lüneburg unterbrochen. Etwa 60 bis 70 Schauspieler und Mitarbeiter seien davon betroffen. Insgesamt sind in der Stadt etwa 150 Mitarbeiter beschäftigt, viele seien schon vorher im Homeoffice gewesen.

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

14.18 Uhr: Der Impfmonitor unserer Redaktion zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen vorankommen. 16.428.425 Menschen haben mittlerweile zumindest die erste Dosis gegen das Coronavirus erhalten. Das sind 19,8 Prozent der Bevölkerung. 6,6 Prozent haben sogar bereits den vollen Impfschutz.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff vorsorglich in Quarantäne

13.40 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) befindet sich vorsorglich in Quarantäne. In seinem erweiterten Umfeld habe es vermutlich zwei Corona-Fälle gegeben, sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe am Montag. Der Ministerpräsident sei zuletzt am Sonntag negativ getestet worden.

Es würden jedoch mehrere Tage abgewartet bis zu einem neuerlichen Test, der endgültige Sicherheit bringen soll. Damit müsse eine für Dienstag angekündigte Pressekonferenz verschoben werden, bei der die Landesregierung eine Bilanz ihrer fünfjährigen Arbeit ziehen wollte. Es werde nach einem neuen Termin gesucht, sagte Schuppe.

Schweden: Hunderte Dosen Astrazeneca landen täglich im Müll

12.31 Uhr: In der Region Stockholm müssen nach Angaben eines Chefarztes jeden Tag Hunderte Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs weggeworfen werden, weil die Leute sich weigern, damit geimpft zu werden. In einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT sagte Johan Styrud vom Stockholmer Ärzteverband am Montag, es gelinge nicht, schnell genug andere Impfwillige zu finden. Wenn der Impfstoff nicht innerhalb weniger Stunden verabreicht werde, müsse er weggeschmissen werden, so Styrud.

Nachdem in Zusammenhang mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca einige Fälle von Blutgerinnsel aufgetreten sind, wird der Wirkstoff in Schweden nur noch an die über 65-Jährigen verabreicht.

Dem Bericht zufolge sagen einige Patienten ihren Termin ab, wenn sie erfahren, dass sie mit dem Astrazeneca-Mittel geimpft werden sollen. Andere würden an der Tür der Impfzentren wieder kehrtmachen. Styrud betonte, dass der Nutzen der Impfung sehr viel größer sei als das Risiko von Komplikationen.

Bericht: Schleswig-Holstein startet Modellprojekte für Tourismus

11.50 Uhr: Eckernförde und die Schleiregion dürfen ab heute als Modellregionen vorsichtig für den Tourismus öffnen. Unter anderem dürfen Gastronomen, Hoteliers, Vermieter von Ferienwohnungen und Campingplatzbesitzer wieder Gäste empfangen. Die Lübecker Bucht, Büsum an der Westküste sowie Nordfriesland wollen Ende April/Anfang Mai nachziehen.

Dem Tourismusministerium zufolge sollen die Projekte zeigen, dass sicherer Urlaub in der Pandemie möglich ist. Dafür müssen die Inzidenzwerte der Modellregionen stabil unter 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Bewohner binnen sieben Tagen liegen.

Union und SPD einigen sich auf Aufweichung der Ausgangsbeschränkung

11.37 Uhr: Laut einem Bericht der "Welt" haben sich Union und SPD auf eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes geeinigt. Demnach soll die Ausgangsbeschränkung in Regionen, die den Inzidenzwert 100 drei Tage in Folge überschreiten, nun von 22 bis 5 Uhr gelten. Bisher war der Start der Beschränkungen um 21 Uhr vorgesehen. Spazieren und Joggen soll laut dem Bericht für Einzelpersonen auch von 22 bis 24 Uhr erlaubt sein.

Außerdem hätten sich die Politiker auf einen neuen Inzidenzwert für Schulschließungen geeinigt. Demnach soll der Distanzunterricht bereits verpflichtend werden, sobald die Inzidenz einen Wert von 165 statt wie bisher 200 erreicht.

EU sichert sich zusätzliche 100 Millionen Biontech-Dosen

10.48 Uhr: Die EU hat sich weitere 100 Millionen Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer gesichert. Das gaben beide Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt. Die EU-Kommission aber dafür Gebrauch von einer Klausel in der zweiten Liefervereinbarung vom 17. Februar gemacht. Dadurch wachse die Menge der 2021 insgesamt an die EU gelieferten Impfdosen auf 600 Millionen, heißt es in der Mitteilung.

Studie – Wie infizieren sich Menschen ein zweites Mal mit Corona?

10.16 Uhr: Britische Wissenschaftler wollen junge Menschen nach überstandener Corona-Infektion dem Virus gezielt erneut aussetzen. Dadurch hoffen die Forscher herauszufinden, welche Virusmenge für eine erneute Infektion erforderlich ist, wie das Immunsystem reagiert und was dies für die Entwicklung einer Immunität gegen den Erreger bedeutet. Bereits seit März läuft in London eine ähnliche Studie, bei der Freiwillige dem Virus gezielt ausgesetzt werden.

Die Analysen sollen nach Regierungsangaben dazu beitragen, die Entwicklung von Corona-Impfstoffen und -Medikamenten zu verbessern und zu beschleunigen. Die neue sogenannte Human-Challenge-Studie soll noch in diesem Monat beginnen. Die Teilnehmer werden in einer "sicheren und überwachten Umgebung" dem Virus ausgesetzt und von einem Expertenteam begleitet.

Epidemologe fordert Umdenken bei den Infektionszahlen

9.55 Uhr: Der Epidemiologe am Braunschweiger Helmholtz-Institut, Gérard Krause, hat einen anderen Fokus auf die Corona-Infektionszahlen gefordert. Kruse hält die Zahl der Covid-Erkrankten für relevanter als die Zahl der Corona-Infizierten. "Wegen der Zunahme an Testaktivität, die ja erwünscht ist, und auch der Zunahme der Impfungen, die ebenfalls erwünscht ist, werden wir zwar weiterhin viele Infektionen sehen, aber hoffentlich deutlich weniger Erkrankungen", sagte Krause am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Insbesondere die Neuaufnahme von Covid-Patienten auf Intensivstationen bilde "sehr zeitnah und sehr gut die Dynamik der Pandemie ab".

Stiko-Chef hält Impfangebot für alle bis Ende des Sommers für realistisch

9.18 Uhr: Thomas Mertens, Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), hält ein Impfangebot für alle in Deutschland bis Ende des Sommers weiter realistisch. Durch die Zusammenarbeit der Impfzentren und Hausärzte lasse sich dieses Ziel erreichen, sagte er auf Bayern2. Entscheidend dafür sei jedoch die verlässliche Lieferung der Impfstoffe. Mertens erteilte gleichzeitig einer vorläufigen Aufhebung der Impfreihenfolge eine Absage. Aus seiner Sicht könne dadurch das Impftempo nicht weiter gesteigert werden.

Hälfte der erwachsenen US-Amerikaner gegen Corona geimpft

8.57 Uhr: Vier Monate nach Beginn der Impfkampagne in den USA haben mehr als die Hälfte aller Erwachsenen - etwa 130 Millionen Menschen - mindestens eine Impfdosis erhalten. Vollständig geimpft ist demnach bereits fast jeder dritte Erwachsene. In der besonders gefährdeten Altersgruppe ab 65 Jahren haben 81 Prozent eine erste Dosis erhalten, rund zwei Drittel sind vollständig geimpft.

Weltweiter Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen in Indien

8.47 Uhr: In Indien setzt sich der rasante Anstieg der Corona-Infektionszahlen ungebremst fort. Das Gesundheitsministerium meldet mit 273.810 bestätigten neuen Ansteckungen erneut einen weltweiten Höchstwert. Insgesamt wurde demnach nun bei mehr als 15 Millionen Menschen das Coronavirus nachgewiesen.

Indien mit seinen rund 1,35 Milliarden Einwohnern weist damit weltweit die zweitmeisten Ansteckungsfälle auf, nach den USA, die mehr als 31 Millionen Fälle verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt in Indien binnen 24 Stunden um 1619 auf 178.769.

Infektionsschutzgesetz: SPD-Chef sieht Annäherung der Fraktionen

8.32 Uhr: Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD sind sich in den Beratungen über das Infektionsschutzgesetz laut SPD-Chef Norbert Walter-Borjans "sehr nahe“ gekommen. Es sei normal, dass Entscheidungen etwa über Ausgangsbeschränkungen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft würden, sagt Walter-Borjans im Deutschlandfunk.

Ländliche Regionen können Folgen der Pandemie besser bewältigen

8.15 Uhr: Die ländlichen Regionen in Deutschland kommen anscheinend besser mit den Folgen der Pandemie zurecht als die Städte. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Münchner Ifo-Instituts hervor. Demnach sei die Arbeitslosigkeit in Städten deutlicher gestiegen und die Geschäftslage der Unternehmen habe sich mehr verschlechtert als in den übrigen Regionen Deutschlands.

"Der soziale Konsum spielt in den Städten eine größere Rolle", erklärte Andreas Peichl vom Ifo. "Hier schlagen die Auswirkungen der Pandemie besonders ins Kontor." Weil in Städten weniger Industrie angesiedelt sei, hätten sie zudem weniger von der Erholung des verarbeitenden Sektors in der zweiten Jahreshälfte 2020 profitiert.

Kassenärzte rechnen mit Aufhebung der Impfpriorisierung im Mai

7.40 Uhr: Nach einer Einschätzung der deutschen Kassenärzte könnte die Impfpriorisierung schon im Mai aufgehoben werden. "Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigen Gruppen impfen", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sollten die Hausärzte die zugesagte Menge an Impfdosen erhalten, könnten sie laut Gassen bereits im Mai mehr Impfungen verabreichen als die Impfzentren. "Ich rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann", sagte Gasser.

Unser Impfmonitor zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen vorankommen.

7.30 Uhr: Einige Menschen kämpfen trotz überstandener Corona-Infektion auch noch Monate mit den Spätfolgen. Das Phänomen "Long-Covid" wirft immer noch viele Fragen auf. Wie das Virus die Langzeitfolgen genau verursacht ist für die Wissenschaft weiterhin ein Rätsel. Verlässliche Antworten sind selten und Hypothesen gibt es mehrere. Lesen Sie dazu: Long Covid – Was man über die Corona-Langzeitfolgen weiß

Politiker für Unterricht im Freien bei Schulschließungen

7.14 Uhr: Angesichts drohender Schulschließungen haben Politiker mehrere Fraktionen Unterricht unter freiem Himmel gefordert. Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden", sagte der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Marcus Weinberg, der "Bild". Unterstützung erhält Weinberg von der FDP-Vorsitzenden Katja Suding: "Ich unterstütze alle sinnvollen Maßnahmen, die Unterricht in Präsenz wieder möglich machen", sagte sie der "Bild". Schule im Freien könnte sinnvoll sein, Luftfilter und Hygienekonzepte in geschlossenen Räumen jedoch auch.

Dauerfahrer verabschieden sich vom ÖPNV

6.43 Uhr: Die Abwanderung der Stammkunden von Bussen und Bahnen hat sich nach den erneuten Lockdown-Maßnahmen im November beschleunigt. Rund 15 Prozent der früheren Abo-Kunden hätten ihr Ticket inzwischen gekündigt, teilte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, der Deutschen Presse-Agentur mit.

"Mit Beginn der erneut verschärften Beschränkungen Ende des vergangenen Jahres nehmen wir eine Zunahme der Kündigungen wahr", teilte Wortmann weiter mit. Bei den Zahlen handele es sich um einen bundesweiten Durchschnitt über alle Regionen und Verkehrsträger hinweg. Die Verkehrsunternehmen in Deutschland haben allein im vergangenen Jahr Einbußen in Höhe von zusammen rund 3,5 Milliarden Euro verzeichnet.

Betriebsärzte könnten pro Monat fünf Millionen Menschen impfen

1.31 Uhr: Die 12.000 Betriebsärzte in Deutschland könnten innerhalb eines Monats mindestens fünf Millionen Beschäftigte impfen. "Dieser Zahl ist eine tägliche Impfzeit je Arzt von zwei Stunden zugrunde gelegt. Die Anzahl ließe sich bei Bedarf erhöhen", sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), Anette Wahl-Wachendorf unserer Redaktion. Die niedergelassenen Betriebsärzte sollten für jede Corona-Impfung wie auch die Hausärzte mit zwischen 20 und 35 Euro je Impfung honoriert werden.

Der Verband geht davon aus, dass die Betriebsärzte "erst Ende Mai oder Anfang Juni genügend Impfstoff erhalten werden, um die Impfungen in den Betrieben flächendeckend aufzunehmen". Allerdings hofft die Vizepräsidentin auf eine Nachbesserung beim nächsten Treffen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ende April.

Zahlreiche Unternehmen bauen derzeit in Deutschland Impfstraßen in ihren Werken auf, um ihren Mitarbeitern Corona-Impfungen anbieten zu können und das Impftempo damit zu beschleunigen.

Samstag, 18. April: Tageshöchststand an Covid-Toten in der Türkei

22.24 Uhr: Die Türkei hat die höchste Tageszahl an Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus seit Beginn der Pandemie gemeldet. Das Gesundheitsministerium bestätigte 318 Todesopfer binnen 24 Stunden. Insgesamt stieg die Zahl damit auf 35.926. Außerdem wurden 55.802 neue Infektionsfälle gemeldet, die Gesamtzahl näherte sich damit der Marke von 4,3 Millionen.

USA: Jeder zweite Erwachsene mit mindestens einer Dosis geimpft

21.33 Uhr: Vier Monate nach der ersten Coronavirus-Impfung in den USA haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mehr als die Hälfte aller Erwachsenen dort mindestens eine Impfdosis erhalten. 50,4 Prozent der Erwachsenen - rund 130 Millionen Menschen - wurde bis Sonntag mindestens eine Dosis verabreicht, wie aus CDC-Statistiken hervorging. Vollständig geimpft ist demnach bereits fast jeder dritte Erwachsene. In der besonders gefährdeten Altersgruppe ab 65 Jahren haben 81 Prozent eine erste Dosis erhalten, rund zwei Drittel sind vollständig geimpft.

Insgesamt wurden in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern bislang fast 210 Millionen Coronavirus-Impfungen verabreicht. Ausgeliefert wurden bislang mehr als 264 Millionen Dosen. Die erste Impfdosis in den USA wurde am 14. Dezember 2020 einer Krankenschwester in New York gespritzt.

Tierheime können Unterstützung beantragen - je 7500 Euro Corona-Hilfe

19.36 Uhr: Das Bundesumweltministerium unterstützt Tierheime in der Corona-Krise finanziell. Ab Ende der nun beginnenden Woche könnten entsprechende Förderanträge gestellt werden, bestätigte das Ministerium am Sonntag einen Bericht der "Bild am Sonntag". Tierschutzvereinen, die Träger von Tierheimen sind, werde ein einmaliger Zuschuss von 7500 Euro gewährt. Die Corona-Pandemie stelle die Vereine in einem noch nicht abzusehenden Ausmaß vor große finanzielle Probleme, hieß es zur Begründung. "In vielen Fällen fallen Spenden weg und können entsprechende Vereinsaktivitäten nicht durchgeführt werden."

Auch die fehlenden Vermittlungsmöglichkeiten für Tiere und der dadurch erhöhte Betreuungsbedarf während des Lockdowns seien für viele Vereine schwer zu bewältigen, so das Ministerium weiter. Der Bundestag habe daher im Dezember eine Förderung für die Tierheime beschlossen, im Haushalt 2021 des Bundesumweltministeriums seien dafür Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro veranschlagt. "Die dafür notwendige Förderrichtlinie ist jetzt in Kraft getreten." Bundesumweltministerin Svenja Schulze erklärte: "Die Fördermittel werden hoffentlich helfen, die schwierige Zeit zu überstehen."

Tausende Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen

18.32 Uhr: Mit Soforthilfen wollte der Staat Unternehmen schnell und unbürokratisch durch die Corona-Krise helfen - es besteht aber der Verdacht, dass sie in Tausenden Fällen missbraucht wurden. Im Zusammenhang mit den Hilfen aus dem Frühjahr 2020 gebe es rund 15.000 Strafanzeigen und Ermittlungsverfahren, heißt es in der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Fraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Eine hohe Dunkelziffer sei wahrscheinlich.

Die mit Abstand meisten Strafanzeigen gab es mit mehr als 4300 in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Hessen und Berlin. Zuletzt hatte die Bundesregierung im März wegen Betrugsverdachts die Auszahlung von Abschlagszahlungen gestoppt, nach wenigen Tagen aber wieder aufgenommen. Der AfD-Abgeordnete Anton Friesen kritisierte, mit krimineller Energie könne man leicht Steuerzahlergeld bekommen, während kleine und mittelständische Unternehmen "massenweise zugrunde gehen".

Fauci rechnet Anfang 2022 mit Covid-Impfungen für jüngere Kinder

17.28 Uhr: Der prominente US-Immunologe Anthony Fauci rechnet spätestens Anfang kommenden Jahres mit Coronavirus-Impfungen für Kinder aller Altersstufen. "Ich denke, bis zum ersten Quartal 2022 werden wir in der Lage sein, Kinder praktisch jeden Alters zu impfen", sagte der Corona-Berater von US-Präsident Joe Biden dem Sender CNN am Sonntag.

"Hoffentlich schon vorher, aber ich denke, das wird der späteste Zeitpunkt sein." Für Kinder und Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren gehe er davon aus, dass Impfungen schon zu Beginn des kommenden Schuljahres zur Verfügung stünden. Derzeit können in den USA Jugendliche erst ab 16 Jahren geimpft werden.

Kassenärzte rechnen im Mai mit Aufhebung der Impf-Priorisierung

16.34 Uhr: Die Kassenärzte erwarten, dass im Mai die bisherigen Impf-Priorisierungen aufgehoben werden können. Wenn die Lieferungen wie zugesagt zunähmen, erhielten die Praxen im Mai deutlich mehr als jene 2,25 Millionen Dosen, die jede Woche an die Impfzentren gingen, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigten Gruppen impfen". Weiter sagte er: "Ich rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann."

Felbermayr: Mit Testpflicht für Firmen lenkt Staat von eigenem Versagen ab

15.56 Uhr: Ökonom Gabriel Felbermayr hat die ab Dienstag geltende Testpflicht für Unternehmen scharf kritisiert. "Mit der Angebotspflicht von Tests für Unternehmen lenkt der Staat von seinem eigenen Versagen ab", sagte der Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Im Kampf gegen die Pandemie sei das "nicht der Gamechanger, auf den die Politik hofft".

Nach Ansicht von Felbermayr wäre es zielführender gewesen, "wenn Coronatests grundsätzlich für jedermann jederzeit kostenlos wären". Dann hätten sich auch Arbeitnehmer problemlos vor der Arbeit testen lassen können. "So aber tragen die Unternehmen die Kosten und die Risiken."

Dass die Firmen die Coronatests für ihre Mitarbeiter selbst zahlen müssen, hält Felbermayr für falsch. "Auch Unternehmen sind Opfer der Pandemie", sagte er dem "Tagesspiegel". Das Coronavirus habe schließlich nicht seinen Ursprung in den Betrieben, sondern werde dort hineingetragen. Die Bekämpfung der Pandemie sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Kosten in erster Linie der Staat zu tragen habe.

69 Festnahmen bei Demonstration gegen Corona-Lockdown

15.22 Uhr: Bei einer Demonstration von etwa 500 Gegnern des Corona-Lockdowns am Samstag in Berlin hat die Polizei 69 Teilnehmer wegen Verstößen gegen den Infektionsschutz festgenommen. Ein Teil der Demonstranten hätte bei der Veranstaltung vor dem Gesundheitsministerium keine Mund-Nasen-Bedeckungen getragen und die Sicherheitsabstände missachtet, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Bei Festnahmen hätten andere Demonstranten Befreiungsversuche unternommen. Die Polizisten hätten sich mit körperlichen Zwang durchsetzen müssen. 24 Ermittlungsverfahren seien wegen Angriffs, versuchter Gefangenenbefreiung, Beleidigung und Verstößen gegen den Infektionsschutz eingeleitet worden, so die Polizei.

Ein Rollstuhlfahrer wollte den Angaben zufolge weder Maske tragen noch sich wegschieben lassen und wehrte sich. Polizisten nahmen ihn fest und trugen den Rollstuhl samt Fahrer weg. Später habe sich der Großteil der Menschen an die Hygieneschutzbestimmungen gehalten. Im Einsatz waren 880 Polizisten. Eine große angekündigte Demonstration gegen den Corona-Lockdown am Brandenburger Tor am späten Samstagnachmittag war mangels Teilnehmern ausgefallen.

Lauterbach warnt vor vielen Toten bei zu softem Lockdown

15.01 Uhr: Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt auf Twitter vor vielen Corona-Todesfällen, sollte nicht bald ein harter Lockdown beschlossen werden. Es gebe jetzt die Möglichkeit, in den nächsten sechs Wochen noch einmal weit über 10.000 Menschen meist im Alter von 40 bis 60 Jahren zu retten, so der SPD-Politiker.

Dafür sei ein letzter strenger Lockdown notwendig. Er verwies dabei auf Zahlen aus Israel, die darauf deuten, dass durch die Impfungen Fallzahlen und Sterblichkeiten Ende Mai auch in Deutschland stark sinken könnten.

Corona-Todesfälle im Gazastreifen auf Höchstwert

14.20 Uhr: Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle im Gazastreifen hat am Sonntag einen Höchstwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem Palästinensergebiet direkt am Mittelmeer 23 neue Tote registriert. Insgesamt starben in dem Küstenstreifen, der von der islamistischen Hamas beherrscht wird, nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 761 Menschen nach einer Corona-Infektion.

Im Gazastreifen leben etwa zwei Millionen Menschen auf engem Raum, unter teilweise miserablen Bedingungen und bei schlechter medizinischer Versorgung. Die Pandemie bringt das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Bis Donnerstag erhielten erst etwa 33.000 Einwohner eine Impfung. Etwa die Hälfte davon ist vollständig geimpft - 0,8 Prozent der Bevölkerung. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Zehntausende Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik gespendet.

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

13.55 Uhr: Der Impfmonitor unserer Redaktion zeigt, wie Deutschland beim Impfen gegen das Coronavirus vorankommt. So haben mittlerweile 15.906.352 Menschen mindestens die erste Impfdosis erhalten. Das sind 19,1 Prozent der Bevölkerung. 6,5 Prozent haben sogar schon den vollen Impschutz.

Steinmeier ruft zu Zusammenhalt auf

13.14 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Gesellschaft in Deutschland zum Zusammenhalt in der Corona-Pandemie aufgerufen. In einer zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin erinnerte er am Sonntag an die fast 80 000 Toten und sprach den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus. Die Pandemie habe "tiefe Wunden geschlagen und auf schreckliche Weise Lücken gerissen", sagte er. "Wir sind ermüdet von der Last der Pandemie, und wundgerieben im Streit um den richtigen Weg. Auch deshalb brauchen wir einen Moment des Innehaltens, einen Moment jenseits der Tagespolitik, einen Moment, der uns gemeinsam einen Blick auf die menschliche Tragödie der Pandemie erlaubt."

Zugleich betonte das Staatsoberhaupt nach dem vorab veröffentlichten Redemanuskript: "Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie, die uns schon als Menschen auf Abstand zwingt, uns auch noch als Gesellschaft auseinandertreibt“

An der von Steinmeier ausgerichteten Gedenkfeier nahmen fünf Hinterbliebene und die Spitzen der anderen vier Verfassungsorgane teil: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Reiner Haseloff, Bundeskanzlerin Angela Merkel (alle CDU) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth. Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) und ein Vertreter des Diplomatischen Korps waren ebenfalls zu der Veranstaltung gekommen, die unter strengsten Hygieneschutzmaßnahmen stattfand.

Steinmeier sagte: "Wir wollen heute als Gesellschaft derer gedenken, die in dieser dunklen Zeit einen einsamen und oft qualvollen Tod gestorben sind.“ Den um ihre gestorbenen Angehörigen Trauernden wolle man sagen: „Ihr seid nicht allein in Eurem Leid, nicht allein in Eurer Trauer."

Neben der Trauer gebe es bei manchen Menschen auch "Verbitterung und Wut“, sagte Steinmeier. Er könne dies verstehen. „Die Politik musste schwierige, manchmal tragische Entscheidungen treffen, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern." Auch die Politik habe lernen müssen. Wo es Fehler und Versäumnisse gegeben habe, müssten diese aufgearbeitet werden, aber nicht an diesem Tag, sagte Steinmeier. "Meine Bitte ist heute: Sprechen wir über Schmerz und Leid und Wut. Aber verlieren wir uns nicht in Schuldzuweisungen, im Blick zurück, sondern sammeln wir noch einmal Kraft für den Weg nach vorn, den Weg heraus aus der Pandemie, den wir gehen wollen und gehen werden, wenn wir ihn gemeinsam gehen."

Ökumenischer Gottesdienst in Gedenken an die Corona-Toten
Ökumenischer Gottesdienst in Gedenken an die Corona-Toten

Wann beginnen Firmen mit Impfungen?

12.53 Uhr: Immer mehr Firmen bauen Corona-Impfstraßen für Mitarbeiter auf. Doch noch fehlt der Impfstoff. Lesen Sie hier, wann sich die Lage bei den Impfungen in Unternehmen verbessern könnte.

Unterstützung für Verbraucher gefordert

12.20 Uhr: Mit Blick auf die andauernde Corona-Krise fordern Verbraucherschützer von der Bundesregierung eine stärkere Entlastung der Haushalte. Die bisherige Krisenpolitik sei zu einseitig, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, dem „Handelsblatt“. „Während die Politik für Unternehmen und Branchen großzügige Hilfspakete geschnürt hat, gibt es zu wenig Unterstützung für Verbraucher.“ Nötig sei deshalb ein „Rettungsschirm für Verbraucher“.

Konkret fordert Müller wirksame Regeln gegen Kostenfallen, geringere Inkassogebühren, eine Beschränkung der Vorkasse bei Reisen und mehr Wettbewerb im Online-Handel. „All diese Maßnahmen kosten keine Milliarden, stärken aber Verbraucher und die Wirtschaft“, sagte Müller. Die bisherigen staatlichen Hilfsmaßnahmen für Verbraucher hält er für unzureichend.

Weltweit jetzt mehr als drei Millionen Corona-Tote
Weltweit jetzt mehr als drei Millionen Corona-Tote

Gedenkveranstaltung für Opfer der Pandemie

11.56 Uhr: Die Kirchen in Deutschland haben die Gesellschaft zum Innehalten und Gedenken inmitten der Corona-Pandemie aufgerufen. „Krankheit, Sterben und Tod lassen sich in diesem langen Jahr nicht wegdrücken, sie schneiden tief ein in das Leben vieler Menschen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Sonntag in Berlin in einem ökumenischen Gottesdienst für die Verstorbenen in der Pandemie. „Tod und Sterben sind uns näher gerückt als zuvor.“ Es sei richtig, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für diesen Tag dazu einlade, innezuhalten und der vielen Toten zu gedenken.

Gut ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie richtet der Staat an diesem Sonntag in Berlin eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen aus. Der Bundespräsident will dabei auch den Angehörigen sein Mitgefühl aussprechen und an die vielen Menschen erinnern, die pandemiebedingt einen ähnlich einsamen Tod gestorben sind wie die Opfer des Virus. An dem Gedenkakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt werden am frühen Nachmittag fünf Hinterbliebene und die Spitzen der fünf Verfassungsorgane teilnehmen.

Frankreich verschärft Einreise für bestimme Länder

11.14 Uhr: Frankreich verschärft wegen der Corona-Pandemie die Einreise aus Brasilien, Chile, Argentinien und Südafrika. Angesichts der Besorgnis über Covid-19-Varianten soll ab dem 24. April eine zehntägige Pflichtquarantäne für Einreisende aus diesen Ländern gelten. Die Maßnahme trifft auch für Flugreisende aus dem französischen Überseedepartement Guyana zu.

Frankreich will bis dahin ein System schaffen, das die Überprüfung des Aufenthaltsortes und die entsprechenden Quarantäneanforderungen erlaubt. Des Weiteren muss ein negativer PCR-Test nachgewiesen werden, der nicht älter als 36 Stunden sein darf.

Saarland setzt weiter auf Öffnungen

10.14 Uhr: Das saarländische Modellprojekt mit Corona-Lockerungen auf der Basis von Schnelltests wird fortgesetzt, jedoch unter teils verschärften Vorgaben. Das teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken am Samstag nach einer Sitzung des Ministerrates mit Experten am Vortag mit. Die derzeit gültige Rechtsverordnung werde um eine Woche zu verlängert. Somit bleibt es bei der bisherigen Ampelstufe Gelb, aber das Testangebot und die Testpflicht sollen ausgeweitet werden. Bei einer roten Ampel werden laut Landesregierung alle bisherigen Öffnungsschritte zurückgenommen und ein „konsequenter Lockdown“ eingeführt.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche, hatte am Freitag bei 131 gelegen, nach 128,7 am Donnerstag.

Saarland: Gemeinsam ins Café - trotz Corona
Saarland: Gemeinsam ins Café - trotz Corona

Wird die Notbremse verschärft? Müssen Schulen eher schließen?

9.29 Uhr: Noch ist Notbremse noch gar nicht vom Bundesrat und Bundestag beschlossen. Der "Welt am Sonntag" zufolge könnte das Gesetz allerdings schon vorher verschärft werden. Schulen sollen nicht wie im bisherigen Entwurf vorgesehen erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern schließen - das fordert zumindest die Union, wie es aus Koalitionskreisen heißt. Experten hatten zuvor kritisiert, dass eine Schließung der Schulen ab einer Inzidenz von 200 viel zu spät sei. Dem Bericht zufolge will sich die große Koalition am Sonntag einigen.

Weiter kritisiert werden die im Gesetz vorgesehenen Ausgangsbeschränkungen. Während Karl Lauterbach (SPD) sie fordert, ist das Vorhaben in seiner eigenen Partei umstritten. Die FDP droht sogar mit einer Verfassungsklage.

Lauterbach kritisiert EM-Spiele mit Zuschauern

8.48 Uhr: SPD-Politiker Karl Lauterbach hält EM-Spiele im Sommer in München vor großer Zuschauerkulisse für ausgeschlossen. „Wenn es ein paar Hundert oder wenige Tausend Zuschauer sind, dann kann man sich das im Großen und Ganzen noch vorstellen. Wenn wir aber hier über 10.000, 20.000 Zuschauer sprechen, dann ist es nicht machbar. Dafür haben wir schlicht keine Testerfahrung“, sagte der Gesundheitsexperte dem SID: „Wir wissen nicht, wie gefährlich das ist. Und dann wird auch noch gereist. Ich halte das für medizinisch nicht vertretbar.“

Eine Garantie für große Zuschauerzahlen, wie sie die Europäische Fußball-Union (UEFA) von dem deutschen EM-Standort verlangt, sei in Zeiten der Corona-Pandemie nicht zu geben und daher ein falsches Zeichen. Die EM soll vom 11. Juni bis 11. Juli möglichst in zwölf europäischen Städten stattfinden, die endgültige Entscheidung darüber trifft das UEFA-Exekutivkomitee am Montag.

Harte Corona-Maßnahmen gefordert

7.40 Uhr: Die Corona-Zahlen sind in Deutschland weiter hoch. Intensivmediziner fordern harte Corona-Maßnahmen. Die Lage auf den Stationen wird immer dramatischer, wie Sie in diesem Artikel lesen. Ingesamt werden derzeit fast 4800 Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen behandelt.

Corona-News vom Samstag, 17. April: Farbanschlag auf Lauterbachs Auto

  • Auf das Auto des SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach haben Unbekannte in Köln einen Farbanschlag verübt.
  • Die Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer muss eventuell bereits im ersten Jahr nach Erhalt der zweiten Impfdosis aufgefrischt werden. Das sagte Albert Bourla, Vorstandsvorsitzender des Pharmaunternehmens Pfizer, in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC.
  • In Brasilien gerät die Corona-Pandemie immer weiter außer Kontrolle. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" sprach angesichts des fehlenden politischen Willens der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro, auf die Gesundheitskrise zu reagieren, von einer "humanitären Katastrophe". Lesen Sie dazu: Corona-Lage in Brasilien eskaliert
  • Ab Montag soll in Brandenburg eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr für Regionen gelten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens drei Tage lang über 100 liegt.
  • Die Polizei ist in Kiel und Wiesbaden gegen Corona.Demonstrationen vorgegangen. In Kiel wurde die Demonstration aufgelöst, in Wiesbaden stoppte die Polizei mehrere hundert Menschen aus dem Umfeld einer "Querdenken“"-Demonstration auf dem Weg in die Innenstadt.
  • Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als drei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Allein Brasilien meldet inzwischen im Durchschnitt rund 3000 Tote pro Tag.
  • Trotz des auch juristisch bestätigten Verbots der Corona-Proteste in Stuttgart richtet sich die Polizei am Samstag auf einen größeren Einsatz in der Stadt ein.
  • Wie umgehen mit dem Stress in der Pandemie? Wenn die Belastung zu groß wird, kann Yoga helfen – verbunden mit ein paar anderen Tricks. Lesen Sie dazu: Corona-Stress - Wie Sie sich frischer und entspannter fühlen
  • Die frühere Siemens-Personalvorständin Janina Kugel hat davor gewarnt, dass Deutschland in der Corona-Pandemie den Anschluss verliert. Deutschland verharre sehr in der Vergangenheit. Das vollständige Interview mit Ex-Siemens-Vorständin Janina Kugel lesen Sie hier.

Corona-News vom Freitag, 16. April: Merkel mit Astrazeneca geimpft

  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. "Ich freue mich, dass ich heute die Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen habe", teilte Merkel über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mit.
  • Die Drogeriekette Rossmann ruft FFP2-Masken von Altapharma zurück. Lesen Sie hier mehr zum Produkrückruf.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am Dienstag ihren Bericht über mögliche Hirnvenen-Thrombosen durch den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vorlegen.
  • Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Covid-19 auf Intensivstationen in Deutschland ist weiter gestiegen. Dort werden nun 4740 Erkrankte behandelt, wie aus dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag mit Daten des Divi-Intensivregisters hervorgeht.
  • Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" werden in mehreren Gruppen im Messengerdienst Telegram gefälschte deutsche Impfpässe zum Kauf angeboten.
  • Großbritannien gilt nicht mehr als Corona-Risikogebiet.
  • Union und FDP haben sich hinter die Forderung von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) gestellt, Einschränkungen für Geimpfte dann aufzuheben, wenn von ihnen kein Ansteckungsrisiko mehr ausgeht.
  • Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro Woche in den vergangenen beiden Monaten weltweit nahezu verdoppelt.
  • Um den Anstieg der Corona-Infektionen zu bremsen, hält der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, die von der Regierung geplante bundesweite "Notbremse" für unvermeidbar.
  • Zum Ausgleich des massiven Unterrichtsausfalls im Zuge der Corona-Pandemie fordern Schülervertreter zusätzliche Lernangebote für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien.
  • Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie könnte nach Einschätzung von Pfizer-Chef Albert Bourla eine dritte Spritze als Auffrischung und anschließend eine jährliche Impfung notwendig werden.
  • Die Kassenärztliche Bundesvereinigung lässt Hausärzte den Impfstoff für ihre Patienten künftig selbst aussuchen.

Corona-News vom Donnerstag 15. April: Vierter Corona-Fall: Hertha BSC in 14-tägiger Quarantäne

  • Hertha BSC muss nach dem nächsten Coronafall als erster deutscher Fußball-Erstligist in komplette Quarantäne und wird damit zu den anstehenden drei Ligaspielen nicht antreten können
  • Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will Geimpften schnell mehr Freiheiten einräumen. Lesen Sie hier, welche Einschränkungen aufgehoben werden könnten
  • Das berührende Bild einer Umarmung in Corona-Zeiten ist das Weltpressefoto des Jahres 2021. Der dänische Fotograf Mads Nissen wurde am Donnerstag in Amsterdam online mit dem ersten Preis des renommierten Wettbewerbs World Press Photo ausgezeichnet
  • Weil die Briten während des Lockdowns wohl mehrheitlich das Hobby Gärtnern entdeckt haben, werden auf der Insel die Gartenzwerge knapp. Die Branche wurde auch von der Unterbrechung der Lieferketten betroffen, als das festgefahrene Containerschiff Ever Given tagelang die Durchfahrt durch den Suezkanal blockierte.
  • Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr auch die Kriminalitätsentwicklung in Deutschland beeinflusst. Wie aus der am Donnerstag von Innenminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin vorgestellten polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2020 hervorgeht, ging die Zahl der Diebstähle und Einbrüche im Vergleich zu 2019 deutlich zurück
  • Die Linkspartei hat die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes als einseitig und unwirksam kritisiert. Während im privaten Bereich weiter verschärft werde, seien die Maßnahmen im Beruf vollkommen unzureichend, sagte Parteichefin Janine Wissler unserer Redaktion
  • EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist gegen Corona geimpft worden
  • Mutmaßliche Corona-Leugner haben den Kurpark in Bad Salzdefurth und angrenzende Straßen mit über 100 Schildern plakatiert
  • Über ein Drittel der ungeimpften Deutschen sind nach einer Umfrage neidisch auf ihre geimpften Mitbürger. Mehr als zwei Drittel der Befragten sprachen sich in der Umfrage auch für eine Aufhebung der Impfreihenfolge aus
  • Der erste Öffnungstag nach Monaten im Lockdown hat englischen Pubs und Gaststätten Rekordeinnahmen beschert. Während die Corona-Impfkampagne in Deutschland nur langsam Fahrt aufnimmt, sind uns andere Länder weit voraus

Corona-News vom Mittwoch, 14. April: Freie Wähler kündigen Verfassungsbeschwerde gegen Bundes-Notbremse an

  • Die Freien Wähler geben im Streit um die Bundes-Notbremse nicht auf: Die Bundesvereinigung kündigte am Mittwochabend an, per Verfassungsbeschwerde am Bundesverfassungsgericht gegen die geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes vorgehen zu wollen
  • Die dänische Impfkampagne wird in Zukunft ohne den Impfstoff von Astrazeneca fortgeführt werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) und die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehlen den Impfstoff dagegen weiterhin. Sie kamen nach Untersuchungen zu Fällen von Hirnvenenthrombosen nach Astrazeneca-Impfungen zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung das Risiko überwiegt
  • Der von der EU geplante digitale Impfpass soll bis zu den Sommerferien auch in Deutschland zur Verfügung stehen. Ebenso genutzt werden können soll auch die bereits existierende Corona-Warn-App
  • Angesichts des Lieferstopps von Johnson & Johnson hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine deutsche Notfallzulassung für den Curevac-Impfstoff gefordert. Lesen Sie dazu auch: EU-Kommission setzt künftig auf mRNA-Impfstoffe
  • Mehr als 230.000 Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson sind am Dienstag nach dpa-Informationen in der Bundeswehrapotheke im niedersächsischen Quakenbrück angekommen
  • Am Dienstag hatte der Pharmakonzern mitgeteilt, den Marktstart seines Impfstoffs in Europa zu verschieben. Hintergrund sind Berichte über Sinusvenenthrombosen nach Impfungen. Was die Ursachen dafür sein könnten, darüber haben sich jetzt mehrere Experten geäußert. Auch in den USA wurden Impfungen mit dem Vakzin vorerst pausiert
  • Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat die Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs leicht herabgestuft
  • Die Türkei verschärft angesichts steigender Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen während des Fastenmonats Ramadan

Dienstag, 13. April: Regierung bringt Bundes-Notbremse auf den Weg

  • Das Bundeskabinett hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Nun folgen die Beratungen zum Gesetz im Bundestag.
  • Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern einstimmig geeinigt.
  • Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten, dass zusätzlich zur geplanten bundesweiten Corona-Notbremse weitere Maßnahmen nötig sein werden.. Mehr dazu hier: Corona: "Notbremse" wird laut Drosten nicht ausreichen
  • Wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen verschiebt der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson die Auslieferung seines Corona-Impfstoffs in Europa.
  • Die Grenzkontrollen zu Tschechien werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums nicht erneut verlängert.
  • Die Kinderkrankentage für das laufende Jahr werden nochmals erhöht. Das Bundeskabinett stimmte einem entsprechenden Entwurf zu.
  • Betriebe müssen auf eigene Kosten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern künftig Corona-Tests anbieten. Das Bundeskabinett stimmte entsprechenden Plänen des Bundesarbeitsministeriums zu.
  • Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Arbeitswelt seit Monaten maßgeblich. Können Chefs ihre Mitarbeiter jetzt zur Impfung zwingen? Lesen Sie hier: Das müssen Arbeitnehmer über die Corona-Impfung wissen
  • Aufgrund der Pandemie schraubt das Jobcenter die Sanktionen für Empfängerinnen und Enpfänger von Hartz-IV deutlich runter: Über 95 Prozent der Hartz-IV-Empfänger bleiben verschont.
  • Die Bundesländer haben wegen behördlich angeordneter Quarantäne in der Corona-Zeit bislang Verdienstausfälle in dreistelliger Millionenhöhe erstattet.
  • Angesichts der steigenden Corona-Zahlen erwartet die Intensivmediziner-Vereinigung Divi, dass der bisherige Höchststand an Intensivpatienten schneller erreicht wird als erwartet - nämlich noch im April.
  • Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form, allerdings nicht tödlicher.

Corona-News vom Montag, 12. April: Auch Irland verabreicht Astrazeneca-Impfstoff nur noch an über 60-Jährige

  • Auch in Irland wird der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen des Risikos von Blutgerinnseln künftig nur noch an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreicht
  • Mit sogenannten Lolli-Tests wollen Forscher auch zunehmend Kinder im Kita- und Grundschulalter auf das Coronavirus testen. Wie die Tests funktionieren und wie Forscher die ersten Ergebnisse bewerten, lesen Sie hier.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich besorgt über den weltweiten Anstieg der Corona-Infektionszahlen gezeigt und eine konsequente Umsetzung der Schutzmaßnahmen gefordert. Lesen Sie auch: Kommentar: Warum wir auf die Aerosol-Forscher hören sollten
  • In mehreren Bundesländern gilt ab heute eine Corona-Testpflicht an Schulen. Das bayerische Kultusministerium hat deshalb die Augsburger Puppenkiste für ein Erklärvideo engagiert. Aus dem Ensemble des berühmten Marionettentheaters erläutert nun der Kasperl den Kindern den Corona-Selbsttest. Lesen Sie dazu: Augsburger Puppenkiste erklärt Kindern den Corona-Selbsttest
  • Laut einer Studie im Fachmagazin "The Lancet" zeigt sich ein Asthma-Spray äußerst wirksam in der Behandlung von Covid-19-Patienten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach mit Bezug auf die Studie von einem möglichen "Game Changer". Lesen Sie dazu: Asthmaspray soll vor schwerem Covid-Verlauf schützen
  • Mit dem geplanten Gesetz zur Bundes-Notbremse handelt die Regierung aus Sicht von Grünen-Chef Robert Habeck "zynisch spät"
  • Die kombinierte Verabreichung der Antikörpermittel Casirivimab und Imdevimab könnte das Risiko symptomatischer Corona-Infektionen um etwa 81 Prozent verringern. Der Antikörper-Coktail von Regeneron hatte weltweit Bekanntheit erlangt, nachdem Ex-Präsident Donald Trump damit behandelt worden war.
  • Zur Eindämmung der Corona-Zahlen in Deutschland will Bundeskanzlerin Angela Merkel besonders auf Tests und Impfungen setzen. "Wir müssen sagen, dass diese dritte Welle für uns vielleicht die härteste ist", sagte die Kanzlerin am Montag zur Eröffnung der digitalen Industrieschau Hannover Messe
  • Die Schulen haben in Deutschland nach den Osterferien ihre Türen wieder für Präsenzunterricht geöffnet. Welche Corona-Regeln für Schulen in Ihrem Bundesland gelten, lesen Sie hier.
  • Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt einer israelischen Studie zufolge weniger gut vor der südafrikanischen Coronavirus-Variante als vor anderen Varianten. Lesen Sie dazu: Was Coronavirus-Mutationen für die Impfungen bedeuten
  • Das Leben von Bergsteiger-Legende Reinhold Messner ist durch die Corona-Pandemie nicht erschüttert worden. Lesen Sie hier das ganze Interview: Reinhold Messner: "Wenn Verzweiflung kommt, nicht aufhören"

Sonntag, 11. April: Corona-Ampel im Saarland auf "Gelb": erweiterte Testpflicht ab Montag

  • Im Saarland hat die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über 100 gelegen und damit springt die Corona-Ampel im Land von "Grün" auf "Gelb". Ab Montag, dem 12. April, gilt eine erweiterte Testpflicht, wie das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mitteilte
  • Bei der Klausur des Unions-Fraktionsvorstands hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) überraschend verteidigt. Vor zwei Wochen hatte Merkel Laschet bei einem Auftritt in der TV-Talkshow "Anne Will" massiv wegen seiner Pandemiepolitik kritisiert
  • Die FDP lehnt den Gesetzentwurf zur Bundes-Notbremse ab. "Der Entwurf ist in der vorliegenden Fassung für die Fraktion der Freien Demokraten nicht zustimmungsfähig", schrieb FDP-Fraktionschef Christian Lindner in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der dieser Redaktion vorliegt
  • In vielen kleinen und großen Gemeinden Deutschlands gehört die Kirmes, das Schützenfest oder der Jahrmarkt zu den absoluten Jahreshighlights. Doch große Volksfeste können nach Einschätzung des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) erst wieder veranstaltet werden, wenn eine sogenannte Herdenimmunität in der Bevölkerung erreicht ist
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für einen konsequenten Lockdown im Kampf gegen die dritte Corona-Welle ausgesprochen

Corona-News vom Samstag, 10. April: Pflegebevollmächtigter: "Jeder Tag ohne Entscheidung kostet Menschenleben"

  • Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat die Politik in Bund und Ländern zu einem raschen und entschlossenen Handeln bei der Corona-Bekämpfung aufgerufen
  • Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht eine komplette nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisch. In zahlreichen Städten und Bundesländern gelten bereits gewisse Ausgangsbeschränkungen.
  • Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert vom Bund mehr Engagement bei der Impfstoffbeschaffung für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
  • Eine Studie des Helmholtz Zentrums München hat ergeben, dass in der zweiten Corona-Welle wohl deutlich mehr Kinder mit Sars-CoV-2 infiziert waren, als offiziell durch Tests bestätigt wurde
  • Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich selbst dafür gefeiert, dass sie inmitten der dritten Corona-Welle einen Präsenzparteitag mit mehreren Hundert Delegierten veranstaltet. Die AfD wolle "zeigen, dass diese Verbotsorgien, dieses Einsperren, diesen Lockdown-Wahnsinn, dass es all das nicht braucht, wenn man den Menschen vertraut", sagte der Vorsitzende Jörg Meuthen am Samstag zur Eröffnung eines Bundesparteitages in Dresden.
  • Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus dringt auf einen harten Lockdown
  • Der Deutsche Städtetag befürwortet eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse

Corona-News vom Freitag, 9. April: Bundesweite Corona-Maßnahmen sollen kommen

  • Kein neuer Corona-Gipfel – dafür eine Ausweitung des Infektionsschutzgesetzes: Darauf haben sich Bundesanzlerin Angela Merkel, der Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Michael Müller (SPD) und seinem Stellvertreter Markus Söder (CSU), geeinigt. Schon bald soll es bundeseinheitliche Regelungen geben.
  • In Deutschland sind bislang 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca bekannt. Das berichtete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Abend.
  • Grünen-Chef Robert Habeck hat seine Partei vor vor Eingriffen in die persönlichen Freiheitsrechte gewarnt. So sei etwa der Kampf gegen die Corona-Pandemie "keine Blaupause" für den Kampf gegen den Klimawandel.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) geht neuen Hinweisen auf mögliche schwere Nebenwirkungen beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca nach.
  • Trotz der aktuellen Debatten um härtere Maßnahmen zur Corona-Eindämmung hält das Land Schleswig-Holstein an einer Öffnung der Außengastronomie in allen Kreisen und Städten mit einer Inzidenz von unter 100 fest.
  • Die EU-Kommission will bis zu 1,8 Milliarden Corona-Impfdosen für Auffrischungen und für Kinder bestellen.
  • Die Absage der für Montag geplanten Runde der Kanzlerin mit den Regierungschefs der Länder ist nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) "folgerichtig". "Denn ich halte nichts davon, erneut in eine schlecht oder gar nicht vorbereitete Sitzung zu gehen", sagte Dreyer am Freitag dieser Redaktion.
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) strebt eine Verlängerung der Überbrückungshilfe III für besonders stark von der Corona-Krise betroffene Unternehmen an.
  • Nach Berichten über vier Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) einen möglichen Zusammenhang.

Alle bisherigen Corona-News

Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/dpa/afp)

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