Impfung

Corona: Wann Sie in Ihrem Unternehmen geimpft werden können

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Beate Kranz
Arztpraxen können nun selbst Corona-Impfstoff auswählen

Arztpraxen können nun selbst Corona-Impfstoff auswählen

Arztpraxen dürfen offenbar künftig selbst entscheiden, welchen Corona-Impfstoff sie geliefert bekommen. Laut "Rheinischer Post" teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Praxen mit, dass diese "den Covid-Impfstoff ab sofort impfstoffspezifisch" ordern könnten.

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Immer mehr Firmen bauen Corona-Impfstraßen für Mitarbeiter auf. Doch noch fehlt der Impfstoff. Wann sich die Lage verbessern könnte.

Berlin. Die Betriebe stehen in den Startlöchern, doch noch fehlt genügend Impfstoff. Ob Lufthansa, Bayer, BASF, Mercedes, Volkswagen, RWE, Beiersdorf oder die Allianz: Immer mehr große deutsche Unternehmen bereiten sich darauf vor, ihren Beschäftigten eine Impfung gegen Corona anbieten zu können.

In vielen Werken werden Impfstraßen aufgebaut. Ziel ist es, die Impfgeschwindigkeit in Deutschland zu erhöhen. Bislang gibt es nur Pilotprojekte. Problem sind die fehlenden Impfstoffe.

Corona: Betriebsärzte könnten 5 Millionen in Unternehmen impfen

Die 12.000 Betriebsärzte in Deutschland könnten pro Monat mindestens 5 Millionen Menschen impfen, sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), Anette Wahl-Wachendorf, dieser Redaktion.

Der Zahl zugrunde gelegt ist eine tägliche Impfzeit je Arzt von 2 Stunden. Die Zahl ließe sich bei Bedarf auch noch erhöhen. Aktuell werden jedoch nur Impfzentren und Hausärzte in Deutschland mit Covid-Vakzinen versorgt. Die Impfung ist für die Beschäftigten freiwillig.

Erste Corona-Impfungen bei Volkswagen und BASF

Durch Pilotprojekte sind die Autobauer Volkswagen und der Chemiekonzern BASF Vorreiter bei den Impfungen. Bei VW in Sachsen werden die Beschäftigten mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuz seit zwei Wochen geimpft. VW hat dazu einen Transporter zum Impfmobil umgerüstet. Damit könnten die Mitarbeiter flexibel an den Standorten Zwickau, Chemnitz und Dresden versorgt werden.

BASF startet vergangene Woche am Standort Ludwigshafen mit Impfungen. Der Chemiekonzern möchte damit nicht nur die Impfgeschwindigkeit erhöhen, sondern auch das Gesundheitssystem entlasten.

Corona-Impfreihenfolge wird auch in den Unternehmen eingehalten

Sowohl beim Einsatz der Impfstoffe als auch bei der Einhaltung der Impfreihenfolge halten sich VW als auch BASF nach eigenen Angaben an die Vorgaben und Prioritäten von Bund und Länder.

Die Betriebsärzte gehen davon aus, dass sie erst „Ende Mai oder Anfang Juni“ genügend Impfstoff erhalten werden, um die Impfungen in den Betrieben flächendeckend aufzunehmen. Dies habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Verband so avisiert. Ende April wolle sich Spahn erneut mit den Betriebsärzten darüber austauschen, sagte die Verbandsvizechefin und hofft auf eine Nachbesserung. Noch sei der Impfstoff knapp.

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Betriebsärzte möchten je Corona-Impfung 35 Euro Honorar

Die Betriebsärzte sollen nach den Hausärzten ins Impfgeschehen einsteigen. Die Vizepräsidentin fordert, dass die niedergelassenen Betriebsärzte wie die Hausärzte mit zwischen 20 und 35 Euro je Impfung honoriert werden. Bislang haben in Deutschland laut Robert Koch Institut (RKI) 15,9 Millionen Menschen eine Erstimpfung erhalten, 5,4 Millionen sind vollständig geimpft.

Die meisten Unternehmen sind zwar zum Impfen bereit, gehen aber noch leer aus. Lufthansa hat in Frankfurt, München und Hamburg eigene Impfzentren aufgebaut und könnte nach Konzernangaben bereits von diesem Montag an täglich 400 Menschen impfen.

Allianz und Continental haben schon Impfstraßen aufgebaut

Der Versicherungskonzern Allianz hat 27 Impfstraßen an 15 Standorten vorbereitet. „Wir sind startklar, aber es fehlt noch an Impfstoff“, sagte ein Sprecher. Im Vorstand gebe es auch Überlegungen, die Impfungen auch Familienangehörigen anzubieten.

Der Autozulieferer Continental könnte täglich sogar 1000 Beschäftigte impfen. „Unsere Betriebsärzte stehen bereit“, sagte die Personalsprecherin Nicole Göttlicher. Doch noch habe der Konzern keine konkreten Informationen der Behörden, wann sie aktiv werden können.