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World Press Photo: Sieger zeigt Corona-Leid in einem Bild

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Das Siegerbild in der Kategorie Umwelt zeigt einen kalifornischen Seelöwen, der mit einer Corona-Maske spielt.

Das Siegerbild in der Kategorie Umwelt zeigt einen kalifornischen Seelöwen, der mit einer Corona-Maske spielt.

Foto: Ralph Pace / World Press Photo/dpa

Lässt sich das Corona-Leid der Menschheit in ein einziges Bild fassen? Ein Däne hat es versucht – und damit einen Preis gewonnen.

Berlin/Amsterdam. Das berührende Bild einer Umarmung in Corona-Zeiten ist das Weltpressefoto des Jahres 2021. Der dänische Fotograf Mads Nissen wurde am Donnerstag in Amsterdam online mit dem ersten Preis des renommierten Wettbewerbs World Press Photo ausgezeichnet. Das Bild repräsentiert nach Ansicht der Jury wie kein anderes die Auswirkungen der Pandemie auf die Menschen weltweit.

Bestes Foto: Ein Engel in Plastik

"Die erste Umarmung", so der Titel des Siegerfotos für die dänische Tageszeitung "Politiken", zeigt die Brasilianerin Rosa Luzia Lunardi, die am 5. August 2020 von der Pflegerin Adriana Silva da Costa Souza in einem Pflegeheim umarmt wird – zum ersten Mal nach fünf Monaten.

Die Pflegerin trägt dabei einen Plastikumhang, der Berührungen ohne direkten Körperkontakt möglich macht. Durch die besondere Form des Umhangs erscheint die Pflegerin wie ein Engel. "Für mich ist es eine Geschichte von Hoffnung und Liebe in den schwierigsten Zeiten", sagte Fotograf Nissen.

Die Jury sprach von einem ikonischen Foto zur Covid-19-Pandemie. Jury-Mitglied Kevin WY Lee sagte, es gehe darin um Verletzlichkeit, Liebe, Verlust, Trennung, Untergang, "aber - sehr wichtig - auch Überleben".

Beste Fotoreportage handelt von Krieg und Liebe

Die beste Fotoreportage gelang dem Italiener Antonio Faccilongo. Er gewann mit "Habibi" in der Kategorie Photo Story den ersten Preis für seine Serie über die Folgen des Nahostkonflikts für palästinensische Paare.

Sie sei eine Chronik von Liebesgeschichten vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Palästina und Israel. "Meine Arbeit soll eine kulturelle Brücke sein, um Menschen zueinander zu bringen", sagte er.

Fotografen in acht Kategorien wurden ausgezeichnet. Die Corona-Pandemie war in diesem Jahr eines der großen Themen – wie auch die Proteste in den USA nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd und die verheerende Explosion im Hafen von Beirut.

Deutsche Fotografen wurden nicht ausgezeichnet. An dem Wettbewerb hatten sich 4315 Fotografen aus 130 Ländern beteiligt. Die beiden Hauptpreise sind mit je 5000 Euro dotiert. Die Siegerfotos sollen in 50 Ländern in einer Ausstellung zu sehen sein. (pcl/dpa)