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Gesundheitsämter alarmiert: Kommt die zweite Corona-Welle?

| Lesedauer: 63 Minuten
Beispielloser Wirtschaftseinbruch wegen Corona-Pandemie

Beispielloser Wirtschaftseinbruch wegen Corona-Pandemie

Die deutsche Wirtschaft ist wegen der Coronavirus-Pandemie im zweiten Quartal 2020 um mehr als zehn Prozent eingebrochen, das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1970.

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Eine zweite Corona-Welle überfordert die Gesundheitsämter, sagen Amtsärzte mit Blick auf die steigenden Infektionen. Alle Infos.

Berlin. Dieser Newsticker ist seit dem 31. Juli, 12.11 Uhr beendet. Die wichtigsten Nachrichten zur Corona-Krise finden Sie in unserem aktuellen Newsblog.

  • Sollte es eine zweite Corona-Welle geben, sind die deutschen Gesundheitsämter dafür nicht gerüstet
  • Davor warnten die deutschen Amtsärzte
  • Nach einer Familienfeier im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwölf Infizierte. 200 Menschen sind in Quarantäne
  • Die Corona-Infektionszahlen in der Dithmarscher Kreisstadt Heide steigen weiter stark an – der Kreis könnte ein Risikogebiet werden
  • Die deutsche Wirtschaft bricht im zweiten Quartal in Folge dramatisch ein – sie schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent
  • In Deutschland gab es unseren Recherchen zufolge bislang mehr als 209.700 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9100 Todesfälle
  • Weltweit sind mehr als 17,2 Millionen Corona-Infektionen registriert worden, mehr als 673.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19 – davon allein mehr als 151.000 in den USA

In Folge der Corona-Krise ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland im zweiten Quartal in erheblichem Maße eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, schätzt das Statistische Bundesamt.

Sorge gibt es auch bei den Amtsärzten: Im Gespräch mit unserer Redaktion machte der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) deutlich, dass die deutschen Gesundheitsämter für eine zweite Corona-Welle nicht ausreichend gerüstet sind.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Auch Island kehrt nach einer Reihe von Neuinfektionen zu strengeren Maßnahmen zurück. Berlin wird im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht an Schulen einführen.

Corona-News-Ticker: RKI meldet zweimal mehr als 800 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Das RKI hat am Donnerstag und Freitag deutlich mehr Neuinfektionen an den Vortagen gemeldet bekommen als in den Wochen zuvor. Nachdem am Donnerstag 902 neue Corona-Infektionen gemeldet wurden, waren es am Freitag 870. Insgesamt gibt es damit laut RKI 208.698 Corona-Fälle in Deutschland. 9141 Menschen sind demnach nach einer Infektion gestorben.

Freitag, 31. Juli 2020: Gesundheitsämter nicht für zweite Welle gerüstet

11.02 Uhr: Rund um alle wichtigen Hamburger Ausgeh- und Kneipenviertel gilt ab Freitagabend wegen anhaltender Verstöße gegen Corona-Regeln erstmals ein Verbot sämtlicher Außerhausverkäufe von Alkohol. Wie der Senat der Hansestadt am Donnerstagabend mitteilte, legten die zuständigen Bezirke in einer Allgemeinverfügung nun die genauen Grenzen der Verbotsgebiete fest. Diese umfassen unter anderem die Reeperbahn samt Nebenstraßen, das Schanzenviertel und weitere Straßenzüge in den Stadtteilen Ottensen, Altona sowie Eimsbüttel.

9.49 Uhr: Der mit dem Coronavirus infizierte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro erklärt: „Ich habe Schimmel in meinen Lungen.“ Er habe sich gestern schwach gefühlt. Er nehme nun Antibiotika. Vergangenen Samstag hatte der Präsident erklärt, ein Virus-Test habe ein negatives Ergebnis ergeben. Bolsonaro war am 7. Juli positiv getestet worden. Die Behörden in Brasilien registrierten 57.837 neue Coronavirus-Fälle. In den vergangenen 24 Stunden starben zudem 1129 Menschen an der Infektion.

8.41 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat von den Gesundheitsämtern 870 Neuinfektionen in Deutschland binnen 24 Stunden bis zum Freitag gemeldet bekommen. Insgesamt stieg die Zahl der vom RKI registrierten Infektionen damit auf 208.698.

5.31 Uhr: Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen hat der deutsche Einzelhandel die Verbraucher aufgefordert, wieder mehr Disziplin bei der Einhaltung der Corona-Regeln an den Tag zu legen. Bei einem zweiten Lockdown seien viele Handelsunternehmen nicht mehr zu retten, warnte am Freitag der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser.

„Es erfüllt mich mit großer Unruhe, dass es viele offenbar nicht mehr so genau mit der Einhaltung der Regeln nehmen und die Zahl der Infizierten wieder steigt“, sagte Sanktjohanser. Er appellierte an das Verantwortungsgefühl der Verbraucher: „Lassen Sie uns das Erreichte nicht kaputt machen.“ Auch im Interesse des Einzelhandels gelte es, eine zweite Welle der Pandemie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu vermeiden.

1.34 Uhr: Wegen eines deutlichen Anstiegs von Coronavirus-Infektionen sind in Teilen Nordenglands die Ausgangsbeschränkungen verschärft worden. Betroffen seien der Großraum Manchester sowie Teile von West Yorkshire und East Lancashire, twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock am späten Donnerstagabend. Auch Leicester weiter südlich ist betroffen.

Seit Mitternacht dürfen sich in den Regionen Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen treffen. Ein „sofortiges Handeln“ sei für die Sicherheit der Menschen nötig, betonte der Minister.

Hancock führte die verstärkte Ausbreitung des Virus auf Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Abstandsregeln zurück. Die Regierung handle „schweren Herzens“, schrieb der Minister. „Aber wir können einen Anstieg von Covid-Fällen in ganz Europa sehen und sind entschlossen, alles Nötige zu tun, um die Menschen zu schützen.“

1.12 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen schlagen die deutschen Amtsärzte Alarm: „Für eine zweite Pandemie-Welle sind die Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert unserer Redaktion. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Corona-Infektionen – „Auf uns rollt ein riesiges Problem zu“

„Mit den steigenden Infektionszahlen rollt ein riesiges Problem auf uns zu.“ Die über 400 deutschen Gesundheitsämter könnten nicht warten, bis die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Kraft träten. „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung. Wir müssen wissen, wo die Gesundheitsämter im Notfall Verstärkung bekommen.“

Teichert forderte eine zentrale Anlaufstelle für stark geforderte Gesundheitsämter: „Um für eine zweite Welle gerüstet zu sein, brauchen wir ein bundesweites Freiwilligen-Register. Eine Art Jobbörse, die im Ernstfall Mitarbeiter vermittelt, die bereits geschult sind und sich im Thema auskennen.“ Das könnten Studierende sein, die schon in der ersten Welle als Containment-Scouts ausgebildet wurden, aber zum Beispiel auch Beschäftigte aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens, die flexibel einsetzbar sind.

Donnerstag, 30. Juli 2020: Deutsche Wirtschaft bricht in Corona-Krise dramatisch ein

22.08 Uhr: Die Formel 1 hat ihren ersten prominenten Coronafall, die Austragung des Großen Preises in Silverstone ist aber nicht gefährdet: Racing-Point-Pilot Sergio Perez wurde am Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet, befindet sich in Quarantäne und wird das vierte Saisonrennen am Sonntag verpassen. Das teilte der Weltverband FIA mit.

Dem Mexikaner gehe es „körperlich gut“, möglich scheint nun aber, dass er gleich auch das zweite Silverstone-Rennen am nächsten Wochenende verpasst. Das Programm in Silverstone soll ohne weitere Einschränkungen fortgesetzt werden. „Die von der FIA und der Formel 1 festgelegten Abläufe haben für eine rasche Eindämmung eines Falls gesorgt, der keinen größeren Einfluss auf den Ablauf dieses Wochenendes haben wird“, heißt es im offiziellen Statement.

20.20 Uhr: Kurz nachdem der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine Infektion mit dem Coronavirus eigenen Angaben zufolge überwunden hat, ist ein Corona-Test seiner Ehefrau positiv ausgefallen. „Die First Lady Michelle Bolsonaro wurde an diesem Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet“, bestätigte das Kommunikationsministerium in der Hauptstadt Brasília der Deutschen Presse-Agentur. Sie sei bei guter Gesundheit und folge den Vorgaben zum Umgang mit einer Corona-Infektion.

Jair Bolsonaro hatte am Samstag auf Twitter geschrieben, ein neuer Corona-Test bei ihm sei negativ ausgefallen. Zwei Wochen zuvor hatt der Präsident bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. First Lady Michelle wohnt mit Jair Bolsonaro und den beiden Töchtern in der Präsidentenresidenz.

Am Mittwoch hatte sie zusammen mit dem Staatschef an einer Veranstaltung in Brasília teilgenommen, bei der beide eine Schutzmaske trugen. Am Donnerstag löste der Präsident bei einem Besuch im Bundesstaat Piauí jedoch wieder eine Menschenansammlung aus, als er auf einem Pferd ritt, und zog sich die Maske herunter, bevor er weiter zu einer Zeremonie nach Bahia reiste.

18.45 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat junge Menschen vor Nachlässigkeit in der Corona-Krise gewarnt. „Es scheint, dass der Wiederanstieg der Fälle in mehreren Ländern teilweise darauf zurückzuführen ist, dass junge Menschen unachtsam geworden sind“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer virtuellen Pressekonferenz in Genf am.

„Junge Menschen sind nicht unbesiegbar“, betonte er. Auch sie könnten sich infizieren und sterben. Deshalb müssten sie die „gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen wie der Rest der Bevölkerung, um sich und andere zu schützen“.

18.43 Uhr: In einem Studentenwohnheim in Clausthal-Zellerfeld im Kreis Goslar sind fünf Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Über die Quelle der Infektionen habe das zuständige Gesundheitsamt noch keine Informationen, hieß es weiter. Das gesamte Haus mit 55 Einzelappartements wurde unter Quarantäne gestellt.

Wie viele Studenten sich in dem Clausthaler Wohnheim derzeit aufhalten, war zunächst unklar und sollte überprüft werden. Getestet worden waren zunächst 15 Menschen. Die übrigen Bewohner, sowie alle noch zu ermittelnden Kontaktpersonen außerhalb des Wohnheims, sollen am Freitag untersucht werden.

17.51 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für besonders belebte Plätze, Straßen und Geschäfte, teilten die Großstädte am Donnerstag mit. Die Maskenpflicht soll ab 5. August für alle Personen über 13 Jahren gelten.

In Amsterdam etwa dürfen dann das Rotlichtviertel, die Haupteinkaufsstraße Kalverstraat und populäre Märkte nicht mehr ohne Maske besucht werden. Die Pflicht ersetze aber nicht die Regel, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten, betonten die Behörden.

Die niederländische Regierung lehnt zwar eine allgemeine Maskenpflicht bisher ab, gestattet aber regionale Gebote. Bisher muss in den Niederlanden nur in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Gesichtsmaske getragen werden - dazu gehören auch die Fähren.

16.52 Uhr: 40 Mitglieder einer christlichen Gemeinde in Sinsheim in Baden-Württemberg haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Andreas Welker, am Donnerstag in Heidelberg mit. Bisher seien 105 Gemeindemitglieder untersucht worden. Nun sollen auch noch die restlichen 77 Mitglieder der Gemeinde getestet werden.

Grund für die Flächentestung war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde in Sinsheim sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg. Da dort keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen in der Umgebung besucht haben.

16.32 Uhr: Eine gezielte medikamentöse Therapie von Covid-19 gibt es bisher nicht. Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Federführung der Goethe-Universität Frankfurt und des Universitätsklinikums Frankfurt hat jetzt ein Enzym entdeckt, dass bei der Suche nach einem wirksamen Medikament helfen könnte.

Dringt Sars-CoV-2 in menschliche Zellen ein, lässt es dort eigene Proteine durch die menschliche Wirtszelle herstellen. Eines dieser Virus-Proteine ist besonders essenziell für die Vermehrung und die schnelle Ausbreitung des Virus: das Enzym Papain-like Protease, kurz PLpro. Die Forscher fanden heraus, dass die Hemmung dieses viralen Enzyms nicht nur die Vermehrung des Coronavirus blockiert, sondern gleichzeitig auch die Abwehrreaktion des Immunsystems stärkt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im renommierten Fachblatt „Nature“.

Island kehrt zu strengeren Maßnahmen zurück

16.04 Uhr: Nach einer Reihe von Neuinfektionen kehrt Island zu etwas strengeren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurück. Ab Freitag werde die maximale Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wieder von 500 auf 100 herabgesetzt, kündigte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir an.

Die Zwei-Meter-Abstandsregel sei nun obligatorisch und nicht bloß eine Empfehlung. Restaurants, Bars, Fitnessstudios und Schwimmbäder dürften weiter offen bleiben, sofern sie diesen Abstand und die nötigen Hygienevorschriften gewährleisten könnten. All das gilt zunächst für die nächsten beiden Wochen.

15.40 Uhr: Berlin wird im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht an Schulen einführen. Die Regelung soll nach Ferienende in gut einer Woche für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulgebäuden gelten, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag mitteilte. Während des Unterrichts und im Hort muss indes niemand Maske tragen.

15.19 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat offen eine Verschiebung der Präsidentschaftswahl vom kommenden November ins Gespräch gebracht. Wegen der Zunahme von Briefwahlen inmitten der Coronavirus-Krise drohten die Wahlen die „fehlerhaftesten und betrügerischsten“ in der US-Geschichte zu werden, schrieb Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er fügte hinzu: „Die Wahl verschieben, bis die Menschen richtig und in Sicherheit wählen können?“ Lesen Sie hier: Donald Trump bringt Verschiebung der US-Wahl 2020 in Spiel

15.12 Uhr: Mit Blick auf eine zweite drohende Corona-Welle hat England eine Pandemie-Maßnahme verschärft. Wer positiv auf den Erreger getestet wurde oder typische Symptome wie hohes Fieber oder Riech- und Geschmacksverlust hat, muss künftig mindestens zehn Tage in Selbstisolation.

Bisher waren mindestens sieben Tage vorgesehen. Es sei nicht auszuschließen, dass Infizierte auch noch nach einer Woche den Erreger verbreiten könnten, begründete der britische Gesundheitsminister Matt Hancock den Schritt am Donnerstag in London.

Zwölf Infizierte nach Familienfeier in Mecklenburg-Vorpommern

15.06 Uhr: Nach einer Familienfeier im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern sind mittlerweile zwölf Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Donnerstag. Von den zwölf Fällen entfielen elf auf den Landkreis und einer auf Schwerin. Rund 200 Kontaktpersonen seien in Quarantäne, am Donnerstag sollte es weitere Tests geben.

14.36 Uhr: In den USA ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal infolge der Coronavirus-Pandemie in noch nie da gewesenem Ausmaß eingebrochen. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent ein, wie die US-Regierung am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte.

14.24 Uhr: Die Corona-Pandemie beschleunigt sich in Afrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zunehmend. In der kommenden Woche werde die Zahl der bestätigten Fälle die Marke von einer Million übersteigen, erklärte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, am Donnerstag in Brazzaville.

Derzeit seien 890.000 Covid-19-Fälle in Afrika bestätigt, 18.000 infizierte Menschen seien gestorben. Die Zahl der Fälle habe sich in den vergangenen 25 Tagen verdoppelt, betonte die Regionaldirektorin. Südafrika ist den Angaben nach das am schlimmsten von der Corona-Krise betroffene Land. In dem Land am Kap seien mehr als 470.000 Covid-19-Fälle erfasst worden.

13.11 Uhr: Wegen der stark gestiegenen Corona-Neuinfektionen sollen in der Dithmarscher Kreisstadt Heide ab Samstag wieder strengere Schutzmaßnahmen gelten. So werde es wieder die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum geben, dass sich maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen, sagte Landrat Stefan Mohrdieck am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Kiel, an der auch Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) teilnahm.

Am Mittwoch waren dem Landrat zufolge 13 weitere Corona-Neuinfektionen im Kreis Dithmarschen festgestellt worden. Sechs davon beträfen die Wohnquartiere in Heide, sieben aber den Landkreis. Das sei für Dithmarschen, vor einigen Wochen noch Deutschlands am wenigsten von Corona betroffener Kreis, schon enorm.

Berghain in Berlin lädt erstmals in der Corona-Pandemie wieder zur Party

12.58 Uhr: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie lädt das Berghain in Berlin wieder zu einer Party. Allerdings öffnet der international beliebte Club dafür nicht den als „härteste Tür der Welt“ geltenden Zugang zu dem ehemaligen Fernheizwerk. Vielmehr soll an diesem Samstag und Sonntag der sonst auch im Sommer genutzte Garten des Berghain wieder mit einem DJ-Programm beschallt werden.

„Nach einer langen Pause wagen wir einen langsamen Start in den Sommer“, heißt es auf der Homepage des Techno-Clubs. Wie die gesamte Berliner Clubszene ist auch das Berghain seit Mitte März geschlossen, eine Wiedereröffnung der Clubs selbst ist wegen der Corona-Krise nicht in Aussicht.

Für die Gartenparty mit beschränkter Gästezahl und bei gutem Wetter hat das Berghain „zum Schutz aller Gäste und Mitarbeitenden“ Hygienemaßnahmen vorgesehen. „Bitte bringt eure Masken mit, die Mund und Nase ausreichend bedecken und vermeidet direkten Kontakt mit anderen Gästen, sofern ihr nicht aus einem Haushalt kommen solltet“, schreiben die Veranstalter. Maskenpflicht herrsche am Eingang, auf der Tanzfläche und in den Toiletten. Über den Tanzfläche und in den Toiletten seien Ventilatoren angebracht, „um die Verbreitung von Aerosolen zu vermeiden“.

11.53 Uhr: Der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat vor einem Anstieg der Coronavirus-Fälle in einigen Bundesstaaten gewarnt. Er rief in einem Interview des Senders MSNBC daher am Mittwoch (Ortszeit) dringend dazu auf, fünf Maßnahmen zu befolgen: Masken tragen, Menschenansammlungen meiden, einen Mindestabstand von mindestens sechs Fuß (rund 1,8 Meter) einhalten, Händewaschen und sich von Bars fernhalten oder diese, wo möglich, schließen.

„Wenn wir nicht anfangen, diese fünf Prinzipien ziemlich strikt zu befolgen, wird es unvermeidlich passieren, dass die Bundesstaaten, die noch nicht in Schwierigkeiten sind, wahrscheinlich in Schwierigkeiten geraten werden“, warnte der renommierte Immunologe. Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und gehört als Berater der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses an.

Die deutsche Wirtschaft bricht im zweiten Quartal in Folge dramatisch ein

11.10 Uhr: Die Meldung zu den Corona-Infektionszahlen in Deutschland verzögert sich weiter. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den Bericht zu den Fallzahlen am Donnerstag aus technischen Gründen bisher noch nicht veröffentlicht. „Aufgrund einer technischen Störung sind die Daten auf dem Dashboard und in der Tabelle heute, am 30.7.2020, noch nicht aktualisiert worden. Wir arbeiten an einer raschen Lösung und bitten um Entschuldigung“, hieß es auf der Homepage des RKI.

10.30 Uhr: Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), rät wegen der Corona-Pandemie vom Urlaub im Ausland ab. „Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Zwar verbiete es sich nicht, aber: „In solchen Zeiten kann man einfach im Land bleiben und muss nicht in der Welt herumreisen.“

Er selbst wolle in diesem Sommer in den Bayerischen Wald fahren, sagte Kretschmann. Dort werde er wandern, aber auch Zeit mit seinen beiden Enkeln verbringen – etwa auf Spielplätzen oder im Zoo. „Mit den Enkeln gehe ich natürlich nicht wandern. Dazu sind sie noch zu klein.“

10.04 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im zweiten Quartal in Folge der Corona-Krise erheblich eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Im Mai waren außerdem nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen. Damit war im Mai nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht, wie die Behörde am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

8.11 Uhr: Die Gewerkschaft Verdi und der CDU-Arbeitnehmerflügel kritisieren eine unzureichende finanzielle Wertschätzung für Berufsgruppen, die im Corona-Lockdown im vergangenen Frühjahr die Versorgung des Landes aufrecht erhalten haben. „Nur wenige Beschäftigte, die gestern noch zu Heldinnen und Helden der Krise erklärt wurden, haben echte materielle Verbesserungen erfahren. Das ist beschämend“, sagt die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, unserer Redaktion. Mehr zum Thema lesen Sie hier: Deutschlands Corona-Helden: „Wir wurden einfach vergessen“

USA: Mehr als 150.000 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben

8.05 Uhr: Das Bundesjustizministerium hat die Polizei dazu aufgerufen, beim Zugriff auf Corona-Kontaktdaten in Restaurants den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten. Die Strafverfolgungsbehörden dürften nach den Regeln der Strafprozessordnung „auf die bei Gastwirten aufbewahrten Kontaktdaten der Gäste zugreifen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen“, sagte eine Sprecherin von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) unserer Redaktion.