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Shopping trotz Corona: Diese Länder geben am meisten aus

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Online Shopping hat in der Corona-Krise einen erneuten Schub bekommen. Doch nicht alle Länder sind in Einkaufslaune.

Online Shopping hat in der Corona-Krise einen erneuten Schub bekommen. Doch nicht alle Länder sind in Einkaufslaune.

Foto: Peter Scholl / imago/Westend61

Die Deutschen geben während der Corona-Krise laut einer Analyse mehr Geld für Mode aus als zuvor. Vor allem Online-Shopping boomt.

Berlin. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das Konsumverhalten weltweit verändert. Doch die Einkaufslust fällt von Land zu Land unterschiedlich aus. So wurde in Deutschland beispielsweise schon während des Beginns der Kontaktbeschränkungen im März mehr Geld für Mode ausgegeben. Die Italiener kamen hingegen erst nach der Aufhebung der Beschränkungen wieder in Shopping-Stimmung.

In welchem Land die Ausgaben seit dem Ausbruch der Pandemie rückläufig sind und wo sie wieder anziehen, hat der Anbieter des Multi-Währungs-Kontos TransferWise anhand von knapp sieben Millionen Kartentransaktionen für 18 europäische Länder sowie die USA, Australien und Singapur ausgewertet. Die Analyse zeigt, wie viel die Menschen pro Kartentransaktion ausgaben – egal, ob online oder offline.

Deutsche kaufen in der Krise mehr: Online-Shopping boomt

Das Ergebnis: In Deutschland wurde die Zeit der Corona-Beschränkungen offenbar für Shopping genutzt. Im März gaben die Deutschen 86 Prozent mehr pro Mode-Einkauf aus als noch im Januar. Da zu dieser Zeit schon viele Geschäfte geschlossen waren, ist anzunehmen, dass es sich dabei vor allem um Online-Einkäufe handelte.

Auch die Konsumenten in Österreich gaben in der Corona-Phase zunächst mehr Geld für Mode aus. Pro Karteneinsatz zahlten sie im März durchschnittlich 78 Prozent mehr als noch im Januar. Doch anschließend wurden die Österreicher zaghafter. Von März zu Juni sanken die Ausgaben für Kleidung um 44 Prozent.

In Deutschland sind die Warenkörbe seit dem Corona-Ausbruch dagegen fast unverändert: Im Juni waren die durchschnittlichen Ausgaben pro Shopping-Trip durchschnittlich nicht mal ein Prozent geringer als im März.

Die Shopping-Laune in Italien steigt seit einigen Wochen wieder

In Italien ergibt sich hingegen ein ganz anderes Bild: dort stieg die Shopping-Laune erst nach Ende des landesweiten Lockdowns. Im Juni gaben die Italiener 71 Prozent mehr Geld für Mode aus als im März. Auch in Belgien wurde wieder deutlich mehr neue Kleidung gekauft. Dort stiegen die Ausgaben um 53 Prozent.

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Betrachtet man nur den Juni 2020, griffen die Verbraucher in Frankreich für Modeprodukte am tiefsten in die Tasche. Pro Zahlung mit der Karte gaben sie im vergangenen Monat durchschnittlich 113 Euro aus. Auch in Belgien waren die Verbraucher im Juni in Shoppinglaune und kauften sich im Schnitt Mode und Accessoires im Wert von 89 Euro. Etwas weniger wurde in Dänemark und Italien mit 86 Euro pro Einkauf ausgegeben.

Deutschland liegt mit durchschnittlich 83 Euro pro Mode-Einkauf auf Platz vier der 21 analysierten Länder. Am sparsamsten mit ihren Ausgaben für Bekleidung im Juni waren die Verbraucher in Spanien: Pro Mode-Einkauf zahlten sie nur rund 35 Euro. Vergleichsweise zurückhaltend agierten auch die Konsumenten in Ungarn, die im Schnitt 39 Euro ausgegeben haben. Den drittletzten Platz teilen sich Australien und Portugal. In den beiden Ländern wurden durchschnittlich je 46 Euro ausgegeben.

Corona-Krise führt zu Erfolg bei Online-Modehändlern

Die Corona-Krise hat in der Phase des Lockdowns zu einem sprunghaften Anstieg der Online-Bestellungen geführt und könnte das Einkaufsverhalten vieler Konsumenten nachhaltig verändern. Während das Shoppingerlebnis im klassischen Filialhandel durch die Maskenpflicht getrübt wurde, haben auch ehemals treue Offline-Käufer die Bestellungen per Mausklick schätzen gelernt.

Der Modehändler Zalando hat im Zuge der Corona-Pandemie beispielsweise so viele neue Kunden gewonnen wie noch nie. Die Zahl der Erstbesteller im zweiten Quartal lag bei mehr als drei Millionen, wie Finanzchef David Schröder mitteilte.

(amw)