Wo zu DDR-Zeiten gegessen, getrunken und bis spät in der Nacht getanzt wurde, fanden sich nach der Wende oft nur noch verlassene Säle, menschenleere Großküchen und verwaiste Kegelbahnen – die Ostberliner Gaststätten gehörten zum Standardrepertoire des Wohnungsbauprogramms der DDR seit den 1970er-Jahren. Eine der bekanntesten und schönsten war die Gaststätte „Seeterrassen“ am Fennpfuhl, die weit über die Stadtgrenzen Ostberlins hinaus bekannt war – doch nach der Wende verkam der einstige Stolz der DDR-Stadtplaner zu einer maroden Ruine. Hier finden Sie alle Infos zu dem ehemaligen Lost Place.

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Das sind die Fakten zur HO-Gaststätte „Seeterrassen“ im Überblick:

  • Adresse: Promenade am Fennpfuhl, Anton-Saefkow-Platz, 10369 Berlin-Lichtenberg
  • Geschichte: 1986 als HO-Gaststättenkomplex mit zwei Cafés, Tanzbar, Bierstube und Speiserestaurant mit Panoramablick über das Parkareal am Fennpfuhl eröffnet; nach der Wiedervereinigung wurde die Gastronomie in den 1990er-Jahren geschlossen; anschließend Leerstand und Verfall
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Nein
  • Status: Ehemaliger Lost Place

Wo lag die HO-Gaststätte „Seeterrassen“ genau?

Die HO-Gaststätte „Seeterrassen“ lag an der Promenade am Fennpfuhl, am Anton-Saefkow-Platz, im Ortsteil Fennpfuhl des Bezirks Lichtenberg. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: GFHF+JF7 Berlin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Standort am besten mit den Tramlinien 18, M5, M6, M8 und M10 (Haltestelle Anton-Saefkow-Platz) zu erreichen. Von der Tramhaltestelle ist es ein rund sechsminütiger Fußweg entlang der Karl-Lade-Straße und der Promenade am Fennpfuhl bis zum Standort der ehemaligen Gaststätte. Achtung: Von der HO-Gaststätte „Seeterrassen“ haben sich vor Ort keine Spuren erhalten.

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Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der HO-Gaststätte „Seeterrassen“:

Ausgangslage: Gehobene Gastronomie für die Plattenbausiedlung am Fennpfuhl

„Sie werden platziert!“ An diesen Hinweis im Foyer von Gastronomiebetrieben erinnern sich wohl die meisten Ex-DDR-Bürger. Wer sie besuchte, musste je nach Andrang geduldig und ein Freund der deftigen Küche sein, die zum Kernangebot vieler Restaurants im selbsterklärten „Arbeiter- und Bauernstaat“ zählte. Eine besondere Stellung im Bereich der sozialistischen Gast- und Vergnügungsstätten nahmen die Gaststätten in Neubaugebieten ein. Sie wurden auch Gebietsgaststätten genannt – oder despektierlich: „Fresswürfel“.

Eine der bekanntesten DDR-Gaststätten ließ die Handelsorganisation (HO) Mitte der 1980er-Jahre im Neubaugebiet am Fennpfuhl in Lichtenberg errichten. Von den Einheitsbauten der Klubgaststätten in anderen Neubausiedlungen hoben sich die „Seeterrassen“ – ein vom DDR-Stararchitekten Wolf-Rüdiger Eisentraut entworfener mehrgeschossiger Neubau, der mit einem Restaurant, einer Tanzbar, einer Bierklause und zwei Cafés aufwartete – deutlich ab.

Der Gastronomiekomplex war von vornherein als gehobene DDR-Gaststätte konzipiert, was sich im Interieur und den im Haus erhältlichen Spezialitäten niederschlug. Die Gaststätte bot eine für die damalige Zeit gehobene und vielseitige Gastronomie an und zählte zu einer Preiskategorie, in die Luxuslokale, Hotelrestaurants und repräsentative Prestigebauten wie die Restaurants im Palast der Republik fielen. Hier bezahlte man deutlich mehr, erhielt dafür aber auch West-Spirituosen, Importkaffee und aufwendigere Fleischgerichte bei gehobenem Service. Die „Seeterrassen“ erarbeiteten sich rasch einen exzellenten Ruf und waren weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ihr Angebot richtete sich an ein finanzkräftiges Berliner Publikum und ausländische Gäste.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: Morastiger Untergrund verzögerte die Fertigstellung

Seit den 1970er-Jahren wuchsen nach der Maxime der DDR-Wohnungsbauoffensive überall in Ostberlin Trabant-Betonsiedlungen aus dem Boden, bei denen nach dem Konzept des komplexen Wohnungsbaus neben Hochhäusern in Plattenbauweise die komplette umgebende Infrastruktur als Module am Reißbrett mitgeplant wurde: Schulen, Sportstätten, Polikliniken, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Eine der ersten Siedlungen, die in Ostberlin realisiert wurden, war das Wohngebiet Lichtenberg-Nord rund um den Fennpfuhlpark als Zentrum und Herzstück der Neubausiedlung, die ab 1971 in mehreren Bauabschnitten entstand, nachdem am Roederplatz und entlang der Vulkanstraße die ersten Neubauten in die Höhe wuchsen.

Die Bebauung des als gesellschaftliches Zentrum geplanten Anton-Saefkow-Platzes stellte die Bauplaner vor Schwierigkeiten, weil der morastige Untergrund sich als nicht ausreichend tragfähig erwies. Nachdem das Gelände dräniert und der Langpfuhl und der Fennpfuhl zu einem zusammenhängenden Gewässer verbunden worden waren – das über eine neu errichtete Seebrücke überquert werden konnte –, legten die Planer unter Einbeziehung alten Baumbestandes den Fennpfuhlpark an, um dessen Promenadenweg das Konsument-Warenhaus und zentrale Kiezeinrichtungen wie eine Bibliothek, Schwimmhalle und Sporthalle entstanden. Unweit des Uferwegs, direkt am Fennpfuhl, wurde 1985 der Grundstein für das dreigeschossige Gasthaus „Seeterrassen“ gelegt, das am 22. August 1986 feierlich eröffnet wurde.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: So war der Gebäudekomplex aufgebaut

Berlin-Lichtenberg (Archivfoto und Text 1992)
Berlin: Blick über den Stadtbezirk Lichtenberg im Osten der Stadt. Die Plattenbauten am Fennpfuhl mit Sporthalle und Gaststätte Seeterrasse (rechts im Bild) stammen aus den 70er und 80er Jahren der DDR.© picture-alliance/ ZB | Hubert Link

Der Name der Gaststätte ging auf ein früheres Ausflugslokal zurück, das am Fennpfuhl um die Jahrhundertwende scharenweise Publikum angelockt hatte. Bis zu 25.000 Besucher sollen auf den Tribünen rund um den See Platz gefunden haben. Auf einer hölzernen Plattform im See konnten Orchester spielen, rund um den See lockten Attraktionen, Cafés und Biergärten. Weniger pompös, aber ebenfalls über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, unterschieden sich die neuen „Seeterrassen“ erheblich von der standardisierten Bauweise der meisten DDR-Klubgaststätten. Anders als die einfach gestalteten, kubischen Typenbauten mit rasterartiger Metallfassade und einer charakteristischen trapezförmigen Spannbetondachkonstruktion – ein zickzackförmiges Dach, das im Fachjargon VT-Falte genannt wird – bot der mehrgeschossige Gaststättenkomplex mit seinen abgestuften Gebäudeflügeln und Anbauten Raum für Dachterrassen und Gebäudetrakte mit Panoramafenstern, die den Blick auf den Fennpfuhl freigaben und eine harmonische Verbindung zwischen Architektur und umgebender Parklandschaft schufen.

Bei dem Gebäude handelte es sich um eine architektonisch markante Sonderplanung der DDR-Moderne – einen terrassierten Funktionsbau in Mischbauweise, der sich über mehrere Ebenen stufenförmig zum Ufer des Fennpfuhls hinabsenkte. Die Fassade wurde von hellen, vertikal strukturierten Verkleidungsplatten dominiert, die durch große Fensterfronten mit Panoramaverglasung durchbrochen waren. Dem Gebäude vorgelagert war eine befestigte, terrassenförmige Uferpromenade mit Sitzbänken und Stufenanlagen. Ein gelber Schriftzug „Seeterrassen“ mit blauer Krone über dem „T“ an der Attika des Flachdachs wies den Gästen den Weg. Im Inneren fanden sie ein großes Speiserestaurant, eine Bierstube, zwei Cafés und eine separate Tanzbar vor. Die auf einer Grundfläche von gut 3.000 Quadratmetern errichteten „Seeterrassen“ entwickelten sich rasch zu einem echten Aushängeschild der DDR-Gastronomie und galten als der wohl schönste Gaststättenkomplex in den Plattenbaugebieten Ostberlins.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: Mauerfall durchkreuzte Seemonster-Pläne im Fennpfuhl

Zu DDR-Zeiten waren die „Seeterrassen“ an der Uferpromenade des Fennpfuhls ein Ort der Begegnung, an dem gegessen und getrunken, getanzt, gefeiert und gesungen wurde. Bekannte Künstler traten hier auf, Brigaden stießen auf die Planerfüllung mit Nordhäuser Doppelkorn oder Rotkäppchen-Sekt an; Hochzeiten, Jubiläen und Jugendweihen wurden in den Räumlichkeiten gefeiert. Das Thema Hochzeitsfeier nahm in der HO-Gaststätte einen besonderen Stellenwert ein. In der nahegelegenen Villa „Am Fennpfuhl“ befand sich damals das Standesamt des Bezirks Lichtenberg. Viele der dort einst Frischvermählten und ihrer Gäste dürften sich noch an die malerisch gelegenen „Seeterrassen“ erinnern, deren Räumlichkeiten häufig zur ersten Wahl für die Feiern nach der Trauung wurden.

Die Kombination aus Restaurant, Bar und Panorama-Café mit Seeblick lockte tagsüber Ausflügler an. Der Komplex galt als gefragte Adresse für Geschäftsessen, Betriebsfeiern und internationale Gäste inklusive Westtouristen. Abends wandelte sich das Publikum. In der Tanzbar vermischte sich der Duft von Cabinet-Zigaretten und Action-Deodorant. Zur Neueröffnung am 23. August 1986 versprach das DDR-Parteiorgan „Neues Deutschland“: „Im Café ist jeden Abend Tanz.“ Ergänzt wurde das Party-Programm durch festliche Bälle und Konzerte. Die „Seeterrassen“ boten im Innenraum Platz für rund 300 Besucher und zusätzlich 100 Terrassenplätze samt Uferbereich direkt am Wasser.

Jährlich wurde ein „Neptunfest“ veranstaltet – mit Wettfahrten in improvisierten Wassergefährten von neu errichteten Stegen am Pfuhl. Eine noch zu DDR-Zeiten geplante Attraktion wurde allerdings nie realisiert: ein mechatronisches Seeungeheuer à la Loch Ness, das man anders als die schottische Touristenattraktion auch wirklich zu Gesicht bekommen hätte. Tagsüber sollte das Lichtenberger Ungeheuer – so die Pläne – zu jeder vollen Stunde, umrahmt von Musik aus dem Gewässer, aufsteigen und sich dann wieder in den Fuhl absenken. Dazu kam es nicht. Statt des Seeungeheuers ging die DDR unter.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: Erste Schließung der Gaststätte in der Nachwendezeit

Ende der 1980er-Jahre waren die vom Fennpfuhlpark umsäumten Räumlichkeiten des Gaststättenkomplexes zu einer geschätzten Institution im Kiez geworden und zu einer Attraktion Ostberlins – beliebt und gut besucht, bis die friedliche Revolution 1989 und die Wiedervereinigung das Ende der HO-Gaststätte „Seeterrassen“ einläuteten. Sie teilte damit das Schicksal vieler DDR-Gaststätten, die den Betrieb ohne Subventionen nach der Wiedervereinigung nicht überlebten. Viele standen leer, manche wurden abgerissen, andere konnten nach Umstrukturierungen unter alter oder neuer Betriebsleitung wiedereröffnen.

Mit der Wiedervereinigung waren die HO-Filialen im Gegensatz zu den genossenschaftlich organisierten Konsum-Gaststätten in den Zuständigkeitsbereich der Treuhandanstalt gefallen, die seit 1990 viele der Filialen und Grundstücke des ehemals staatlichen Betriebs an Privatunternehmer veräußerte. Die Treuhandanstalt verhandelte mit der bisherigen Gastronomieleitung – doch im Sommer 1991 wurden die „Seeterrassen“ ein erstes Mal stillgelegt. An den Türen klebten handgeschriebene Zettel: „Ab 1. Juli bis auf weiteres geschlossen“.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: Neueröffnung mit Italiener, Inder und Zille-Bierstube

"Haus des Friedens" in Halberstadt
Leuchtreklame der früheren DDR-Handelsorganisation Gaststätten: In der Nachwendezeit wurden die Immobilien des staatlichen Betriebs abgewickelt© picture alliance / zb | Jens Wolf

Der Berliner Treuhandchef Helmuth Coqui (SPD) erklärte, dass die „Seeterrassen“ einem neuen Betreiber zugeschlagen worden seien. „An einen indischen Interessenten. Spätestens in vier Wochen werden die ‚Seeterrassen‘ wieder geöffnet“, ergänzte damals Horst Müll – Bereichsleiter der „Berliner Gaststätten- und Hotel GmbH“, einer Abwicklungsgesellschaft, die nach der Währungsunion aus der HO Berlin hervorgegangen war, unter Treuhandführung stand und 1992 liquidiert wurde. Köche, Kellner und Zapfer könnten an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Geschäftsführer werde ein Gastronom, der ebenfalls zuvor in der HO-Gaststätte tätig gewesen sei. Schrittweise solle auch renoviert werden, beginnend mit dem Tanzcafé.

Im Herbst 1991 wurde die Anlage wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Bis dahin hatte der indische Geschäftsmann als Investor einige Umbauten an der DDR-Ikone veranlasst, mit denen die „Seeterrassen“ fit für die veränderten Umstände – den hart umkämpften gastronomischen Markt im wiedervereinigten Berlin – gemacht werden sollten. Seitdem gab es einige neue Nutzungsversuche: Ein italienisches Restaurant öffnete im Erdgeschoss, ein indisches Restaurant im ersten Geschoss anstelle der früheren Tanzbar und eine Zille-Bierstube an der Nordseite des Gebäudes.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: DDR-Vorzeigebau verfiel über Jahre zum Schandfleck im Kiez

Währenddessen versuchte die Treuhand nach wie vor händeringend, die Immobilie, die sich als Ladenhüter herausstellte, loszuwerden – auch per Zeitungsannonce. In der Ausgabe der Berliner Zeitung vom 27. Februar 1993 konnten die Leser über ein Angebot für einen „Gaststättenkomplex auf ca. 3.173 Quadratmetern Grundstücksfläche in direkter Seelage“ stolpern. Das Bestandsobjekt am Anton-Saefkow-Platz 6 beherberge drei Restaurants/Cafés und eine Bierstube. Mindestgebot laut der Anzeige: 2.900.000 DM. Interessenten für die „Gaststätte Seeterrassen“ sollten sich unter der Chiffre „TLG-Nr. 301939“ melden. Solvente Käufer fand das einstige Schmuckstück der DDR-Gastronomie aber offenbar nicht.

Die Gasthausbetreiber ließen in dem Pfuhl jährlich eine große Fontäne sprudeln und betrieben auch einen Ruderbootverleih – doch nach fünf Jahren war an dem Standort Schluss. Die „Seeterrassen“ schlossen erneut und dieses Mal endgültig. Seit 1996 standen das Restaurant, die Tanzbar, die Bierklause und das Café leer. Während sich das Viertel rings um die alte HO-Gaststätte wandelte, Wohnungen und Straßen saniert und Konzepte zur Erneuerung des Fennpfuhlparks erarbeitet wurden, versank der Gaststättenkomplex in einem jahrelangen, ruinösen Dornröschenschlaf.

Verfall und Vandalismus hinterließen ihre Spuren: Die Außenflächen wurden mit Graffiti beschmiert; über das Dach drang Wasser ein; durch die Stahlträger fraß sich der Rost und an den Fassadenplatten rankten wild wuchernde Pflanzen empor. Im Inneren legten sich Lagen von Staub auf die verbliebene Einrichtung und die einst blankpolierten Böden des DDR-Edelrestaurants. Die Immobilie an der Uferpromenade verfiel vor aller Augen zu einer modernen Ruine.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: Sanierungskosten zu hoch – Investoren winkten ab

Fennpfuhl, Hohenschönhausen, Lichtenberg, Berlin, Deutschland
Blick von der Seebrücke auf den Fennpfuhl in Lichtenberg. Jahrelang verrottete die ehemalige DDR-Gaststätte an der Uferpromenade; bis der Bezirk einen Schlussstrich zog© picture alliance / Schoening | Schoening

Jahrelange Versuche, einen Käufer für die nach langem Leerstand sanierungsbedürftigen „Seeterrassen“ zu finden, scheiterten. Zwölf Jahre lang verrottete das DDR-Bauwerk als Lost Place am Fennpfuhl, bevor der Bezirk in Absprache mit dem Liegenschaftsfonds Berlin einen Schlussstrich zog und Pläne für einen Abriss des heruntergekommenen Gebäudes vorstellte.

„Interessierte Käufer sind immer wieder abgesprungen“, teilte Baustadtrat Andreas Geisel (SPD) mit. „Wir haben in den vergangenen Jahren mit dem Liegenschaftsfonds alles unternommen, um einen Investor zu finden.“ Doch die Suche nach einem zahlungskräftigen Käufer sei auch angesichts des maroden Zustands der Immobilie immer wieder vergeblich gewesen. Ein großes Handicap: Es gab kaum Parkplätze. Zudem schreckten Investoren Sanierungskosten in Millionenhöhe und Erschwernisse bei der Grundstückserweiterung für Anbauten zurück. Auch Hoffnungen, wenigstens noch einen Pächter für den verwaisten Gaststättenbau zu finden, zerschlugen sich. Für eine mögliche Ausbildungsgaststätte eignete sich das Gebäude nicht mehr.

HO-Gaststätte „Seeterrassen“: 2008 endete die DDR-Ikone unter Abrissbaggern

Im Sommer 2008 näherte sich schweres Gerät den „Seeterrassen“ in Lichtenberg. Innerhalb weniger Monate wurde das Gebäude abgerissen, die Trümmer beseitigt, die Fläche renaturiert und in die Grünanlage des Fennpfuhlparks integriert. Rasenflächen, Hecken und Bäume wurden gepflanzt und ein neuer Weg quer über das Areal der ehemaligen Gaststätte entstand. Für den Abriss standen Mittel aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ in Höhe von 389.000 Euro zur Verfügung. Übrig geblieben war von den Außenanlagen der ehemaligen DDR-Gaststätte die Freitreppe zum See, die in die Gestaltung des Parks eingebunden wurde.

Kurz vor dem Abriss deutete Baustadtrat Geisel an, dass eine spätere Bebauung mit einem Lokal oder einem Ausflugspavillon nicht ausgeschlossen sei. Die Errichtung von Privathäusern auf dem Gelände schloss er aus. Zu einer Neubebauung kam es nicht. Heute ist die Freitreppe am See das einzige Zeugnis, das vor Ort noch an die frühere Nutzung des Geländes und die ehemalige Gaststätte „Seeterrassen“ erinnert – ein Gebäude, das vielen als die schönste HO-Gaststätte in den Neubausiedlungen Ostberlins galt und in Erinnerung blieb.