Im größten zusammenhängenden Waldgebiet Berlins entstand Ende des 19. Jahrhunderts die Villenkolonie Grunewald. Fortan lebten dort die (Einfluss-)Reichen und Schönen der aufstrebenden Metropole - das hat sich nicht geändert. Immer noch gilt es als schick, eine Villa in Grunewald zu bewohnen. In dem neuen Buch "Prominente in Berlin-Grunewald" hat ein Autorenteam in akribischer Kleinarbeit all die Geschichten zusammengetragen, die für den "Millionärskolonie" genannten Wohnort so kennzeichnend sind.

Die Liste der Prominenten im Anhang des Buches umfasst 76 Seiten. Wohl nirgendwo sonst in Berlin findet und fand sich eine größere Promi-Dichte. Schriftsteller (Ingeborg Bachmann, Curth Flatow) oder Verleger (Leopold Ullstein und Samuel Fischer), Schauspieler (Romy Schneider, Harald Juhnke), Film- und Musikschaffende (Atze Brauner, Michael Ballhaus, Jack White), Berufsboxer (Bubi Scholz) und Politiker (Theodor Heuss, Joschka Fischer), Kaufhausbesitzer (Georg Tietz, Wilhelm Wertheim, Werner Otto) oder TV-Moderatoren (Sabine Christiansen, Hugo Egon Balder) - Menschen unterschiedlichster Herkunft fanden hier ein Zuhause. Der einzige gemeinsame Nenner der Bewohner hat auch heute noch Gültigkeit: Wohlstand, oft sagenhafter Reichtum, der sich in den Villen auf den parkartigen Grundstücken widerspiegelt. Wer vor dem Schlosshotel an der Brahmsstraße steht, das der Fußball-Nationalmannschaft zur WM samt Entourage genügend Platz bot, kann sich kaum vorstellen, dass es 1912 Anwalt Walter von Pannewitz für sich als Wohnsitz errichten ließ.

Als erste Straße der neuen Villenkolonie wurde ab 1890 in Verlängerung des Kurfürstendammes die Koenigsallee angelegt. Wer sie abschreitet, kann einen Blick in die Vorgärten berühmter Menschen werfen. Weil nicht jeder sich freut, wenn Neugierige am Zaun stehen, nennen wir nur Adressen bereits Verstorbener, die teils nacheinander in den Villen wohnten: Carl Zuckmayer (Nr. 3), Eleonore von Mendelsohn und Ödön von Horvath (Nr. 16), Helmut Käutner (Nr. 18 g), O. E. Hasse (Nr. 30-32), Wenzel Lüdecke (Nr. 32), Ernst Toller und Vicky Baum (Nr. 43-45), Stefan George (Nr. 45-47), Carl Fürstenberg und Ingeborg Bachmann (Nr. 53), Walther Rathenau und Arno Breker (Nr. 65), Georg Tietz und Theodor Heuss (Nr. 71), Brigitte Mira (Nr. 83).