- Das passende Baufinanzierungsmodell hängt stark von den persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten ab.
- Das Annuitätendarlehen zählt zu den gängigsten Kreditarten beim Immobilienkauf.
- Ein Experte von Dr. Klein erklärt, worauf Kreditnehmer achten sollten – und welche Fehler sich von Anfang an vermeiden lassen.
Wer den Traum vom eigenen Zuhause verwirklichen möchte, kommt in der Regel nicht an einem Darlehen vorbei. Welche Form der Baufinanzierung am besten passt, hängt von den individuellen Voraussetzungen und Zielen ab. Eine der beliebtesten Varianten ist das sogenannte Annuitätendarlehen. Wir haben mit Daniel Fersch vom Finanzierungsvermittler Dr. Klein gesprochen. Der Experte für Baufinanzierung und Ratenkredite erklärt, worauf Verbraucher achten sollten, für wen sich diese Kreditform besonders eignet – und wie sich dabei Geld sparen lässt.
Was ist ein Annuitätendarlehen und für wen lohnt es sich? Ein Experte erklärt
„Das Annuitätendarlehen ist die am weitesten verbreitete Finanzierungsform und eignet sich für den Großteil der Kreditnehmer“, erklärt Fersch. Es ist „das Standardprodukt jeder Bank“, so der Experte. Ein Merkmal des Annuitätendarlehens ist, dass die monatliche Rate über die gesamte Zinsbindung hinweg gleich bleibt. Die Rate des Kredits setzt sich aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil zusammen.
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Welche Laufzeiten sind bei Annuitätendarlehen gängig?
Der Zinsanteil nimmt im Laufe der Zeit ab, während der Tilgungsanteil zunimmt. Die Rate selbst bleibt jedoch konstant. „Die typische Zinsbindung beträgt zehn Jahre – das ist auch die Laufzeit, für die meist die besten Konditionen angeboten werden“, erklärt Fersch. Die meisten Kunden wählen seiner Erfahrung nach eine Zinsbindung zwischen zehn und 20 Jahren, je nach individueller Strategie und Risikobereitschaft.
Ein großer Vorteil des Annuitätendarlehens ist demnach die Planungssicherheit, da die monatliche Belastung während der Zinsbindungsfrist stabil bleibt.

Annuitätendarlehen: Diesen Nachteil sollten Kreditnehmer kennen
Allerdings gebe es auch einen Nachteil: Nach Ablauf der Zinsbindung bleibt in der Regel eine Restschuld bestehen, die weiter finanziert werden muss. „Dadurch entsteht ein Zinsänderungsrisiko, da die Anschlussfinanzierung zu einem möglicherweise höheren Zinssatz erfolgen kann“, sagt der Profi.
„Besonders wichtig beim Annuitätendarlehen ist daher das Bewusstsein für das Zinsänderungsrisiko“, sagt Fersch weiter. Wer eine zehnjährige Zinsbindung wählt, muss nach Ablauf dieser Zeit die Restschuld weiterfinanzieren. Die künftigen Bauzinsen sind jedoch ungewiss – je nach Marktentwicklung kann das positiv oder negativ für den Kreditnehmer ausfallen.
Dabei warnt Fersch: „Man sollte sich nicht allein von einem niedrigen Zinssatz, etwa bei einer zehnjährigen Zinsbindung, verführen lassen und gleichzeitig eine sehr geringe Tilgungsrate wählen. Denn nach zehn Jahren bliebe in diesem Fall eine hohe Restschuld, die dann dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt wäre.“ Mit unserem Kredit-Ticker können Sie immer auf dem neuesten Stand der Zinsentwicklung bleiben.
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Annuitätendarlehen: Zwei Spartipps vom Kredit-Profi
Wer sich für ein Annuitätendarlehen entscheidet, fragt sich oft, wie man Geld sparen kann. Hier hat der Branchenkenner zwei Tipps: Die erste Option sind Sondertilgungen. Dabei handelt es sich um außerplanmäßige Rückzahlungen eines Kredits, die zusätzlich zu den regulären Raten geleistet werden, um die Restschuld schneller zu verringern und Zinskosten zu sparen.
Viele Baufinanzierungsverträge bieten die Möglichkeit, eine Sondertilgungsoption einzubauen. Diese koste in der Regel nur einen geringen Zinsaufschlag von etwa 0,05 Prozent. „Selbst wenn man die Sondertilgungsoption für ein Kalenderjahr in vollem Umfang nur einmal nutzt, spart man in der Regel bereits mehr Zinsen ein, als der Aufschlag kostet“, sagt er. Die zweite Möglichkeit ist der Tilgungssatzwechsel. „Dabei gibt es die Möglichkeit, die monatliche Rate flexibel anzupassen“, erklärt Fersch. In der Regel können Kreditnehmer das zweimal innerhalb der Zinsbindung machen.
Es gebe aber auch gewisse Grenzen – „Kreditnehmer können die Rate nicht unbegrenzt erhöhen oder senken“, sagt Fersch. „Doch wer beispielsweise eine Gehaltserhöhung bekommt, kann entscheiden, künftig 500 Euro mehr pro Monat in die Tilgung zu stecken“, so der Profi. Dadurch sinken die Gesamtkosten des Kredits.
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