Im Zins-Check werfen wir jede Woche einen Blick auf die neusten Entwicklungen bei den Bauzinsen. Hierbei unterstützen uns erfahrene Branchenexpertinnen und -experten. Wie entwickeln sich die Zinsen weiter? Welche Zinsbindung ist derzeit sinnvoll, und welche Fehler sollten Kreditnehmer bei der Baufinanzierung unbedingt vermeiden? Diese Woche hat Mirjam Mohr vom Kreditvermittler Interhyp Antworten auf unsere Fragen.
Bauzinsen: Aktuell stabil, doch welche Entwicklung folgt?
Die Bauzinsen sind derzeit vergleichsweise stabil – auch kurzfristig ist laut Mohr nicht mit größeren Schwankungen zu rechnen: „Kurzfristig geht die deutliche Mehrheit unseres monatlichen Interhyp-Bankenpanels (86 Prozent) von gleichbleibenden Bauzinsen rund um 3,5 Prozent für 10-jährige Darlehen aus“, erklärt die Expertin. Wer aktuell einen Immobilienkauf plant, finde ein stabiles Zinsumfeld vor. Nach Mohrs Meinung ein guter Zeitpunkt, um in den Markt einzusteigen.
Über Mirjam Mohr:
Mirjam Mohr ist seit über 15 Jahren Vertriebsvorständin beim Kreditvermittler Interhyp. Zuvor sammelte sie Erfahrung bei verschiedenen Finanzdienstleistern, darunter Goldman Sachs und Unicredit.
Zinsbindung bei der Baufinanzierung: So finden Sie die richtige Zeitspanne
Wie lange sollten Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer den Zinssatz festschreiben? Mohr betont: „Bei der Wahl der richtigen Zinsbindung spielen neben der aktuellen Zinslage auch die individuelle Situation des Kreditnehmers, seine Risikobereitschaft und sein Wunsch nach Flexibilität eine große Rolle.“ Lesen Sie hier: Diese Folgen hat der EU-Zolldeal mit Donald Trump auf die Bauzinsen.
Der Zinsunterschied zwischen fünf- und zehnjährigen Darlehen sei aktuell minimal (3,49 Prozent gegenüber 3,56 Prozent). Längere Zinsbindungen bieten laut Mohr generell mehr Planungssicherheit – und nach zehn Jahren besteht ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht, falls sich günstigere Konditionen ergeben.

Fehler vermeiden: Nicht nur auf den Zinssatz achten
Doch was sollten Kreditnehmer beim Abschluss einer Finanzierung keinesfalls falsch machen? Für Mohr steht fest: „Zu den größten Fehlern bei einer Baufinanzierung gehört, keine Flexibilität in die Finanzierung durch zum Beispiel Sondertilgungen und Ratenanpassungen einzuplanen.“ Auch eine zu geringe Eigenkapitalquote, unterschätzte Modernisierungskosten oder eine unrealistische Haushaltsrechnung könnten teuer werden.
Ihr Rat: Nicht nur auf den Zinssatz schauen! Auch Effektivzins, Tilgung und Vertragsbedingungen entscheiden über die tatsächlichen Kosten. Wer Angebote vergleiche und sich unabhängig beraten lasse, könne oft mehrere tausend Euro sparen.
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