• Wohin bewegen sich die Bauzinsen? Unser Zins-Check der Woche liefert Antworten.
  • Eine Expertin verrät, welcher Zins-Frühindikator derzeit ein deutliches Signal liefert.
  • Zudem gibt sie Tipps, wie sich Kreditnehmer günstige Bauzinsen sichern können.

Wie entwickeln sich die Bauzinsen weiter? Kreditexpertin Mirjam Mohr vom Kreditvermittler Interhyp untersucht aktuelle Markttrends bei Baufinanzierungen und gibt eine Einschätzung zu künftigen Kosten. Dazu liefert sie wertvolle Strategien für bessere Konditionen bei der Immobilienfinanzierung auch bei steigenden Zinsen.

Bauzinsen ziehen an – ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Finanzierung?

„Seit der zweiten Juli-Hälfte sehen wir eine leichte Aufwärtsbewegung bei den Bauzinsen, von rund 3,5 Prozent für zehnjährige Darlehen auf aktuell etwas über 3,6 Prozent“, erklärt Mohr. Für die kommenden Wochen erwartet sie allerdings keine großen Sprünge: „Um dieses Niveau werden sich die Bauzinsen voraussichtlich seitwärts bewegen.“

Über Mirjam Mohr:

Mirjam Mohr ist seit über 15 Jahren Vertriebsvorständin beim Kreditvermittler Interhyp. Zuvor sammelte sie Erfahrung bei verschiedenen Finanzdienstleistern, darunter Goldman Sachs und Unicredit.

Der Grund: Der 10-Jahres-Swap, ein wichtiger Frühindikator für die Zinsentwicklung, nähert sich wieder dem Niveau von März 2025 – damals kletterten die Bauzinsen kurzzeitig auf rund 3,7 Prozent. „Wer mit dem Immobilienkauf liebäugelt, sollte nicht auf sinkende Bauzinsen spekulieren“, denkt sie.

Baufinanzierung: Tipps für günstigere Zinsen

Doch wie können sich Kreditnehmer im aktuellen Umfeld die besten Zinsen sichern? Hierfür gibt es gleich mehrere Stellschrauben. „Ein Vergleich verschiedener Baufinanzierungs-Angebote hilft dabei, die besten Konditionen zu finden. Je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto günstiger sind die Zinsen.“

Mirjam Mohr, Vertriebsvorständin bei Interhyp.
Mirjam Mohr ist Vertriebsvorständin bei Interhyp. Auch Ihrer Sicht bietet sich für Verbraucher aktuell ein attraktives Zinsumfeld.© Interhyp | Andreas Pohlmann

Käufer können sich auch Eigenleistungen beim Bau oder bei einer Sanierung als Eigenkapital anrechnen lassen. „Zusätzlich kann eine hohe Tilgung und passende Sollzinsbindung zu niedrigeren Zinsen führen“, sagt Mohr. Förderprogramme etwa von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder von Landesbanken böten zudem vergünstigte Zinsen. Hier gelten allerdings oft strenge Vorgaben, beispielsweise zur Energieeffizienz.

Immobilienkauf: Energieeffizienz gewinnt an Bedeutung

„Es gibt mittlerweile mehrere Ansätze am Markt, bei denen die Energieeffizienz einer Immobilie direkten Einfluss auf die Konditionen der Baufinanzierung hat – sowohl in Form von Zinsgutschriften als auch in Form von Zins-Malus-Systemen, wenn bestimmte Energiestandards nicht erreicht werden“, so Mohr.

Der Zins-Check der Woche:

Im Format „Zins-Check der Woche“ teilen Profis aus der Branche jede Woche praktische Tricks für Immobilienkäufer und aktuelle Entwicklungen auf dem Markt. Die wichtigsten Fragen rund um Baufinanzierung und Zinstrends diskutieren wir mit Immobilienprofis. Haben Sie auch Fragen oder Anmerkungen zu dem Thema? Schreiben Sie unserer Redakteurin, sie stellt sie unseren Experten.

Banken bieten vermehrt Rabatte, wenn eine Immobilie durch Sanierung eine bessere Energieeffizienzklasse erreicht. Auf der anderen Seite führen schwache Klassen wie G oder H bei einigen Anbietern bereits zu Zinsaufschlägen. „Dies ist zwar noch kein flächendeckendes Malus-System“, betont die Expertin. Allerdings sei hier ein erster Trend erkennbar. „Die Energieeffizienzklasse einer Immobilie gewinnt vermehrt an Bedeutung“, schließt sie.

>> Ein Experte hat außerdem verraten, wie Immobilienbesitzer bei der Heizung Geld sparen können.

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