Im wöchentlichen Zins-Check analysieren Experten die aktuelle Lage für Baufinanzierungen. Dabei geht es nicht nur um die Frage: Wo stehen die Bauzinsen aktuell? Sondern auch darum, worauf Kreditnehmer jetzt achten sollten – und welche typischen Fehler es zu vermeiden gilt.

Diese Woche bewertet Carsten Zimmermann vom Bundesverband Baufinanzierung die Situation. Er ordnet ein, wie sich die jüngsten Zinsschwankungen auswirken, welche Finanzierungsspielräume Käufer derzeit haben und worauf es bei der Wahl der Zinsbindung ankommt.

Baufinanzierung: So entwicklen sich die Zinsen aktuell

Aktuell zeigt sich der Bauzinsmarkt vergleichsweise ruhig. „Die Entwicklung der Bauzinsen verläuft aktuell stabil“, sagt Zimmermann. Doch was bedeutet eigentlich „stabil“? Der Bundesverband Baufinanzierung versteht darunter Schwankungen von bis zu 0,3 Prozentpunkten nach oben oder unten. Zimmermann ist überzeugt: „Derartige Marktbewegungen sollten eine Kaufentscheidung für oder gegen eine Immobilie nicht beeinflussen.“

Warum? Der Experte rechnet vor: Wer 400.000 Euro finanziert, zahlt bei einer Zinsveränderung um 0,3 Prozent rund 100 Euro mehr oder weniger pro Monat. „Viel entscheidender sind Art, Lage und der Zustand der Immobilie. Hier lässt sich bei einer Fehleinschätzung deutlich mehr Geld vernichten“, warnt er. Worauf Käufer bei der Immobilienbewertung achten sollten, lesen Sie hier.

Über Carsten Zimmermann:

Carsten Zimmermann ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Baufinanzierung. Der Verein unterstützt Verbraucherinnen und Verbraucher bei Fragen rund um die Immobilie, die Finanzierung und die Prüfung von Kauf- und Bauträgerverträgen. Zuvor war Zimmermann als Bauträger und als Vertriebs- und Kreditleiter in einer Hamburger Genossenschaftsbank tätig.

Der Fokus sollt demnach stets auf der Immobilie liegen. „Die Zinsen sind dann zu dem Zeitpunkt, wie sie sind“, sagt Zimmermann. „Ist die Immobilie ausgesucht, richtet sich der Blick auf die Bank oder den Vermittler, der das beste Gesamtpaket für den Kunden schnürt.“ Der Zins sei dabei ein Aspekt unter vielen. 

Experte gibt wichtigen Tipp zur Zinsbindung

Pauschale Empfehlungen zur Zinsbindung gibt der Verband bewusst nicht. Zimmermann betont: „Der Gesetzgeber hat nicht ohne Grund festgelegt, dass Kunden, die Geld anlegen, analysiert werden müssen. Das sollte bei deutlich höheren Kreditsummen erst recht gelten.“

Der Experte rät daher dazu, individuelle Faktoren wie Einkommen, Sicherheitsbedürfnis, persönliche Entwicklung und Markteinschätzung in die Entscheidung miteinzubeziehen. Viele Kreditgeber böten heute ohnehin ähnlich günstige Zinsen, so Zimmermann: „Entscheidend ist, welcher Berater die Bedürfnisse seiner Kunden kennt und diese losgelöst von Eigeninteressen zielgerichtet umsetzt.“

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Baufinanzierung: Keine Schnellschüsse aus „Schockverliebtheit“

Auch bei der Suche nach der passenden Immobilie mahnt Zimmermann zur Besonnenheit. „Ist das vermeintlich passende Objekt gefunden, sollte man sich nicht von der eigenen ‚Schockverliebtheit‘ treiben lassen“, empfiehlt er. Zwar sei eine gewisse Schnelligkeit oft erforderlich, Käufer sollten sich aber ausreichend Zeit nehmen, um alle relevanten Punkte zu prüfen. Dazu gehört, wie lange das Objekt schon auf dem Markt ist oder welchen energetischen Zustand es aufweist.

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Auch Fördermittel und Energieberatung sollten Immobilieninteressierte frühzeitig in Anspruch nehmen. „Sich die passende Unterstützung im Hinblick auf Energieberatung und öffentliche Mittel zu holen, ist anspruchsvoll“, sagt Zimmermann. Ein wichtiger Ratschlag des Profis: Kaufinteressenten sollten sich weder vom Verkäufer noch vom Darlehensgeber unter Druck setzen lassen.

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