Das Deutschlandticket könnte zukünftig in Gefahr sein. Wie die „Welt“ berichtet, sind sich Bund und Länder insgesamt uneins über die Finanzierung des bundesweiten ÖPNV-Tickets. Dem Bericht zufolge fordern die Länder eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes und warnen vor einem möglichen Aus für das Deutschlandticket. „Ein Rückzug der Länder aus der Finanzierung würde wohl den Todesstoß für das Ticket bedeuten“, mahnt etwa Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz gegenüber der Zeitung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Eigentlich soll das Deutschlandticket bis 2029 bei einem monatlichen Preis von 58 Euro bleiben – das hat die neue Regierung bereits in ihrem Koalitionsvertrag versprochen. Bislang finanzieren Bund und Länder das Ticket jeweils mit 1,5 Milliarden Euro jährlich. Damit sollen Einnahmeausfälle bei Verkehrsbetrieben kompensiert werden. Diese Finanzierung ist allerdings nur noch für 2025 gesetzlich festgeschrieben. Wie das Ticket ab 2026 finanziert werden soll, ist aktuell noch offen.

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Deutschlandticket: Länder wünschen sich mehr Unterstützung vom Bund

Das Problem: Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmer (VDV) werde die aktuelle Finanzierung nicht reichen, um Verluste der Verkehrsbetriebe auszugleichen. „Für eine langfristige Finanzierung des Deutschland-Tickets braucht es verbindlich zugesagte Mittel von Bund und Ländern in ausreichender Höhe und inklusive einer jährlichen Dynamisierung, damit das Ticket für die Fahrgäste preislich attraktiv bleiben kann“, forderte VDV-Präsident Ingo Wortmann bereits im Februar in einer Pressemitteilung.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) stellte das Deutschlandticket kürzlich in einem Gespräch mit dem „Handelsblatt“ infrage: „Solche Wohltaten des Bundes, die dann zu einem großen Teil von den Ländern finanziert werden müssen, können wir uns nicht mehr leisten.“ Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CDU) warnte in einem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), den Ländern sei es wegen einer „angespannten Haushaltslage derzeit auf keinen Fall möglich“, mehr als die 1,5 Milliarden pro Jahr zu zahlen. Darüber berichtete der „Spiegel“ Ende Mai.

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Wiederum aus dem niedersächsischen Verkehrsministerium heißt es auf Anfrage der „Welt“: „Die hälftige Kostenteilung empfinden wir als fair“. Eine stärkere Beteiligung des Bundes sei trotzdem erwünscht. In Thüringen dagegen pocht man auf eine „moderate“ Erhöhung beim Anteil des Bundes am Ticket.

Scheitern der Verhandlungen hätte gravierende Folgen

Verkehrsminister Schnieder hatte die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern zuletzt schwierig genannt und erklärt, dass der Bund nicht mehr als die Hälfte der Kosten tragen werde. Er fordert von den Ländern, dass sie sich auf eine gemeinsame Position einigen. Wie „Tagesspiegel Backround“ berichtet, soll Ende Juni in einer Sonder-Verkehrsministerkonferenz weiter über die Finanzierung verhandelt werden.

Koalitionsvertrag: Darauf haben sich CDU/CSU und SPD geeinigt

Sollten die Verhandlungen scheitern, hätte das gravierende Folgen für die aktuell rund 13,5 Millionen Nutzer. Die bisherige bundesweite, vergleichsweise günstige Nutzung des Nah- und Regionalverkehrs würde wegfallen, was insbesondere Pendlerinnen und Pendler treffen könnte.

emi mit dpa