Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Besuch bei Trump im Oval Office gut überstanden. Auch wenn der US-Präsident beim gemeinsamen Auftritt mit dem deutschen Kanzler die meiste Zeit redet und Merz eher zuhört – Trump scheint Merz zu mögen, bezeichnet ihn sogar als „Freund“. Gegen Merz‘ Vorgängerin Angela Merkel hingegen setzt der US-Präsident zum Angriff an: An Merz gerichtet sagt Trump: „Sie“ hätte zu viele Migranten in das Land gelassen, es sei nicht der „Fehler“ von Merz. Trump habe „Angela“ gesagt, das hätte nicht passieren dürfen.
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Merz schweigt daraufhin. Obwohl der CDU-Politiker seine Parteikollegin im Laufe der Jahre immer wieder scharf für ihre Politik kritisiert hat, sagt er in dem Gespräch im Oval Office nichts dazu. Erst ein paar Stunden später lässt Merz sich zu Kritik an Merkel hinreißen.

Merz wird mit Zahlen zu Antisemitismus konfrontiert
Nach dem Besuch im Weißen Haus ging es für den deutschen Kanzler ins TV-Studio des US-Senders „Fox News“. Der Sender ist für seine rechtskonservative Ausrichtung und die Nähe zur Republikanischen Partei und Donald Trump bekannt.
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Im Gespräch mit der „Fox News“-Moderatorin wird Merz auf den Anstieg antisemitischer Vorfälle in Deutschland angesprochen. Tatsächlich sind antisemitische Vorfälle in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen. Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) berichtet für das Jahr 2024 von einem Anstieg um fast 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen werden auch in der „Fox“-Sendung eingeblendet.
Merz: Man werde die Migrationspolitik ändern
Merz antwortet, dass das besonders für Deutschland eine „furchtbare Herausforderung“ sei. Deutschland habe „eine Art importierten Antisemitismus durch die große Zahl der Migranten, die in den letzten zehn Jahren gekommen sind.“ Damit bezieht sich Merz indirekt auf die Migrationswelle ab 2015, die mit Merkel im Amt begann. Kritisiert er an dieser Stelle also doch seine Vorgängerin? Er sagt, man werde die Migrationspolitik jetzt ändern. Dass laut RIAS im vergangenen Jahr die größte Anzahl an antisemitischen Vorfällen mit rechtsextremem Bezug seit dem bundesweiten Vergleich im Jahr 2020 registriert wurden, wird an der Stelle nicht erwähnt.
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Am Ende des Gesprächs kommt die Moderatorin auf den Ukraine-Krieg zu sprechen. Die Moderatorin fragt, ob Trump mit seiner Aussage recht habe, dass der Krieg nicht passiert wäre, hätte Trump damals schon im Amt gesessen. Merz lässt sich auf die Spekulation nicht ein – sondern nutzt es als Überleitung für eine weitere Aussage, die möglicherweise als Spitze gegen Merkel gewertet werden könnte: „Wenn wir die Ukraine als Mitglied der Nato gehabt hätten – was 2008 gefordert wurde und die USA war dafür, die französische und deutsche Regierung dagegen – man könnte da wieder spekulieren, ob der Krieg dann passiert wäre.“ Auch damals war Merkel im Amt.







