Vielen Menschen in Deutschland mangelt es derzeit an Zuversicht. „Wir fahren das Land vor die Wand, wenn wir weitermachen wie bisher“ – dieser Aussage stimmen in einer aktuellen Studie 78 Prozent der Befragten zu. Zwei Drittel geben außerdem an, sich von der Politik alleingelassen zu fühlen. Die Lage der Wirtschaft und die politische Gesamtsituation in Deutschland wird schlecht beurteilt. Doch die Studie zeigt auch, wie die Zuversicht der Menschen wieder steigen kann. Genau hier will ein neues Medienprojekt ansetzen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Denn die Befunde sind alarmierend: Nur jede zehnte Person glaubt, dass sie etwas bewirken und Missstände beheben kann. Die Hälfte der Befragten glaubt nicht an ihre Selbstwirksamkeit – also die Fähigkeit, schwierige oder herausfordernde Situationen meistern zu können. Das sind die Ergebnisse der tiefenpsychologisch fundierten Studie, die das Marktforschungsunternehmen rheingold salon im Auftrag der Journalismus-Projekte Initiative 18 und #UseTheNews durchgeführt hat. Auch die Funke-Mediengruppe, zu der diese Redaktion gehört, hat die Studie unterstützt.
Studie: Deutsche fordern von Medien weniger Panikmache
Die Deutschen scheinen wenig Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft zu setzen. Dabei helfe laut Ansicht vieler auch die Politik nicht – nur 30 Prozent der Befragten vertrauen auf die deutsche Politik. Auch die Medien kommen bei den Studienteilnehmern nicht besonders gut weg. Zwar sind 84 Prozent überzeugt, dass Demokratie ohne unabhängige Medien nicht funktionieren würde. Gleichzeitig fordern die Studienteilnehmer von den Medien „mehr Transparenz und weniger Panikmache“.

Deutsche haben wenig Zuversicht und ziehen sich ins Private zurück
Obwohl sich 85 Prozent der Befragten privat gut eingerichtet fühlen, herrscht gesellschaftlich eine Mischung aus Resignation und Schwarzmalerei. Statt tätig zu werden, ziehen sich viele der Befragten in ihr privates Umfeld zurück. Die Ergebnisse, die am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt wurden, machen aber auch deutlich, wie die Zuversicht in Deutschland wieder steigen könnte.
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Denn Menschen, die sich in Vereinen, Kulturgruppen oder Ehrenämtern engagieren, berichten von einem gestärkten Selbstwertgefühl und neuem Vertrauen. 82 Prozent aller Befragten wären optimistischer, wenn die Gesellschaft „gemeinsam gegen die großen Bedrohungen“ ankäme. Drei von vier (77 Prozent) wünschen sich, zumindest im Kleinen wieder wirksam zu sein. Mehr als zwei Drittel (65 Prozent) würden gerne Projekte mit anderen umsetzen – und immerhin 45 Prozent könnten sich vorstellen, sich politisch zu engagieren.
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Die Studienmacher haben auf dieser Basis ein neues Konzept entwickelt: Gemeinsam mit Medienhäusern, Unternehmen und gesellschaftlichen Initiativen starten sie das „Projekt Zuversicht“. Auf sogenannten Hackathons und Barcamps sollen junge Menschen, Kreative sowie Akteure aus Journalismus und Politik zusammenkommen und Konzepte entwickeln, die es schaffen, dieses von den Menschen herbeigesehnte Gemeinschafts- und Wirksamkeitsgefühl wieder entstehen zu lassen.
Die Ideen und Formate sollen später in ein gemeinsames „Meta-Camp“ fließen, bei dem die neuen Konzepte weiterentwickelt werden. Ziel sei es, ein ganzheitliches Angebot zu schaffen, das möglichst viele Menschen aktiviere – lokal, analog und digital. Auch Unternehmen seien eingeladen, sich etwa mit Kommunikationskampagnen zu beteiligen. Die Formate werden in den kommenden Wochen angestoßen. Erste Ergebnisse werden im zweiten Halbjahr 2025 erwartet.






