Zuerst hat Friedrich Merz seinen Amtseid als Kanzler geleistet. Danach wurden auch die Ministerinnen und Minister seines Kabinetts vereidigt. Für die nächsten vier Jahre soll die Bundesrepublik nun von einer Koalition aus CDU, CSU und SPD regiert werden. CDU und SPD stellen jeweils sieben Ministerinnen und Minister, die CSU drei. Einer der von der CDU entsendeten Minister ist allerdings gar kein Parteimitglied. Die wichtigsten Informationen zu den Personalien.

Alle Minister und Ministerinnen der neuen Bundesregierung im Überblick:

  • Lars Klingbeil (SPD), 47 Jahre, Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler
  • Bärbel Bas (SPD), 57 Jahre, Bundesministerin für Arbeit und Soziales
  • Boris Pistorius (SPD), 65 Jahre, Bundesminister der Verteidigung
  • Verena Hubertz (SPD), 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
  • Dr. Stefanie Hubig (SPD), 56 Jahre, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Reem Alabali-Radovan (SPD), 35 Jahre, Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Carsten Schneider (SPD), 49 Jahre, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Johann Wadephul (CDU), 62 Jahre, Bundesminister des Auswärtigen
  • Thorsten Frei (CDU), 51, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes
  • Karin Prien (CDU), 59, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Katherina Reiche (CDU), 51, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie
  • Patrick Schnieder (CDU), 57, Bundesminister für Verkehr
  • Nina Warken (CDU), 45, Bundesministerin für Gesundheit
  • Dr. Karsten Wildberger (parteilos), 55, Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung
  • Alexander Dobrindt (CSU), 54, Bundesminister des Innern
  • Dorothee Bär (CSU), 47, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt
  • Alois Rainer (CSU), 60, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat

Die SPD-Ministerinnen und -Minister im Kurzporträt

Die SPD gab ihre Minister am Montag bekannt. „Erfahrene Persönlichkeiten aus Bundes- und Landespolitik treffen auf neue Gesichter, die für den Generationswechsel in der SPD stehen“, heißt es in einer Erklärung der Parteivorsitzenden Lars Klingbeil, Saskia Esken und des Generalsekretärs Matthias Miersch, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Ministerposten der SPD werden von vier Frauen und drei Männern übernommen.

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#5 Bärbel Bas über Armut als Kind und Frauen an der Spitze
Meine schwerste Entscheidung
 

Lars Klingbeil soll Finanzminister und Vizekanzler werden. Die ehemalige Bundestagspräsidentin Bärbel Bas ist neue Arbeitsministerin der schwarz-roten Regierung werden. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und SPD Politikerin Stefanie Hubig wechselt ins neue Bundeskabinett nach Berlin und übernimmt das Justizressort. Carsten Schneider wird neuer Bundesumweltminister. Boris Pistorius bleibt in der neuen schwarz-roten Bundesregierung Verteidigungsminister. Saskia Esken wird dem neuen Kabinett nicht angehören. Wie es mit ihr weitergeht, ist noch offen.

FINANZEN/VIZEKANZLER

Dialogkonferenz zum SPD-Mitgliedervotum in Baunatal
Lars Klingbeil© Matthias Bein/dpa | Matthias Bein

Lars Klingbeil hat sich in kurzer Zeit bei der SPD in eine absolute Machtposition gebracht. Als Generalsekretär verhalf er 2021 Olaf Scholz ins Kanzleramt, danach stieg der Niedersachse zum Parteichef auf. Nach dem Debakel bei der Wahl 2024 griff er zusätzlich nach dem Fraktionsvorsitz, jetzt wird Klingbeil als Vizekanzler der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt der 47-Jährige für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt muss er sich ins mächtige Finanzressort einarbeiten. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein – auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte.

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ARBEIT/SOZIALES

Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
Bärbel Bas© Kay Nietfeld/dpa | Kay Nietfeld

Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas in den vergangenen dreieinhalb Jahren einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die 56-Jährige wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war.

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VERTEIDIGUNG

Boris Pistorius
Boris Pistorius© Kay Nietfeld/dpa | Kay Nietfeld

Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der 65-jährige Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist Pistorius wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten.

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JUSTIZ

Landtag Rheinland-Pfalz
Stefanie Hubig© Boris Roessler/dpa | Boris Roessler

Stefanie Hubig (56) ist seit 2016 Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz. In der Kultusministerkonferenz ist sie seit 2024 zudem Koordinatorin der SPD-geführten Länder. Doch in Berlin kennt man die SPD-Politikerin vor allem in einer anderen Rolle. Im Bundesjustizministerium begann sie im Jahr 2000 und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats.

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WOHNEN/STADTENTWICKLUNG/BAUWESEN

SPD-Politikerin Hubertz
Verena Hubertz© Rabea Gruber/dpa | Rabea Gruber

Die neue Bauministerin Verena Hubertz ist eine politische Senkrechtstarterin. Die 37-Jährige ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann. 

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UMWELT/KLIMASCHUTZ

Carsten Schneider
Carsten Schneider© Jens Kalaene/dpa | Jens Kalaene

Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar. Er versteht sich gut mit dem künftigen Vizekanzler Klingbeil – die beiden waren sogar gemeinsam im Rennrad-Urlaub.

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WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT UND ENTWICKLUNG

Integrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan
Reem Alabali-Radovan© DPA Images | Soeren Stache

Auch Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war die 35-Jährige Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter. Als Integrationsbeauftragte machte sie damals keine lange Pause.

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Die CDU-Ministerinnen und -Minister im Kurzporträt

In den Reihen der CDU-Minister gibt es ein paar handfeste Überraschungen. Allen voran Karsten Wildberger, der als vollkommener Politik-Neuling das neu geschaffene Digitalministerium übernimmt. Auch Katherina Reiche wechselt aus der freien Wirtschaft in die Politik, die Wirtschafts- und Energieministerin hat allerdings bereits viele Jahre Bundestagserfahrung. Zudem stellt die CDU die erste jüdische Bundesministerin in der Geschichte der Bundesrepublik. Eine weitere Überraschung: Mit Nina Warken übernimmt eine Frau das Gesundheitsministerium, die in diesem Themenbereich bisher überhaupt nicht in Erscheinung trat.

AUSWÄRTIGES AMT

Johann Wadephul
Johann Wadephul© dpa | Michael Kappeler

Johann Wadephul übernimmt den Posten des Außenministers – als erster CDU-Politiker seit dem Jahr 1966. Der 62-Jährige kommt aus Husum und ist erfahrener Bundespolitiker, seit 2009 gehört er dem Deutschen Bundestag an. Seit 2017 ist er stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Union. Als solcher war der dreifache Vater bereits zuständig für die Außen- und Sicherheitspolitik. Der ehemalige Zeitsoldat gilt als Vertrauter von Merz. Gemeinsam reisten die Beiden im Dezember nach Kiew und trafen dort den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Der Krieg in der Ukraine wird wohl ein zentrales Thema des neuen Außenministers werden, in der Vergangenheit betonte er Russlands Verantwortung für den Konflikt, die Ampel-Regierung kritisierte er für ihren zögerlichen Umgang mit dem Aggressor. Im Februar unterlief Wadephul allerdings ein peinlicher Fehler. Der Rechtsanwalt fiel auf einen Fake-Anruf eines prorussischen Komikerduos herein, die sich als Mitarbeiter von Selenskyj ausgegeben hatten. 20 Minuten lang sprach er mit den Betrügern unter anderem über die militärische Unterstützung Deutschlands für die Ukraine.

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BESONDERE AUFGABEN/BUNDESKANZLERAMT

Thorsten Frei
Thorsten Frei© dpa | Christophe Gateau

Als erster parlamentarischer Geschäftsführer stand Thorsten Frei dem neuen Bundeskanzler schon innerparteilich zur Seite, jetzt wird er es auch auf Bundesebene tun. Der 51-Jährige gilt als einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz, als Chef des Bundeskanzleramts soll er einen reibungslosen Regierungsablauf garantieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass es dem dreifachen Vater an Regierungserfahrung fehlt. Die konnte er bisher nur in seinem Heimatbundesland Baden-Württemberg sammeln. Dort war der gelernte Rechtsanwalt Regierungsrat im Staatsministerium und von 2004 bis 2013 Oberbürgermeister von Donaueschingen. Im Anschluss zog Frei dann in den Deutschen Bundestag ein. In der Kritik stand er außerdem, als er 2023 forderte, das Asylrecht zu reformieren und durch eine Kontingentlösung zu ersetzen.

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BILDUNG/FAMILIE/SENIOREN/FRAUEN/JUGEND

Karin Prien
Karin Prien© dpa | Bernd von Jutrczenka

Karin Prien wird die erste jüdische Ministerin der Bundesrepublik Deutschland. Sie wechselt aus der Landespolitik nach Berlin. Seit 2017 führt die Politikerin das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein, dort liegt ihre größte Expertise. Auch sie arbeitete vor ihrer politischen Karriere als Rechtsanwältin. Die Familie der 59-Jährigen war vor den Nationalsozailisten in die Niederlande geflohen, daher wurde Prien in Amsterdam geboren. Sie hat selbst drei Kinder und lebt in Hamburg. Die leidenschaftliche Köchin gilt als relativ liberal. Außerdem ist sie meinungsstark und scheut keine Debatte. So forderte sie 2021 trotz Protesten des grünen Koalitionspartners in einem Erlass die Schulen in Schleswig-Holstein auf, Gender-Sterne, das Binnen-I, den Gender-Gap oder den Schrägstrich in schriftlichen Arbeiten als Fehler zu bewerten.

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WIRTSCHAFT/ENERGIE

Katherina Reiche
Katherina Reiche© dpa | Roland Weihrauch

Die Nachfolge von Robert Habeck (Grüne) tritt Katherina Reiche an. Für viele ist das eine Überraschung, schließlich hatte die 51-Jährige 2015 nach 17 Jahren Mitgliedschaft auf ihr Bundestagsmandat verzichtet und war in die freie Wirtschaft gewechselt. Dort arbeitete sie für eine Tochter des Energiekonzerns innogy und beim Lobbyverein Verband kommunaler Unternehmen. Außerdem sitzt sie dem Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung vor. Vielleicht hat Friedrich Merz sie genau deswegen ausgewählt, die gebürtige Brandenbürgerin gilt als bestens vernetzt, überdies als selbstbewusst und ehrgeizig. Reiche hat drei Kinder mit ihrem ehemaligen Ehemann, dem CDU-Politiker Sven Petke. Auch ihr aktueller Partner ist in der Union bestens bekannt, es handelt sich um den ehemaligen Verteidigungs- und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Die Beziehung der beiden wurde erst im April öffentlich.

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VERKEHR

CDU Holds Small Party Congress To Vote On Coalition Contract
Patrick Schnieder© Getty Images | Sean Gallup

Für den 57-jährigen Patrick Schnieder bedeutet die Ernennung als Verkehrsminister eine große Verantwortung. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur wird wohl zu einem großen Teil von seinem Ministerium ausgegeben werden. Der Jurist aus Rheinland-Pfalz trägt die Verantwortung dafür, dass das Geld auch an den richtigen Stellen ankommt. Auf die Aufgabe konnte sich der erfahrene Bundestagsabgeordnete und Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion als stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss vorbereiten. Schnieder setzt sich außerdem für einen starken ländlichen Raum, eine leistungsfähige Infrastruktur, flächendeckende Gesundheitsvorsorge und die Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten Belgien, Luxemburg und den Niederlanden ein. Auffallen wird Schnieder schon rein körperlich. Mit seinen 2,02 Metern überragt er sogar Friedrich Merz (1,98 Meter).

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GESUNDHEIT

CDU Holds Small Party Congress To Vote On Coalition Contract
Nina Warken© Getty Images | Sean Gallup

In der Gesundheitspolitik hat Nina Warken bisher wenig Erfahrung gesammelt. Die 45-Jährige ist Rechtsanwältin und debattierte während den Koalitionsverhandlungen noch in der Arbeitsgruppe Inneres, Recht und Migration. Dennoch wird die Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg nun das Gesundheitsministerium leiten, für viele kommt das überraschend. Doch Warken hat sich in den Ausschüssen des Parlaments durchaus bewährt und soll in der Lage sein, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten. Im Bundestag sitzt die dreifache Mutter bereits seit 2013, wobei sie 2017 den Einzug verpasste und erst im November 2018 nachrückte. Während ihr Vorgänger Karl Lauterbach (SPD) bekanntermaßen passionierter Tischtennisspieler ist, bevorzugt Warken die größere Variante und verbringt die Freizeit gerne auf dem Tennisplatz.

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DIGITALISIERUNG/STAATSMODERNISIERUNG

Dr. Karsten Wildberger
Dr. Karsten Wildberger© dpa | Kay Nietfeld

Ein eigenes Digitalministerium ist eine Neuheit in der deutschen Politik. Und es wird auch von einem Politikneuling geleitet. Mit Karsten Wildberger präsentiert die CDU nicht nur einen Minister, der bisher kein einziges politisches Amt bekleidet hat, er ist noch nicht einmal CDU-Mitglied, sondern parteilos. Das fehlende politische Kapital soll er durch Kompetenz wettmachen. Der 55-Jährige hat in Physik promoviert und sich dann der freien Wirtschaft zugewandt. Er bekleidete Führungspositionen bei internationalen Unternehmen wie T-Mobile oder Vodafone und verantwortete beim Energiekonzern E.ON den digitalen Wandel. Vor seinem Amtsantritt war er Vorstandschef des Ceconomy Konzerns und Vorsitzender der Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding. Die unternehmerischen Tätigkeiten hat er mit seinem Amtsantritt aufgegeben.

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Die CSU-Ministerin und -Minister im Kurzporträt

Auch die CDU-Schwesterpartei CSU besetzt drei Ministerien. Dass eines davon das Landwirtschaftsministerium wird, war schon lange bekannt, CSU-Chef Markus Söder warb intensiv für seinen Lieblingskandidaten Günther Felßner. Diesem wurde jedoch eine Verurteilung wegen Umweltverschmutzung, sowie seine Lobbytätigkeiten für den Deutschen Bauernverband zum Verhängnis. Tier- und Umweltschützer protestierten und besetzten sogar den Hof Felßners. Dieser verkündete daraufhin nicht zur Verfügung zu stehen. Stattdessen berief Söder nun Alois Rainer, der 60-Jährige dürfte außerhalb Bayerns nur wenigen bekannt sein. Anders sieht das bei Dorothee Bär aus. Die neue Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt machte bereits in ihrer Zeit als Staatsministerin auf sich aufmerksam.

INNERES

Alexander Dobrindt
Alexander Dobrindt© dpa | Michael Kappeler

Alexander Dobrindt kehrt für die CSU ins Kabinett zurück und wird Innenminister. Der studierte Soziologe sitzt bereits seit 2002 im Bundestag und amtierte von 2013 bis 2017 als Verkehrsminister. Damals war er hochumstritten: So stieß er die Einführung einer Pkw-Maut an, die nur von ausländischen Autofahrern bezahlt werden sollte, während Deutsche sie über die Kfz-Steuer zurückerhalten sollten. Schon damals wurde das Konzept kritisiert, dennoch versuchte sie sein Nachfolger Andreas Scheuer einzuführen, bis sie vom Europäischen Gerichtshof kassiert wurde. Auch seine Rolle im VW-Abgasskandal sorgte für Kritik. Nach seinem Ausscheiden war Dobrindt CSU-Landesgruppenvorsitzender im Bundestag und fiel dort durch populistische Aussagen auf. So warnte er im Zusammenhang mit Klimaaktivisten wie der Letzten Generation vor der Entstehung einer „Klima-RAF“ oder forderte, Kriegsflüchtlinge zurück in die Ukraine zu schicken, wenn sie in Deutschland nicht arbeiten.

FORSCHUNG/TECHNOLOGIE/RAUMFAHRT

Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
Dorothee Bär© Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Auch Dorothee Bär kehrt ins Bundeskabinett zurück. Von 2018 bis 2021 war sie Staatsministerin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. Die dreifache Mutter war schon damals auch parteiintern umstritten, ihre Vision von Flugtaxis und ihr Instagram-Auftritt sorgen bis heute für Spott. Andere halten die Unterfränkin jedoch für ein großes Talent. Bär ist deutschlandweit bekannt und wurde, wenn auch mit oft schwachen Ergebnissen, wiederholt zur stellvertretenden CSU-Vorsitzenden gewählt. In ihrem Wahlkreis scheint man ihr jedenfalls zu vertrauen, das zeigt ein besonderer Erfolg bei der jüngsten Bundestagswahl: Mit 50,5 Prozent fuhr die Diplom-Politologin bundesweit und parteiübergreifend das beste Erststimmenergebnis ein.

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ERNÄHRUNG/LANDWIRTSCHAFT/HEIMAT

Alois Rainer
Alois Rainer, MdB, CSU, Vorsitzender im Finanzausschuss im Deutschen Bundestag, posiert fuer ein Foto. Berlin, 14.01.2022© picture alliance / photothek | Thomas Trutschel

Lange galt Günther Felßner als sicherer nächster Landwirtschaftsminister. Doch nach dieser den exzessiven Protesten von Tier- und Umweltschützern nicht standhielt, musste CSU-Chef Markus Söder umschwenken und entschied sich schließlich für den 60-jährigen Niederbayern Alois Rainer, der seit 2013 im Bundestag sitzt. Der gelernte Metzger und Vater zweier Kinder steht als harter Gegensatz zu seinem vegetarisch lebenden Vorgänger Cem Özdemir (Grüne). Während dieser den Fleischkonsum reduzieren wollte, plant Rainer das genaue Gegenteil. So forderte er mehr Fleisch im Kita-Essen und schloss eine Steuererhöhung für Fleisch aus. Bei der Vorstellung des Agrarministers versprach Söder „Leberkäs statt Tofu-Tümelei“.

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lro/fgö/dpa