Wer einen außergewöhnlichen Geschmack hat oder ein exklusives Geschenk sucht, wird nicht unbedingt in Einkaufszentren fündig. Modeketten bieten hier Klamotten von der Stange, in Parfümerien und in Supermarktfilialen gibt es die üblichen Produkte. Gut, dass es in Berlin zahlreiche engagierte Einzelhändler gibt, die wir Woche für Woche in unserer Serie "Berliner Perlen" vorstellen. Für Liebhaber des Besonderen empfehlen wir hier 10 ausgewählte "Berliner Perlen" mit einem überraschenden Angebot.

  • Charlottenburg: "Retronia" - Neue Mode im alten Stil

Seit 2013 leitet Klaus Andree das Bekleidungsgeschäft an der Damaschkestraße.
Seit 2013 leitet Klaus Andree das Bekleidungsgeschäft an der Damaschkestraße.© Max Müller

Nicht nur Liebhaber der Goldenen Zwanziger und von Oldtimern zieht es zu „Retronia“. "Wir verkaufen hier keine historischen Waren, sondern neue Mode im Stil vergangener Zeiten“, erzählt Prokurist Klaus Andree. „Bei uns geht es querbeet durch die Jahrzehnte, von den 1920er- bis zu den 1960er-Jahren.“ Das Angebot reicht von „Workwear“, wie Andree einen rockabillyähnlichen Stil beschreibt, bis hin zur feinen Abendgarderobe für Feiern im Stil der Goldenen Zwanziger wie die immer beliebter werdenden „Bohème Sauvage“-Partys von Else Edelstahl. Neben der Bekleidung ergänzen zahlreiche Accessoires und Dekorationsartikel das Angebot für Damen und Herren.

Adresse: Damaschkestraße 38, Charlottenburg
Telefon: 43 66 48 89
Öffnungszeiten: Di.–Fr. 11–18 Uhr, Sbd. 11–16 Uhr
Website: www.retronia.de

  • Tempelhof: "American Lifestyle - US-Store Berlin" - Shopping zwischen Stars and Stripes

Im „US-Shop“ gibt es viele importierte Produkte, die einen langen Weg über den Atlantik hinter sich haben.
Im „US-Shop“ gibt es viele importierte Produkte, die einen langen Weg über den Atlantik hinter sich haben.© Max Müller

Wer die USA mag, wird "American Lifestyle – US Store Berlin" lieben. Seit mehr als 20 Jahren betreibt Brigitte Wittig, unterstützt von ihrem Mann, einen Laden, in dem ausschließlich Produkte aus Nordamerika, aus den USA und Kanada, vertrieben werden. Das Sortiment umfasst mehr als 700 Artikel, darunter Lebensmittel, Souvenirs, Dekoratives, Karten und sogar original Nummernschilder „aus sämtlichen Staaten“, wie Wittig versichert. Der Kundenkreis von „American Lifestyle – US Store Berlin“ ist groß: In das Fachgeschäft kommen Amerika-Fans und Expats, Schüler, die sich auf einen Austausch vorbereiten, und Liebhaber nur selten zu bekommender Süßigkeiten. Die populären Pop-Tarts etwa hat Wittig in gut einem Dutzend Geschmacksrichtungen, darunter Blaubeere, Erdbeer-Milchshake und „Pretzel“.
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Adresse: Attilastraße 177, Tempelhof
Telefon: 76 00 76 10
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 11–17 Uhr, Mi. nur bis 16 Uhr
Website: www.us-shop-berlin.de
  • Zehlendorf: "Rennzentrum Zehlendorf" - Der Laden für ein rasantes Hobby
Ist stolz auf seine Rennbahn: Inhaber Andreas Driesener ist selbst leidenschaftlicher Carrera-Fan.
Ist stolz auf seine Rennbahn: Inhaber Andreas Driesener ist selbst leidenschaftlicher Carrera-Fan.© Dirk Teuber

Betritt man das "Rennzentrum Zehlendorf", kommt man sich vor wie in einem riesigen Spielzeuggeschäft nur für Jungs: Hier gibt es Komplett-Autobahnen, Rennwagen-Bausätze, Umrüstsets für das digitale Fahrvergnügen, Ersatzteile – vom abgebrochenen Außenspiegel bis zu neuen Reifen – sowie alte und neue Rennwagen. Selbst der Fußboden ist einer asphaltierten Rennbahn nachempfunden – Schotterbett und Leitplanken inklusive. Das Herzstück des Geschäfts verbirgt sich im Keller. Stolze 33 Meter lang ist die Rennbahn, die sich sogar um die Ecke schlängelt. Nicht nur Hobby-Rennfahrer treffen sich hier, die Bahn kann auch gebucht werden.

Adresse: Teltower Damm 266a, Zehlendorf
Telefon: 88 66 98 40
Öffnungszeiten: Mo.–Mi., Fr 14–20 Uhr, Sbd. 11–15 Uhr
Website: www.rennzentrum-zehlendorf.de
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  • Prenzlauer Berg: "Langbrett" aus Berlin bietet fair produzierte Outdoor-Mode


Der Langbrett-Laden an der Kastanienallee.
Der Langbrett-Laden an der Kastanienallee.© Max Müller

Die Outdoor-Marke "Langbrett" will das exakte Gegenteil der Fast-Fashion-Industrie sein, die unentwegt billig produzierte und schadstoffbelastete Wegwerfprodukte auf den Markt katapultiert. Statt der Umwelt zu schaden, wollen die Macher sie schützen. „Wir setzen auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft“, erklärt ­Co-Gründer Oliver Spies das sogenannte Closed-Loop-Prinzip von Langbrett. „Das heißt, dass ein Schuh, den man bei uns kauft, eins zu eins wiederverwertet wird.“ In der Praxis ist das nicht leicht umzusetzen. Nur hochwertige und entsprechend teure Materialien lassen sich überhaupt recyceln. Und das Langbrett-Team will die Produzenten fair entlohnen. Die Produkte sollen allerdings keine Luxusartikel sein, sondern für jedermann bezahlbar.

Adresse: Kastanienallee 44, Prenzlauer Berg
Öffnungszeiten: Mo.–Sbd. 11–19 Uhr
Telefon: 41 99 71 55
Website: www.langbrett.com

  • Schöneberg: Im "Jukeland" werden alte Jukeboxen wieder lebendig

Gerhard Mizera wird von seinen Kunden liebevoll „Dr. Juke“ genannt.
Gerhard Mizera wird von seinen Kunden liebevoll „Dr. Juke“ genannt.© Paula Ragucci

Gerhard Mizera hat sich alten Jukeboxen verschrieben. Sein Laden in Schöneberg ist bis unter die Decke mit US-amerikanischen 1950er-Jahre-Dekorationsartikeln, Möbeln und natürlich Jukeboxen vollgestopft. Einige der Geräte müssen gewartet werden, andere stehen zum Verkauf, wieder andere sind zu vermieten. Während die Corona-Pandemie vielerorts Geschäfte zum Erliegen brachte, erlebte Mizera das genaue Gegenteil: Zu seinem Erstaunen mussten plötzlich mehr Jukeboxen repariert werden. „Niemand hatte erwartet, dass so viele Jukeboxen darauf warten, wieder zum Leben erweckt zu werden“, sagt er. Bei ihm sind sie in guten Händen.

Adresse: Crellestraße 14, Schöneberg
Telefon: 782 33 35
Öffnungszeiten: Di.–Fr. 14–18 Uhr, Sbd. 11–14 Uhr
Website: www.jukeland.de

  • Kreuzberg: Im "Wollparadies Fadeninsel" findet man alles fürs Stricken und Häkeln

Marita Tenberg verkauft vor allem Naturfasern.
Marita Tenberg verkauft vor allem Naturfasern.© Max Müller


Auch das Handarbeiten boomt zu Zeiten der Corona-Krise. Viele Berliner hätten das Stricken und Häkeln in der Pandemie neu für sich entdeckt, erzählt Marita Tenberg. Als sich der zweite Lockdown abzeichnete, hätten sich vor dem Laden lange Schlangen gebildet, erinnert sie sich. „Und das vor einem Wollgeschäft, das war schon irre.“ Mitten auf der der Szene- und Ausgehmeile Oranienstraße befindet sich zwischen Clubs, Kneipen und Bars die „Fadeninsel“ von Marita Tenberg. Sie verkauft vor allem Naturfasern: pflanzliche aus Baumwolle, aber auch tierische vom Mohair, von Alpakas, Merinoschafen oder der Kaschmirziege.

Adresse: Oranienstr. 23, Kreuzberg
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 11–19 Uhr, Sbd. 11–17 Uhr
Telefon: 615 69 94
Website: www.fadeninsel.de

  • Wilmersdorf: 15.000 Artikel für das perfekte Dinner bei Coledampf's

Josephin Ehrig und Ralf Jämmrich legen Wert auf die Funktionalität der Ware.
Josephin Ehrig und Ralf Jämmrich legen Wert auf die Funktionalität der Ware.© Franz Michael Rohm

Bei "Coledampf's" finden sich Tausende Töpfe, Pfannen, Bräter, Geschirr in so gut wie allen Farben und Formen, Tischwäsche, Abtrockner, Reiben, Besteck, Behältnisse, Backformen, Gläser, Reiben, Mörser, Löffel und vieles mehr - in vielfachen Ausführungen, Qualitäten und zu unterschiedlichen Preisen. Wer das Kochen und Backen liebt oder ein Geschenk für einen Genuss-Fan sucht, wähnt sich hier im Paradies. Stolz ist Teilhaberin Josephin Ehrig auf einige Produkte, die führende Hersteller exklusiv für „Coledampf’s“ herstellen. Etwa Messer der Solinger Firma Güde mit Walnussholzgriff und Messing-Nieten, saugfähige Abtrockentücher aus Leinen, Kochlöffel und hölzerne Schneidebretter.

Adresse: Fechnerstr. 27, Wilmersdorf
Telefon: 883 91 91
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 11–19 Uhr, Sbd. 10–16 Uhr
Website: www.coledampfs.de
Berlin für Genießer - mehr zum Thema:

Lutz Lehmann schöpft aus mehr als fünf Jahrzehnten Erfahrung. Alle paar Jahre kreiert er neue Düfte.
Lutz Lehmann schöpft aus mehr als fünf Jahrzehnten Erfahrung. Alle paar Jahre kreiert er neue Düfte.© Franz Michael Rohm

In dritter Generation mischt Lutz Lehmann Düfte. Er wurde bereits im zarten Alter von sechs Jahren von seinem Vater an die Parfümerie herangeführt. „Immer wieder durfte ich einzelne Essenzen ­riechen: Orange, Zitrone, Jasmin, Lavendel, Maiglöckchen, Gewürze. Einige Tage später ließ mich mein Vater wieder ­riechen, und ich musste die Düfte benennen“, erinnert er sich. Sein Ladengeschäft an der Kantstraße feiert bald 100-jähriges Bestehen. Jeweils 39 Euro kosten 50 Milliliter der Düfte. Gemischt werden sie im Keller. In den darf kein Besucher. „Niemals!“ sagt Lehmann entschieden. „Das ist mein Geheimnis.“
Harry Lehmann Kantstraße 106, Charlottenburg, Tel. 324 35 32, Mo.–Fr. 10–18 Uhr, Sbd. 10–14 Uhr, www.parfum-individual.de
  • Mitte: Im "S.Wert" gibt es einzigartige Geschenkideen aus Berlin
  • Die studierte Architektin Sandra Siewert hat ihren Laden im Jahr 2007 gegründet.
    Die studierte Architektin Sandra Siewert hat ihren Laden im Jahr 2007 gegründet.© Harry Schnitger

    Die Idee ist simpel und doch genial: Sandra Siewert spielt mit den Bildern dieser Stadt und bannt bekannte und unbekannte Berlin-Motive, die sie überhöht, vereinfacht oder stilisiert, auf Textilien, Papier und andere Materialien. Seit 2007 existiert ihre Marke „S.Wert“, die eine eigene, unverwechselbare Ästhetik hat. Und längst deutschlandweit in Boutiquen, Buchhandlungen und Souvenirläden vertrieben wird. Siewert selbst hat nach wie vor einen eigenen Laden. Der liegt an der Brunnenstraße. Hier wird in diesem Jahr auch aller Voraussicht nach das 15-jährige Bestehen ihrer Marke gefeiert.
    S.Wert Brunnenstraße 191, Mitte, Mo.–Sbd. 11–18 Uhr, Tel. 40 05 66 55, www.s-wert-design.de. Ausgewählte Produkte können Sie auch im Morgenpost-Webshop erwerben: shop.morgenpost.de
  • Prenzlauer Berg: Hier werden Emailleprodukte wiederentdeckt
  • Stephan Antusch verkauft Emailleprodukte aus der ganzen Welt. Viele kommen aus Österreich.
    Stephan Antusch verkauft Emailleprodukte aus der ganzen Welt. Viele kommen aus Österreich. © Max Müller
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    Von Campingtasse bis Auflaufform: In Prenzlauer Berg feiern Emailleprodukte eine Renaissance. Das Ausgangsmaterial ist Eisen, das zunächst in die jeweils gewünschte Form gebracht und anschließend emailliert wird. „Das ist ein komplexes Verfahren“, erklärte Geschäftsinhaber Stephan Antusch. „Heute gibt es kaum noch Firmen, die Emailleprodukte herstellen.“ Der gelernte Einzelhandelskaufmann kennt sie fast alle. Vor allem die östereichischen Unternehmen, die seit vielen Jahrhunderten die Tradition pflegen. Abgesehen von „Omas Waschschüsseln“ ist das Sortiment, das er in seinem Laden „Liv Emaille“ führt, alles andere als eingestaubt. Es ist modern, schick, günstig. „Und auch nachhaltig. ­Gerade das wissen immer mehr Menschen zu schätzen“, so Antusch.
    Liv Emaille Stargarder Str. 9, Prenzlauer Berg, Tel. 34 62 73 05, Mo.–Do., Sbd. 10–18 Uhr, Fr. 10–19 Uhr, www.emaille.de

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