Es ist noch nicht so lange her, dass Menschen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland nach Berlin zogen, weil es sich dort billig leben ließ. Kurz nach der Wende lockten billige Mieten im Ostteil der Stadt, aber auch in Bezirken wie Neukölln. Die Preise für Lebensmittel und den öffentlichen Nahverkehr waren ebenfalls moderat und in der Regel deutlich günstiger als in vielen Großstädten im Westen des Landes.

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Tempi passati! Die Lebenshaltungskosten in Berlin kennen nur noch eine Richtung – steil nach oben. Mittlerweile ist Berlin die fünftteuerste Stadt Deutschlands nach München, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg. Besonders die Kosten für Mietwohnungen sind in den vergangenen Jahren förmlich explodiert. Selbst das teure München ist plötzlich in Sichtweite. Und wer gar mit dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses liebäugelt, muss laut Berechnungen der Open-Source-Plattform Numbeo mit Kosten von im Schnitt 5000 Euro (Wohnung) beziehungsweise 3878 Euro (Haus) pro Quadratmeter rechnen.
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Für ein gutes Leben braucht eine vierköpfige Familie knapp 5800 Euro
Stand August 2025 benötigt eine vierköpfige Familie in Berlin monatlich 3438 Euro zum Leben. Exklusive Miete, wohlgemerkt. Eine Vierzimmerwohnung im Stadtzentrum schlägt noch einmal mit durchschnittlich rund 2354 Euro zu Buche, wer weiter raus zieht, zahlt im Schnitt 1667 Euro. Eine Familie bräuchte also insgesamt 5792 Euro, um in Berlin gut leben zu können. Dabei beträgt das durchschnittliche Nettoeinkommen in Berlin gerade einmal 3104 Euro. Damit liegt die Hauptstadt deutlich hinter Städten wie München, Hamburg, Düsseldorf oder Stuttgart.
Singles in einer Zweizimmerwohnung im Stadtzentrum zahlen rund 2253 Euro monatlich für Lebenshaltungskosten und Miete. Außerhalb des S-Bahn-Rings sind es im Schnitt 1942 Euro. Geringverdiener und Rentner haben in der Hauptstadt dagegen das Nachsehen. Der Durchschnittsrentner muss laut Numbeo mit 1533 Euro auskommen. Große Sprünge sind damit nicht möglich.
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Berlin „nur“ halb so teuer wie New York
Numbeo hat in seinem laufend aktualisierten „Cost of Living Index“ für verschiedene Produkte und Dienstleistungen auch aufgeschlüsselt, wofür die Berlinerinnen und Berliner ihr Geld ausgeben. Größter Posten ist mit durchschnittlich 29,2 Prozent die Miete, gefolgt von Lebensmitteln (24,5 Prozent), Gaststättenbesuchen (16,5 Prozent) und Fortbewegung (10,8 Prozent).
Wenig tröstlich ist der Blick auf andere Metropolen. Beim Index für die Lebenshaltungskosten zieht Numbeo New York City als Referenz heran. Die Stadt erhält einen Wert von 100. Berlin kommt im Vergleich auf einen Wert von 54,63, bei den Mieten allein sogar nur auf 36,56. Damit wäre das Leben in Berlin also nur etwa halb so teuer wie im Big Apple, aber immer noch teuer genug.
So schneidet Berlin bei der Lebensqualität ab
Interessant ist auch, wie Berlin bei der Lebensqualität abschneidet. Hier beurteilt Numbeo die Faktoren Lebenshaltungskosten und Kaufkraft, Bezahlbarkeit von Wohnraum, Kriminalitätsrate, Qualität des Gesundheitswesens, Verkehr sowie Sauberkeit von Luft und Wasser und erstellt daraus einen „Lebensqualität-Index.“
240 Punkte sind maximal erreichbar. In Europa schneidet Den Haag (Niederlande) mit 235 am besten ab. Berlin erreicht einen Wert von 175 und kommt damit unter den bewerteten europäischen Städten auf Platz 45. Abzüge gibt es vor allem beim Thema Sicherheit. Das Kriminalitätsniveau wird zwar als „moderat“ beschrieben, besorgniserregend seien jedoch die Zunahme der Kriminalität in den vergangenen drei Jahren sowie die Probleme im Zusammenhang mit Drogenkonsum und -handel. Laut Numbeo basieren die Einschätzungen allerdings auf Umfragen von Besuchern der Seite und sind deshalb mit Vorsicht zu betrachten.
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