Advent in Berlin

Was Sie über die Berliner Weihnachtsmärkte wissen müssen

96 Weihnachtsmärkte gibt es offiziell in Berlin. Das müssen Sie über den Advent in der Stadt wissen.

Der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Berliner Breitscheidplatz hat bis zum 5. Januar 2020 geöffnet.

Der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Berliner Breitscheidplatz hat bis zum 5. Januar 2020 geöffnet.

Foto: Photo Huber

Berlin. 96 Weihnachtsmärkte gibt es in dieser Saison in Berlin, wenn man der Liste der Senatswirtschaftsverwaltung Glauben schenkt, die adventliche Events akribisch nach Bezirken sortiert aufgelistet hat. Die Morgenpost hat einige Besonderheiten zu den Märkten zusammengestellt:

Alternativ: Fackeln und Feuerstellen tauchen das für Clubs, Kunst- und Kulturveranstaltungen bekannte RAW-Gelände in Friedrichshain in ein mittelalterliches Licht. Plastikweihnachtsmänner sind hier Fehlanzeige, stattdessen präsentieren und verkaufen Töpfer, Holzschnitzer und viele andere Kunsthandwerker mehr ihre Arbeiten. Besucher können sich an den Tavernen mit heißem Met, Glühwein und Feuerzangenbowle wärmen, außerdem gibt es deftiges Essen. Bei historischer Musik bringen Gaukler und Akrobaten mit ihren Feuershows das Publikum zum Staunen. Bei Kindern beliebt sind das handbetriebene Holzkarussell und das Holzriesenrad.

Eintritt: Einige der Weihnachtsmärkte kosten Eintritt. So müssen Erwachsene auf dem Gendarmenmarkt in Mitte einen Euro zahlen, Kinder bis zwölf Jahre sind frei. Für den Weihnachtsmarkt auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain werden sogar zwei Euro fällig, ermäßigt ein Euro, Kinder bis fünf Jahren sind frei.

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Eislaufen: Die Eisbahn am Neptunbrunnen gehört zum Weihnachtsmarkt „Berliner Weihnachtszeit“ direkt vor dem Roten Rathaus und befindet sich am Fuße des Fernsehturms auf der westlichen Seite des Alexanderplatzes. Die Eisfläche ist rund 600 Quadratmeter groß. Auch auf dem Weihnachtsmarkt „Winterwelt“ am Potsdamer Platz gibt es eine 40 Meter lange und 13 Meter breite Kunsteisbahn. Die Eisbahn am Alexanderplatz befindet sich direkt vor der Galeria Kaufhof und gehört zum dortigen Weihnachtsmarkt. Eine Eisbahn gibt es auch auf dem Weihnachtsmarkt in Zehlendorf direkt vor dem Rathaus. Neu ist die Eisbahn der Späth’schen Baumschulen an der Späthstraße 80/81 in Treptow-Köpenick.

Familientage: So richtig preiswert ist das adventliche Vergnügen nicht, schon gar nicht für Familien mit Kindern. Immerhin gibt es auf dem Weihnachtsmarkt in Spandau jeden Mittwoch an jedem Stand 30 Prozent Rabatt auf ein Produkt. Zudem kommt jeden Mittwoch der Weihnachtsmann und überrascht die Kinder. Auf dem Markt an der Landsberger Allee in Lichtenberg gibt es jeden Mittwoch ermäßigte Preise für alle Fahrgeschäfte und Bahnen.

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Guter Zweck: Die ersten Besucher des Spandauer Weihnachtsmarktes werden mit Lebkuchenherzen mit zuckersüßen „Grüßen vom 49. Spandauer Weihnachtstraum“ beschenkt. Wer mag, darf dafür auch sein Scherflein in eine Spendenbüchse geben. Geldspenden, die in der Zeit des Weihnachtsmarktes einfließen, werden zusammen mit Erlösen aus weiteren karitativen Aktionen einer gemeinnützigen Einrichtung im Bezirk für deren Sozialarbeit zur Verfügung gestellt. Auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wird traditionell Geld für den Wärmebus des DRK gesammelt. Am Nikolaustag verkaufen AG City und der Schaustellerverband ab 12 Uhr Glühwein und Gebäck für den guten Zweck.

Romantik: Der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt führt die Liste der beliebtesten Märkte an. In bester Lage auf einem der schönsten Plätze Berlins gibt es Handwerkliches und Kunsthandwerkliches zu kaufen. Für Romantiker ebenfalls gut geeignet ist der Weihnachtsmarkt mit der wohl schönsten Kulisse am Schloss Charlottenburg.

Straßensperrungen: Bei einigen Weihnachtsmärkten werden wegen des Aufbaus der Buden zeitweise Straßen gesperrt. Wann und wo das ist, kann auf der Seite der Berliner Verkehrsinformationszentrale eingesehen werden. Bei einigen Weihnachtsmärkten sind Straßen im Umfeld dauerhaft gesperrt:

  • Mitte: Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus, Spandauer Straße, in beiden Richtungen zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Rathausstraße, bis Mitte Januar 2020, Fahrbahn auf jeweils einen Fahrstreifen verengt und Fahrstreifenverschwenkungen.
  • Charlottenburg: Sicherungsmaßnahmen für den Markt an Gedächtniskirche, Tauentzien und Kudamm Richtung Halensee zwischen Nürnberger Straße und Joachimsthaler Straße: bis 19. Januar. Fahrtrichtung gesperrt, für Busse und Fahrräder frei; Hardenberg- und Budapester Straße in Richtung Kurfürstenstraße zwischen Joachimsthaler Straße und Nürnberger Straße: bis Mitte Januar, Fuß- und Radverkehr sind nicht betroffen; Kantstraße in beiden Richtungen zwischen Joachimsthaler- und Hardenberg-/Budapester Straße: Vollsperrung bis Mitte Januar. Fußgänger und Radfahrer sind nicht betroffen.

Sicherheit: Der Anschlag eines Islamisten auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 hat deutlich gemacht, dass es nirgends absolute Sicherheit gibt. Die Bemühungen der Sicherheitsbehörden Berlins zielen daher darauf ab, dass sich zumindest eine Tat wie die an der Gedächtniskirche nicht noch einmal wiederholt. Entsprechende Maßnahmen müssen daher inzwischen überall umgesetzt werden. Der Breitscheidplatz gilt wegen seiner traurigen Geschichte jedoch als besonders sensibel. Metallpoller, Stahlgitterkörbe mit Sandsäcken sowie Stahl- und Betonsockel, die inzwischen dauerhaft den Rand des Platzes säumen, werden nun auch noch um die teilweise Sperrung von Tauentzien- und Budapester Straße sowie des Kurfürstendamms ergänzt. Dieser „massive Hochsicherheitstrakt“ ist nicht nur aus optischen Gründen strittig und hat Anlieger wie Hotels oder den Pfarrer der Gedächtniskirche zu Beschwerden veranlasst. Gerichtliche Auseinandersetzungen gab es in den vergangenen Monaten in diesem Zusammenhang auch mit dem Betreiber des Weihnachtsmarkts am Schloss Charlottenburg. Strittig ist noch immer, wer letztlich die Kosten für Terrorabwehrmaßnahmen zu tragen hat.

Skandinavisch: Dänemark, Schweden und Norwegen bieten mit Weihnachtsmärkten Einblicke in die Bräuche und Sitten der nordischen Länder.

  • In der Christianskirche der Dänischen Gemeinde, Brienner Straße 12 in Wilmersdorf, können Besucher sich beim Dänischen Weihnachtsmarkt oder Christianskirkens julemarked auf landestypische Leckereien wie Smørrebrød, dänische Mini-Krapfen – genannt Æbleskiver – und Lakrids freuen. 30. November und 1. Dezember 2019, Sbd., 12 bis 19 Uhr, So., 12 bis 18 Uhr.
  • Am gleichen Wochenende und ebenfalls in Wilmersdorf zeigt auch die Schwedischen Victoriagemeinde an der Landhausstraße 26, wie im hohen Norden Weihnachten gefeiert wird. Wer Elchwürste mag, wird hier fündig. Es gibt aber auch die Grüne Prinzesstorte mit Marzipan, die Zimtschnecken Kanelbuller und Glögg. Angeboten wird auch landestypisches Kunsthandwerk und Spielzeug wie Dalapferde in verschiedenen Größen und Farben. An beiden Tagen gibt es jeweils um 16 Uhr eine Luciaprozession. Datum: 30. November und 1. Dezember 2019, Sbd, 10 bis 19 Uhr, So., 12 bis 18 Uhr. Eintritt: ein Euro.
  • Norwegisch wird es am 2. Advent in Kreuzberg. Die norwegische Kirchengemeinde Sjømannskirken bietet in ihrem großen Saal an der Wartenburgstraße 7 die Gelegenheit, die norwegische Küche kennenzulernen: Rentierragout, Fischsuppe, Fischbuletten und Smørbrød mit Garnelen gibt es auch zum Mitnehmen. Beliebt sind Wolldecken, Pullover und Jacken, Mützen und Schals mit norwegischen Mustern. 7. und 8. Dezember 2019, 12 bis 20 Uhr.
  • Sehr bekannt ist auch der Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg, Schönhauser Allee, der bis zum 22. Dezember dauert. Mehr als 60 Stände, Schwedenfeuer, Glögg und skandinavische Gemütlichkeit erwarten die Besucher.

Umweltschutz: Schonender Umgang mit Ressourcen und Müllvermeidung gilt auch für die Weihnachtsmärkte. Die Bezirke erteilen bei der Genehmigung den Betreibern neben den Sicherheits- auch Umweltauflagen. Das betrifft Müllvermeidung, Mülltrennung, Abwasserentsorgung und Energieeinsparung. Aber auch Wegwerfgeschirr ist nicht mehr zulässig. Speisen dürfen nur in Behältnissen aus wiederverwertbarem oder kompostierbarem Material serviert werden. Glühwein darf nur in Pfandgläsern oder -tassen ausgeschenkt werden. Viele der Gläser sind inzwischen zu beliebten Souvenirs geworden. Eine weitere Auflage ist, dass der Energieverbrauch reduziert werden muss. Viele Weihnachtsmarktbetreiber haben deshalb schon ihre Illumination von herkömmlichen Leuchtmitteln auf LED umgestellt.

Weihnachtspyramide: Der Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz kann mit Europas größter Erzgebirgspyramide aufwarten. Sie überstrahlt mit mehr als 5000 Lichtern den Platz.

Zeiten: Die Weihnachtsmärkte haben zu ganz unterschiedlichen Zeiten geöffnet: Manche gibt es an den Wochenenden, andere nur an einzelnen Tagen, die großen Märkte dagegen meist wochenlang. So haben die Märkte auf dem Gendarmenmarkt in Mitte (bis 31. Dezember), auf dem Breitscheidplatz in Charlottenburg (bis 5. Januar), der Markt am Potsdamer Platz (bis 5. Januar) und am Roten Rathaus (bis 6. Januar) bis über Weihnachten hinaus geöffnet.

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