Sie kann beides: richtig hart verhandeln – und richtig hart feiern. Katharina Dröge ist eine der wichtigsten Gegenspielerinnen von Kanzler Friedrich Merz und eine leidenschaftliche Karnevalistin. Und das, obwohl die Grünen-Fraktionschefin gar keine echte Rheinländerin ist, sondern aus dem Münsterland kommt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ dieser Redaktion erzählt die Volkswirtin, wie der CDU-Chef in den Tagen nach der Bundestagswahl und noch vor seiner Wahl zum Kanzler versuchte, die Grünen ins Boot zu holen, um das gigantische Schuldenpaket für Verteidigung und Infrastruktur zu beschließen. Merz brauchte Dröges Partei, um eine Zweidrittelmehrheit zur Lockerung der Schuldenbremse zu erreichen – hatte aber in den Monaten davor genau diesen Schritt den damals noch regierenden Grünen stets verweigert.
Dröge lobt den heutigen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
Es ist ein Politkrimi: Es geht um den berühmten Mailbox-Anruf von Merz, um schlechtes Timing und alte Rechnungen. Schlagartig berühmt wurde Dröge, als sie sich in jenen aufgeladenen Stunden in einer flammenden Rede den damaligen Unionsfraktionschef Merz vorknöpfte.

Dröge lobt im Podcast ausdrücklich den heutigen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Er sei unter den drei Verhandlungsführern der künftigen Koalition derjenige gewesen, „der am meisten Verhandlungserfahrung hatte – und wir haben irgendwann selber erkannt, dass wahrscheinlich er derjenige sein würde, der diesen Deal schließen oder auch nicht schließen würde“, so Dröge. „Wenn man viel verhandelt, dann erkennt man ja so Dynamiken in Gruppen, und Klingbeil war sehr passiv in diesen Verhandlungen und Merz ein bisschen impulsiv.“
Politische Differenzen dürften in so einem Moment keine Rolle spielen, erklärte Dröge. Sie persönlich setze auf Humor, um eine tragfähige Verhandlungsbasis zu erzeugen. „Bei Olaf Scholz hat es nie funktioniert“, erinnerte sie sich. „Bei Dobrindt kann man auf der Ebene, weil er eben ein Mensch ist, der über sich selbst lachen kann, connecten für diesen Verhandlungsmoment, ohne dass man dabei dann eben vergessen muss: Ich bin bei den Grünen im linken Flügel, er ist in der CSU der Grünen-Fresser.“
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Dass Dröge hart kämpfen kann, wenn sie will, musste auch schon ein anderer alter Politikprofi erleben: Bei der Bundestagswahl gewann Dröge ihren Kölner Wahlkreis knapp vor SPD-Mann Rolf Mützenich. Aber eigentlich kein Wunder: Dröge und Köln, das funktioniert. Ihr Karnevalsverein heißt „Schnüsse Tring 1901 e. V.“ – und auf die Frage, wie man das vom Kölsch ins Hochdeutsche übersetzt, antwortet Dröge wie aus der Pistole geschossen: „‚Tring‘ steht für ‚Katharina‘. Und ‚Schnüsse‘ heißt eigentlich ‚große Klappe‘.“
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