Bauministerin Verena Hubertz vermisst Innovationsgeist in Deutschland. „Wir sind zu langsam, wir sind zu bürokratisch, wir sind zu pessimistisch, wir sind irgendwie behäbig geworden“, sagt die SPD-Politikerin im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ dieser Redaktion. Gemütlichkeit könne sich Deutschland nicht mehr erlauben. „Diese Ungeduld und diesen Startup-Spirit, den brauchen wir im ganzen Land“, betont sie.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Vorhaben wie Bürokratieabbau und Planungsbeschleunigung seien zwar im Koalitionsvertrag verankert. Es komme aber „nicht drauf an, das irgendwo festzuschreiben, sondern es auch zu leben“. Wenn es an die Umsetzung gehe, „gibt es meistens irgendwie den Minimalkonsens“, kritisiert die Ministerin. „Und so kommen wir nicht weiter.“

Hubertz und „Kitchen Stories“: Ziel war „die beste Koch-App, die es gibt“
Den Startup-Geist kennt Hubertz aus ihrer Zeit vor der Politik. Nach dem Studium erfand sie mit einer Freundin die App Koch-App „Kitchen Stories“. Das Ziel sei es gewesen, „die beste Koch-App, die es gibt“ zu schaffen. Die GmbH, die die beiden dafür gründeten, hieß AJNS New Media GmbH. „Alles jetzt - nichts später, dafür steht das AJNS“, erläuterte die Ministerin.
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Die Kultur der Startup-Szene vermisse sie in der Politik, sagt Hubertz. „Im Startup heißt es: Hast du hier was beizutragen, bringst du dich ein? Ansonsten: Da ist die Tür, mach was aus der Zeit. Und in Politik ist schon sehr viel Präsenztermin und nicht immer mit einem konkreten Output versehen.“
Ihre schwerste Entscheidung, sagt Hubertz, sei es gewesen, das selbst gegründete Unternehmen 2020 zu verlassen, um in die Politik zu gehen. 2021 wurde sie für die SPD zum ersten Mal in den Bundestag gewählt und wurde direkt stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Seit wenigen Monaten leitet die 37-Jährige das Bundesbauministerium.
Hubertz: Umgang mit Saskia Esken war „nicht fair“
Im Podcast erzählt Hubertz, dass sie unter anderem die ehemalige Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, darin bestärkt hat, in die Politik zu gehen. Sie sagt aber auch: Mit Frauen werde in der Politik „härter ins Gericht gegangen“. Wie mit der früheren SPD-Vorsitzenden Saskia Esken „umgegangen wurde, das war nicht fair“, findet Hubertz. Das habe „niemand verdient und gerade erst recht nicht Saskia Esken, die Großartiges geleistet“ habe, Ohne Esken „hätten wir nie den Kanzler gestellt“.
Den Vizekanzler und SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil nahm sie dabei aber in Schutz. Klingbeil sei „alles andere als skrupellos“.
Den Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ können Sie hier hören und auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Podcast und Amazon Music. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Donnerstag.




