Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor dem Konsum schon geringster Mengen von Alkohol. Man müsse die Aussage revidieren, dass ein oder zwei Glas Wein pro Tag der Gesundheit dienen würden, sagte der SPD-Politiker im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“. „Wir haben jetzt klare Studienergebnisse dahingehend, dass beispielsweise das Krebsrisiko schon mit dem ersten Glas Wein steigt.“ Somit sei es „traurigerweise“ anders gekommen, als die Epidemiologen gehofft hatten. „Wir haben immer gedacht, dass der Wein zum Schluss gesundheitsfördernd ist und dass wir daher hier tatsächlich das Schöne mit dem Nützlichen verbinden können. Aber leider ist es nicht so, sondern die Studienlage ist jetzt sehr eindeutig.“

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#10 Karl Lauterbach über ein Leben als Herzchirurg - und das wirksamste Superfood
Meine schwerste Entscheidung
 

Lauterbach: „Betrinken ist bei mir ein No-Go“

Er selbst trinke trotzdem „weiter regelmäßig Wein“, räumte Lauterbach ein, allerdings betrinke er sich nie. „Das ist also etwas, was ich nicht mache. Ich bin also extrem diszipliniert, wenn ich merke, das reicht jetzt, dann ist auch wirklich sofort Schluss.“ Als Grund führte er auch seine Familiengeschichte an. „Es ist tatsächlich so, dass mein Vater zeitweise erhebliche Alkoholprobleme gehabt hat und daher habe ich sehr früh gelernt, dass man eine Willenskraft aufbringen muss, die auch wichtig ist“, sagte er. „Und daher ist bei mir Betrinken ein No-Go, aber ich trinke sehr gerne ein Glas Wein.“

Lauterbach berichtete, er habe als Arzt wiederholt Leben gerettet. Er habe oft Notfälle versorgt, auch im Bundestag sei das „ein- oder zweimal oder dreimal“ geschehen. Lauterbach schilderte eine Situation, in der nicht mehr helfen konnte und ein Mensch gestorben ist. „Das ist mir auch passiert. Und das ist schwierig“, sagte er.

Lauterbach: Das ist der Grund, warum er an die Eliteuni Harvard ging

Lauterbach bekannte im Podcast, dass er sich schwer mit der Entscheidung getan habe, nach seinem Medizinstudium nicht als Herzchirurg zu arbeiten. „Das war für mich eine dramatische Entscheidung, weil ich identifiziert war mit dem Wunsch, Arzt zu werden. Ich hatte schon ganz konkrete Vorstellungen, was ich machen wollte, und habe das dann tatsächlich hinter mir gelassen und habe etwas Neues danach nochmal studiert.“

Während seines Medizinstudiums, das ihn auch in den US-Bundesstaat Texas führte, habe er entweder Herzchirurg oder Unfallchirurg werden wollen, so Lauterbach. In einer texanischen Klinik, in der vor allem ärmere Patienten behandelt wurden, habe er „eine Seite der Medizin gesehen, die ich aus Deutschland so noch nicht kannte“. Das habe ihn massiv verändert. Die allermeisten Eingriffe, die er vorgenommen habe, seien vermeidbar gewesen. „Wir arbeiteten im Prinzip den ganzen Tag an der Reparatur von medizinischen Katastrophen, die vermeidbar waren.“ Daher habe er überlegt, „wie kann man einen längeren Hebel finden, als hier jeden Tag Stunden im OP zu stehen“. Schließlich habe er sich entschieden, ein Studium der Vorbeugemedizin in Harvard anzuschließen.

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Lauterbach zeigte Interesse an einer weiteren Amtszeit als Gesundheitsminister. „Man sollte sich selbst nicht für unersetzlich halten. Und mir ist erstmal wichtig, natürlich, es ist so, ich bin nicht amtsmüde, ich hätte noch Lust und Kraft für weitere Arbeit“, sagte er. Es lägen zudem noch einige Gesetze auf Halde, die man im Koalitionsvertrag sofort verankern könne. „Somit sind wir da ganz gut vorbereitet.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Den Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ können Sie hier hören und auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Podcast und Amazon Music. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Donnerstag. Bisher veröffentlicht: