Für Felix Banaszak gab es eine unverhandelbare Bedingung dafür, den Job als Grünen-Parteichef zu machen: „Meine Tochter hat im Zweifel immer Vorrang, und den Zweifel definiere ich.“ Das erzählt Banaszak im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ dieser Redaktion.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nachdem die vorherigen Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour im Herbst 2024 ihren Rücktritt erklärt hatten, kursierte Banaszaks Name schnell als ein möglicher Nachfolger – genauso wie der seiner heutigen Co-Parteichefin Franziska Brantner. Banaszaks Tochter war zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre alt. „Natürlich stellt man sich dann die Frage, was bedeutet das auch fürs Familienleben, was bedeutet das für die eigene Vaterschaft, für den Anspruch, den man an seine eigene Vaterschaft hat“, sagt der 35-Jährige dieser Redaktion.

Um Parteichef zu werden, sei es deshalb für ihn eine Voraussetzung gewesen, dass sein Kind im Zweifel immer Vorrang vor dem Parteiamt habe. Brantner, selbst Mutter einer Tochter im Teenageralter, habe geantwortet, sie wolle es genauso handhaben. „Und wir haben uns das in die Hand versprochen, und wir lösen das bis heute ein, wenn jemand von uns sagt, ich brauche jetzt mal die Zeit für die Familie, ich brauche jetzt mal den Abend frei, ich brauche jetzt mal den Nachmittag, dann stützen wir und unterstützen wir uns immer.“
Banaszak und Schimanski: „nicht die großen Fische, sondern die armen Schweine“
Im Podcast erzählt Banaszak, der aus Duisburg kommt, auch, warum er ein Fan des legendären Duisburger Tatort-Kommissars Horst Schimanski (Götz George) ist – und welche Gemeinsamkeiten er zwischen sich und Schimanski sieht.
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Sie verbinde, findet Banaszak, „der Gerechtigkeitssinn, weil Horst Schimanski immer jemand war, der selbst als Polizist auch immer mit den Verbrechern, die eigentlich nicht die großen Fische, sondern die armen Schweine waren, eine Form von Sympathie hatte.“ Das heiße nicht, dass er die habe laufen lassen, „aber dass er schon geguckt hat, werden auch in unserer Gesellschaft manchmal Menschen in solche Situationen gebracht, die jetzt nicht mit sozusagen Böswilligkeit, sondern teilweise auch als arme Schlucker irgendwie über die Runden kommen mussten.“
Schimanski sei „bei aller sozusagen rauen Haltung immer mit einem enorm großen Herz unterwegs“ gewesen, sagte Banaszak. „Und insofern, wir sind offensichtlich andere Typen, aber ich finde, er hat schon was auch so dieses leicht Gebrochene.“
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Sein Gerechtigkeitssinn war auch ausschlaggebend für die Entscheidung, die Banaszak als seine schwerste bezeichnet. 2017 wurde die damals 14-jährige Bivsi Rana nach Nepal abgeschoben – direkt aus dem Unterricht heraus an dem Duisburger Gymnasium, das auch Banaszak besucht hatte. Der Grünen-Politiker flog nach Nepal, setzte sich für die Rückkehr der Familie ein und hatte Erfolg. Rückblickend sagt er aber auch: Das hätte schiefgehen können.
Den Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ können Sie hier hören und auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Podcast und Amazon Music. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Donnerstag.








