Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat vor der Ausgrenzung von Bürgern gewarnt, die skeptisch auf die Unterstützung der Ukraine blicken. „Die Leute werden stigmatisiert, wenn sie eine andere Meinung haben, das ist ganz, ganz schlimm“, sagte der CDU-Politiker im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“. „Und die Spaltung der Gesellschaft, die wir alle miteinander an Corona erlebt haben, die wir alle miteinander auch beklagen übrigens, die führen wir jetzt an anderen Themen fort, das ist bitter zu erleben.“

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#16 Michael Kretschmer über Hausbesuche von Corona-Leugnern und sein Gespräch mit Putin
Meine schwerste Entscheidung
 

Beim Thema Ukraine und Russland wiederhole sich, „dass man eben nicht unterschiedliche Positionen in Ruhe miteinander bespricht, ohne die Leute zu stigmatisieren“. 

Kretschmer: Bei Ukraine werden dieselben Fehler gemacht wie während Corona

Auf die Nachfrage, wer genau stigmatisiert werde, sagte der sächsische Regierungschef: „Ja, all diejenigen, die sich für diplomatische Beziehungen und Initiativen eingesetzt haben, die auch eine kritische Position haben zu den Waffenlieferungen. Die der Meinung sind, Deutschland ist da zu sehr schon Kriegspartei, die wurden und werden ja häufig als Putin-Versteher diskreditiert.“ Dies sei „eine ziemliche Verletzung, die auch in der Sache durch nichts zu begründen ist.“

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Die entscheidende Frage der Corona-Zeit sei, „warum wir daraus nicht gelernt haben, dass man kommunizieren muss, dass man unterschiedliche Meinungen zulassen muss, dass man sie sichtbar machen muss“, kritisierte Kretschmer. „Denn all das, was wir jetzt gerade mit dem Krieg in der Ukraine erleben, ist genau wieder diese eine Dimension: Nur das eine kann richtig sein, das andere muss falsch sein.“

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Kretschmer erlebte Putin „total unglücklich“ über Impf-Unlust der Russen

Kretschmer gab erstmals Einblick in ein Gespräch, das er im April 2021 mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt hatte. Putin sei „ein bisschen verzweifelt“ gewesen, dass sich die russische Bevölkerung nicht im gewünschten Maß gegen Corona habe impfen lassen. Kretschmer unterstrich: „Der russische Präsident damals, ich habe mit ihm ja telefonieren können, war total unglücklich, hat das auch in dem Gespräch so gesagt, verzweifelt nahezu, dass die Russen sich nicht impfen lassen.“ Das Gespräch mit Putin fand telefonisch statt, obwohl sich Kretschmer in Moskau aufhielt. Am selben Tag empfing Putin den Präsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko.

Kretschmer berichtete von seinen Bemühungen, den russischen Impfstoff Sputnik auch in Deutschland einzusetzen. „Mit einfach der Option, wenn das tatsächlich so sein sollte, dass ein Teil der Bevölkerung sich lieber damit impfen lassen will – dann bitteschön!“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Bei den Gesprächen in Moskau sei aber schon deutlich geworden, dass Sputnik wahrscheinlich nicht die strengen Kriterien bei der Zulassung von Impfstoffen in Deutschland erfüllen werde. „Auch das war eine interessante Erfahrung“‘, so Kretschmer.

Den Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ können Sie hier hören und auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Podcast und Amazon Music. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Donnerstag.