- Seit dem 8. Mai 2025 ist Robert Francis Prevost als Leo XIV. Bischof von Rom und damit Papst
- Die Wahl des gebürtigen US-Amerikaners war für die meisten Experten eine Überraschung
- Die wichtigsten Infos zu Papst Leo XIV. im Steckbrief
Ihn hatten nicht einmal die größten Vatikan-Experten auf der Rechnung: Dass sich das Konklave für Robert Francis Prevost als neuen Papst entschied, gilt als handfeste Überraschung. Ein US-Amerikaner als Pontifex – viele hielten das für ein Ding der Unmöglichkeit. Doch so geschah es. Nach nur vier Wahlgängen stand die Zweidrittelmehrheit. Weißer Rauch stieg auf, der Nachfolger von Franziskus war gefunden – und er heißt mal wieder Leo. 13 Päpste dieses Namens gab es bisher. Mit dem 14. ist Leo nunmehr zusammen mit Innozenz der fünftbeliebteste Papstname nach Johannes, Gregor, Benedikt und Clemens.
Die wichtigsten Infos zu Papst Leo XIV.
| Name | Papst Leo XIV. |
|---|---|
| Geburtsdatum | 14. September 1955 |
| Amt | Papst |
| Staatsangehörigkeit | USA und Peru |
| Orden | Augustiner |
| Kardinal seit | 30. September 2023 |
| Amt bis zur Papstwahl | Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe |
Leo XIV.: Herkunft, Familie, Ausbildung – Das Wichtigste zu seinem Privatleben
Robert Francis Prevost wurde am 14. September 1955 in Chicago im US-Bundesstaat Illinois geboren. Er hat noch zwei ältere Brüder. Prevost wuchs in einem Vorort südlich von Chicago auf. Der neue Papst hat französische, italienische, spanische und mutmaßlich auch afroamerikanische Wurzeln. Sein Vater Louis Marius Prevost (1920–1997) war Schulleiter, seine Mutter Mildred Martínez (1911–1990) Bibliothekarin. Nach seinem High-School-Abschluss an einer katholischen Schule studierte Prevost an der Villanova University in Pennsylvania Mathematik und Philosophie. Träger der Hochschule ist die römisch-katholische Kirche, gegründet wurde sie 1842 vom Augustinerorden, was Prevost möglicherweise dazu bewog, nach seinem Abschluss in beiden Fächern 1977 selbst den Augustinern beizutreten.
Mit dem Ziel Priester zu werden, studierte Prevost von 1978 bis 1982 katholische Theologie in Chicago. 1981 legte er sein Ordensgelübde, die ewige Profess, ab und gelobte Armut, Keuschheit und Gehorsam. Am 19. Juni 1982 wurde Prevost zum Priester geweiht. Seine Studien setzte er an der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom fort, wo er mit einer kirchenrechtlichen Arbeit promoviert wurde.
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Ab Mitte der 1980er-Jahre war Prevost als Missionar in Peru tätig. Er war unter anderem Ausbildungsleiter, Provinzialoberer der Augustiner und Professor für Kirchenrecht an einem Priesterseminar. 1998 wurde Prevost nach Chicago zurückberufen und war dort Priorprovinzial der Ordensprovinz. Drei Jahre später wechselte er nach Rom, wo er bis 2013 als Generalprior der „Chef“ aller Augustiner weltweit war.

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Für weitere Karriereschübe sorgte Papst Franziskus, der den polyglotten und versierten Prevost 2015 zum Bischof von Chiclayo im Norden Perus ernannte. Kurz zuvor hatte Prevost auch die peruanische Staatsbürgerschaft angenommen. Acht Jahre später holte ihn Franziskus in den Vatikan, wo Prevost die Leitung des Dikasteriums für die Bischöfe übertragen wurde. Am 30. September 2023 wurde Prevost schließlich ins Kardinalskollegium aufgenommen. Nach dem Tod von Franziskus wählten ihn das Konklave am 8. Mai zu dessen Nachfolger. Prevost nahm den Namen Leo XIV. an.
Wie viele Sprachen spricht Papst Leo XIV.
Der neue Papst gilt als äußert polyglott. Neben seiner Muttersprache Englisch spricht Leo XIV. fließend Französisch und fast akzentfrei Italienisch, wovon sich Millionen Menschen bei seiner Antrittsrede als Papst an den Bildschirmen überzeugen konnten. Als langjähriger Missionar und Bischof in Peru ist Leo XIV. Spanisch zu einer zweiten Muttersprache geworden. Und was ist mit Deutsch? Lukas Schmidkunz, Leiter der deutschen Augustiner, erklärt, er habe sich mit Prevost während dessen Zeit als Generalprior problemlos auf Deutsch unterhalten können. Wie jeder Mann der Kirche kann Leo XIV. natürlich auch Latein. Offenbar konnte er schon als Kind die Messe in lateinischer Sprache halten. Prevosts älterer Bruder John berichtete NBC, der kleine Robert habe das Bügelbrett seiner Mutter genommen, ein Tischtuch darübergelegt und die Familie zum „Gottesdienst“ eingeladen.
Wo wohnt Leo XIV.? Und hat er Hobbys?
Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bleibt der 69-Jährige vorerst in seiner Wohnung im Palazzo del Sant‘Uffizio wohnen. Dort lebt er, seit er Anfang 2023 zum Leiter des Dikasteriums für die Bischöfe ernannt worden war. Anders als sein Vorgänger Franziskus, der jede Form von Prunk ablehnte und sich im Gästehaus des Vatikans, dem Domus Sanctae Marthae, einrichtete, will Leo XIV. wieder in den Apostolischen Palast ziehen.
Der Palazzo Apostolico ist die offizielle Residenz des Papstes. Allerdings muss der Palast wieder als Papst-Wohnung eingerichtet werden. Dafür sind Umbauarbeiten notwendig, da sie schon seit mehreren Jahren unbewohnt ist. Auch die Sicherheitsvorkehrungen müssten verstärkt werden. Leo XIV. hat indes die Qual der Wahl, welchen Teil des Palasts er beziehen will. An Raum fehlt es nicht: Der Palazzo Apostolico ist ein Gebäudekomplex mit etwa 1400 Räumen und 55.000 Quadratmetern Grundfläche.
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Da trifft es sich gut, dass der Papst lange Spaziergänge liebt. Wollte er alle Räume seines Palastes durchwandern, käme er auf eine sehr gute Schrittzahl. Wie Leo XIV. in einem Interview vor einigen Jahre erklärte, ist der neue Chef im Vatikan durchaus aktiv an Sport interessiert und spielt gerne Tennis. Seit er in den Vatikan berufen wurde, habe er aber kaum noch Gelegenheit gehabt, auf dem Platz zu stehen, sagte Prevost.
Warum heißt der neue Papst Leo?
Die Wahl des Papstnamens ist eine richtungsweisende Entscheidung und ein Indiz dafür, welche Richtung der neue Stellvertreter Christ einschlagen will. Franziskus ließ sich vom heiligen Franz von Assisi inspirieren, der vor allem für die Armen da sein wollte. Leo wiederum hat eine lange Tradition in der Geschichte des Papsttums. Leo XIV. selbst hat seine Namenswahl bereits erklärt. Er berufe sich vor allem auf seinen Vorgänger Leo XIII. (1878-1903) der die soziale Frage rund um die erste große industrielle Revolution mit der historischen Enzyklika „Rerum novarum“ behandelt habe. Heute biete die Kirche ihr Erbe der Soziallehre an, um auf eine neue Industrierevolution sowie die Entwicklung der künstlichen Intelligenz zu reagieren, betonte Leo XIV. Diese bringe „neue Herausforderungen für die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit mit sich“.
Auch auf ein weiteres Erbe Leos XIII. kann sich sein Nachfolger berufen – das des Friedenspapstes. Leo XIII. galt als Vermittler bei Streitigkeiten zwischen den Staaten. Leo XIII. sei es gelungen, die päpstliche Diplomatie in einer Welt konfrontativer Nationalstaaten zu stärken und den Einfluss der katholischen Kirche geltend zu machen“, erklärt der Kirchenhistoriker Jörg Ernesti dessen Bedeutung. Wie wichtig Leo XIV. Frieden auf der Welt ist, hat er bereits bei seiner ersten Ansprache an die versammelten Gläubigen auf dem Petersplatz erklärt. Er stehe bereit, „damit sich die Feinde begegnen und einander in die Augen schauen können, damit den Völkern die Hoffnung zurückgegeben wird und ihnen die Würde wiedergegeben wird, die sie verdienen, die Würde des Friedens“, so Leo XIV. in einer späteren Erklärung.
Ist der neue Papst konservativ oder ein Progessiver?
Leo XIV. könnte wohl am ehesten als Mann der Mitte beschrieben werden. Er hat bereits erklärt, den Weg seines Vorgängers Franziskus fortsetzen zu wollen, was vielen konservativen Bischöfen und Kardinälen nicht gefallen dürfte. Als langjähriger Bischof einer Diözese in Peru weiß der neue Papst, was Armut bedeutet. Es gilt als sicher, dass Leo XIV. schon aufgrund seiner Zeit in Südamerika soziale Fragen und Verteilungsgerechtigkeit besonders am Herzen liegen werden. Ebenso dürfte er sich nach Einschätzung von Kirchenexperten als dezidiert politischer Papst sehen, der beispielsweise im Krieg gegen die Ukraine eine Vermittlerrolle übernehmen könnte.
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In Glaubensfragen wird Leo XIV. wohl ebenfalls den Weg seines Vorgängers weitergehen. Dazu zählt, dass er die Rolle der Frauen in der Kirche stärken und ihnen womöglich wie Franziskus wichtige Ämter übertragen wird. Die Weihe für Frauen lehnt er allerdings wie alle seine Vorgänger strikt ab. Zudem gilt der neue Papst als Befürworter der sogenannten Synode. Laien sollen bei Entscheidungen stärker eingebunden werden, auch der Stil der kirchlichen Leitung müsse verändert werden, hat Leo XIV. schon mehrfach betont. Bei der Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs innerhalb der Kirche wird vom Papst ebenfalls eine klare Linie erwartet.
Bei den Themen Abtreibung und Sterbehilfe wird der Papst dagegen nicht an den Dogmen der Kirche rütteln. „Leben muss vom ersten Herzschlag an verteidigt werden“, hat er bereits als Bischof in Peru immer wieder betont. Gegenüber der LGBTQ-Community könnte Leo den vorsichtig öffnenden Weg von Franziskus fortsetzen. Die gleichgeschlechtliche Ehe und homosexuelle Handlungen werden weiterhin als sündhaft abgelehnt. Allerdings hat Franziskus die Segnung homosexueller Paare außerhalb des Gottesdienstes zugelassen. An dieser Position wird Leo XIV. vermutlich nicht rütteln.








